Körpersprache und Gefühle

Wie die Körpersprache unser Befinden ändern kann

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Gefühle - wie sie entstehen - wie man sie beeinflussen kann

Gefühle verstehen,
Probleme bewältigen

Wie sich Notlügen auf die Körpersprache auswirken

Mehr über den Zusammenhang zwischen Körpersprache und Gefühle finden Sie in den Selbsterkenntnis Experimenten

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Wie wir über unsere Körpersprache
unser seelisches Befinden beeinflussen können


Dr. Doris Wolf - Diplom Psychologin, Psychotherapeutin

Jeder Gedanke hat unmittelbar Auswirkungen auf unseren Körper. Hormone werden ausgeschüttet, die Aktivität des Kreislaufsystems und unserer Drüsen wird angeregt oder gedrosselt, unsere Motorik wird in Bewegung versetzt oder verlangsamt. Gleichzeitig können wir aber auch umgekehrt durch unseren Körper wieder Einfluss auf unser Denken und unser Gefühlsleben nehmen. Körper und Seele beeinflussen sich immer gegenseitig. Wir wollen uns hier einmal näher damit befassen, was Sie tun können, um sich über Ihren Körper in eine bessere Stimmung zu versetzen.

Die Wechselwirkung zwischen Körpersprache und Seele

Vielleicht waren Sie selbst schon einmal depressiv oder haben sich in Gesellschaft eines depressiven Menschen befunden. An einem depressiven Menschen können wir ganz genau beobachten, wie sich die Gefühlslage unmittelbar in der Körpersprache niederschlägt. Ein depressiver Mensch redet schleppend, leise und monoton. Sein gesamter Bewegungsablauf ist verlangsamt, seine Mimik ist wie versteinert, sein Körper ist gebeugt. Er ist unfähig, Blickkontakt zu uns aufzunehmen, sondern schaut durch uns hindurch oder auf den Boden. Seine Energiereserven sind aufgebraucht, er lebt quasi auf Sparflamme.

Auf der anderen Seite haben Sie sich sicher auch schon einmal in einer euphorischen Hochstimmung befunden: Sie hätten am liebsten die ganze Welt umarmt und einen Luftsprung gemacht. Ihre Körperhaltung hat sich in dieser Situation automatisch gestrafft. Sie sind aufrecht, erhobenen Hauptes umhergegangen. Ihre Stimme war kräftig und bestimmt. Sie haben andere Menschen "angestrahlt" und angelacht, Ihre Gestik war ausladend. Sie haben sich energiegeladen und selbstbewusst gefühlt.

Ganz sicher haben Sie sich bewußt damals keinen Auftrag gegeben, Ihre Körpersprache dergestalt zu verändern. Die Veränderungen in der Körpersprache sind vollkommen automatisch abgelaufen. Ihre Körpersprache, zu der u.a. die Mimik, Gestik, der Blickkontakt, die Körperhaltung, die Lautstärke und Stimmodulation zählen, ändert sich fast immer automatisch und blitzschnell.

Ein kleines Experiment zur Körpersprache

Wenn ich Sie neugierig gemacht habe, können Sie sich nun einmal ganz bewusst auf Ihre Körpersprache konzentrieren. Setzen Sie sich einmal so hin, als ob Sie eine sehr traurige Nachricht erhalten hätten und ganz bedrückt seien - also Kopf nach unten, Brustkorb einsinken lassen, Schultern hängen lassen, Mundwinkel nach unten fallenlassen. Und spüren Sie, wie sich auotmatisch auch Ihre Stimmung ändert und Sie sich belastet und hilflos fühlen.

Und nun in die andere Richtung: Richten Sie sich auf, Kopf nach oben, Blickrichtung nach vorn, mit einem tiefen und kräftigen Atemzug den Brustkorb emporatmen, ein Lächeln auf die Lippen legen. Und spüren Sie wiederum in Ihrem Körper nach, was sich verändert. Fühlen Sie sich nicht schon ein ganz klein wenig optimistischer und stärker? Sie können auch die Probe auf´s Exempel machen und in dieser Körperhaltung versuchen, sich ein negatives Ereignis in Erinnerung zu rufen. Ich behaupte, dass Ihnen dies sehr, sehr schwer fallen wird oder gar unmöglich ist.

Wenn wir diesen Zusammenhängen weiterfolgen, kommen wir schließlich zu psychosomatischen Krankheiten. Menschen, die grübeln, sich und ihre Zukunft negativ sehen, sich von allem und jedem bedroht sehen, werden in ihrem Körper ganz bestimmte Muskeln immer wieder aktivieren. Der Körper gerät in einen chronischen Anspannungszustand. So rühren beispielsweise bei vielen Menschen die Kopf- oder Nackenschmerzen daher, dass sie die Nackenmuskeln verkrampfen und in eine chronische Fehlhaltung verfallen.

Bevor ich Ihnen einige Strategien geben werde, wie Sie durch Ihre Körpersprache Ihre Stimmung beeinflussen können, hier noch ein Ergebnis aus der Forschung:

"Das Spiel der Gesichtsmuskulatur steuert die Gefühlslage", so lautet das Ergebnis einer Untersuchung des Mannheimer Psychologen Fritz Strack. Strack zeigte seinen Versuchspersonen Cartoons, wobei die eine Gruppe der Versuchspersonen dabei einen Bleistift zwischen den Lippen hatte, die andere einen Bleistift mit den Zähnen hielt. Nur diejenigen, die den Bleistift mit den Zähnen hielten, fanden die Cartoons zum Lachen. Das Experiment zeigt: Menschen, die eine freundliche Miene aufsetzen, erzeugen bei sich selbst eine gute Laune und euphorische Gefühle. Die medizinische Erklärung hierfür ist: Wird der Bleistift zwischen den Lippen gehalten, sind die Lachmuskeln blockiert, der Blutfluss zum Gehirn ist gehemmt und die heitere Stimmung auslösenden Botenstoffe werden nicht transportiert. Bei froher Miene fließt das Blut ungehindert.

In den letzten Jahren gibt es auch immer mehr Erkenntnisse darüber, daß depressive Menschen sich durch körperliche Bewegung von ihren Depressionen befreien können. Im Grund genommen ist dies auch nichts anderes, als sich entgegengesetzt seiner depressiven Gefühle zu verhalten, ein "so tun, als ob man genügend Energie hätte".

Wie Sie durch eine Veränderung Ihrer Körpersprache Ihr Wohlbefinden steigern

Wollen wir unsere negative Stimmung beeinflussen, dann können wir in ganz unterschiedlichen Bereichen ansetzen: Wir können uns positive Gedanken machen, wir können uns aber auch ganz bewußt in eine Körperhaltung begeben, die zu einer eher positiven Stimmungslage passt. Auch Entspannungsübungen, wie etwa die Progressive Muskelentspannung, setzen in diesem Bereich an.

Viele Menschen wenden an diesem Punkt ein: "Damit macht man sich doch nur etwas vor, wenn man sich anders körperlich verhält, als man sich fühlt. Das ist doch nur ein so tun, als ob ..." Sie haben recht, zunächst fühlt sich das so an, als ob man sich etwas vorspielt, doch wird sich unsere Seele mit der Zeit auf den Körper einstellen. Körper und Seele haben das Bestreben, in Einklang zu kommen.

1. Suchen Sie in Ihrer Erinnerung nach einem sehr positiven Erlebnis und stellen Sie sich dieses möglichst lebendig vor. Wie haben Sie sich gefühlt, wie war Ihre Mimik, Gestik und Körperhaltung? In welchem Tonfall haben Sie gesprochen? Ahmen Sie diese Körpersprache nach.
Verändern Sie ganz bewusst Ihre Körpersprache: die Körperhaltung, den Gesichtsausdruck, Blickrichtung und die Atmung.

Wenn Sie müde werden wollen, lassen Sie die Schultern hängen, entspannen Sie Ihre Muskeln und sagen Sie sich, dass Sie ganz müde sind.

3. Wenn Sie aus Ihrem niedergeschlagenen Zustand herauskommen und energiegeladen sein wollen, dann stehen Sie aufrecht und gerade, heben Sie Ihren Kopf und richten Ihren Blick geradeaus oder nach oben. Straffen Sie die Schultern und ziehen Sie sie ein wenig nach hinten und atmen Sie tief und kräftig ein und aus. Die Devise heißt: Tun Sie so, als wären Sie schon in dem Gefühlszustand, den Sie anstreben. Dann werden Sie dieses Gefühl verspüren.

4. Suchen Sie sich Filme und Literatur, die Sie zum Lachen bringen. Lächeln und Lachen setzen biologische Prozesse in Gang, die Sie veranlassen, sich besser zu fühlen. Hier finden Sie unsere Humorseiten zum Lachen.

Liebe Leserin, lieber Leser: auf das Zusammenspiel zwischen Körper und Seele können Sie sich verlassen. Es lohnt sich, ein wenig Mühe darauf zu verwenden. Sie werden Ihr seelisches Wohlbefinden beeinflussen können, wenn Sie bewusst Ihren Blick auf Ihre Körpersprache richten und sie in die gewünschte Richung verändern.

Für eine positive Ausstrahlung ist u.a. eine überzeugende Körpersprache sehr wichtig. Machen Sie den Psychotest Positive Ausstrahlung und finden heraus, wie Sie auf andere wirken.

Zitate zum Thema Körpersprache:

Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
Christian Morgenstern

Man lügt zwar mit dem Mund, doch durch das, was man dabei macht, sagt man die Wahrheit.
Friedrich Nietzsche

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