Hinterher ist man immer klüger.

Maja Günther

Ich bin Maja Günther. Als systemischer Coach unterstütze ich das Therapeutenteam von Dr. Doris Wolf und Dr. Rolf Merkle. In meinen Podcasts gebe ich Denkanstöße aus einer anderen Perspektive.

Der Text zum Podcast - Hinterher ist man klüger

In meiner heutigen Folge geht es um das Thema „Hinterher ist man immer klüger!“

Manchmal tun wir etwas und denken hinterher: „Wie konnte ich nur so blöd sein?“ „Wie konnte ich das machen?“ Solange wir uns darüber Gedanken machen, stecken wir fest.

Das Kind ist ja schon in den Brunnen gefallen und die Frage, warum ich mich so verhalten und es so gemacht habe, ist überflüssig. Sie bringt uns keinen Millimeter weiter. Es ist schon passiert.

Manchmal haben wir sogar schon während wir etwas tun ein ungutes Gefühl.

Im tiefsten Inneren wissen wir, dass sich das nicht 100%ig richtig anfühlt, aber wir machen es trotzdem. Das steigert noch die Selbstverurteilung. Wir sind dann noch strenger zu uns selbst und ärgern uns noch mehr.

Wie heißt es so schön: »Hinterher sind wir immer klüger!« – Ja das stimmt. Und vielleicht ist genau die negativen Erfahrung wichtig, um hinterher klüger sein zu können. Dazu braucht es sie.

Wichtig ist, dass wir aus der Selbstverurteilung schnell wieder herausfinden und die Erfahrung als wichtig ansehen. Das können wir selbst beeinflussen, wenn wir eine entsprechende positive Sichtweise einnehmen.

Dazu möchte ich mit dir die Perspektive wechseln. Stelle dir vor, dass jeder, wirklich jeder einzelne Mensch zu jeder Zeit im Rahmen seiner Möglichkeiten sein Bestes gibt. Das würde bedeuten, dass ich das, worüber ich mich im Nachhinein ärgere mit dem Wissen getan habe, dass es in dem Moment das richtige bzw. beste Verhalten ist. Aus diesem Blickwinkel betrachtet, fühlt sich dasselbe Verhalten schon viel besser an.

Lass uns den Zusammenhang einmal näher betrachten: Jeder Mensch hat einen bestimmten Rahmen, aus dem heraus er handelt.

Dieser Rahmen ist abhängig davon, welche Erfahrungen ich im Leben gemacht habe, wie und was ich gelernt und erlebt habe. Es gibt so viele unterschiedliche Rahmen, wie es Menschen gibt.

Der Rahmen steckt also meine Handlungsmöglichkeiten ab. Je nachdem, was ich erlebt, welche Erfahrungen ich gemacht habe, lebe und handele ich.

Der Rahmen gibt vor, was ich in dem Moment wirklich leisten kann und was nicht.

Wir alle wollen uns weiterentwickeln, wir wollen wachsen und schon aus diesem Grund, tun wir zu jeder Zeit unser Bestes - nur ist der Rahmen eben da, innerhalb dessen wir uns bewegen.

Ich stelle mir dazu einen Bilderrahmen vor, an dem gearbeitet werden kann. Ich kann den Rahmen erweitern, indem ich Erfahrungen mache.

Nehmen wir als einfaches Beispiel eine Reise in ein fremdes Land, oder einen Auslandsaufenthalt. Auch wenn es fremd und neu ist, sich in dem Land zurechtzufinden und wenn es manchmal schwer ist, machen wir eine Erfahrung und wachsen über uns hinaus.

Wir lernen Dinge, die uns im ganzen restlichen Leben stärken. So erweitern wir unseren Rahmen.

Oder wir stellen uns kleinen Aufgaben, die uns schwerfallen und meistern sie. Auch so wird der Rahmen größer.

Das kann zum Beispiel eine Einladung zum Essen sein. Wir bekochen Freunde, obwohl wir uns das nie zugetraut haben. Egal, wie das Essen am Ende schmeckt – wir erweitern unseren Rahmen.

Betrachtest du dich selbst aus dieser Perspektive, dann kannst du mit gutem Gewissen sagen: Ich habe zu jeder Zeit mein Bestes gegeben.

Übe dich einmal in dieser neuen Perspektive und suche dir eine kleine Sache, die du schon länger vor dir herschiebst. Nimm diese neue Perspektive ein und überwinde dich mit dem Wissen, ich tue mein Bestes.

Erweitere deinen Handlungsspielraum und egal, was am Ende dabei rauskommt. Du hast dein Bestes gegeben und ja, du bist hinterher klüger. Nur dass du dich nicht mehr ärgern musst, sondern auf die gewonnene Erfahrung schauen kannst.

Ich wünsche dir, dass du deinen Blick schulst und so erkennst, was du in deinem Leben schon alles gemeistert hast.

Deine Maja Günther

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Leserstimme Amazon Kunde 27.3.2019

Ich hätte nie für möglich gehalten, dass ein Buch so viel bewirken kann. Man sollte sich langsam durcharbeiten. Es ist sehr verständlich geschrieben. Man kann jeder Zeit nach blättern falls man wieder Probleme bekommt. Ich war noch nie von einem Buch so überzeugt wie von diesem Buch. Beide Daumen hoch.

Leserstimme Amazon Leser 19.1.2018

Ich habe dieses Buch von meinem Therapeuten empfohlen bekommen aufgrund der Thematiken Depressionen, Ängste, Perfektionismus und kann nur sagen - ich nenne es meine persönliche Bibel. Ich habe mich so oft in diesem Buch wiedererkannt und das allein hat mir schon weitergeholfen.

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