Auflage jetzt
33.000 Exemplare

Doris Wolf
Keine Angst vor dem Erröten
![]()
Eine Leserin schreibt:
"... habe das Buch gelesen und bin begeistert. Ich weiß jetzt, dass ich nicht allein auf der Welt mit diesem Leiden bin, das ist sehr beruhigend. Durch Sie habe ich erfahren, welche Ursachen sich hinter dem Erröten verbergen und das Wichtigste, dass es Hilfe gibt."
Dieses Buch wurde u.a. empfohlen von:
Die Welt
Stern
Psychologie Heute
Brigitte
Ihr Platz/Familiy
Freundin
NDR Visite
Dr. Doris Wolf - Diplom Psychologin, Psychotherapeutin
Gerade hat Frau M. das Haus verlassen, als sie den Hausbesitzer schon von weitem entgegenkommen sieht. Blitzschnell laufen ihr Gedanken durch den Kopf: "Bloß jetzt nicht rot werden, sonst denkt der doch, ich habe etwas zu verbergen oder will etwas von ihm." Schon ist es passiert. Sie spürt die Röte in sich aufsteigen und würde am liebsten im Erdboden versinken. Und so geht es ihr immer - seit ihrem 11. Lebensjahr leidet sie unter ihrem Erröten, meidet viele Situationen aus Angst, andere nennen sie "Rotbäckchen" und lachen sie aus. Wie gerne würde sie auch mal locker und entspannt in geselliger Runde etwas erzählen, an der Kasse im Supermarkt reklamieren oder unbefangen mit der Nachbarin auf einen Plausch zusammenstehen. Ihr Rotwerden und die Angst vor dem Rotwerden machen ihr dies unmöglich.
Rein medizinisch gesehen kommt unser Erröten dadurch zustande, dass unser Gehirn Hormone aussendet, unser Blutdruck steigt und sich die Gefäße erweitern. Die Erweiterung der Gefäße führt dazu, dass wir uns abkühlen und im Körper immer eine konstante Temperatur erhalten bleibt. Das Erröten ist eine ganz normale gesunde Reaktion, die wir selbst in uns auslösen können, beispielsweise auch dadurch, dass wir uns in die Sauna begeben oder den Kopf nach unten hängen lassen.
Wenn wir von Erröten sprechen, dann meinen wir damit natürlich nicht das Rotwerden in der Sauna, sondern das unvermittelte Rotwerden im Beisein anderer. Wir meinen den roten Kopf, der unsere Unsicherheit oder Betroffenheit deutlich und klar nach außen sichtbar macht. Wir meinen "diese rote Birne", die scheinbar plötzlich ohne unser Zutun aufleuchtet.
Doch halt: Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen werden wir nicht einfach rot, sondern rufen dieses Erröten in Wirklichkeit selbst hervor. Unser Körper führt lediglich unseren Auftrag zum Rotwerden aus.
Ganz einfach: wann immer wir ein Ereignis als gefährlich, peinlich oder unangenehm für uns ansehen, erzeugen wir eine Anspannung in unserem Körper. Bei manchen Menschen äußert sich diese Anspannung darin, dass sie sich im Gesicht durch Rotwerden niederschlägt. Da wir es nicht gerne haben, wenn andere Menschen uns unsere Gefühle im Gesicht ablesen können, beginnen wir uns für das Rotwerden zu verurteilen. Wir beginnen, uns darum zu sorgen, dass wir nicht rot werden. "Hoffentlich werde ich nicht rot. Das wäre schrecklich. Der andere würde mich für einen Schwächling und unsicheren Menschen halten", solche Gedanken kreisen uns im Kopf herum.
Schließlich sind wir in einem Kreislauf gefangen: Je mehr wir uns besorgt beobachten und uns das Rotwerden verbieten, desto häufiger werden wir rot. Und desto empfindlicher reagieren wir darauf, dass andere uns auf unser Rotwerden ansprechen. Wir beginnen, die Situationen zu meiden, in denen wir rot werden könnten, und werden in immer mehr Situationen rot. Menschen, die immer und von jedem Menschen gemocht werden wollen und fehlerlos sein wollen, leiden besonders unter dem Erröten.
Wenn Sie die Angst vor dem Erröten abbauen und verlieren möchten, dann müssen Sie an Ihren negativen und unangemessenen Bewertungen bezüglich des Errötens ansetzen. Ziel ist, dass Sie lernen, das Erröten nicht mehr als Katastrophe anzusehen, sondern als lästige, aber unbedrohliche Reaktion Ihres Körpers.
Je selbstbewusster Sie mit dem Erröten umgehen können, umso gelassener können Sie darauf reagieren, d.h. umso weniger geraten Sie in Panik, wenn Sie feststellen, dass Sie gleich wieder erröten. Wir haben ja bereits gesagt, dass der Gedanke "Jetzt bloß nicht rot werden" erst recht zum Erröten führt, weil Sie dadurch bei sich Panik erzeugen. Je weniger Sie das Erröten als Katastrophe ansehen, umso seltener werden Sie erröten.
1. Erlauben Sie sich zu erröten. Sie selbst erzeugen das Rotwerden in Ihrem Körper. Das Erröten ist ein Zeichen dafür, dass Ihr Körper Ihren Anweisungen folgt. Reagieren Sie auf Ihr Erröten mit den Gedanken: "Es ist in Ordnung, dass du jetzt auftrittst. Du wirst auch wieder abklingen." Wiederholen Sie die Worte immer wieder, auch wenn Sie am Anfang den Eindruck haben, sich zu belügen. Mit der Zeit wird sich dieses Gefühl abbauen.
2. Geben Sie anderen Menschen die Erlaubnis, Ihr Rotwerden zu sehen. Je mehr Sie es verstecken wollen, desto mehr Anspannung erzeugen Sie und desto länger wird die Röte auch bestehenbleiben. Erinnern Sie sich an die folgenden Gedanken: "Andere Menschen dürfen meine Röte sehen. Es ist meine Art zu reagieren. Sie können daraus nicht meine Gedanken und Gefühle ablesen. Röte kann Freude, Angst, Erregung, Scham, Wut und viele andere Gefühle bedeuten. Zudem ist es gar nicht sicher, dass andere meine Röte überhaupt wahrnehmen. Viele Menschen sehen das Rotwerden nicht als Schwäche, sondern als eine sehr menschliche Reaktion."
3. Stärken Sie Ihr Selbstvertrauen. Lernen Sie, sich selbst mehr anzunehmen und lenken Sie Ihren Blick auf Ihre Stärken und Fähigkeiten. Das Rotwerden ist nur eine Ihrer vielen Eigenschaften, die Sie besitzen. Wie Sie selbst über sich denken ist wichtiger, als wie andere über Sie denken. Je mehr Sie sich zugestehen, Fehler und Schwächen haben zu dürfen und sich diese verzeihen können, umso weniger macht es Ihnen etwas aus, wenn andere Ihre Fehler und Schwächen erkennen.
Einstellung einer Klientin, die gelernt hat, ihr Rotwerden nicht mehr als Katastrophe anzusehen:
Erröten, lass es geschehen auch wenns die anderen sehen,
sie werden dir nicht ans Leben gehen.
Mögen sie lachen und reden, es sei dir egal.
Es sind alles Menschen, und jeder ist fehlbar.
Wenn Sie soweit sind wie diese Klientin, dann können Sie auf Bemerkungen Ihrer Mitmenschen wie "Du brauchst doch nicht rot zu werden", so reagieren: Stimmt!! - das mache ich freiwillig oder
Nein, ich brauche nicht, aber dann kommen meine blauen Augen besser zur Geltung, und dabei ein entwaffnendes Lächeln auf Ihre Lippen setzen.
Oder Sie können auf Fragen wie "Warum wirst du denn rot?" mit
"Wenn Du willst, kann ich das auch in Blau" antworten.
Forum Angst vor dem Erröten (Erythrophobie) - mit anderen austauschen und Rat einholen
© 1999-2009 PAL Verlag - Angst vor dem Erröten und Rotwerden (Erythrophobie)
Liebeskummer - Suchthilfe bei Alkoholsucht - Probleme - Stress - small talk - Partnerschaftstest - Entspannung - Selbstbewusstsein - Mobbing Test - Erfolg haben - Prüfungsangst - Entspannungsmethoden - Zufriedenheit Test - Sorgen - Gesundheitsratgeber - Gehen oder bleiben Test - Partner - Partnerseiten - Sitemap 1 - Sitemap 2 - Sitemap 3