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Doris Wolf
Ängste verstehen und überwinden
Progressive Muskelentspannung nach Jacobson - die wirksamste Methode der Entspannung bei Angst und Panik

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Angst Panik Informationen - Hilfestellungen und Tipps für den Umgang mit Angst
Dr. Rolf Merkle, Diplom Psychologe, Psychotherapeut
Sie kennen nun die Ursachen Ihrer Flugangst und wissen, wie Sie diese bekämpfen können. Schauen wir uns nun an, welche Maßnahmen getroffen werden, um im Flugzeug ein höchstmögliches Maß an Sicherheit garantieren zu können. Eine Reihe technischer Informationen zum Fliegen, zur Konstruktion von Flugzeugen und zum Sicherheitsstandard werden das ihrige dazu beitragen, daß Sie (wieder) Vertrauen in das Fliegen bekommen und Ihre Flugangst abnimmt.
1. Ein Flugzeug ist eine hochtechnische Angelegenheit. Deshalb gibt es auch von Seiten der Hersteller genaue Vorschriften zur Wartung: wie oft und nach wievielen Flugkilometern diese durchgeführt werden muß, welche Teile überprüft und wann ausgetauscht werden müssen, kurzum: Wie bei einem Auto, nur um ein vielfaches aufwendiger und intensiver, wird jede Maschine regelmäßig auf Herz und Nieren überprüft.
2. Schon Stunden vor dem Flug werden im Flughafen für den Flug unzählige Informationen gesammelt: über die Wetterverhältnisse und Windstärken auf der Flugstrecke und am Zielort, die Bewölkung und Sichtverhältnisse. Diese Informationen erhält der Pilot vor dem Abflug. Aufgrund dieser Informationen legt der Pilot die genaue Flugroute fest, er schaut nach Ausweichflughäfen, falls er aufgrund schlechter Witterungsbedingungen am Zielflughafen nicht landen kann, und er berechnet die Menge des notwendigen Treibstoffs inklusive einer großzügigen Sicherheitsreserve, um auch länger in der Luft bleiben zu können, falls über dem Zielflughafen dichter Verkehr herrscht und er nicht sofort eine Landeerlaubnis erhält.
3. Die Stewardessen überzeugen sich vor dem Flug, daß die vorgeschriebene Ausrüstung an Bord vollständig und funktionstüchtig ist.
4. Die Piloten überprüfen unmittelbar vor dem Start nochmals Triebflächen und Start- und Landeklappen, die Instrumente sowie den Bordcomputer.
5. Das Cockpit der Piloten ist mit einer - jedoch nur für Laien - verwirrenden Vielfalt von Hebeln, Lämpchen und Instrumenten übersät. Viele diese Instrumente sind nach dem Motto <Doppelt genäht, hält besser> zwei- oder gar mehrfach vorhanden. Ein Ausfall eines Instrumentes wäre also kein Grund zur Besorgnis.
6. Während des Fluges steht der Pilot mit den Fluglotsen in Kontakt, die seinen Flug am Radarschirm überwachen und darauf achten, daß er sich an die vorgeschriebene Flugroute und die Flughöhe hält. Instrumente zeigen dem Piloten zusätzlich an, wenn er vom Kurs abweicht. Der Autopilot, eine Art automatisches Lenksystem, fliegt die Maschine von ganz alleine aufgrund der eingegebenen Daten. Der Pilot muß also nicht selbst fliegen und kann sich stattdessen voll und ganz auf die Sicherheit der Maschine konzentrieren.
7. So wie eine unbemannte Raumfähre ständig mit der Erde in Verbindung steht und von dort programmiert, ja sogar repariert werden kann, so garantiert heute ein Fernwartungs- und Diagnosesystem, daß man am Boden jederzeit über den technischen Zustand der Maschine informiert ist und sofort eingreifen kann, wenn sich Unregelmäßigkeiten ergeben sollten.
8. Um als Pilot eine Maschine fliegen zu dürfen, muß man eine jahrelange Ausbildung durchlaufen, die strenger nicht sein könnte. Frühestens nach 5 bis 7 Jahren theoretischer und praktischer Ausbildung kann man Flugkapitän werden. Im Gegensatz zum Autoführerschein, der für immer seine Gültigkeit behält, ist die Fluglizenz nur 6 Monate gültig. Sie wird nur verlängert, wenn der Kapitän nachweisen kann, daß er körperlich, theoretisch und praktisch immer noch den hohen Anforderungen genügt. Bei jedem Flug sind übrigens immer zwei voll ausgebildete Piloten vorhanden.
a) Beim Sicherheitscheck der Maschine durch den Piloten entstehen eine Reihe von Geräuschen (Brummen, Summen, Quietschen, usw), die durch das Bewegen der hydraulischen und mechanischen Teile, etwa der Start- und Landeklappen an den Tragflächen, hervorgerufen werden. Auf dem Weg zur Startbahn hört man das Rumpeln der Räder auf der holprigen Rollbahn und die Verkleidung des Flugzeugs knarrt und quietscht.
b) Beim Starten heulen die Motoren auf, da von ihnen volle Leistung für das Abheben verlangt wird. Das Flugzeug beschleunigt auf der Startbahn immer mehr, man wird in den Sitz gedrückt, die Sitze vibrieren, die Räder holpern in immer kürzeren Zeitabständen und plötzlich ist es ziemlich ruhig.
c) Kurz nach dem Abheben hören Sie unter dem Flugzeug ein Rumpeln, Knattern und Summen: das Fahrwerk wird eingefahren und der Fahrwerkschacht wird geschlossen. Vor dem Landen entstehen diese Geräusche wieder, wenn der Fahrwerkschacht geöffnet und das Fahrwerk ausgefahren wird.
d) Kurz nach dem Start und vor der Landung spürt man leichte Turbulenzen, die das Flugzeug etwas schütteln. Diese Turbulenzen entstehen durch warme vom Boden aufsteigende Luft oder Winde.
e) Nach dem Start nehmen die Motorengeräusche ab, obwohl die Maschine weiter steigt und die Geschwindigkeit zunimmt.
f) Hat die Maschine eine entsprechende Höhe erreicht, werden die Start- und Landeklappen wieder eingefahren, wodurch ein Summen oder Surren entstehen kann. Auch sind die Triebwerke kaum mehr zu hören.
g) Die ersten Minuten nach dem Start steigt die Maschine steil auf um dann, nach Erreichen der Flughöhe, waagerecht weiterzufliegen. Wenn die Maschine in den Horizontalflug übergeht, kann leicht das Gefühl entstehen, man sinke. Das ist jedoch nur eine Sinnestäuschung.
h) Der Hinweis, man möge auch nach dem Start weiter angeschnallt bleiben, ist lediglich eine Maßnahme, um bei unerwartet eintretenden Turbulenzen gewappnet zu sein.
i) Wenn starke Winde (Turbulenzen) auftreten, wird das Flugzeug hin- und hergeschüttelt, es vibriert und der Flug ist unruhig. Alles ist in Ordnung. Sie und die Maschine sind sicher. Sie ist so gebaut, daß sie mit selbst stärksten Turbulenzen fertig wird. Die Tragflächen können und müssen sich mehrere (!) Meter nach oben und unten biegen können, ohne daß das Geringste passiert. Nur dadurch, daß sie so flexibel sind, können sie mit starken Winden problemlos fertig werden. Wären sie starr, würden sie brechen!
j) Aufgrund der Klimaanlage herrscht an Bord eine sehr trockene Luft, was dazu führt, daß der Körper Wasser verliert und man einen trockenen Mund und trockene Haut bekommt. Trinken Sie deshalb viel.
k) Auch beim Fliegen gibt es ein Aquaplaning. Besonders wenn die Landebahn naß ist, kann es sinnvoll sein, daß das Flugzeug hart auf die Landebahn aufsetzt, um nicht wegzurutschen. Eine weiche Landung ist also nicht immer sinnvoll.
l) Verläßt die Maschine die Reiseflughöhe, dann werden die Triebwerksgeräusche so leise, daß man sie kaum noch hört. Die Fluggeräusche werden lauter, es kommt wieder Bewegung in das Flugzeug, vielleicht gibt es Turbulenzen, die das Flugzeug vibrieren oder erschüttern lassen, man hört wieder das Summen und Surren der ausfahrenden Landeklappen, die Triebwerksgeräusche sind mal lauter, mal leiser, weil der Pilot mal Gas gibt und wieder wegnimmt.
m) Sofort nach der Landung entsteht ein ziemlich starkes Dröhnen und Röhren der Triebwerke. Während beim Start die Luft durch die Turbinen nach hinten gepreßt wird, wird nun die Luft nach vorne gepreßt, um das Flugzeug abzubremsen.
1. Verzichten Sie unmittelbar vor und während des Fluges auf Kaffee, Alkohol und Beruhigungsmittel. Diese kleinen Helfer bewirken nicht selten genau das Gegenteil. Z.B. Ist die Wirkung von Alkohol an Bord deutlich stärker als am Boden. Trinken Sie stattdessen Mineralwasser und Fruchtsäfte.
2. Nehmen Sie etwas mit an Bord, mit dem Sie sich ablenken können: Kreuzworträtsel, einen spannenden Roman, Handarbeiten oder ein Spiel. Falls Sie nichts mitgenommen haben, finden Sie Lektüre in der Tasche des vor Ihnen befindlichen Sitzes. Auch ein Gespräch mit Ihrem Sitznachbarn trägt zur Ablenkung bei.
3. Tragen Sie an Bord keine eng sitzenden und eng anliegenden Kleidungsstück. Lockern Sie den Gürtel und den Kragenknopf. Ziehen Sie die Schuhe aus oder öffnen Sie sie zumindest.
4. Lassen Sie sich beim Einchecken einen Gangplatz geben, wenn Sie unter Höhenangst leiden. Der Gangplatz erlaubt es Ihnen auch, aufzustehen und sich etwas Bewegung zu verschaffen. Dies hilft dabei, Ihre Anspannung abzubauen.
5. Essen Sie vor dem Flug und an Bord nur wenig und leichte Kost, um Ihren Körper nicht unnötig mit der Verdauungsarbeit zu belasten.
6. Rauchen Sie so wenig wie möglich. Durch Nikotin wird nämlich die Transportfähigkeit des Sauerstoffs im Blut verringert, was zu Schwindel und Kreislaufproblemen führen kann. Nikotin stiegert außerdem die Aktivität der Nerven und alle Wahrnehmungen werden gesteigert.
7. Sollten Sie bei Start oder Landung ein unangenehmes Druckgefühl in den Ohren verspüren, dann hilft ein Kaugummi oder ein herzhaftes Gähnen.
8. Scheuen Sie sich nicht, eine der Stewardessen anzusprechen, wenn Sie sich durch Geräusche irritiert fühlen. Sie wird Ihnen eine ausreichende Erklärung geben können.
Damit sind wir am Ende unserer Informationen zu den Ursachen und der Bewältigung von Flugangst angekommen. Wir freuen uns, wenn wir für Sie ein Begleiter bei Ihren ersten Schritten in ein Leben ohne Flugangst sein durften.
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