Angst vor Gehaltsforderung

SELBSTHILFE RATGEBER BÜCHER PSYCHOLOGIE

VIDEO RATGEBER ANGST

Psychologische VideoberatungExpertenrat
Video Ratgeber

RATGEBER FÜR MEHR SELBSTVERTRAUEN UND SELBSTBEWUSSTSEIN

Auflage 110.000 Exemplare

Mangelndes Selbstbewusstsein aufbauen

WEITERE ANGST INFORMATIONEN

Selbsthilfe Forum, in dem Sie sich mit anderen über Angst austauschen können. Angst Forum

Ängste verstehen und überwinden

Prüfungsängste in den Griff bekommen

Sorgen - wie mit ihnen umgehen?

Angst vor dem Erröten

Angst vor neuer Arbeitsstelle

Selbstvertrauen aufbauen und stärken

Angst vor Veränderung

Ratgeber zur Stärkung des Selbstwertgefühls und der Selbstachtung

Angst vor Gehaltsforderung - Tipps für Frauen

Dr. Doris Wolf, Exoertin für Angststörungen Dr. Doris Wolf, Dipl.-Psychologin

Unsere Ängste entscheiden darüber, ob wir uns trauen, mehr Gehalt oder endlich das uns zustehende Gehalt zu fordern. Vor einigen Jahren stellte eine deutsche Frauenzeitschrift in einer Umfrage die Frage, welche fünf Privilegien Männern und Frauen im Beruf am wichtigsten sind. Während bei 28% der Männer das Geldverdienen an erster Stelle stand und am häufigsten genannt wurde, war für nur 7 % der Frauen das Geld ein wichtiger Punkt. Schauen wir uns deshalb einmal an, mit welcher Einstellung viele Frauen an das Thema Geld herangehen.

Was hindert viele Frauen daran, finanzielle Forderungen zu stellen?

Wie wir mit Geld umgehen, ob wir es ausgeben, sparen, fordern oder demütig darauf warten, ist eine Frage unserer Einstellungen und Erfahrungen (noch vor einer Generation besaßen Frauen kein eigenes Konto). Gehen wir in der Geschichte zurück, so fiel meist den Männer die Aufgabe zu, das Geld für die Familie zu erwerben. Männer gehen deshalb auch viel selbstverständlicher mti Geld um. Ja, für manche dient das Geld als Maßstab für den gesamten Menschen. Frauen waren in der Position, Geld vom Partner zu empfangen oder für die Haushaltskasse zu erbitten. In ihren Aufgabenbereich fiel es, kleine Beträge zu verwalten und möglichst sparsam damit zu wirtschaften. Vielleicht wenden Sie nun ein, dass diese Zeit doch schon lange vorbei sei und Sie ohnehin Ihr eigenes Geld verdienen. Doch es lohnt sich, bei sich nachzuschauen.

Wie sieht Ihr Umgang mit Geld aus?

Fällt es Ihnen leicht, von einem Freund oder dem Partner Schulden zurückzufordern? Wie häufig haben Sie schon eine Sonderzahlung für Überstunden gefordert? Oder eine Gehaltserhöhung? Wie haben Sie sich dabei gefühlt? Wieviel Geld haben Sie zu Ihrer eigenen ganz persönlichen Verfügung? Können Sie mit Ihrem Partner über Geldangelegenheiten verhandeln? Erlauben Sie sich, manchmal verschwenderisch zu sein?

Die meisten Frauen haben Schwierigkeiten, selbstverständlich mit Geld umzugehen. Die folgenden negativen Einstellungen blockieren sie:

a) im privaten Bereich

"Wenn ich Geld von Freunden zurückfordere, bin ich kleinlich oder geizig?" Folge: Eigene Bedürfnisse und Rechte werden in Frage gestellt
.
"Ich brauche nicht viel Geld für mich. Zuerst kommen alle anderen, die Kinder und der Partner. Wenn dann noch Geld über ist, dann darf ich mir auch etwas kaufen". Folge: Die letzte beißen die Hunde. Häufig ist nichts mehr übrig!

"Um mir etwas zu gönnen, muß ich es mir zuerst verdienen". Folge: Sich ohne "Verdienste" etwas zu kaufen, führt zu Schuldgefühlen. Vor lauter "Arbeit" bleibt der Genuss auf der Strecke.

"Mit Geldangelegenheiten kenne ich mich nicht aus." Folge: Die Entscheidung für eine bestimmte Geldanlage und die allgemeine Vermögensverwaltung werden dem Partner oder der Bank überlassen.

"Wenn mir im Geschäft etwas zu teuer ist, dann darf ich das nicht sagen - sonst hält mich die Verkäuferin für stillos, geizig oder zu arm". Folge: Bestimmte Ladengeschäfte werden gemieden und der Bewegungsspielraum wird eingeschränkt.

Nicht alle Frauen neigen dazu, sich in Geldangelegenheiten und Forderungen eher zurückzuhalten. Es gibt auch das andere Extrem: Frauen, die ständig über ihre Verhältnisse leben und keinen Überblick über ihren Kontostand haben. Da sie weniger oder kaum unter ihrem Problem leiden, bzw. erst, wenn es ernsthafte Konsequenzen von außen gibt, möchte ich hier nicht darauf eingehen.

b) im beruflichen Bereich

"Verdiene ich es überhaupt, mehr Gehalt zu bekommen?" Folge: Die eigene Leistung wird ständig hinterfragt und eher unterschätzt.

"Wenn ich mehr Gehalt fordere, dann lehnt der Chef mich ab oder hält mich für maßlos". Folge: Aus Angst vor Ablehnung ist frau lieber brav, als berechtigte Forderungen zu stellen.

"Die Höhe des Gehalts ist mir nicht so wichtig. Hautsache das Betriebsklima stimmt und die Arbeit macht mir Spaß". Folge: Frau verkauft sich unter Wert und verzichtet darauf, berechtigte Forderungen zu stellen.

"Ich möchte andere nicht ausnutzen und das letzte aus ihnen rauspressen". Folge: Der andere steht im Mittelpunkt, eigene Interessen werden nach vernachlässigt.

Aufgrund ihrer Geschichte beschränken sich viele Frauen mit weniger Geld. Sie wollen lieber brav sein und gemocht werden, als in den Ruf einer "unweiblichen Frau, die nur auf Geld aus ist" zu gelangen. Sie fordern weniger Gehalt, verdienen weniger als Männer - bei gleicher Arbeit - und sind meist von höheren Posten ausgeschlossen. Da unsere Gesellschaft den Wert des Menschen jedoch stark an dessen Gehalt und finanzieller Leistungsfähigkeit misst, bedeutet dies zwangsläufig, dass Frauen und deren Leistung auch weniger geachtet werden.

Wie können Sie diese Rolle ablegen?

Beginnen sollten wir, wie immer, bei unserem geistigen "Programm".

1. Beobachten Sie zunächst, wie Sie mit Ihrem Geld umgehen. Unser Leben ist ohne Geld undenkbar. Jeder lernt in seiner Kindheit, welche Bedeutung er Geld in seinem Leben verleiht. Jeder entwickelt seinen eigenen Maßstab, ab wann er sich als verschwenderisch ansieht, wieviel "freies" Geld er sich zugesteht, wieviel Geld er glaubt, wert zu sein. Die Maßstäbe können sich zwar im Laufe des Lebens nach oben oder unter verschieben, aber es gibt doch bestimmte innere Grenzen, innerhalb derer wir uns bewegen.

2. Korrigieren Sie Ihre Einstellung zum Geld. Wir leben in einer Gesellschaft, in der Geld eine wichtige Rolle spielt. Wenn Sie Geld fordern, weil Sie eine bestimmte Leistung erbracht haben, dann sind Sie nicht vermessen und maßlos. Sie halten sich an die Spielregeln in unserer Gesellschaft. Wenn Sie keinen den Maßstäben in unserer Gesellschaft entsprechenden Lohn fordern, wird Sie der andere eher für dumm und einfältig betrachten.

3. Üben Sie sich darin, Ihren Blick auf Ihre Erfolge und Fähigkeiten zu lenken. Fehler sind menschlich. Es genügt, sie zu registrieren und zu überlegen, wie Sie sie wiedergutmachen oder in Zukunft vermeiden können. Wenn Sie sich darin trainieren, sich immer wieder Ihre Fehler bewusst zu machen, können Sie keine Gehaltsforderung stellen. Sie glauben sich dann selbst, "nicht mehr Geld wert zu sein". Außerdem wird sich Ihre negative Meinung von sich auch im nonverbalen Bereich niederschlagen. Sie werden u.U. leise sprechen, eine gebeugte Haltung einnehmen und den Blickkontakt vermeiden. Unbewusst signalisieren Sie dann dem Gegenüber: Beachte mich nicht. Ich bin es nicht wert".

4. Bevor Sie sich nicht selbst davon überzeugt haben, "Ihr Geld wert zu sein", können Sie auch kaum jemand anderen überzeugen.

5. Lassen Sie sich von anderen eine Rückmeldung über Ihre Stärken und Qualitäten geben. Und üben Sie sich darin, diese Rückmeldung zu verinnerlichen.

6. Überlegen Sie sich einmal, ob es wirklich mehr wert ist, wenn Ihr Chef Sie als brave und aufopferungswerte Mitarbeiterin ansieht, als wenn er einige Zeit ärgerlich ist, weil Sie mehr Gehalt fordern, Ihnen aber mehr Gehalt zahlt.

7. Rechnen Sie damit, dass andere erst einmal erstaunt oder gar verärgert sind, wenn Sie beginnen, Bedürfnisse zu äußern oder Schulden zurückzufordern. Menschen leben in Gewohnheiten und geben sie meist nicht freiwillig auf. Ihre Veränderung bedeutet eine Umstellung für andere - und meist auch den Verzicht auf eigene Vorteile.

Konkrete Tipps zur Gehaltsforderung

- Wählen Sie einen günstigen Zeitpunkt.
Auf keinen Fall kurz nach der Tariferhöhung, wenn der Etat bereits verabschiedet wurde, wenn Sie mit dem Chef eine Auseinandersetzung hatten, es ihm oder der Firma schlecht geht. Ein günstiger Zeitpunkt ist es, wenn Sie gerade einen besonderen Einsatz oder eine besondere Leistung erbracht haben.

- Bereiten Sie sich auf das Gespräch vor.
Legen Sie sich Gründe zurecht, welche Vorteile Ihre Firma durch Ihre Leistungssteigerung hat. Beispielsweise wenn Sie eine zusätzliche Qualifikation erworben, Ihre Leistung gesteigert, mehr Verantwortung übernommen, häufige Überstunden absolviert haben. Heben Sie sich das stärkste Argument für den Schluß auf. Private Gründe wie Miterhöhung oder Trennung zählen ebensowenig als Begründung für eine Gehaltsforderung wie das höhere Gehalt des Kollegen.

- Wie hoch sollte die Forderung sein?
Verhandlungsbasis sollten maximal 10 Prozent des jetzigen Gehalts sein.

- Üben Sie zuhause, diese Forderung zu stellen.
Spielen Sie das Gespräch in Gedanken durch. Sie müssen sich innerlich zugestehen, diese Forderung stellen zu dürfen. Sie haben einen Einsatz gebracht, der diese Forderung rechtfertigt.

- Vermeiden Sie eine "Entweder ich bekomme-Oder ich gehe- Forderung". Sie bringen sich dadurch nur in eine Falle und müssen die Konsequenzen ziehen, falls er ablehnt. Außerdem setzen Sie den Chef unter Druck.

- Signalisieren Sie Verständnis, wenn der Chef Gegenargumente bringt, aber bleiben Sie bei Ihrer Forderung:
"Ich verstehe, dass Sie die Tarifverhandlungen abwarten wollen: Wie wäre es, wenn ich in zwei Wochen nochmals auf Sie zukomme."
"Ja, Ich habe in dieser Situation einen Fehler gemacht. und das war unangenehm für alle Beteiligten. Doch ich habe in all den Jahren viele Erfolge .... gehabt.
"Ja, die Kollegin X verdient auch nicht mehr. Doch ich denke, dass ich noch weitere Aufgaben erfolgreich bewältige."

- Erwarten Sie nicht sofort eine Antwort, aber bitten Sie den Chef um einen konkreten nächsten Gesprächstermin. Ein Verschieben muß nicht unbedingt bedeuten, dass der Chef sich aus der Sache rausziehen will.

- Bereiten Sie sich auch auf ein Nein vor.
Bleiben Sie ruhig, indem Sie sich innerlich sagen: "Das ist sein Recht. Er darf ablehnen." Erfragen Sie dann seine Begründung. Sie hilft Ihnen, möglicherweise beim nächsten Mal erfolgreicher zu sein.

© 1999-2011 PAL Verlag - Angst vor Gehaltsforderung - Tipps für Frauen
Geringe Frustrationstoleranz - Frustrationstoleranz Test - Enttäuschungen - Tipps für Singles auf Partnersuche - Das Geheimnis dauerhafter Selbstachtung - Selbstablehnung und Selbstkritik - schwache Nerven - Selbstmitleid - Selbstverwirklichung ist wichtig - Inneren Frieden finden