Psychotherapie

Allgemeine Informationen zu einer Psychotherapie

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PSYCHOTHERAPIE BEGLEITER

Dieser Selbsthilfe-ratgeber wird von
vielen Kliniken, Psychotherapeuten,
und Beratungsstellen empfohlen.

Auflage jetzt
230.000 Exemplare

Gefühle - wie sie entstehen - wie man sie beeinflussen kann

Dr. Doris Wolf
Dr. Rolf Merkle

Gefühle verstehen,
Probleme bewältigen

VITAMINE FÜR DIE SEELE


Allgemeine Informationen zur Psychotherapie bei niedergelassenen psychologischen Psychotherapeuten

Hier erhalten Sie Antwort auf folgende Fragen:
Was passiert in einer Psychotherapie?
Welche Therapieformen werden bezahlt?
Bei welchen seelischen Problemen kann eine Psychotherapie helfen?
Wann benötige ich eine Psychotherapie?
Was ist der Unterschied zwischen einem psychologischen Psychotherapeuten, einem Nervenarzt und einem Psychiater?
Wann ist eine Psychotherapie zu Ende?
Wird eine Psychotherapie immer von den Krankenkassen bezahlt?

Dr. Doris Wolf, Psychotherapeutin Dr. Doris Wolf - Diplom Psychologin, Psychotherapeutin

Was passiert in einer Psychotherapie?

Unter Psychotherapie versteht man die Behandlung seelischer Probleme mit Hilfe anerkannter psychotherapeutischer Verfahren. Es gibt unterschiedliche Therapieformen. Von den gesetzlichen Krankenkassen werden die Kosten tiefenpsychologisch fundierter Verfahren, der Psychoanalyse und der Verhaltenstherapie übernommen. Alle drei Therapieformen arbeiten mit dem gesprochenem Wort, die Veränderung erfolgt also mit Hilfe von Gesprächen. In der Verhaltenstherapie werden ergänzende Verfahren wie etwa Rollenspiele, Verhaltensübungen, Vorstellungsübungen (mentales Training) und Entspannungsverfahren eingesetzt.

Die Ziele in der Verhaltenstherapie sind z.B.
- Sie lernen zu verstehen, weshalb Sie sich in einer Krise befinden bzw. im Augenblick ein Problem haben.
- Sie erarbeiten zusammen mit dem Therapeuten Strategien, wie Sie Ihr Problem lösen können.
- Sie erhalten ganz konkrete Aufgaben, die Sie außerhalb der Therapie durchführen, um neues Verhalten zu trainieren.
- Sie lernen, sich besser zu entspannen, eignen sich neue Einstellungen und Verhaltensmuster an.
- Sie lernen wirksame Strategien, wie Sie sich nach Ende der Therapie selbst helfen können.

Welche Therapieformen werden bezahlt?

Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen bei den folgenden drei Therapieverfahren eine Psychotherapie:

Verhaltenstherapie
Die Verhaltenstherapie setzt an der aktuellen Situation an: Weshalb haben Sie im Augenblick Ihre Beschwerden? Wie müssen Sie anders denken, fühlen und handeln, um sie zu überwinden. Die Verhaltenstherapie geht davon aus, dass Sie einmal gelerntes Verhalten umlernen können. Sie können neue Einstellungen und Verhaltensweisen lernen, um z.B. Ängste oder Essstörungen zu überwinden oder Ihr Selbstvertrauen zu stärken. Methoden wie Angstbewältigungsstrategien, Rollenspiele, Selbstsicherheitstraining, Entspannungs- und Visualisierungstechniken werden eingesetzt.

Die Verhaltenstherapie hat sich insbesondere bei der Behandlung von Depressionen, Ängsten, Zwängen und Selbstsicherheitsproblemen bewährt. Informationen zur Kognitiven Verhaltenstherapie

Psychoanalyse und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
Beide Therapieformen sind zeitlich aufwändiger als die Verhaltenstherapie. Sie setzen in der Kindheit an, versuchen herauszufinden, weshalb Sie so fühlen und sich verhalten, wie Sie es im Augenblick tun. Diese Verfahren gehen davon aus, dass seelische Probleme Folge unbewusster Konflikte aus der Kindheit sind. Die Psychoanalytische Therapie arbeitet mit Assoziationen, Träumen und der Deutung Ihrer Reaktionen gegenüber dem Therapeuten.
Die Dauer der tiefenpsychologisch fundierten Therapie ist durch die Konzentration auf zentrale Lebensprobleme deutlich kürzer.

Bei welchen seelischen Problemen kann eine Psychotherapie helfen?

In der Psychotherapie geht es um die Behandlung seelischer Probleme. Dazu zählen Störungen der Wahrnehmung, des Verhaltens, der Erlebnisverarbeitung, der sozialen Beziehungen und der Körperfunktionen.
Hier eine Auswahl häufiger seelischer Probleme, die in einer Psychotherapie behandelt werden:
- Depressionen
- Ängste wie z.B. soziale Angst, Panikattacken, Prüfungsangst, generalisierte Angst, Phobien
- Essstörungen (Bulimie, Magersucht, Übergewicht)
- Suchtverhalten (Alkohol, Nikotin, Drogen, Tabletten)
- Zwangserkrankungen - Zwangsgedanken, Zwangshandlungen
- Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen
- Seelisch bedingte Störungen von körperlichen Funktionen (Sexuelle Störungen, Bluthochdruck, Schlafstörungen)
- Körperliche Erkrankungen, die durch seelische Faktoren ausgelöst und aufrechterhalten werden
- Traumata (Vergewaltigung, Missbrauch, Unfall)
- Nachsorge, Rehabilitation und Begleitung bei schweren körperlichen oder chronischen Erkrankungen
- Persönlichkeitsstörungen
- Stressbedingten Erkrankungen, Burnout
- Lebenskrisen - persönliche Probleme wie Mobbing, Eifersucht, Trennung oder Trauer

Wann benötige ich eine Psychotherapie?

Die Tatsache, dass Sie sich diese Frage stellen, weist darauf hin, dass Sie ein Problem haben, das Sie belastet oder in seelischen Nöten sind. Es gibt leider bei seelischen Problemen keinen Messwert wie bei den meisten körperlichen Beschwerden, bei dessen Überschreitung wir einen Arzt aufsuchen müssen. Deshalb tun sich viele Betroffene schwer mit der Entscheidung, eine Therapie zu beginnen.

Manche haben auch Angst vor den Vorurteilen anderer bzw. denken, sie seien verrückt, wenn sie einen Psychotherapeuten zur Unterstützung hinzuziehen. Doch ganz im Gegenteil: man ist nicht verrückt, sondern um sich besorgt. Wenn man eine Therapie macht, ist dies ein Hinweis darauf, dass man Probleme erkennt, sich um sich kümmert und daran arbeiten will, sie zu überwinden. Genauso wie man bei juristischen Problemen zum Anwalt geht, sollte man sich bei seelischen Problemen Unterstützung bei einem Psychotherapeuten holen.

Sie sollten unbedingt einen Psychotherapeuten aufzusuchen,

- wenn Sie nicht mehr in der Lage sind, Ihre Alltagspflichten zu erfüllen
- wenn Sie schon selbst versucht haben, sich zu helfen, aber jetzt keinen Rat mehr wissen
- wenn Ihr Leidensdruck groß ist und Sie an Selbstmord denken
- wenn Sie Probleme mit Alkohol oder anderen Suchtmitteln bekämpfen
- wenn Sie mehr als 4 Wochen unter Ängsten oder Depressionen leiden
- wenn Sie unter Schmerzen, Schlafstörungen, Schwindel, Herzrhythmusstörungen oder anderen körperlichen Beschwerden leiden und der Arzt keine körperliche Ursache feststellen kann.

Der Psychotherapie Test kann Ihnen erste Anhaltspunkte geben, ob eine Psychotherapie für Sie hilfreich wäre.

Was ist der Unterschied zwischen einem psychologischen Psychotherapeuten, einem Nervenarzt und einem Psychiater?

Psychologische Psychotherapeuten sind Diplom-Psychologen, die ein abgeschlossenes Psychologiestudium und eine gesetzlich anerkannte mindestens 3-jährige Therapieausbildung aufweisen.

Ärztliche Psychotherapeuten sind Ärzte, die nach einem Medizinstudium eine Therapieausbildung absolviert haben. Häufig legen sie den Schwerpunkt auf den medizinisch-organbezogenen Ansatz.

Psychiater sind Ärzte mit einer Ausbildung zum Facharzt für Psychiatrie. Ihre Ausbildung und Arbeitsweise geht eher von einer körperlichen Sicht der seelischen Probleme aus. Die Behandlung mit Medikamenten steht im Vordergrund. Er behandelt überwiegend schwere Persönlichkeitsstörungen und Psychosen. Manche Psychiater haben jedoch zusätzlich eine Psychotherapieausbildung und bieten Psychotherapie an.

Nervenärzte sind Ärzte, die zuständig sind für die organische Behandlung des Nervensystems.

Wann ist eine Psychotherapie zu Ende?

Über das Ende einer Therapie entscheiden in der Regel Klient und Therapeut gemeinsam. Grundsätzlich gilt: wenn die zu Beginn der Therapie gemeinsam erarbeiteten Therapieziele erreicht sind, endet die Therapie. Es kann aber auch sein, dass die für eine Therapie genehmigte Anzahl von Stunden aufgebraucht ist und deshalb die Therapie beendet wird.

Wann wird eine Psychotherapie von den Krankenkassen bezahlt?

Zwei Bedingungen müssen erfüllt sein, damit Ihre gesetzliche Krankenkasse (z.B. AOK, Betriebskrankenkassen, Ersatzkassen (BEK, DAK, HEK; KKH, TK) die Kosten der Psychotherapie trägt:

1. Sie müssen eine behandlungswürdige Störung gemäß den Psychotherapierichtlinien haben, d.h. eine Störung mit Krankheitswert (z.B. Ängste, Depressionen, Essstörung). Die Kosten für Ehe, Lebens- oder Erziehungsberatung werden beispielsweise nicht übernommen.

2. Der psychologische oder ärztliche Psychotherapeut muss approbiert und bei den Krankenkassen als Psychotherapeut zugelassen sein. In besonderen Fällen erstatten die Krankenkassen auf Antrag die Kosten, die bei privat praktizierenden Therapeuten anfallen (wenn z.B. in angemessener Zeit und räumlicher Entfernung keine Praxis mit Kassenzulassung zur Verfügung steht).

Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen 100 Prozent des Honorars für eine Psychotherapie.

Bei den Privatkassen hängt die Leistung von der Krankenkasse und der Art des Tarifes ab. Am besten erkundigen Sie sich vorab bei Ihrer Krankenkasse.

Antwort auf die Fragen
Wie finde ich einen qualifizierten Psychotherapeuten?
Wie muss ich vorgehen, wenn ich eine Psychotherapie machen möchte?
Wie lange dauert eine Psychotherapie?
Einige allgemeine Regeln der Psychotherapie
Ist ein Wechsel des Psychotherapeuten im Verlauf der Therapie möglich?
Woran merke ich, dass die Therapie erfolgreich ist?
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