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Stress - was versteht man darunter?

Dr. Rolf Merkle Dr. Rolf Merkle - Diplom Psychologe, Psychotherapeut

Stress, dieses Wort klingt ziemlich abgegriffen. Wer fühlt sich denn schon heutzutage nicht gestresst? Schon kleine Kinder nehmen dieses Wort hemmungslos in den Mund.

Was bedeutet das Wort "Stress"?

Der Begriff Stress wurde von dem Arzt Dr. Hans Selye kreiert. Er definierte Stress als "die unspezifische Antwort des Körpers auf eine Anforderung".

Stress ist eine Aktivierungsreaktion unseres Körpers und nicht die Ursache, die ihn auslöst.

Während der Begriff "Stress" als solcher neutral ist, d.h. nichts darüber aussagt, ob die körperliche Aktivierung positiv oder negativ ist, wird er in der Umgangssprache meist negativ im Sinne einer Belastung verwendet: "Ich stehe unter Stress" oder "Das war wieder ein Stress heute".

Was passiert bei Stress im Körper?

Stress ist eine chemische Reaktion unseres Körpers. Wir schätzen eine Situation oder Anforderung als belastend, gefährlich oder unkontrollierbar ein. Auf diese Anforderung reagiert unser Körper mit der Ausschüttung verschiedenster Stresshormone.

Geben wir unserem Körper keine Entwarnung, indem wir die als belastend erlebte Situation ändern oder verlassen, dann werden die Stresshormone nicht abgebaut und die körperliche Anspannung bleibt erhalten.

Der Körper befindet sich dann in einem chronischen Anspannungs- und Aktivierungszustand. Verständlich, dass dies unserem Körper auf Dauer nicht guttut. Das ist, als würde man mit einem Auto ständig am Limit fahren und sich nicht darum kümmern, ob z.B. Reifen und Ölstand noch o.k. sind. Das kann nicht gutgehen. Leistung - und erst Recht Höchstleistung - führt zu Verschleiß.

Stress und seine Auswirkungen

Unser Körper ist einer Dauerbelastung in Form einer ständigen Aktivierung nicht gewachsen. Er reagiert bei chronischer Anspannung und Aktivierung mit den unterschiedlichsten psychosomatischen Beschwerden.

Laut dem Mediziner Dr. Koepchen, der Studien zum Thema Stress ausgewertet hat, hat Stress vielfältige negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Hier einige Stressfolgen, die in wissenschaftlichen Untersuchungen belegt wurden.

Eine chronische Stressbelastung führt zu
- Insulinresistenz und damit Diabetes
- einer Verdopplung der Schübe bei Multipler Sklerose
- erhöhtem Risiko für Prostata-Krebs
- erhöhtem Risiko für Brustkrebs
- erhöhtem Risiko für Alzheimer
- erhöhter Sterblichkeit an kardiovaskulären Krankheiten
- Bluthochdruck

Weitere Beschwerden, über die Menschen klagen, die unter ständiger Anspannung stehen, sind: Rückenschmerzen, Schwindelgefühle, Herzstechen, Schlafstörungen, Durchfall, Verstopfung, Kopfschmerzen, Allergien und Magenschmerzen.

Stressbewältigung - Stressabbau

Wenn Sie sich näher mit dem Thema Stress und Bewältigung befassen möchten, dann machen Sie zunächst den Stress Test und prüfen, wie stark Sie persönlich unter Stress stehen. Interessant könnte für Sie auch der Belastbarkeits Test sein, der Ihnen zeigt, wie gut Sie mit Belastungen umgehen können.

Dann schauen Sie sich die Informationen zu den Stress Ursachen und den Möglichkeiten des Stressabbaus und Stressbewältigung an.

Ihre Gesundheit ist das wertvollste Gut, das Sie besitzen.

Gehen Sie achtsam mit ihr um. Ohne Gesundheit machen auch die materiellen Güter keinen Spaß. Und denken Sie auch an Ihre Angehörigen Freunde und Arbeitskollegen.

Wenn es Ihnen schlecht geht, dann leiden nicht nur Sie, sondern auch die Menschen, mit denen Sie Tag für Tag zu tun haben.

Wenn Sie selbst keine Möglichkeiten sehen, Ihre Stressbelastung zu reduzieren, dann machen Sie von einer psychologischen Beratung Gebrauch. Außenstehende können oft leichter Ansatzpunkte für die Stressbewältigung erkennen.

Reagieren Männer und Frauen unterschiedlich auf Stress?

Ja, das tun sie. Männer reagieren auf Stress eher aktiv, Frauen eher passiv. Männer stärken z.B. in Stresssituationen ihr Ego, indem sie an ihre Erfolge denken und sie suchen nach Möglichkeiten, die sie stressenden Bedingungen zu ändern.

Frauen suchen sich eher Rückendeckung bei anderen, bemitleiden sich, machen sich Selbstvorwürfe oder neigen zu Flucht oder Resignation.

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