Fühlen Sie sich Ihren Gefühlen ausgeliefert? Ärgern Sie sich manchmal, wo Sie lieber die Ruhe bewahren würden? Fühlen Sie sich manchmal verletzt, wo Sie gerne gelassen bleiben würden?
In ihrer Gebrauchsanleitung für Gefühle zeigen die Psychologen Wolf und Merkle wie man seine Gefühle beeinflussen kann.
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Sind Sie ein Optimist? Der Optimismus Test gibt Auskunft
Dr. Doris Wolf - Diplom Psychologin, Psychotherapeutin
Was meinen Sie: Nehmen Sie alles wahr, was um Sie herum vorgeht? Nein. Sie sehen nur, worauf Sie sich programmiert haben zu sehen, was Sie kennen oder erwarten. Ein Werbeslogan eines bekannten Reiseführer-Verlages lautete: Man sieht nur, was man weiss.
So ist es mit allem im Leben. Wenn wir immer nur die Nachteile in einer Sache sehen, dann deshalb, weil unsere Gedanken immer nur um die Nachteile kreisen. Unsere Gedanken wirken wie ein Filter, der alles aussondert, was nicht zu unserem Gedankenprogramm passt. Das ist sehr sinnvoll und wichtig, weil wir täglich mit Millionen von Informationen bombardiert werden. Um dieser Informationsflut Herr zu werden, um nicht völlig konfus zu werden, muss unser Gehirn zwangsläufig bestimmte Informationen, die für uns nicht wichtig sind, ausfiltern und darf sie nicht beachten. Es kommen nur diejenigen Informationen durch, die für uns und unsere Ziele wichtig sind.
Aus genau dem gleichen Grund erinnern sich Pessimisten auch nur an ihre Mißerfolge. Wenn ein Optimist und ein Pessimist gemeinsam auf einer Party sind, dann bewerten sie die Party rückblickend ganz verschieden. Der Optimist wird sich überwiegend an schöne und angenehme Dinge erinnern, der Pessimist überwiegend an Negatives. Für den Optimisten war die Party ein voller Erfolg, für den Pessimisten ein totaler Reinfall.
Pessimismus und Optimismus bestimmen unser Erleben.
Wenn wir unser Gehirn trainiert haben, immer nur die Nachteile einer Sache zu sehen, wenn wir ihm beigebracht haben, alles negativ zu bewerten, dann wird es uns immer genau mit der Nase auf das Haar in der Suppe stoßen. Wir sehen und hören nur, was für uns wichtig ist.
Wenn wir also ein gutes Gedankenprogramm haben, werden wir Chancen und Möglichkeiten, statt Probleme und drohende Mißerfolge sehen. Wenn wir ein negatives Gedankenprogramm haben, dann werden wir die Chancen und Möglichkeiten nicht wahrnehmen, auch wenn sie direkt vor unserer Nase liegen und wir nur zugreifen müßten.
Wenn man negativ gestimmt ist,
dann ist man besonders für Negatives empfänglich;
wenn man positiv gestimmt ist,
dann sieht man auch mehr das Positive und man erlebt häufiger Positives.
Deshalb ist der Mißerfolg von Pessimisten ebenso vorprogrammiert wie der Erfolg von Optimisten. Optimisten sind lösungsorientiert, Pessimisten sind problemorientiert. Optimisten glauben an sich und ihre Fähigkeiten, Pessimisten zweifeln an sich und ihren Fähigkeiten. Optimisten sind "Ich kann-Denker", Pessimisten sind "Ich -kann-nicht-Denker". Optimisten führen positive Selbstgespräche "Ich kann das. Ich schaffe das", Pessimisten führen negative Selbstgespräche "Ich kann das nicht. Ich schaffe das nicht". Optimisten rechnen damit, zu gewinnen, Pessimisten rechnen damit, zu verlieren.
Wenn man überzeugt, etwas nicht erreichen zu können,
dann ist es unerreichbar für einen.
Pessmismus erstickt jeden Erfolg im Keim.
Unsere Erwartungen wirken sich nicht nur auf andere Menschen aus, sondern auch auf uns selbst. Wenn wir uns für dumm und unfähig halten, dann beeinflußt dieses negative Urteil auch uns und unsere Handlungen. So geschehen in einem Experiment, das eine Lehrerin mit ihren Schülern machte.
Ein Experiment, das uns zu denken geben sollte
Diese Lehrerin teilte ihren Schülern mit, dass man aus wissenschaftlichen Untersuchungen wisse, dass blauäugige Menschen intelligenter seien als braunäugige. Sie gab den braunäugigen Schülern mit der Aufschrift "Braunauge" und den Blauäugigen ein Schild mit der Aufschrift "Blauauge". Nun, erraten Sie, was passierte? Nach einigen Monaten sanken die Leistungen der "Braunaugen" und die der "Blauaugen" stieg. Daraufhin ging die Lehrerin in die Klasse und sagte ihren Schülern, sie habe sich geirrt. Tatsächlich seien die Braunaugen die intelligenteren Schüler. Nach einigen Monaten sanken die Leistungen der Blauaugen und die der Braunaugen stieg.
Das Bild, das wir von uns haben,
bestimmt, wie wir uns verhalten.
Unter uns Menschen gibt es viele, die immer wieder das "Unmögliche" möglich machen, weil sie sich nicht darum kümmern, was möglich ist oder nicht. Sie tun es einfach, weil sie es für möglich halten oder weil sie naiv genug sind, davon überzeugt zu sein, ihr Ziel zu erreichen.
Ein solcher Mensch war Columbus. Im 1400 Jahrhundert glaubten die Menschen, die Erde sei eine Scheibe. Deshalb wagten sie sich mit ihren Schiffen auch nicht weit auf das Meer hinaus, weil sie überzeugt waren, sie würden von der Scheibe herunterfallen, wenn sie sich zu weit vorwagten. Columbus dagegen hatte die - für damalige Verhältnisse - verrückte Idee, dass die Erde rund ist und wollte das herausfinden. Alles, was er hatte, war seine Überzeugung, aber keinen Beweis.
Pessimismus verhindert Erfolge und schränkt unsere Möglichkeiten der persönlichen Entfaltung ein.
Jeder große Pessimismus ist Ablehnung einer Zuversicht.
Ludwig Marcuse
© 1999-2011 PAL Verlag - Pessimismus - immer alles negativ sehen
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