
Alkoholprobleme - was tun?
Alkoholismus Test
Bin ich alkoholgefährdet oder alkoholabhängig?
Psychopharmaka für die Behandlung von Angststörungen
Dr. Doris Wolf - Diplom Psychologin, Psychotherapeutin
Die meisten Menschen denken bei Sucht an Alkoholabhängigkeit oder Drogenabhängigkeit. Doch auch Medikamente können zunächst zu einer psychischen Abhängigkeit, bei längerer Einnahme aber auch zu einer körperlichen Abhängigkeit führen. Diese Abhängigkeiten kommen schleichend.
Etwa 2 Millionen Deutsche schlucken täglich Psychopharmaka. Frauen und ältere Menschen sind die Hauptkonsumenten. Die Mehrheit der medikamentenabhängigen Frauen konsumiert zusätzlich noch Alkohol. Auch Schulkinder setzen bereits Medikamente ein, um ihre Schulangst und damit einhergehende Kopf- und Bauchschmerzen zu reduzieren. Weibliche Jugendliche nutzen zudem Schmerzmittel, um ihre Regelschmerzen zu behandeln.
Die vom Arzt am häufigsten verordneten Psychopharmaka sind die Benzodiazepine (Tranquilizer) wie z.B. Valium und Lexotanil. Sie werden hauptsächlich zur Dämpfung von Angst- und Spannungszuständen eingesetzt und führen bereits nach kurzer Zeit der Einnahme zu einer Abhängigkeit.
Stark im Ansteigen ist die Abhängigkeit von Schlafmitteln. Momentan sind über 2 Millionen Menschen schlafmittelabhängig, Tendenz stark steigend. Ursachen von Einschlafschlafstörungen und Behandlung von Schlafstörungen.
In den letzten Jahren werden zunehmend Antidepressiva, Neuroleptika (die erheblich mehr Nebenwirkungen haben: Bewegungsstörungen, Mundkrämpfe, Zittern) und pflanzliche Therapeutika verschrieben.
Dazu kann man keine allgemeingültigen Angaben machen, da dies von persönlichen körperlichen und seelischen Merkmalen sowie der Zusammensetzung der Medikamente mitbestimmt wird. Mit zunehmendem Alter verändert sich jedoch der Hirnstoffwechsel und die Suchtgefahr nimmt zu. Als kritische Grenze gilt für Benzodiazepine ein Verordnungszeitraum von über 3 Monaten. Manche Psychopharmaka machen jedoch auch schon nach vierwöchiger Einnahme süchtig.
Wir sollten kritischer mit der Einnahme von Medikamenten umgehen. Wir sollten unseren Arzt fragen, was es an anderen Möglichkeiten als der Tabletteneinnahme gibt. Beispielsweise können wir ein Entspannungsverfahren erlernen oder unsere seelischen Probleme in Beratungsgesprächen bei einem Psychologen bearbeiten.
Geben Sie Ihre Selbstverantwortung nicht an der Praxistür des Arztes ab. Nach Ansicht der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen in Hamm werden sehr viele Patienten von ihren Ärzten regelrecht in die Sucht getrieben, da die Ärzte Medikamente zu lange verordnen.
Außerdem sollten wir den Arzt informieren, wenn unsere Schlafstörungen oder die Kopfschmerzen im Zusammenhang mit einer momentanen seelischen Krise (einer Trennung, einem drohenden Arbeitsplatzverlust, Konflikten in der Partnerschaft, dem Tod eines Angehörigen etc.) stehen. Wir sollten uns in Erinnerung rufen, dass Psychopharmaka nicht heilen und uns mehr auf unsere Fähigkeiten, selbst für das körperliche und seelische Gleichgewicht etwas tun zu können, besinnen.
Es ist bereits ein wichtiger Schritt, dass Sie die Erkenntnis zulassen, möglicherweise ein Problem mit Tabletten zu haben. Machen Sie sich deshalb keine Selbstvorwürfe. Sie sind mehr oder weniger unbewusst und unverschuldet in dieses Problem hineingeraten. Sie können sich wieder aus der Abhängigkeit befreien. Dies geschieht meist durch eine schrittweise Senkung der Medikamentendosis und sollte immer unter ärztlicher Aufsicht geschehen.
Notieren Sie sich zunächst ehrlich und offen, welche Tabletten in welcher Menge Sie täglich nehmen und seit wann Sie Tabletten einnehmen. Dann nehmen Sie schnellstmöglich Kontakt mit Ihrem Hausarzt, einem Psychiater oder einer Suchtberatungsstelle auf.
Befinden Sie sich in einer aktuellen Krisensituation, sollten Sie einen Psychotherapeuten kontaktieren. Auch eine Selbsthilfegruppe kann Ihnen weiterhelfen.
Selbsthilfegruppen gegen Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit bei Nakos
Geben Sie sich die Chance, zu lernen, Ihr Leben ohne Tabletten zu meistern.
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