Stress und seine Ursachen

Auslöser von Stressreaktionen

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Stressfaktoren im Alltag


Dr. Rolf Merkle, Experte für Stress und Burnout Dr. Rolf Merkle, Diplom Psychologe, Psychotherapeut

Sind Arbeit und Stress untrennbar mit einander verbunden? Führen Zeit- und Leistungsdruck zwangläufig zu Stressreaktionen im Körper?

Nein. Stress kann viele Auslöser haben. Eine Stress-Reaktion kann durch äußere und innere Faktoren ausgelöst werden.

Zu den äußeren Faktoren zählen Lärm, Wärme, Kälte, eine ungesunde Körperhaltung und ein Überangebot an Reizen. Diese äußeren Faktoren sind meist nicht der Grund für Stress.

Hauptursache für Stress sind innere (psychische) Faktoren. Zu den inneren Faktoren gehört die Art und Weise, wie wir mit unseren Lebens- und Arbeitsbedingungen umgehen. Hier sind vor allem zu nennen: perfektionistische Anforderungen an sich selbst, Angst vor Ablehnung, ein schwach ausgeprägtes Selbstwertgefühl und Durchsetzungsvermögen, Angst vor Verantwortung, mangelnde Delegationsfähigkeit, nicht Nein sagen können, schlechtes Zeitmanagement, die Unfähigkeit, mit eigenen oder betrieblichen Problemen umzugehen.

Diese inneren psychischen Faktoren sind in den meisten Fällen die Auslöser für eine ungesunde Stressreaktion. Wären äußeren Faktoren die Hauptauslöser von Stress, dann müssten alle Menschen unter den gleichen Bedingungen gestresst sein. Dem ist jedoch nicht so. Die einen verstehen es besser als die anderen, mit den Belastungen und Anforderungen umzugehen.

Typische Denkgewohnheiten von Menschen, die sich selbst stressen

Das muss ich unbedingt heute noch erledigen, komme, was wolle.
Ich muss alles hundertprozentig machen.
(Angst vor Fehlern, Perfektionsstreben)
Ich muss es immer allen Recht machen. (Angst vor Ablehnung)
Ich muss alles erledigen, was andere an mich herantragen. (Angst vor Kritik)
Ich darf keine Fehler machen. (Angst vor Misserfolg)
Ich schaffe das alles nicht (mehr).
Die Arbeit wächst mir über den Kopf.


Wenn auch Sie solche Selbstgespräche führen, dann machen Sie sich selbst gehörig Druck und Stress. Wenn Sie sich suggerieren, alles sofort, schnell und perfekt erledigen zu müssen und immer für andere da sein zu müssen, dann stressen Sie sich.

Stressabbau beginnt damit, dass Sie solch stresserzeugende Gedanken hinterfragen und korrigieren und sich selbst innerlich aufbauen. Mehr dazu in Stressabbau und Stressbewältigung

Typische Verhaltensweisen von Menschen, die sich selbst stressen - Anzeichen für einen ungesunden Umgang mit der Arbeit

  • Immer und überall erreichbar sein wollen.
  • Nicht Nein-sagen können, keinem weh tun wollen.
  • Sich keine Ruhe- und Erholungsphasen gönnen
  • Immer für andere und deren Probleme ein offenes Ohr haben.
  • Alles unter einen Hut bekommen wollen (Arbeit, Familie, Kinder, Freunde)
  • Immer mit dem unzufrieden sein, was man erreicht hat.
  • Nicht abschalten können und ständiges Grübeln über die Arbeit
  • Selbstzweifel über die Richtigkeit der eigenen Entscheidungen
  • Hohe perfektionistische Ansprüche an die eigene Leistung.

Diese Denk- und Verhaltensgewohnheiten führen dazu, dass Sie das Gefühl haben, alles wachse Ihnen über den Kopf und Sie seien fremdbestimmt. Das aber ist ein gewaltiger Stressor.

Nichts stresst mehr als das Gefühl, Umständen oder Menschen ausgeliefert zu sein und keine Kontrolle zu haben.

Die subjektive Einschätzung,
ob man einer Situation
gewachsen ist,
entscheidet darüber,
ob man die Situation
als stressig einstuft und
wie gut man die Belastung
seelisch und körperlich
verkraftet.

Ob wir ein Ereignis als unkontrollierbar, d.h. als "stressig" erleben, bestimmen wir durch unsere ganz persönliche Bewertung des Ereignisses und der persönlichen Einschätzung unserer Fähigkeiten, mit der Situation fertig zu werden.

Es gibt jedoch Ereignisse, die von den meisten Menschen als belastend und unangenehm erlebt werden. An oberster Stelle des sog. Stress-Thermometers, das in eine Skala von 0 bis 100 eingeteilt ist, steht beispielsweise der Tod des Ehepartners (100), dicht gefolgt von Scheidung (73) und Trennung (65).

Danach folgen Arbeitslosigkeit (52), Versöhnung nach Ehekrach (45) und Stau auf der Autobahn (40). Dem Ärger mit dem Chef werden 23 Punkte zugeordnet. Zusammen mit kleineren Gesetzesverstößen (11) bildet Weihnachten (12) das Schlusslicht der belastenden Situationen im Stressthermometer.

Psychotests zur Diagnose der Stressbelastung

Mache ich mir das Leben unnötig schwer?
Wie stark stehe ich unter Stress?
Burnout Test
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