SELBSTHILFE RATGEBER BÜCHER PSYCHOLOGIE
Hilfe bei Liebeskummer in der Partnerschaft
Die Themen:
Was sollte man bei Liebeskummer auf keinen Fall tun?
Was tun bei Liebeskummer?
Strategien bei Liebeskummer
An wen wendet man sich, wenn man Hilfe braucht?
Dr. Doris Wolf - Diplom Psychologin, Psychotherapeutin
Was sollte man bei Liebeskummer auf keinen Fall tun?
- alles verdrängen und so tun, als ob nichts wäre
- sich in eine Sucht stürzen (Alkohol, Beruhigungsmittel, Fressen)
- überstürzte Entscheidungen treffen wie etwa das Haus verkaufen, kündigen ...
- sich ständig in Hassgedanken ergehen
- Telefonterror beim Partner ausüben
- sich rächen und den Partner beim Chef oder Finanzamt anschwärzen
- sich ins Bett zurückziehen und den Alltag vollkommen brachliegen lassen
- sich klein machen und immer wieder um einen Neunanfang beim Partner betteln; alles tun, nur um den Partner zurückzugewinnen (was man aber auf Dauer gar nicht aufrechterhalten kann)
- sich mit Schuldgefühlen zerfleischen
- den Partner bei Freunden schlechtmachen
- die Ernährung und den Körper vernachlässigen
Was tun bei Liebeskummer?
- sich Zeit nehmen und seine Gefühle ausdrücken (über Musik, malen, schreiben, sprechen)
- von sich nicht erwarten, dass man normal funktioniert (jegliche Aktivität erfordert mehr Kraft)
- auf Ernährung achten. Wenn man nicht kochen möchte, sollte man zumindest viel Obst und Gemüse essen, viel trinken
- mit Freunden sprechen oder ein Tagebuch führen
- seine Wut in Bewegung ausdrücken (jogging, putzen, radfahren ...)
- Gedankenstopp einsetzen, um mit immer wiederkehrenden negativen Gedanken fertig zu werden
Strategien und Tipps bei Liebeskummer und Trennungsschmerz
- Verlangen Sie nicht, dass die Trennung spurlos an Ihnen vorübergeht. Geben Sie sich mildernde Umstände. Sie sind im Augenblick nicht voll belastungs- und leistungsfähig.
- Reservieren Sie sich jeden Tag eine bestimmte Zeit, in der Sie sich mit Ihrem Ex-Partner befassen und den Liebesschmerz ganz bewusst zulassen. Zu den anderen Zeiten unterbrechen Sie die Gedanken an ihn und sagen Sie sch: „Jetzt ist nicht deine Zeit“.
- Sammeln Sie alle Gegenstände in der Wohnung ein, die Sie an den Ex-Partner erinnern. Verpacken Sie diese in eine Kiste und stellen Sie diese in den Keller. Dekorieren Sie die Wohnung um.
- Vermeiden Sie - sofern möglich - den Kontakt zum Partner, auch wenn es Ihnen schwerfällt. Jeder Kontakt lässt den Liebeskummer und den Liebesschmerz neu aufflammen.
- Vermeiden Sie es, sich mit Alkohol, Tabletten oder Essen zu betäuben. Ihr Schmerz wird weniger werden auch ohne dass Sie Suchtmittel einsetzen.
- Erstellen Sie sich einen Aktivitätsplan - ganz besonders für die Wochenenden und die Feiertage. Überfordern Sie sich dabei nicht, indem Sie zu viel von sich verlangen, aber werden Sie aktiv, auch wenn Ihnen nicht danach zumute ist.
- Führen Sie ein Tagebuch, dem Sie Ihre Gedanken und Gefühle anvertrauen können.
- Drücken Sie Wut und Hass auf für Sie und andere unschädliche Weise aus: Schreiben Sie z.B. Briefe an Ihren Ex-Partner, in denen Sie Ihre Vorwürfe ausdrücken die Sie aber nicht abschicken, Setzen Sie Ihre Wut in Bewegung um, indem Sie joggen oder den Garten umgraben.
- Schreiben Sie auf, was Sie glauben, in der Partnerschaft falsch gemacht zu haben. Dann schließen Sie mit dem Satz ab: „Ich habe das getan, was mir möglich war. Ich bin bereit, mir zu verzeihen.“
- Ganz wichtig: Erinnern Sie sich an Ihre positiven Eigenschaften, Fähigkeiten und Erfolge. Bei einer Trennung verliert man sie leicht aus den Augen.
- Suchen Sie nach Aktivitäten, die Sie dem Partner zuliebe nicht oder nicht mehr gemacht haben, und gehen diesen nach.
- Experimentieren Sie mit einem neuen Kleidungsstil oder einer neuen Frisur.
- Treffen Sie nicht vorschnell große Entscheidungen wie z.B. Ihre Stelle zu kündigen, das Haus zu verkaufen oder auszuwandern. Meist fehlt uns in der harten Zeit des Liebeskummers der Überblick, wir können uns die Vor- und Nachteile nicht objektiv überlegen.
An wen wendet man sich, wenn man alleine mit dem Liebeskummer nicht fertig wird?
Wir brauchen die Trennung nicht mit uns alleine abmachen. Es gibt viele Hilfsmöglichkeiten, die wir uns zunutze machen können. Beispielsweise können wir
- eine Trennungsbewältigungsgruppe besuchen. Solche Gruppen finden Sie bei www.nakos.de.
- uns in einem Forum im Internet austauschen.
- Bücher und Erfahrungsberichte von anderen Betroffenen lesen.
- mit psychologischen Selbsthilfe-Ratgebern arbeiten.
- eine Psychotherapie machen.