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Arbeitssucht Hilfen Informationen

Viele Arbeitssüchtige erkranken an einem Burnout Syndrom. Deshalb sind nach-folgende Informationen für Sie vielleicht hilfreich.

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Dr. Doris Wolf, Diplom Psychologin Dr. Doris Wolf - Diplom Psychologin, Psychotherapeutin

Unter Arbeitssucht oder Workaholismus versteht man, dass Betroffene einen überdurchschnittlichen Arbeitseinsatz bringen und ihr Verhalten zwanghafte bzw. suchthafte Züge hat. Ihr Denken und Verhalten ist nahezu ausschließlich auf ihre Arbeit gerichtet. Freizeit, Familie, Partnerschaft und das körperliche Wohlbefinden werden vernachlässigt.

Wer viel und erfolgreich arbeitet, bekommt gewöhnlich auch sehr viel Anerkennung. Der Chef freut sich über engagierte und pflichtbewusste Mitarbeiter und er stellt diese lobend als Vorbild für andere hin. Und hoher beruflicher Einsatz führt meist auch zu beruflichem und finanziellem Erfolg.

Deshalb mag es für Sie nur schwer erkennbar sein, dass mit Ihrem Arbeitsverhalten möglicherweise etwas nicht stimmt und dieses krankhaft sein soll. Vielleicht haben Sie einige warnende Stimmen aus Ihrem Freundeskreis oder aus dem Mund Ihres Partners gehört, aber Sie konnten deren Meinung nicht teilen.

Vielleicht haben Sie aber auch selbst innerlich schon leise gezweifelt, ob mit Ihrem Arbeitsverhalten noch alles in Ordnung ist. Vielleicht verspüren Sie schon erste körperliche Anzeichen, dass Ihr Körper überlastet ist. Deshalb möchte ich Ihnen hier einige Denkanstöße und erste Schritte aus der Arbeitssucht vorstellen.

Arbeitssucht Therapie - was tun, wenn man ein Workaholic ist?

1. Verschaffen Sie sich einen Überblick.

Beginnen Sie damit, den Test zur Arbeitssucht zu machen, um herauszufinden, welche Denk- und Verhaltensweisen im Augenblick Ihren Alltag bestimmen. Sie können hierzu auch Menschen in Ihrem Umfeld, zu denen Sie Vertrauen haben, nach ihren Beobachtungen fragen.

2. Suchen Sie nach Ihren Motiven, nach den Ursachen für Ihre Arbeitssucht.

Hierzu bedarf es vielleicht therapeutischer Unterstützung. Hier einige mögliche Motive. Die Leitfrage, die Sie sich stellen sollten, ist: Was würde passieren, wenn ich täglich nur 8 Stunden arbeiten würde und die Wochenenden frei hätte?

Womit würden oder müssten Sie sich dann beschäftigen? Wie würden Sie sich dann fühlen? Was würde Ihnen dann fehlen?

Generell entscheiden wir uns alle mehr oder weniger bewusst für diejenigen Verhaltensweisen, die uns einen Vorteil oder Gewinn versprechen bzw. vor etwas Gefährlichem bewahren.

Auf die Arbeitssucht übertragen heißt dies: Sie sehen einen Gewinn darin, die Arbeit als oberstes Ziel für Ihr Leben zu wählen. Entweder sehen Sie dabei keine Nachteile oder sind bereit, die langfristigen körperlichen und familiären Nachteile dafür in Kauf zu nehmen. Umgekehrt verbinden Sie damit, nicht mehr übermäßig arbeiten zu können, erhebliche Gefahren und Nachteile.

Was könnte der Gewinn für Ihre Arbeitssucht sein?

Ihre Flucht in die Arbeit könnte ein Versuch sein,

3. Akzeptieren Sie, ein Problem mit Ihrem Arbeitsverhalten zu haben.

Besonders dann, wenn Sie gerne immer perfekt sein möchten, fällt es Ihnen wahrscheinlich schwer, zuzugeben, dass Sie im Augenblick Verhaltensweisen zeigen, die Ihnen schaden. Bitte verurteilen Sie sich nicht für diese. Sie haben sich für diese in bester Absicht entschieden und keine gesehen, die Ihnen geeigneter erschienen.

Satt sich dafür zu verurteilen, entscheiden Sie sich dafür, alles zu tun, um dieses Verhalten in Zukunft zu ändern.

4. Suchen Sie nach alternativen Verhaltensweisen.

Ihre Arbeitssucht lässt sich nicht einfach durch die Entscheidung, von nun an mehr Zeit für Familie, Freizeit und Entspannung einzusetzen, überwinden. Das haben Sie vielleicht selbst schon am eigenen Leib bemerkt. Sie müssen ganz bewusst nach Wegen suchen, wie Sie das, was Sie durch Ihr Suchtverhalten gewinnen, auf gesunde Weise erreichen können. Vielleicht müssen Sie lernen, Ihr Selbstwertgefühl zu stärken, um von der Anerkennung und Bestätigung durch andere unabhängiger zu werden. Vielleicht müssen Sie sich aktiv auf die Suche nach einem Hobby machen, das Sie ausfüllt und befriedigt.

5. Erstellen Sie eine Werteliste.

Überlegen Sie sich, welche Werte in Ihrem Leben am wichtigsten sind – beispielsweise Gesundheit, Lebensfreude, beruflicher Erfolg, Liebe, finanzielle Sicherheit, Freiheit, Weiterentwicklung, Freundschaft, Spaß, Engagement, Abwechslung, usw. Schauen Sie sich die Video-Tipps Die Kunst zu leben für ein erfülltes Leben an.

Möglicherweise entdecken Sie auch Werte, die Ihnen von nun an nicht mehr so wichtig sein sollen – wie z.B. Karriere und Erfolg.

6. Erstellen Sie einen konkreten Plan.

Überlegen Sie sich, was Sie im Augenblick tun, um diese Werte von Punkt 5, die Ihnen am wichtigsten sind, in Ihrem Leben zu verwirklichen bzw. was Sie in Zukunft dafür ganz konkret tun möchten.

7. Suchen Sie nach hilfreichen Einstellungen.

Überlegen Sie sich: Welche Einstellungen benötige ich, um mich in Zukunft anders verhalten zu können? Beispielsweise „Mein Körper ist mein treuer Begleiter, um den ich mich in Zukunft kümmern möchte. Ich achte darauf, wann er eine Pause braucht, und werde sie dann auch machen.“ oder „Ich möchte meine Partnerschaft erhalten. Deshalb nehme ich mir die Wochenenden frei, um mit meiner Familie gemeinsam etwas zu unternehmen.“

8. Folgen Sie Ihrem Plan.

Nehmen Sie sich z.B. bewusst täglich eine halbe Stunde Zeit für die Mittagspause und gehen Sie in die Kantine, auch wenn Sie von Ihrem Gefühl her glauben, die Zeit dafür nicht zu haben. Mit zunehmender Übung wird es für Sie (wieder) ganz natürlich sein, sich unter Tage eine Auszeit zu nehmen.

Eine andere Strategie ist z.B. ein Entspannungsverfahren oder eine Atemübung zu erlernen und diese täglich einmal vormittags und einmal nachmittags in der Firma einzusetzen.

9. Holen Sie sich Unterstützung.

Beispielsweise können Sie mit Ihrem Partner oder einem Kollegen über Ihren Plan sprechen und absprechen, wie diese Ihnen bei der Einhaltung helfen können. Sie können sich aber auch an eine Selbsthilfegruppe oder einen Psychotherapeuten wenden.

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