Ratgeber
zum Aufbau von Selbstbewusstsein

Lass dir nicht alles gefallen
Sich annehmen lernen und sein Selbst-vertrauen stärken

Selbstvertrauen aufbauen
Selbsthilfe Angst Forum, in dem Sie sich mit anderen über Angst vor Ablehnung austauschen können.
Ängste verstehen und überwinden
Prüfungsängste in den Griff bekommen
Sorgen - wie mit ihnen umgehen?
Angst vor dem Erröten
Selbstvertrauen aufbauen und stärken
Dr. Doris Wolf, Dipl.-Psychologin
"Ich habe mir so viel vorgenommen zu fragen, doch als ich vor dem Arzt stand, fiel mir nichts mehr ein". Ich traue mich einfach nicht, bei einer Behörde oder Institution mein Anliegen vorzutragen und die Zeit anderer Menschen in Anspruch zu nehmen".
Hinter diesen Erfahrungen verbirgt sich Angst - meist die Angst vor Ablehnung - und ein geringes Selbstwertgefühl. Die Folge davon ist, dass wir im Leben oft zu kurz kommen und unsere Ziele nicht verwirklichen können. Vieles bleibt ungefragt und ungesagt.
Für manche Menschen scheint es absolut selbstverständlich zu sein, Wünsche und Forderungen zu stellen. Sie gehen durchs Leben mit der Einstellung: "Die Welt gehört mir. Ich bin die Hauptperson. Ich nehme mir, was mir gehört." Sie betrachten es als Selbstverständlichkeit, dass andere sich Zeit für sie nehmen und ihnen zu Diensten stehen. Ganz im Gegensatz dazu stehen andere, die sich fast dafür entschuldigen, am Leben zu sein, und immer erst an die Bedürfnisse anderer denken. Aus Rücksichtnahme und Angst nehmen sie sich selbst zurück.
Keine der beiden extremen Lebenseinstellungen ist besonders hilfreich. Ich plädiere für einen Mittelweg und vor allem dafür, dass wir uns frei entscheiden können, welche Einstellung und welches Verhalten wir in einer bestimmten Situation haben.
Das sind wir selbst. Wir haben in unserem Leben ganz bestimmte Erfahrungen damit gesammelt, etwas zu fordern oder zu wünschen. Bereits früh in der Kindheit erfahren wir, was passiert, wenn wir Wünsche äußern. Unsere Eltern, Verwandten, Lehrer und andere Bezugspersonen reagieren auf unser Wünsche und Forderungen. Kommt es zu negativen Konsequenzen speichern wir: Wünsche zu äußern ist gefährlich. Ich werde abgelehnt, bestraft, verletzt, ignoriert, übersehen, ausgelacht ... Abgelehnt zu werden, ist gefährlich".
Die Folge davon ist, dass wir beginnen, die Verhaltensweisen, die zu Ablehnung oder anderen negativen Reaktionen führen, zu vermeiden. Wir verbieten es uns, etwas zu fordern, zu wünschen, nachzufragen, jemanden für unsere Belange in Anspruch zu nehmen ....
Wir kommen zu dem Schluss, die Zuwendung und Liebe, die Anerkennung anderer dringend zu benötigen, und deshalb lieber auf die Äußerung von unseren Wünschen zu verzichten. Die Harmonie, der "liebe Frieden" geht uns vor. Je höher wir jemanden bewerten, je wichtiger uns die gute Meinung des anderen ist, desto gehemmter sind wir. Je mehr Macht und Einfluß wir ihm über uns zusprechen, desto mehr Angst verspüren wir.
Folgen dieser Angst sind beispielsweise, dass wir zittern, schwitzen, stottern, erröten und vergessen, was wir eigentlich sagen wollten. Da uns diese Anspannung und Angst so unangenehm ist, vermeiden wir es zunehmend, uns überhaupt in solche Situationen mit Autoritäten zu begeben. Wir schicken den Partner oder die Kinder vor. Wir befürchten, dumm und wehrlos dazustehen. Durch die Meidung verhindern wir, dass wir lernen, mit Autoritäten umzugehen, bzw. wir verlernen diese Fähigkeiten wieder. Wir müssen diese schlechten Erfahrungen mit Autoritäten gar nicht einmal selbst machen. Manchmal genügt es auch, mitzuerleben, wie andere mit ihren Forderungen nicht durchkommen oder schlecht behandelt werden. Unsere Eltern haben uns vielleicht auch Botschaften vermittelt wie: "Der kleine Mann hat bei Behörden nichts zu melden. Da zieht man immer den Kürzeren". "Der Arzt ist ein kluger Mann. Das kannst du ohnehin nicht verstehen, was er sagt." "Wenn du es nicht genau weißt, halte lieber den Mund". "Nimm Rücksicht und falle anderen nicht zur Last". "Es ist schlimm, wenn du an dich denkst und damit andere verärgerst." Wenn andere schlecht von dir denken, ist das furchtbar. Dann bist du auch schlecht".
Kurzum, hinter unseren Hemmungen und Unsicherheiten verbergen sich zwei grundsätzliche Einstellungen:
Viele Menschen haben Angst vor Autoritäten. Angst lähmt uns und macht handlungsunfähig. Wenn wir Angst haben, dann sind wir meist nicht besonders schlagfertig, Die besten Argumente und die vielen Rückfragen fallen uns erst im Nachhinein ein. Unsere Angst ist eine Alarmreaktion. Sie zeigt uns an, dass wir etwas als gefährlich ansehen. Und in der Tat besteht in bestimmten Situationen eine gewisse Gefahr für uns. Behörden wie die Polizei oder das Sozialamt, die Mitarbeiter der Rentenversicherungsanstalt oder das Klinikpersonal haben in bestimmten Bereichen Macht. Sie entscheiden über unsere Anträge und manchmal über unser gesamtes weiteres Leben.
Doch unsere Angst bezieht sich meist nicht auf eine tatsächliche Gefahr. Sie konzentriert sich auf die persönliche Ablehnung durch eine einzelne Person. Wir prophezeien von vornherein, dass unser Wunsch dem anderen zu viel sein wird, dass er uns ganz bestimmt ablehnen wird, dass er schlecht von uns denken wird. Wir übertreiben also die negativen Auswirkungen.
© 1999-2010 PAL Verlag - Angst vor Autoritäten
Probleme - small talk - Partnerschaftstest - Entspannung - Selbstbewusstsein - Mobbing Test - Erfolg haben - Entspannungsmethoden - Zufriedenheit Test - Sorgen - Gesundheitsratgeber - Gehen oder bleiben Test