Selbsterkenntnis Experiment

Deine Körperhaltung beeinflusst deine Gefühle

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Selbsterkenntnis Experiment
Wie deine Körperhaltung deine Gefühle beeinflusst

Dr. Rolf Merkle Dr. Rolf Merkle, Diplom Psychologe, Psychotherapeut


So führst du das Experiment durch

Setze dich so hin, als wärst du total gelangweilt und müde. Nimm eine gelangweilte Körperhaltung ein, setze einen gelangweilten Gesichtsausdruck auf, atme, als wärst du völlig müde und gelangweilt.

Und nun setze dich so hin, als wärst du voller Energie, total konzentriert, völlig wach und voller Neugierde. Nimm die Körperhaltung eines total energiegeladenen Menschen ein.

Welche Selbsterkenntnis hast du gewonnen?

Wie hast du dich gefühlt, als du eine total gelangweilte Körpersprache eingenommen hast? Vermutlich gelangweilt, richtig? Und wie hast du dich gefühlt, als du eine energiegeladene Körperhaltung eingenommen hast? Du hast dich energiegeladen gefühlt, richtig?

D.h., durch eine Änderung deiner Körpersprache kannst du dein körperliches und seelisches Befinden von einer Sekunde zur anderen verändern.

Du fühlst dich gelangweilt, wenn du eine gelangweilte Körperhaltung einnimmst und du fühlst dich energiegeladen, wenn du die Körperhaltung eines vor Energie strotzenden Menschen einnimmst. Du ekelst dich, wenn du einen Gesichtsausdruck machst, als ob du dich ekeln würdest.

Welche Bedeutung hat diese Selbsterkenntnis für deinen Alltag?

Wenn du dich so bewegst, als wärst du selbstsicher und voller Selbstvertrauen, dann fühlst du dich auch so. Wenn du die Körperhaltung eines selbstbewussten Menschen einnimmst (aufrechte Haltung, Schultern zurück, Blick nach vorne), dann fühlst du dich auch selbstsicher. Wenn du dich wie jemand bewegst, der voller Energie und Begeisterung ist, dann verspürst du auch diese Energie und Begeisterung. Deine Körperhaltung beeinflusst deine Gefühle.

Wenn du deprimiert und traurig bist, dann nimmst du garantiert automatisch auch eine deprimierte Körperhaltung ein (dein Kopf und dein Blick sind gesenkt, die Schultern hängen schlaff nach vorne, deine Mimik ist eher ausdruckslos, usw). Wenn du deine Stimmung ändern willst, wenn du dich optimistischer und positiver fühlen willst, dann musst du nur die Körperhaltung eines positiv gestimmten Menschen einnehmen, d.h. du lächelst, du straffst deine Schultern, du richtest deinen Blick nach vorne, du steht gerade und aufrecht.

Probier es aus und du wirst überrascht sein, wie einfach und schnell du negative Gefühle vertreiben kannst, wenn du deine Körpersprache änderst. Wenn du lächelst, dann geht es dir augenblicklich besser. Wenn du eine traurige Miene aufsetzst, dann fühlst du dich auch traurig.

Probier einmal folgendes aus: wenn dein Kind weint, dann sag ihm, es soll dir in die Augen schauen. Um dir in die Augen zu schauen, wird es den Kopf zu dir aufrichten, d.h. nach oben schauen. Du wirst feststellen, dass dein Kind augenblicklich mit dem Weinen aufhört. Man kann nicht weinen und traurig sein, wenn man die Kopfhaltung eines optimistischen Menschen einnimmt. In Amerika gibt es eine Klinik für depressive Menschen, in denen diese eine Halskrause tragen, die diese zwingt, geradeaus zu schauen, statt auf den Boden (depressive Menschen schauen meist bedrückt nach unten). Alleine dadurch hebt sich die Stimmung der Betroffenen.

Deine Körperhaltung hat einen unmittelbaren Einfluss auf deine Gefühle.

Nutze deine Körpersprache also, um deine Gefühle zu beeinflussen. Es funktioniert und ist so einfach.

Ein weiterer Psychotipp zum Thema Körpersprache

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© 1999-2010 PAL Verlag - Selbsterkenntnis Experiment 5 - Körperhaltung und Gefühle

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