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Dr. Doris Wolf - Diplom Psychologin, Psychotherapeutin
Gelüste auf Süßes oder Deftiges verführen oft zum Essen und machen so alle Abnehmbemühungen zunichte. Heißhungeranfälle lassen sich jedoch vermeiden, wenn man weiß, wodurch sie entstehen. Informationen zu den Ursachen und Tipps, wie man den Kampf gegen den Heißhunger gewinnen kann, finden Sie hier.
Heißhungeranfälle können körperliche und seelische Ursachen haben.
- Sie greifen häufig zu Fruchtsäften und Produkten, die Süßstoff enthalten. Dann kann es sein, dass Ihre Heißhungerattacken dadurch verursacht werden. In der Schweinemast wird Süßstoff eingesetzt. Warum? Weil die Schweine davon zunehmen! Wie kommt das?
Bei Mensch und Tier wird der Blutzuckerspiegel durch das Insulin reguliert. Bei Zuckerzufuhr wird die Insulinproduktion angeregt. Wenn wir Süßstoff zu uns nehmen, denkt der Körper aufgrund der Süße im Mund, er bekäme Zucker. So veranlasst er sofort, dass Insulin ausgeschüttet wird, welches den Blutzuckerspiegel unter sein normales Niveau absacken lässt. Die Folge: Unterzuckerung und ein nagendes Hungergefühl, weil ein abfallender Blutzuckerspiegel für das Gehirn das Signal ist, dass Nahrung benötigt wird. Unser Körper reagiert völlig konfus und falsch, weil es einen künstlichen Süßstoff in der Natur nicht gibt.
- Sie ernähren sich überwiegend mit industriell hergestellten (im Gegensatz zu naturbelassenen) Produkten aus Weißmehl, mit Nudeln, Schokoriegeln, Pralinen, Keksen, poliertem Reis, etc., nehmen also zu viele Kohlenhydrate zu sich.
Kohlenhydrate sind eigentlich nichts anderes als Zucker. Durch sie schnellt Ihr Blutzuckerspiegel in die Höhe und die Bauchspeicheldrüse schüttet Insulin aus. Der Blutzuckerspiegel sinkt daraufhin schnell und der Körper reagiert mit Heißhunger und Unterzuckerung.
- Sie essen häufig Schokolade, wenn Sie hungrig sind. Dann steigt auch das Verlangen nach Schokolade.
Es gibt nämlich Hinweise, dass das Verlangen nach denjenigen Lebensmitteln steigt, die häufig konsumiert werden, wenn man hungrig ist.
- Sie essen den ganzen Tag nichts oder viel zu wenig und Ihr Körper beschwert sich gegen Abend darüber mit Heißhungerattacken. Meist treten dabei die Heißhungerattacken zum gleichen Zeitpunkt auf.
- Sie sind eine Frau und befinden sich in der zweiten Zyklushälfte. Möglicherweise fühlen Sie sich in dieser Zeit reizbarer, müde und ausgelaugt. Sie haben Verlangen nach Süßem und Fettem. Dies hat den tieferen Sinn, dass Zucker nämlich den Serotoninspiegel, Fett den Endorphinspiegel ansteigen läßt. Serotonin und Endorphine wirken stimmungsaufhellend. Das heißt durch das Essen von Süßem können Sie Ihre Stimmung verbessern.
- Sie nehmen die Pille und reagieren mit Heißhunger nach Süßem in der zweiten Zyklushälfte.
- Sie trinken zu wenig und verwechseln Ihren Heißhunger mit Durst.
TIPP 1: Essen Sie regelmäßig. Lassen Sie keine Mahlzeiten ausfallen. Wenn Sie leichten körperlichen Hunger verspüren, legen Sie eine Zwischenmahlzeit ein und essen Sie eine Kleinigkeit wie Bananen, Äpfel, Naturjoghurt, Trockenfrüchte, Quark oder Nüsse.
TIPP 2: Wenn Sie gelegentlich(!) Heißhungerattacken nach etwas Süßem haben - vorrangig nach Schokolade, geben Sie nach. Nehmen Sie ein kleines Stück Schokolade und essen dieses genüsslich, d.h. lassen Sie es langsam im Mund zergehen. Dann schauen Sie sich den Rest der Schokolade an und fragen sich, wie es sich anfühlen würde, noch ein Stück zu essen. Würden Sie das zweite Stück noch genauso genießen, wie das erste? Wenn ja, dann essen Sie auch dieses langsam und genüsslich.
Sie werden die Erfahrung machen, dass Sie oftmals nach dem ersten Stück keine Lust mehr auf ein weiteres Stück Schokolade haben. Essen Sie vorwiegend hochwertige Schokolade mit einem Kakaoanteil (Bitterschokolade) von mindestens 60 Prozent! Die befriedigt mehr, und Sie essen deshalb weniger davon.
TIPP 3: Trinken Sie ein oder zwei Gläser Mineralwasser, ehe Sie essen. Dann ist das Hungergefühl nicht mehr so nagend. Trinken Sie generell regelmäßig 1,5 bis 2 l Mineralwasser am Tag.
TIPP 4: Verzichten Sie auf Light-Produkte. Sie sind teuer, schmecken nicht und betrügen Ihren Körper. Das Einzige, das durch diese Produkte schlank wird, ist Ihr Geldbeutel.
URSACHE 1: Sie verbieten sich aus gesundheitlichen oder diätischen Gründen bestimmte Nahrungsmittel mit Zucker und raffinierten Kohlenhydraten. Das Resultat ist Süßhunger.
Wenn wir uns bestimmte Nahrungsmittel verbieten, dann üben diese nach und nach einen immer größeren Reiz aus und das Verlangen nach ihnen wird immer stärker.
Claudia beschreibt das so:
Wenn ich mich eisern zusammennehme und es ein paar Tage wirklich durchhalte, kommt leider immer plötzlich ein Tag oder Abend, der ohne ersichtlichen Grund plötzlich in einen Fressanfall ausartet. Und wenn ich eh schon viel zu viel gegessen habe, kommt dieses "Ist-ja-eh-schon-alles-wurscht-Gefühl" und ich esse erst recht noch weiter.
Sabrina beschreibt das so:
Den ganzen Tag ging´s gut ... und dann abends um 22 Uhr hat es mich wieder mal gepackt: Haribo Colorado (fast die ganze Tüte!), 2 Daim (könnt sterben für das Zeug) und noch 'ne halbe Tafel Milka! Was ist bloß los?? Jetzt hab ich mich monatelang so gut im Griff gehabt, hab vernünftig gegessen und gut abgenommen und jetzt auf einmal geht es nicht mehr? Ich fühle mich so richtig beschi ...!
URSACHE 2: Sie haben sich angewöhnt, in Stresssituationen, wenn es Ihnen seelisch schlecht geht, wenn Sie angespannt, ärgerlich, traurig oder einsam sind, zu essen. Der Körper reagiert dann genau bei diesen negativen Gefühlen mit dem ihm antrainierten seelischem Verlangen. Sie essen dann so lange, bis Sie sich besser fühlen bzw. Ihre negativen Gefühle nicht mehr spüren.
URSACHE 3: Sie lassen sich durch Werbeplakate, Gerüche, essende Menschen oder die Imbissbude um die Ecke "inspirieren".
URSACHE 4: Sie beschäftigen sich den Tag über mit Essen und machen sich lustvolle Phantasien zu Ihren Lieblingsspeisen.
© 1999-2012 PAL Verlag - Ursachen von Heißhungeranfällen - Tipps, was man gegen Heißhunger tun kann
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