> Mobbing am Arbeitsplatz ↔ Hilfe für Mobbing Opfer

Mobbing Beratung - was tun, wenn man gemobbt wird?

Video Mobbing und Gesundheit

Wer zum Mobbing-Opfer wird, macht eine schwere Zeit durch. Mobbing ist eine Stressbelastung, die sich negativ auf das körperliche und seelische Befinden auswirkt. Hilfestellungen für Mobbing Opfer. Bild © CARRÉ PIXEL - Fotolia.com

, Psychotherapeut

Man schätzt, dass etwa eine Million Berufstätige in Deutschland gemobbt werden und unter Mobbing leiden.

Zur Einführung in das Thema Mobbing am Arbeitsplatz hier ein Video.

Mobbing findet man am Arbeitsplatz, in der Schule, im Internet (Cybermobbing), im öffentlichen Dienst, im Pflege- und Gesundheitswesen, in der Nachbarschaft. Ja selbst in Partnerschaften wird gemobbt.

Das Mobbing kann von Kollegen ausgehen, aber auch Chefs mobben, was dann als Bossing bezeichnet wird.

Mobbing Definition: Was ist Mobbing?

Der Begriff Mobbing wurde aus dem Englischen übernommen und bedeutet: jemanden bedrängen, anpöbeln, über ihn herfallen, ihn fertig machen.

Ein vorübergehendes schlechtes Betriebsklima, eine kurzfristige Verstimmung oder ein kurz aufflammender Konflikt sind damit nicht gemeint.

Nach der Definition müssen Mobbingopfer mindestens einmal wöchentlich über einen Zeitraum von einem halben Jahr hinweg angegriffen, angefeindet, schikaniert oder diskriminiert werden.

Jede Frau und jeder Mann kann Opfer von Mobbing und Psychoterror werden.

Mobbingopfern wird nach der Definition die Möglichkeit genommen, sinnvoll zu kommunizieren.

Straining

In letzter Zeit macht im Zusammenhang mit Mobbing ein anderer Begriff die Runde: Straining.

Während es beim Mobbing um offensichtliche persönliche Angriffe geht, bezeichnet man mit Straining eine etwas subtilere und weniger auffällige Form des Mobbing.

Das Mobbing-Opfer wird übersehen, übergangen, ausgegrenzt, nicht informiert, usw..

Ursachen für Mobbing

In der Regel hat der Mobber Selbstwertprobleme. Er fühlt sich dem Mobbingopfer unterlegen, fühlt sich benachteiligt.

Aufgrund eigener persönlicher Schwächen greift der Mobber zu Schikanen, übler Nachrede und Psychoterror.

Ein häufiges Motiv der Mobber ist Neid. Der Mobber ist neidisch auf die Position seines Opfers, darauf, dass sein Opfer befördert und ihm vor die Nase gesetzt wurde, dass sein Opfer bei Kollegen beliebter ist.

Aufgrund mangelnder Konfliktlösungsstrategien weiß sich der Mobber nicht gegen die vermeintliche Ungerechtigkeit zu wehren.

Er trägt den Konflikt deshalb mit unfairen Mitteln aus.

D.h.: Mobbingopfer müssen sich nichts zuschulden kommen lassen, um zur Zielscheibe von Schikanen des Mobbers zu werden.

Die zermürbenden Waffen der Mobber - Anzeichen für Mobbing

Mobbing Person wird ausgegrenzt

Das Handwerkszeug von Mobbern reicht von Kontakt- und Informationsverweigerung, über offene oder versteckte Angriffe auf das An- und Aussehen und die Leistungsfähigkeit bis hin zu Androhung körperlicher Gewalt. Bild © CARRÉ PIXEL - Fotolia.com

Kontakt- und Informationsverweigerung

Das Mobbing-Opfer wird wie Luft behandelt und nicht mehr beachtet. Es wird nicht mehr gegrüßt, man geht ihm aus dem Weg, man gibt ihm deutlich zu verstehen, dass es unerwünscht ist.

Es werden dem Opfer Informationen vorenthalten oder es bekommt Fehlinformationen, so dass es "dumm dasteht" und sich blamiert.

Angriffe auf das Ansehen und die Leistungsfähigkeit

Es werden beleidigende und unwahre Gerüchte über das Opfer verbreitet (üble Nachrede), etwa es sei in psychiatrischer Behandlung.

Das Opfer wird (vor anderen) lächerlich gemacht, schlecht gemacht, respektlos behandelt oder eingeschüchtert.

Über persönliche und körperliche Schwächen machen sich die Mobber lustig, indem sie z.B. über einen besonderen Akzent oder eine krumme Nase in Gegenwart des Opfers Witze machen.

Mobber - insbesondere wenn der Mobber der Chef ist - stellen die Leistungsfähigkeit infrage, stellen extrem hohe Anforderungen, bei denen das Opfer versagen muss, oder setzen es unter einen enormen psychischen Druck, indem sie seine Arbeit ständig kritisieren oder niedermachen.

Der Mobber droht massiv mit sexuellen oder körperlichen Handgreiflichkeiten, rempelt das Opfer an, kündigt "Denkzettel" an oder starrt sein Mobbing-Opfer penetrant an.

Auch die Veröffentlichung privater Bilder oder Informationen im Internet (Internetmobbing) ist ein beliebtes Mittel, um das Mobbing-Opfer in ein schlechtes Licht zu rücken.

Alarmsignale für ein (drohendes) Mobbing

Auswirkungen des Mobbing auf die Mobbing Opfer

Wenn die Intrigen und Feindseligkeiten über Monate hinweg anhalten, ohne dass das Opfer eine Chance sieht, diesem Spuk ein Ende zu bereiten, dann hat das in den meisten Fällen erhebliche negative Auswirkungen auf das psychische und körperliche Befinden.

Insbesondere das Selbstwertgefühl und die Selbstachtung werden durch die ständigen Angriffe und Schikanen stark in Mitleidenschaft gezogen.

Das Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen sind stark angeschlagen und dadurch hat es das Mobbing Opfer schwer, sich gegen die Mobbingattacken zur Wehr zu setzen.

Psychische Auswirkungen des Mobbing
Die Leistungsfähigkeit sinkt, die Konzentrations- und Merkfähigkeit lassen nach; die Betroffenen haben Angst, zur Arbeit zu gehen, sind weniger motiviert, werden depressiv, ihre psychische Belastbarkeit nimmt ab.

Körperliche Auswirkungen des Mobbing
Es treten bei vielen Betroffenen körperliche Beschwerden wie Schlafstörungen, Rücken-, Magen- oder Kopfschmerzen, Herzrhythmus- und Ess-Störungen auf.

Mobbingopfer leiden unter chronischen Stress-Symptomen, die sie vielleicht durch Medikamente oder Alkohol zu lindern versuchen.

Weiß sich das Mobbing-Opfer nicht zu helfen, kann dies zur Frühberentung und den Verlust des Arbeitsplatzes führen.

Warum sollten sich Mobbing Opfer wehren?

Wenn Sie von Mobbing betroffen sind, sollten Sie sich nicht in die Opferrolle fügen! Das ist die schlechteste Reaktion auf das Mobbing. Handeln Sie!

Mobbing am Arbeitsplatz

Über Gehässigkeiten, Hänseln, Gerüchte, Schikanen oder Sabotageakte, die sich wiederholen, einfach hinwegzusehen, führt bei Mobbern meist dazu, sich besonders Gemeines einfallen zu lassen.

Auch besondere Freundlichkeit ist fehl am Platze. Es bestärkt den Mobber, dass Sie schwach und ein leichtes Opfer sind.

Bei Ihnen selbst erzeugt der Versuch, "darüber hinwegzusehen", starke innere Anspannung und Hilflosigkeitsgefühle.

Viele Betroffene sehen in der Kündigung oder Krankschreibung den letzten Ausweg aus ihrer qualvollen Situation.


Mobbing.html

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Im Folgenden finden Sie Tipps, wie Sie sich gegen Mobber wehren können.

Und ich gebe Ihnen Hilfestellungen, um emotional besser mit den Mobbingschikanen fertig zu werden.

6 Strategien, wie Sie sich gegenüber dem Mobber verhalten können

5 Strategien für Ihr emotionales und körperliches Befinden

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Gesetzeslage beim Mobbing

Rechtliche Schritte sind momentan noch nicht sehr erfolgversprechend. Richter an den Arbeitsgerichten sagen, dass bislang nur in ganz wenigen Fällen Mobbing-Opfer Aussicht hatten, zu ihrem Recht zu kommen.

Die Beweislast liegt beim Mobbing-Opfer. Es muss nachweisen, dass sein Persönlichkeitsrecht und seine Würde verletzt wurden - und zwar systematisch.

Hier stehen dann meist Aussage gegen Aussage. Deshalb sind Aufzeichnungen in Form eines Tagebuchs oder eines Mitschnitts sehr wichtig.

Wenn diese Strategien nicht helfen, das Mobbing zu beenden, dann bleiben Ihnen noch die folgenden Möglichkeiten:

Wenn Sie schweigen und das Mobbing ohne Gegenwehr zulassen, stärken Sie den Mobber und sein Mobbing. Werden Sie deshalb aktiv.

Video: Mobbing erfolgreich beenden

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Dr. Rolf Merkle
Rolf Merkle (Autor)

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Als Psychotherapeut helfe ich seit 35 Jahren Menschen, besser mit dem Leben klarzukommen. In meiner Freizeit koche ich leidenschaftlich gerne, spiele Squash und interessiere mich für Kunst.

Was ich für das Wichtigste im Leben halte? Sein Leben selbstbestimmt & erfüllt zu leben. Denn nur wer mit sich zufrieden ist, kann mit anderen Menschen positive Beziehungen haben.

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  1. Leserkommentar Conny schreibt am 06.10.2017

    Vielen lieben Dank für ihren Artikel. Ich habe mir bereits große Sorgen gemacht,ob ich etwas falsch gemacht habe oder ich ein weniger guter Kollege bin. Aber mit ihren Beschreiben weiß ich nun,dass ich falsches annahm. Ich werde mich bemühen, damit meine Situation sich wieder normalisiert und ich wieder zufriedener und selbstbewusster werde. Für sie und ihre Familie wünsche ich alles Gute!

  2. Leserkommentar Günter schreibt am 24.09.2017

    Ich möchte Anonym bleiben.Mein Mobber ist nicht immer in meiner Abteilung,ich kann aber jeder Zeit versetzt werden was mir schon gesagt wurde und mich durch eine Versetzung nicht verbessern würde.längere Arbeitszeit z.b.Bin 59,5 Jahre altAber nicht erpressbar.Danke für diese Hilfe,werde mich wohl krank schreiben lassen.

  3. Leserkommentar Leonie schreibt am 26.08.2017

    Das Schlimme ist, dass sich in großen Firmen und Behörden Kollegen durchsetzen, die nicht einmal das Mindestmaß an Respekt und Höflichkeit kennen. Die Kollegen, die o.k. sind, müssen gehen, nicht die Mobber. Das ist traurig und sehr ungerecht. Ich habe den Eindruck, dass viele Vorgesetzt blind geworden sind in Bezug auf Menschenkenntnis und sich von einem Mobber blenden lassen.

  4. Leserkommentar G. Lothar schreibt am 10.08.2017

    Ich bin seit 40 Jahren selbständig und habe neben meinem Betrieb für meine Frau ein Hotelbetrieb aufgebaut, dass sie seit 20 Jahren betreibt. Jetzt stieg mein Sohn in das Geschäft ein und mobbte ich raus und wird leider auch noch von meiner Frau unterstütz, weil er ihr nicht nur Arbeit sondern auch Verantwortung abnimmt.. Das hat leider unsere privates Verhältnis so zerstört, dass ich inzwischen ausgezogen bin und allein zurecht kommen muss. Leider habe ich meiner Frau alles geschenkt und keine rechtliche Handhabe auf meine/unsere „geplante Altersversorgung“. Arschkarte gezogen.

  5. Leserkommentar uschi2017 schreibt am 09.08.2017

    Ich bin Krankenschwester, studiere und arbeite nebenbei in der Dialyse. Ich habe eine Arbeitskollegin, die mich subtil mobbt. Ich komme sonst mit allen wirklich total gut klar. Vor allem weil es ein junges Team ist. Ich bin erst Mitte 20 und sie ist Anfang 50 oder so. Ich habe es bisher immer nur so am Rande mitbekommen, als wir Schichtübergabe hatten. Da war das Gefühl eher so:" Die ist ja komisch" Anfang Juni hatten wir dann das erste Mal Dienst zusammen. Und sie hat mir bei den kleinsten Kleinigkeiten das Gefühl gegeben, dass ich zu dumm sei, meine Arbeit zu erledigen. Sei es Blutdruck messen oder meine Akten im PC eingeben. Bisher dachte ich immer, dass sie mich nur gängelt, aber wo ich das so lese auf der Seite hier, mobbt sie mich wohl. Ich bin keine Person, die sich sowas gefallen lässt. Ich hab es mir jetzt ein Mal mit angesehen und im nächsten Dienst wollte ich sie dann darauf ansprechen. Aber leider war sie im nächsten Dienst dann krankgeschrieben, sodass ich es leider erst im Dezember in Angriff nehmen kann, wenn ich wieder dort arbeite. Und mir wurde von anderen Arbeitskollegen erzählt, dass sie es mit allen Kollegen gemacht hat, die neu angefangen haben dort. Was wie ich finde von sehr wenig Charakterstärke und Selbstbewusstsein zeugt.

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Leserstimme Luciana schreibt am 8.11.2015

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