Kinderängste verstehen und abbauen

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Dr. Doris Wolf
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Doris Wolf
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Wie entstehen Kinderängste?


Dr. Doris Wolf, Expertin für Ängste Dr. Doris Wolf, Diplom Psychologin

Kinder leiden ebenso unter Ängsten wie Erwachsene. Wir können zwei Ursachen für Kinderängste unterscheiden:

1. Ängste, die jedes Kind im Laufe seiner Kindheit erlebt wie etwa die Angst vor der Dunkelheit, vor dem Alleinsein, vor lauten Geräuschen, fremden Menschen oder vor Tieren. Diese Ängste treten zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Entwicklung auf und verschwinden meist auch im Laufe der Entwicklung von alleine wieder.

2. Ängste, die aufgrund ungünstiger Umweltbedingungen entstehen. So können beispielsweise Ängste auftreten, wenn das Kind durch die Geburt eines Geschwisterchens vernachlässigt wird, wenn die Eltern sich häufig streiten oder sich trennen, wenn ein Eltenteil jähzornig und unberechenbar im Verhalten ist, wenn ein Kind sexuell mißbraucht wird, wenn ein Elternteil oder naher Angehöriger stirbt, wenn die Eltern selbst sehr ängstlich sind.

Was können Eltern tun, wenn ihre Kinder Angst haben?

Auf jeden Fall braucht Ihr Kind Ihr Verständnis. Anschreien, auslachen, als Feigling beschimpfen, schlimme Konsequenzen androhen und einfach in die angstauslösende Situation hineinstoßen sind ungeeignete Methoden.

Sagen Sie Ihrem Kind, daß Sie verstehen, daß es Angst hat: "Ich verstehe, daß du Angst hast. Angst kann aber jeder verlernen, wenn er in die Situation geht. Auch du kannst sie verlernen. Ich werde dir dabei helfen". Bleiben Sie ruhig und liebevoll.

Sind Sie Vorbild und besprechen Sie mit Ihrem Kind, wie Sie es schaffen, in die Situation zu gehen. Suchen Sie mit Ihrem Kind zusammen die Situationen auf. Beginnen Sie dabei mit den leichtesten Situationen, und gehen dann langsam in immer schwierigere. Später ziehen Sie sich langsam zurück und lassen Ihr Kind die Situation allein aufsuchen.

Sparen Sie nicht mit Lob. Auch Märchen und Geschichten, in denen ein "Held" die Situation bewältigt, können hilfreich sein.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Ebenso wie bei der Behandlung von Ängsten Erwachsener wird die Verhaltenstherapie auch bei Kindern eingesetzt. Daneben kommt sehr häufig die Familientherapie zum Einsatz.

Wo gibt es weitere Hilfe?

Wenn Sie schon sehr viel erprobt haben, mutlos oder überfordert sind oder auch Angst haben, etwas verkehrt zu machen, dann wenden Sie sich an eine der kommunalen, staatlichen oder kirchlichen Erziehungsberatungsstellen oder an einen Kinderpsychotherapeuten in Ihrer Nähe.

Familientherapie

In der Familientherapie wird nicht nur das Kind, das verhaltensauffällig ist, behandelt sondern die gesamte Familie. Gemeinsam mit dem Therapeuten geht die Familie der Frage nach: Was bedeutet das Problem des Kindes für jeden Einzelnen von uns? Was würde passieren, wenn das Kind das Problem nicht mehr hätte? Jeder leistet seinen Beitrag zur Familie und gestaltet das Zusammenleben mit.

Wenn ein Mitglied ein Problem hat, hat dies seine Ursache darin, wie die Familiemitglieder miteinander oder einer Situation umgehen. Das Problem des Kindes hat Auswirkung auf alle anderen Familienmitglieder.

Ziel der Therapie ist es, gemeinsam mit der Familie neue Sicht- und Herangehensweisen an ein Problem zu erarbeiten, so dass das Kind sein Problem nicht mehr benötigt.

Die Familientherapeuten arbeiten meist im Team und zeichnen die Gespräche, wenn die Familie einverstanden ist, auf Video auf. Die Familientherapie wird meist nicht von den Krankenkassen übernommen.

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