Kommunikation mit schwierigen Menschen

Wie mit schwierigen Menschen umgehen?

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Tipps für den Umgang mit schwierigen Menschen

Dr. Doris Wolf, Expertin für zwischenmenschliche Beziehungen Dr. Doris Wolf - Diplom Psychologin, Psychotherapeutin

Ehe wir uns damit beschäftigen, wie wir besser mit schwierigen Menschen klarkommen können, müssen wir uns darauf einigen, wie schwierige Menschen aussehen. "Schwierig" ist zunächst einmal eine Bewertung aus unserer Sicht.

Klar ist: aus irgendeinem Grund kommen wir mit diesen Menschen nicht klar. Unsere ganz alltäglichen Strategien, mit Menschen umzugehen, greifen bei diesen Menschen nicht. Sie reagieren vielleicht aggressiv, jammern ununterbrochen, geben uns keine Antwort, usw. Diesen Menschen ist gemeinsam, dass sie meist unter einer geringen Selbstachtung leiden.

Es gibt jedoch eine Möglichkeit, mit diesen Menschen auszukommen:
Wir versetzen uns in die Lage des anderen und finden heraus, ob etwas Wahres an dem ist, was der andere sagt. Dann stimmen wir diesem Teil des Gesagten zu. Der andere wird sich dann weniger abwehrend verhalten und eher bereit sein, uns zuzuhören.

Diese Vorgehensweise führt dazu, dass der andere sein Gesicht wahren kann. Er ist somit gesprächsbereiter und offener für das, was wir möchten.

Lassen Sie uns diese Strategie an zwei Beispielen genauer ansehen.

Beispiel 1
Der andere jammert immer, wie schlimm das Leben ist, wie schlecht die Menschen sind und wie schwer er es habe.

Ich gehe davon aus, dass Sie schon zum einhundertfünfzigtausendsten Mal versucht haben, den Blick des Jammerers auf die positive Seite des Lebens zu lenken, mit dem Erfolg: "Ja, aber bei mir ist doch alles ganz anders. Ich hab's viel schwerer ...". Sie könnten darauf antworten: "Ich verstehe, dass für dich alles sehr schwierig erscheint, dass ...". Sie haben Ihren Standpunkt dabei nicht aufgegeben, sondern sich lediglich in seine Situation mit seinen Gedanken hineinversetzt.

Beispiel 2
Der andere zieht sich zurück und schmollt.

Typisch für den Schmoller ist, dass er sich zurückzieht, nach außen hin signalisiert, dass etwas nicht in Ordnung ist, dass er Ihnen aber keine Chance lässt, das zu klären. Wahrscheinlich war Ihre bisherige Strategie, dass Sie immer wieder fragten: "Geht es Dir nicht gut?" "Ist irgendetwas?" Und was haben Sie damit erreicht? Der andere sagte wahrscheinlich: "Es ist nichts. Lass mich in Ruhe."

Die neue Strategie sieht so aus, dass Sie beispielsweise sagen: "Ich habe den Eindruck, dass dich irgendetwas beschäftigt. Wenn dir danach ist, können wir darüber sprechen".

Dann gehen Sie vom Schlachtfeld und überlassen dem Schmoller die Entscheidung, wann und ob er mit Ihnen spricht. Sie machen auf diese Weise deutlich, dass Sie eine Veränderung beim anderen bemerkt haben und darüber reden möchten, und der andere hat die Chance darüber zu reden, wenn er möchte.

Eine radikale Strategie für den Umgang mit Schmollern

Eine etwas radikalere Art, darauf zu reagieren, geht so: Sie fragen den Schmoller, ob etwas nicht stimmt und wenn dieser antwortet, es sei nichts, dann antworten Sie: "Dann bin ich beruhigt. Ich habe schon befürchtet, etwas sei nicht in Ordnung".

Nach dieser Äußerung gehen Sie zur Tagesordnung über, d.h. Sie verhalten sich so, als sei alles wirklich in bester Ordnung. Sie werden überrascht sein, wie schnell der Schmoller aus seinem Schneckenhaus hervorkommt, wenn er merkt, daß sein Schmollen keine Wirkung hat.

Oberstes Prinzip bei dieser Art von Kommunikation ist es, dass Sie dem anderen signalisieren, dass Sie ihn in seiner Ansicht und seinen Gefühlen verstehen, jedoch Ihre eigenen Ziele dabei nicht aufgeben. Es geht nicht darum, wer Recht hat, oder wer der Gewinner und der Verlierer ist. Dies erfordert natürlich ein gesundes Maß an Selbstbewusstein und Selbstvertrauen.

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