Selbsthilfe Ratgeber zur Überwindung von Depressionen
In der 16. Auflage
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Dr. Rolf Merkle - Diplom Psychologe, Psychotherapeut
Wir können Depressionen nach 3 Kriterien einordnen:
1. Nach dem Schweregrad
Abhängig von der Anzahl und der Art der Symptome spricht man von
2. Nach dem Verlauf
Abhängig vom Verlauf und der Häufigkeit der Depression spricht man von
3. Nach dem Vorliegen anderer Probleme
Bei der Entstehung von Depressionen spielen meist mehrere Ursachen eine Rolle.
seelische Verletzbarkeit
Man geht heute davon aus, dass depressive Menschen eine seelische Anfälligkeit geerbt haben, die dann durch äußere Ereignisse aktiviert wird. So kann z.B. eine andauernde Belastungssituation oder ein einmaliges kritisches Ereignis eine Depression auslösen.
biochemische Veränderungen im Gehirn
Chemische Botenstoffe wie z.B. Serotonin und Noradrenalin, die die Stimmung positiv beeinflussen, sind im Ungleichgewicht. Es ist jedoch nicht klar, ob diese Veränderungen Ursache oder Folge einer Depression sind. Im Blut und Urin ist eine zu hohe Konzentration des Stresshormons Kortisol zu finden.
Negative Erfahrungen in der Kindheit und daraus resultierende depressionsfördernde Einstellungen
So kann z.B. eine frühe Verlusterfahrung oder eine Ablehnung durch die Eltern dazu führen, dass depressive Menschen negative Einstellungen zu sich, ihrer Umgebung und dem Leben entwickeln. Sie zeigen eine hohe Anspruchshaltung oder ein geringes Selbstwertgefühl. Sie können in diesem Umfeld auch bestimmte Fähigkeiten im Umgang mit anderen und belastenden Ereignissen nicht aufbauen.
Auslösende Ereignisse
Hierzu gehören kritische Lebensereignisse wie z.B. ein Trauerfall, eine Entlassung, ein Umzug oder eine Trennung, die mit dem Verlust von sozialen Beziehungen einhergehen, oder auch eine körperliche Erkrankung wie etwa eine Krebserkrankung, Herz-Kreislauferkrankung, Diabetes oder ein Unfall.
Auch Dauerstress kann dazu führen, dass irgendwann sozusagen das Maß voll ist und die Grenze der Belastbarkeit erreicht ist.
Medikamente
Durch die Einnahme oder das Absetzen von Medikamenten kann eine Depression ausgelöst werden - beispielsweise durch Sexualhormone, Beta-Blocker, Antibiotika, Neuroleptika und Benzodiazepine.
Welche Faktoren genau Ihre Depression ausgelöst haben, können Sie wahrscheinlich nur mit einem Therapeuten in einer Psychotherapie herausfinden. Depressionen sind aber immer ein Signal, dass etwas fehlt oder nicht in Ordnung ist.
Sie müssen nicht mit einer depressiver Erkrankung leben. Es gibt Hilfe für Sie, wirkungsvolle Hilfe - auch wenn Sie vielleicht die Hoffnung aufgegeben haben. Ihre Hoffnungslosigkeit ist ein Symptom bei Depressionen. Das Gefühl der Hoffnungslosigkeit ist kein Beweis, dass Sie ein hoffnungsloser Fall sind und Ihnen nicht zu helfen ist.
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© 1999-2011 PAL Verlag - Ursachen von Depression
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