Bei einem Schicksalsschlag: Kämpfen oder hadern?

frau hadert mit schicksal

Wenn wir schwer enttäuscht sind oder wir eine schwere Zeit durchmachen, dann hadern wir vielleicht mit dem Schicksal.

Wie sich mit dem Schicksal versöhnen und wieder inneren Frieden finden? Bild © princigalli - Fotolia.com

Autorin: Dr. Doris Wolf Psychotherapeutin

Wir alle haben Wünsche und Erwartungen, wie unser Leben verlaufen soll.

Da wir jedoch keine 100%ige Kontrolle über andere Menschen und den Lauf des Lebens haben, kommt es immer wieder vor, dass uns ein Strich durch unsere Pläne gemacht wird.

Eine verständliche und normale Reaktion darauf ist, dass wir mit dem Schicksal und der Welt hadern, mit Enttäuschung, Traurigkeit und vielleicht auch Wut reagieren.

Diese Gefühle zeigen, dass unser Plan nicht aufgegangen ist.

Wir können aber auch uns selbst bemitleiden, ja vielleicht sogar resignieren und daran denken, uns das Leben zu nehmen, wenn unsere Lage aussichtslos scheint und keine Lösung in Sicht ist.

Wir verharren darin, darüber nachzudenken: "Warum ist gerade mir das passiert?", "Wie kann das Schicksal so grausam mit mir sein?", "Warum ist die Welt so ungerecht und gemein zu mir?" "Warum habe ich es immer so schwer!"

Das Tragische an solchen Fragen ist, dass wir darauf nur selten eine Antwort finden - zumindest keine, die uns befriedigt und die uns hilft, unseren inneren Frieden wiederzufinden.

Hinter solchen Fragen steht immer die Forderung, dass uns dieser Schicksalsschlag nicht hätte treffen dürfen.

Und wann immer wir denken, dass etwas nicht hätte passieren dürfen, hadern wir mit dem Schicksal und kämpfen wie Don Quichotte gegen Windmühlen.

Zum einen ist ja bereits geschehen, wogegen wir ankämpfen. Wir haben also keine Chance, dieses Ereignis ungeschehen zu machen.

Zum anderen lenken wir unseren Blick darauf, was wir nicht haben wollen, statt darauf, was wir jetzt tun können, um unsere Lage zu verbessern.

Hadern wir Monate oder gar Jahre mit dem Schicksal, sind wir angespannt, verlieren den Lebensmut, werden depressiv, denken vielleicht sogar an Selbstmord oder sind gefährdet, ein Suchtproblem zu entwickeln.

Deshalb ist es gut, wenn wir lernen, uns mit dem Schicksal zu versöhnen und wieder nach vorne schauen.

Fernglas

Wie mit dem Schicksal versöhnen?

1. Wir haben Mitgefühl für unsere Situation.

Das bedeutet: keine Selbstverurteilung und Selbstvorwürfe. Stattdessen Verständnis haben, dass es einem momentan schlecht geht.

Sich selbst, wie einem Freund, gut zureden und trösten. Schauen Sie sich den Betrag über Selbstmitgefühl an. Dort finden Sie Informationen hierzu.

2. Wir nehmen einen erneuten Anlauf.

Möglicherweise benötigen wir ein wenig mehr Übung und einen zweiten oder dritten Versuch. Übung macht meistens den Meister.

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3. Wir ändern unseren Plan.

Vielleicht haben wir einfach beim ersten Mal zu viel erwartet und unterteilen unser Ziel nun in Zwischenschritte. Es könnte auch sein, dass wir nun den Zeitpunkt oder Ort der Handlung anders wählen.

4. Wir setzen andere Strategien ein.

Wir machen uns z.B. schlau, wie andere Menschen mit dem Schicksalsschlag fertig wurden und ahmen deren Vorgehen nach.

Vielleicht holen wir uns auch andere Menschen zur Unterstützung oder machen einen Kurs zu diesem Thema.

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5. Wir überdenken unser Ziel und wählen eine andere Richtung oder ein neues Ziel.

Manchmal macht es Sinn, wenn wir unsere Grenzen akzeptieren, und nach neuen Zielen suchen, die wir verwirklichen können.

Wann es sinnvoll ist, ein Ziel aufzugeben und wann es Sinn macht, durchzuhalten, darum geht es in dem Beitrag loslassen oder durchhalten.

Ratgeber Gefühle verstehen

6. Akzeptieren, dass es nicht möglich ist, unser Ziel zu erreichen.

Es war vielleicht zu hoch gesteckt oder aber die Dinge haben sich so verändert, dass es jetzt nicht mehr machbar ist.

Auch wenn das Loslassen schwerfällt, ist es für uns wichtig, die veränderte Situation so anzunehmen, wie sie ist.

Beispielsweise können wir der Situation mit der Einstellung begegnen: „Ich bedauere, dass die Umstände so sind, aber ich bin bereit, sie zu akzeptieren. Ich schaue, wie ich das Beste daraus machen kann.“

Sie hadern vielleicht, weil Sie denken, das Schicksal hat Ihnen Ihre Vergangenheit gestohlen. Nehmen Sie sich nicht selbst Ihre Zukunft, indem Sie mit Ihrem Schicksal hadern.

Schauen Sie sich die Lebensgeschichten behinderter & doch glücklicher Menschen an.

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Dr. Doris Wolf
Dr. Doris Wolf

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Schon immer hatte ich ein offenes Ohr für die Sorgen anderer. Deshalb war es mein Herzenswunsch, als Psychotherapeutin zu arbeiten. Einen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich im Nordic Walking, dem Jin Shin Jyutsu und der Kuchenbäckerei.

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  1. Leserkommentar Marie schreibt am 20.05.2017, 13.21 Uhr

    Empfundenes Schicksal ist eine Herausforderung an die eigene, emotionale Basis/Intelligenz. Es gibt verschiedene Typen: z.B. verunsicherter Rückzug oder bewusst und mutig mit neuen Erfahrungen oder Voraussetzungen weiter zu gehen. Dazu gehört es, die alte Vorstellung der eigenen Unversehrtheit loszulassen! Wir sind alle "verwundbar" ....aber wollen wir so liegenbleiben? Jede(r) muss herhausfinden, was ihm/ihr mehr Wert erscheint, als die schwer klebende Trauer über Vergangenes/Verwundung . Ändere die (alte, verletzte) Vorstellung von dir selbst, um mehr und mehr andere, neue Schritte in eine weniger belastete Ist-Zukunft zu gehen. Auch das könnte selbst helfen.

  2. Leserkommentar Heiko schreibt am 27.02.2017, 11.50 Uhr

    Zahlreiche sogenannte Schicksalsschläge haben mich in den letzten Jahren ereilt. Firmenpleite, Vermögensverlust, schwere Krankheiten. Es scheint nicht aufzuhören. Ich bin ein Kämpfer und möchte diese negative Spirale durchbrechen. Aufgeben und ergeben kommt nicht in Frage, ich will wieder erfolgreich, gesund und zufrieden sein. Irgendwo fehlt mir noch der Schlüssel, mich vom Negativen zu befreien.

  3. Leserkommentar Martina Hoffmann schreibt am 18.02.2017, 06.01 Uhr

    Seit einem Jahr hatte ich einen Machtkampf mit einer in meinem unmittelbaren Team arbeitenden Kollegin.Das hat mir richtig Kraft gekostet.Bin zur Härteren mutiert.Ich liebe meinen Job.Ziehe mich viel zurück und sage meine Meinung nicht mehr.Ihr Buch werde ich kaufen Danke

  4. Leserkommentar Rieke schreibt am 23.01.2017, 00.57 Uhr

    bei einem schicksalsschlag wie einer bleibenden, schmerzhaften schweren behinderung durch ärztefehler, hat man mir nicht meine vergangenheit genommen. sondern meinen zukunft. Vielleicht überdenken Sie den letzten Satz dieses Artikels nochmal.

  5. Leserkommentar Meganespresso schreibt am 19.10.2016, 16.38 Uhr

    Du bist ein normaler gesunder Mensch ..keine Behinderungen etc...du bist nicht entstellt oder ein fall für dad pflegeheim? Was dir passiert ist nennt man kompletter Verlust...aber das ist schicksal und du bist noch da!du hast alles in deiner hand du kannst das öbdern...irgendwann bist auch du tot..wie alle Menschen! Man sagt auch Gott nimmt dir das weg was dir nicht gut tut und gibt dir wenn du es zulässt etwas viel besseres! Du bist Gesund..keine Krankheit oder behunderung..warum stehst du dir selbst im Weg!

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