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RATGEBER GESUND ABNEHMEN OHNE DIÄTEN

Wenn Sie ohne Diät abnehmen und Ihr Gewicht halten möchten,
dann eignen Sie sich die Ernährungs- und Lebensweise
natürlich schlanker Menschen an.

Auf diese Ernährungs- und Lebensweise gehe ich in meinem neuen Ratgeber "Abnehmen und dabei genießen" ein.

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Wege aus der Diätfalle


Dr. Doris Wolf, Expertin für Abnehmen und Diäten Dr. Doris Wolf - Diplom Psychologin, Psychotherapeutin

Haben Sie schon eine oder mehrere Diäten hinter sich?
Haben Sie nach jeder Diät wieder zugenommen?

Dann wissen Sie, dass Diäten kein geeigneter Weg sind, um abzunehmen. Im Gegenteil: Diäten sind ein Garant dafür, dass Sie übergewichtig bleiben. Dauerhaft abnehmen und Ihr Gewicht halten können Sie nur ohne Diäten.

1. Abnehmen und Diät - ein Widerspruch

Alle Jahre wieder im Frühjahr steigt der Verkaufserfolg von Frauenzeitschriften an. Dies wird nicht unwesentlich davon beeinflusst, dass wieder eine neue Diät auf den Markt geworfen wird. Jedes Jahr gibt es neue "Wunderdiäten", was wir dieses Mal weglassen oder zu uns nehmen sollen (Eier, Ananas, Kohlehydrate, Säfte, etc.), um unser Gewicht in rasender Geschwindigkeit auf das Idealgewicht zu trimmen.

Um es gleich vorwegzunehmen: Ich halte von Diäten absolut nichts. Jemand, der sich seit Jahren mit Gewichtsproblemen herumschlägt, kann sich zwar bei entsprechender Härte und Konsequenz jedesmal aufs Neue beweisen, dass er abnehmen kann, aber sein Gewicht wird meist genauso schnell oder gar noch schneller wieder zulegen. Das hängt damit zusammen, dass der Körper bei einer Diät auf Sparflamme schaltet. Der Stoffwechsel wird gedrosselt und er versucht, mit weniger Nahrung auszukommen. Er kann nach zwei bis drei Wochen Diät mit beispielsweise 1000 Kalorien auskommen, obwohl er vor der Diät 2000 Kalorien benötigte. Nach der Diät arbeitet der Stoffwechsel noch weiter auf Sparflamme, zum Teil noch viele Wochen und Monate. Will man nach der Diät das neue Gewicht halten, muss man das Kalorienlimit senken. Man darf nicht mehr so viel essen wie früher. Je häufiger man eine Diät macht, um so schwerer wird einem das fallen.

Wenn man nicht mehr als 20% über dem Normalgewicht liegt und keine Risiko-Faktoren vorhanden sind, ist es demnach viel vernünftiger, keine Diät zu machen und sich mit seinem Körpergewicht anzunehmen.

Neben den körperlichen Argumenten gegen eine Diät gibt es auch psychologische Argumente. Immer dann, wenn wir uns etwas verbieten, kreist es uns in unserem Kopf herum "Ich darf ... nicht". Stellen Sie sich einmal vor, Sie stehen morgens mit dem Gedanken auf: "Ich darf heute auf keinen Fall Schokolade essen". Was wird passieren? Nun, Sie werden sehr häufig an Schokolade denken und Ihnen werden tausend Reklametafeln mit Schokolade ins Auge stechen. Und jedesmal, wenn Sie an Ihre Lieblingsschokolade denken, wird Ihnen das Wasser im Mund zusammenlaufen. Und jedesmal müssen Sie hart gegen sich selbst sein und dem Speichel signalisieren, dass er vergebens auf die Schokolade wartet.

Was uns gedanklich beschäftigt, wird uns auch eher zum Handeln verleiten. So kommt es dann zur "Henkersmahlzeit", dem tonnenweise Verschlingen von Schokolade und dem Grundsatz: "Ab morgen wird alles anders". Wenn wir mit dem Gedanken "Jetzt mache ich so lange Diät, bis ich 10 kg abgenommen habe", eine Diät beginnen, dann programmieren wir uns schon darauf, nach der Diät wieder "normal" zu essen oder sogar nachzuholen, was wir uns verboten haben. Wenn wir Diät halten, kommen wir uns vor, als ob wir ausgelassen werden und uns etwas entgeht. Wir bedauern uns und rebellieren unter Umständen mit einem Fressanfall gegen die Diät. Es kommt zum tückischen Kreislauf: Diät-Fressanfall-Schuldgefühle-Zunahme-neue Diät.

Und wir fühlen uns wie Verlierer und Versager. Nahrungsmittel werden plötzlich in "Du darfst" und "Du darfst nicht", also in gute und schlechte Nahrungsmittel eingeteilt. Diät kann dazu führen, dass wir erst die "guten" Nahrungsmittel essen, pausieren und uns dann in einer Nacht- und Nebelaktion wie Einbrecher in der eigenen Wohnung die verkniffenen Leckereien einverleiben. Schließlich haben wir uns ja sonst nichts Gutes zu gönnen. Dauerhaft abnehmen und sein Gewicht halten geht nur ohne Diät.

Ohne Diäten abnehmen - wie geht das?

1. Geben Sie Ihr Diätdenken auf.

Setzen Sie sich zum Ziel, ein Essverhalten zu entwickeln, das Sie auf Dauer einhalten können und das Ihnen das Gefühl gibt, das zu bekommen, was Sie wollen, und es auch genießen zu dürfen. Diäten sind kein geeigneter Weg zum Abnehmen.

2. Lernen Sie zu essen wie natürlich schlanke Menschen.

Menschen, die natürlich schlank sind, d.h. ohne Diät, Erbrechen oder zwanghaftes Kontrollieren der Ernährung ihr Wunschgewicht halten, unterscheiden sich in 4 Punkten:

a) Sie essen nur, wenn sie wirklich Hunger haben, sie unterscheiden zwischen Hunger und Frustessen. Wut, Langeweile, Mutters Essen, Unruhe, Belohnung nach einer guten Tat sind keine Motive zu essen.

b) Sie essen genau das, worauf sie Lust haben. Sie essen nicht zuerst kalorienarme Lebensmittel und danach heimlich Süßigkeiten oder Salzstangen. Sie teilen ihr Essen nicht in "Du darfst ..." und "Du darfst ... nicht"-Speisen ein.

c) Sie genießen ihr Essen und jeden einzelnen Bissen. Sie essen bewusst und achten auf die inneren Signale.

d) Sie hören genau dann auf mit dem Essen, wenn ihr Körper sagt: "Es reicht jetzt. Du kannst aufhören". Sie wissen, dass sie jetzt die Tüte Chips nicht fertig essen müssen, weil sie jederzeit wieder zugreifen können. Sie müssen nicht den ganzen Vorrat an Schokolade aufessen, weil sie morgen mit einer Diät beginnen.

Das ist das Geheimnis natürlich schlanker Menschen, die das Essen genießen, das essen, was ihnen Spaß macht und ihren Körper in der Form halten, die sie haben möchten.

Wie Sie Ihr Essverhalten verändern können

Sie können sich ebenfalls das Geheimnis schlanker Menschen zunutze machen:

1. Beginnen Sie damit, sich immer die Frage zu stellen: Wie würde sich ein natürlich dünner Mensch jetzt in meiner Situation verhalten? Ahmen Sie sein Verhalten nach. Sie müssen zunächst so denken und handeln wie ein natürlich-schlanker Mensch, um ein natürlich-schlanker Mensch zu werden.

2. Lernen Sie wieder auf den Körper zu hören: was möchte er, wieviel? Braucht er etwas anderes als Essen?
Wenn Sie ein Hungergefühl wahrnehmen, fragen Sie sich:
"Bin ich wirklich körperlich hungrig oder habe ich nur Frusthunger?"
Wenn Sie hungrig sind, dann fragen Sie sich:
"Will ich essen oder trinken?
Will ich etwas Heißes oder Kaltes?
Will ich etwas Knuspriges, Weiches, Knackiges?
Will ich etwas Salziges, Süßes, Saures oder Herzhaftes?"

Dann geben Sie Ihrem Körper genau das, was er haben möchte, und genießen es Bissen für Bissen oder Schluck für Schluck, bis der Körper meldet: "Jetzt kannst du aufhören".

3. Wenn Sie keinen körperlichen Hunger haben, sondern andere Bedürfnisse, dann überlegen Sie, wie Sie diese anders als durch Essen befriedigen können.
Wirklichen Hunger haben Sie dann, wenn Sie selbst Ihre meist gehassteste Speise essen würden.
Suchen Sie nach der im Augenblick noch zweitbesten Möglichkeit, Bedürfnisse zu befriedigen. Für Sie ist es im Augenblick immer noch leichter, sich etwas in den Mund zu schieben, als eine Entspannungsübung zu machen, radzufahren, einen Brief zu schreiben, Ärger auszudrücken, etc.

4. Erwarten Sie, dass Ihr Körper Ihnen zunächst weismachen will, dass er jetzt sofort etwas zu essen braucht. Sie haben es ihm so lange antrainiert, dass er jetzt auf sein Recht pocht.

Während der Zeit des Umlernens spielt sich Folgendes in Ihnen ab: In den Situationen, in denen Sie bis jetzt gegessen haben (bei Langeweile, nach der Arbeit, bei Ärger, bei Enttäuschung, bei Anspannung) wird Ihr Körper Ihnen signalisieren: "Jetzt brauche ich etwas". Es wird Ihnen vorkommen, als ob tausende kleiner Männchen in Ihnen Amok laufen und etwas zu essen haben wollen. Es gibt heiße Diskussionen in Ihrem Kopf. Eine Stimme wird sagen: "Aber da steht doch noch die Schachtel Pralinen im Kühlschrank, mmhh, lecker". Die andere Stimme wird dagegenhalten: "Du hast jetzt keinen Hunger, sondern nur Gelüste. Schau, was du sonst Gutes für dich tun kannst". Mal wird die eine Stimme siegen, mal die andere. Wichtig ist, dass die Stimme, die Ihnen alles zu essen erlaubt, wenn Sie wirklich Hunger haben, siegt. Es ist auch schon ein Sieg, wenn Sie weniger in sich hineinstopfen wie früher, wenn Sie bewusster essen und mehr genießen. Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn Rückfälle kommen. Jede Situation, in der Sie anders denken und sich anders verhalten, zählt - auch wenn von 10 Situationen 5 Rückfälle waren.

5. Entwickeln Sie neue positive Lebenseinstellungen zu sich und den Situationen, so dass Sie sich selbst mehr annehmen können, und sich mehr trauen, Ihre Wünsche zu äußern sowie Grenzen zu ziehen.

6. Machen Sie es sich zur Gewohnheit, körperlich aktiver zu sein. Dies muss nicht gleich ein Marathonlauf sein. Es genügt, dass Sie sich angewöhnen, Treppen zu gehen, Ihr Auto weiter entfernt zu parken und täglich einen 15-minütigen Spaziergang zu machen.

© 1999-2011 PAL Verlag - Abnehmen ohne Diät
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