Von Selbstablehnung zur Selbstachtung

Selbstachtung aufbauen und stärken

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Dr. Rolf Merkle, Experte für Selbstachtung, Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen Rolf Merkle - Diplom Psychologe, Psychotherapeut

Selbstachtung lernen - wie seine Selbstachtung stärken?

Wir kennen sie alle, die Stimme, die uns sagt, dass mit uns etwas nicht in Ordnung ist. Sie suggeriert uns, dass wir zu dick, zu dünn, zu schüchtern, zu egoistisch sind, dass wir nie einen Partner abkriegen werden, weil alle anderen schöner, intelligenter und liebenswerter sind, uvm.

Und nicht nur das: diese Stimme suggeriert uns auch noch, dass ihre harschen und vernichtenden Urteile nur zu unserem Besten sind. Würde er, der Kritiker, nicht unermüdlich über uns wachen und uns ständig auf unsere Fehler aufmerksam machen, dann würde noch Schlimmeres passieren - suggeriert er uns. Der Kritiker will uns also auch vorgauckeln, dass er uns mit seinen vernichtenden Urteilen einen Gefallen tut. Das ist jedoch Blödsinn.

Der erste Schritt weg von Selbstablehnung hin zu Selbstachtung ist der, zu erkennen, dass der Kritker keine nützliche Funktion mehr in unserem Leben erfüllt. Wir sind erwachsen und können unser Leben selbst in die Hand nehmen. Wir können selbst entscheiden, was gut und schlecht, richtig und falsch ist. Die Normen und Werte unserer Eltern müssen nicht auch für uns gelten und richtig sein.

Der zweite Schritt besteht darin, dass wir die Urteile unseres Ratgeber Selbstvertrauen stärkenKritikers anschauen, diese hinterfragen und in Frage stellen. Wenn wir ihn sagen hören Du machst immer alles falsch. Du bist ein Versager, dann können wir uns fragen: „Stimmt das? Und da solche absoluten Urteile nie stimmen, können wir uns und ihm klarmachen, dass wir vielleicht manchmal Fehler machen - was ganz menschlich ist -, aber bestimmt nicht immer. Und wir können uns klarmachen, dass wir uns für unsere Fehler nicht schämen und verurteilen müssen und schon gar kein Versager sind.

Diese beiden Schritte sind die Voraussetzung für den Aufbau einer gesunden Selbstachtung. Doch das ist nicht alles. Sich annehmen und seine Selbstachtung stärken erfordert mehr.

Was bedeutet es, sich selbst zu akzeptieren und zu achten?

Schlicht und einfach, sich so anzunehmen wie man ist, d.h. ohne sich zu ändern. Viele Menschen haben damit Probleme, weil sie glauben, das bedeute, dass sie sich nicht mehr bemühen würden, sich zu verändern und zu verbessern und das Böse so über sie Gewalt bekäme. Das stimmt jedoch nicht.

Wir können etwas nicht ändern, ohne es vorher zu akzeptieren. Etwas akzeptieren heißt nicht, es gut zu heißen oder zu mögen. Es bedeutet einfach, anzuerkennen, dass es da ist, dass es Realität ist. Es geht einfach darum, die negative Konditionierung zu stoppen, d.h. sich nicht zu bestrafen.

Sei dein bester FreundDeshalb mein Rat: Behandle dich so, als wärst du jemand, den du magst. Wie würdest du dich einem lieben Menschen gegenüber verhalten, wenn er ein Problem hätte oder einen Fehler machen würde? Würdest du verständnislos reagieren? Würdest du harsch und voller Verachtung reagieren? Würdest du ihn als Abschaum bezeichnen und dich von ihm abwenden?

Sicherlich nicht. Du würdest liebevoll, wohlwollend und verständnisvoll mit ihm umgehen. Du würdest ihm den Rücken stärken und nachsichtig mit seinen Fehlern sein. Du würdest ihm verzeihen. Du hättest Verständnis für ihn. Richtig?

Behandle dich stets selbst genauso, wie du einen lieben Menschen behandeln würdest: wohlwollend, verständnisvoll, liebevoll, nachsichtig, akzeptierend.

Wenn du das tust, dann wird sich dein Kritiker zu Wort melden. Er wird dir sagen, dass du zu nachsichtig mit dir bist. Er wird dir sagen, dass du diese Nachsicht nicht verdient hast. Er wird dir suggerieren, dass du es bitter bereuen wirst, so nachsichtig mit dir zu sein, weil du jetzt dem Bösen in dir keinen Einhalt mehr gebietest.

Glaube ihm nicht. Mache dir und ihm klar, dass (Selbst)Liebe und Selbstachtung der einzig richtige Weg ist. Mache dir und ihm klar, dass (Selbst)Hass die Menschen nicht verbessert und verändert. Das können nur Liebe, Güte und Nachsicht.

Deshalb mein Rat: Schreibe all die Beurteilungen und Verurteilungen deines Kritikers auf. Wenn du sie schwarz auf weiß hast, dann kannst du dich besser mit ihnen auseinandersetzen. Hinterfrage sie, stelle sie in Frage, stelle deren Bedeutung für dich in Frage. Je mehr du das tust, umso mehr schwächst du deren Einfluss auf dich und damit den Einfluss deines Kritikers auf dich.

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Gesunde Selbstachtung in 3 Schritten


1. Stelle keine Vergleiche mit anderen an
jeder ist einzigartigDu bist einzigartig. Auch wenn du Vieles mit anderen gemeinsam hast, gibt es jedoch keinen anderen Menschen mehr auf der Welt, der so aufgewachsen ist wie du, der eine solche Ausstattung an Persönlichkeitsmerkmalen hat wie du. Deshalb macht es absolut keinen Sinn, dich zu vergleichen. Ein Apfel ist ein Apfel und eine Orange ist eine Orange. Man kann beide nicht vergleichen.

2. Stelle keine Vergleiche mit deinem Idealbild an
Du hast von dir vermutlich ein Bild in deinem Kopf, wie du sein solltest oder sein möchtest. Dieses Bild ist das Ergebnis deiner Sozialisation und deiner Erfahrungen mit anderen Menschen. Dieses Idealbild kann sich auf dein Äußeres, aber auch auf Fähigkeiten und Persönlichkeitsmerkmale beziehen. Dein Idealbild von dir ist mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit nicht auf deinem Mist gewachsen. Das hast nicht du dir ausgedacht und ausgesucht. Das haben sich andere - deine Eltern, Erzieher, Freunde - für dich ausgedacht. D.h. dein Ideal von dir entspricht den Erwartungen und Vorstellungen anderer, aber nicht den deinen.

Wenn du schon ein Ideal von dir haben möchtest, dann dein eigenes. D.h., überlege dir, wie du sein möchtest, wer du sein möchtest, was du sein möchtest. Und dann mache dich zu dem, der du sein möchtest. Bis du zu dem geworden bist, der du sein möchtest, beherzigst du den folgenden Rat.

3. Gebe dir selbst die Liebe und den Beifall, den du dir von anderen wünschst.
D.h.: Was immer du tust, wer immer du bist, behandle dich selbst so, wie du gerne von anderen behandelt werden möchtest und/oder wie du einen lieben Menschen behandeln würdest. D.h., akzeptiere dich so, wie du bist und was du bist, auch wenn du noch nicht der bist, der du sein möchtest. (Selbst)Liebe verändert deine Welt.

Welche Erfahrungen machen Sie mit Ihrem inneren Kritiker? Tauschen Sie sich mit anderen darüber aus.

Wie Selbstablehnung und Selbstkritik entstehen

© 2009-2011 PAL Verlag - sich annehmen lernen - Selbstachtung aufbauen - Selbstachtung stärken und sich akzeptieren lernen
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