Mit dem Schicksal hadern

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Weitere Tipps für den Umgang mit negativen Gefühlen finden Sie in den Selbsthilfe Strategien

Mit dem Schicksal hadern oder kämpfen?


Dr. Doris Wolf Dr. Doris Wolf, Diplom Psychologin

Wir alle haben Wünsche und Vorstellungen, wie unser Leben verlaufen soll. Da wir jedoch keine Kontrolle über andere Menschen und den Lauf des Lebens haben, kommt es immer einmal wieder vor, dass uns ein Strich durch unsere Pläne gemacht wird.

Eine verständliche und normale Reaktion darauf ist, dass wir mit Enttäuschung, Traurigkeit und vielleicht auch Wut reagieren. Diese Gefühle zeigen uns, dass unser Plan nicht aufgegangen ist. Da es unangenehme Gefühle sind, wollen wir sie schnellstmöglich wieder loswerden. Deshalb sind wir motiviert, erneut darum zu kämpfen, dass unsere Vorstellungen erfüllt werden.

Wir haben verschiedene Möglichkeiten, mit Hürden auf unserem Weg umzugehen:

1. Wir nehmen einen erneuten Anlauf.
Möglicherweise benötigen wir ja nur ein kleines bisschen mehr Erfahrung und einen zweiten Versuch. "Übung macht manchmal doch den Meister."

2. Wir ändern unseren Plan.
Vielleicht haben wir einfach beim ersten Mal zu viel erwartet und unterteilen unser Ziel in Zwischenschritte. Es könnte auch sein, dass wir nun den Zeitpunkt oder Ort der Handlung anders wählen.

3. Wir setzen andere Strategien ein.
Wir machen uns z.B. schlau, wie andere Menschen, die unser Ziel bereits erreicht haben, vorgegangen sind und ahmen es nach. Vielleicht holen wir uns auch andere Menschen zur Unterstützung oder machen einen Kurs zu diesem Thema.

4. Wir überdenken unser Ziel und wählen eine andere Richtung oder ein neues Ziel.
Manchmal macht es Sinn, wenn wir unsere Grenzen akzeptieren, und nach neuen Zielen suchen, die wir verwirklichen können.

Manche Menschen gehen jedoch einen ganz anderen Weg: Sie nehmen weder einen neuen Anlauf, noch ändern sie ihre Pläne oder geben das Ziel auf. Stattdessen hadern sie mit dem Schicksal. Sie verharren darin, darüber nachzudenken: "Warum ist gerade mir das passiert?", "Wie kann das Schicksal so grausam mit mir sein?", "Warum ist die Welt so ungerecht und gemein zu mir?" "Warum habe ich es immer so schwer!" Das Tragische an diesen Fragen ist, dass Sie darauf nur selten eine Antwort finden können - zumindest keine, die Sie befriedigt.

Hinter den Fragen steht immer die Forderung, dass dies ihnen nicht hätte passieren dürfen. Und wann immer wir denken, dass etwas nicht hätte passieren dürfen, hadern wir und kämpfen wie Don Quichotte gegen Windmühlen.

Zum einen ist ja bereits geschehen, wogegen wir ankämpfen. Wir haben also keine Chance, dieses Ereignis ungeschehen zu machen. Zum anderen lenken wir unseren Blick darauf, was wir nicht haben wollen, statt darauf, was wir tun können, um es in Zukunft vielleicht zu erreichen. Sie kennen diese Erfahrung mit Verneinungen wahrscheinlich gut. Oder sind Sie noch nie gestolpert, wenn Sie sich zuvor erzählt haben: "Ich darf auf keinen Fall stolpern."?

Verharren wir also dabei, mit unserem Schicksal zu hadern, hat dies sehr große Nachteile für uns. Wir erzeugen in uns Anspannung, verlieren den Mut, werden depressiv und sind vielleicht auch gefährdet, ein Suchtproblem zu entwickeln.

Wir können das Hadern aufgeben, indem wir unsere Einstellung ändern.

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