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Bei einem Schicksalsschlag: Kämpfen oder hadern?

frau hadert mit schicksal

Wenn wir schwer enttäuscht sind oder wir eine schwere Zeit durchmachen, dann hadern wir vielleicht mit dem Schicksal.

Wie sich mit dem Schicksal versöhnen und wieder inneren Frieden finden? Bild © princigalli - Fotolia.com

, Psychotherapeutin

Wir alle haben Wünsche und Erwartungen, wie unser Leben verlaufen soll.

Da wir jedoch keine 100%ige Kontrolle über andere Menschen und den Lauf des Lebens haben, kommt es immer wieder vor, dass uns ein Strich durch unsere Pläne gemacht wird.

Eine verständliche und normale Reaktion darauf ist, dass wir mit dem Schicksal und der Welt hadern, mit Enttäuschung, Traurigkeit und vielleicht auch Wut reagieren.

Diese Gefühle zeigen, dass unser Plan nicht aufgegangen ist.

Wir können aber auch uns selbst bemitleiden, ja vielleicht sogar resignieren und daran denken, uns das Leben zu nehmen, wenn unsere Lage aussichtslos scheint und keine Lösung in Sicht ist.

Wir verharren darin, darüber nachzudenken: "Warum ist gerade mir das passiert?", "Wie kann das Schicksal so grausam mit mir sein?", "Warum ist die Welt so ungerecht und gemein zu mir?" "Warum habe ich es immer so schwer!"

Das Tragische an solchen Fragen ist, dass wir darauf nur selten eine Antwort finden - zumindest keine, die uns befriedigt und die uns hilft, unseren inneren Frieden wiederzufinden.

Hinter solchen Fragen steht immer die Forderung, dass uns dieser Schicksalsschlag nicht hätte treffen dürfen.

Und wann immer wir denken, dass etwas nicht hätte passieren dürfen, hadern wir mit dem Schicksal und kämpfen wie Don Quichotte gegen Windmühlen.

Zum einen ist ja bereits geschehen, wogegen wir ankämpfen. Wir haben also keine Chance, dieses Ereignis ungeschehen zu machen.

Zum anderen lenken wir unseren Blick darauf, was wir nicht haben wollen, statt darauf, was wir jetzt tun können, um unsere Lage zu verbessern.

Hadern wir Monate oder gar Jahre mit dem Schicksal, sind wir angespannt, verlieren den Lebensmut, werden depressiv, denken vielleicht sogar an Selbstmord oder sind gefährdet, ein Suchtproblem zu entwickeln.

Deshalb ist es gut, wenn wir lernen, uns mit dem Schicksal zu versöhnen und wieder nach vorne schauen.

Fernglas

Wie mit dem Schicksal versöhnen?

TIPP 1:Wir haben Mitgefühl für unsere Situation.

Das bedeutet: keine Selbstverurteilung und Selbstvorwürfe. Stattdessen Verständnis haben, dass es einem momentan schlecht geht.

Sich selbst, wie einem Freund, gut zureden und trösten. Schauen Sie sich den Betrag über Selbstmitgefühl an. Dort finden Sie Informationen hierzu.

TIPP 2:Wir nehmen einen erneuten Anlauf.

Möglicherweise benötigen wir ein wenig mehr Übung und einen zweiten oder dritten Versuch. Übung macht meistens den Meister.

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TIPP 3:Wir ändern unseren Plan.

Vielleicht haben wir einfach beim ersten Mal zu viel erwartet und unterteilen unser Ziel nun in Zwischenschritte. Es könnte auch sein, dass wir nun den Zeitpunkt oder Ort der Handlung anders wählen.

TIPP 4:Wir setzen andere Strategien ein.

Wir machen uns z.B. schlau, wie andere Menschen mit dem Schicksalsschlag fertig wurden und ahmen deren Vorgehen nach.

Vielleicht holen wir uns auch andere Menschen zur Unterstützung oder machen einen Kurs zu diesem Thema.

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TIPP 5:Wir überdenken unser Ziel und wählen eine andere Richtung oder ein neues Ziel.

Manchmal macht es Sinn, wenn wir unsere Grenzen akzeptieren, und nach neuen Zielen suchen, die wir verwirklichen können.

Wann es sinnvoll ist, ein Ziel aufzugeben und wann es Sinn macht, durchzuhalten, darum geht es in dem Beitrag loslassen oder durchhalten.

TIPP 6:Akzeptieren, dass es nicht möglich ist, unser Ziel zu erreichen.

Es war vielleicht zu hoch gesteckt oder aber die Dinge haben sich so verändert, dass es jetzt nicht mehr machbar ist.

Auch wenn das Loslassen schwerfällt, ist es für uns wichtig, die veränderte Situation so anzunehmen, wie sie ist.

Beispielsweise können wir der Situation mit der Einstellung begegnen: „Ich bedauere, dass die Umstände so sind, aber ich bin bereit, sie zu akzeptieren. Ich schaue, wie ich das Beste daraus machen kann.“

Sie hadern vielleicht, weil Sie denken, das Schicksal hat Ihnen Ihre Vergangenheit gestohlen. Nehmen Sie sich nicht selbst Ihre Zukunft, indem Sie mit Ihrem Schicksal hadern.

Schauen Sie sich die Lebensgeschichten behinderter & doch glücklicher Menschen an.

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Dr. Doris Wolf
Dr. Doris Wolf

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Schon immer hatte ich ein offenes Ohr für die Sorgen anderer. Deshalb war es mein Herzenswunsch, als Psychotherapeutin zu arbeiten. Einen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich im Nordic Walking, der Meditation, dem Jin Shin Jyutsu und dem Backen von Kuchen & Gebäck.

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  1. Leserkommentar Isa schreibt am 16.10.2017

    Ich frag mich auch manchmal: warum ist das Leben von manchen so leicht, von manchen aber voller Belastung? manche Menschen, die schier alles haben: Gesundheit & Arbeit. Ich habe beides nicht. Und zu seit Jahren chronischen Krankheiten noch zusätzliche Sachen. Und seit Ende meines Studiums keine passende Arbeit bekommen, so sehr ich mich auch darum bemühte. Andere haben beides: Gesundheit & feste Arbeit.

  2. Leserkommentar Karin schreibt am 14.10.2017

    Ich habe schon in meiner KInderzeit Angst gehabt und Depression hat sich später entwickelt.Nach einen Herzinfarkt und vor kurzen plötzlichen Tod meines Mannes stecke ich wieder tief drin,aber ich bin gläubig und mein Glaube an Christus hilft mir viel

  3. Leserkommentar Maite schreibt am 02.10.2017

    Kämpfen, das Schicksal annehmen, das ist alles leicht gesagt. Eine Jahrzehntelange Krankheit, bzw. Unmengen von Kranheiten gleichzeitig, die nie mehr heilen, mit Dauerhaften Schmerzen, Schlaflosigkeit und nicht mehr am Leben teilnehmen können, irgendwann hat auch die beste Seele keine Kraft mehr und möchte einfach nur noch von diesem quälenden Körper befreit sein. Irgendwann ist es einfach nicht ,ehr möglich positiv zu denken. Man ist leidensmüde und die Kraft ist nicht unendlich.Manche Dinge kann man überwinden, aber nicht alles. Wie soll man damit klar kommen, körperlich zu verfallen und überall die schönen gesunden Menschen zu sehen, wohlwissend, dass man nie wieder so wird, wie man war. An nichts mehr teilnehmen zu können, nichts mehr tun zu können, als die nächsten zwanzig oder dreißig Jahre im Bett, im Haus zu verbringen. Wer hält das aus?!?

  4. Leserkommentar Matthias schreibt am 24.08.2017

    Normal bin ich kämpfer, muss aber manchmal nachdenken, ob es nicht leichter besser geht. Meiner Meinung nach gibt es kein ich ohne ego, genauso wie es keinen Garten ohne Unkraut gibt. Und Ehrgeiz gibt es nur zu viel oder zu wenig, er ist nicht von vorneherein gut oder schlecht

  5. Leserkommentar Gleichmut schreibt am 29.07.2017

    Das Problem ist das Ego. Was soll all der Ehrgeiz, Wettbwerb, das Streben nach Besserem, nach einem Ideal? Warum leben wir nicht, wie wir sind?

  6. Seite:

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