Andere verstehen

"Ich kann dich einfach nicht verstehen." Diesen Satz gebrauchen wir häufig. Was heißt das, einen anderen verstehen oder auch nicht?

Andere verstehen
© PAL Verlag

Die Begriffe Verständnis und verstehen haben mehrere Bedeutungen:

  • verstehen im Sinne von rein akustisch hören
  • einen Satz in einer Fremdsprache verstehen
  • einen Sachverhalt inhaltlich verstehen
  • einen Standpunkt verstehen und nachvollziehen
  • einen Standpunkt nachvollziehen und für gut heißen
  • sich mit einer anderen Person verstehen und eine gute Beziehung haben
  • einer anderen Person nachfühlen können und ihre Situation, ihre Einstellungen, ihre Gefühle und ihr Verhalten verstehen.

Wie oft sagen wir im Alltag zu einem anderen (oder denken es zumindest): „Ich kann dich einfach nicht verstehen.“  Dabei geht es uns meist nicht um das rein akustische und auch nicht um das sachliche Verstehen. Es geht darum, dass wir unser Gegenüber mit unserem Erfahrungshintergrund und unseren Lebenseinstellungen nicht verstehen können.

Wir betrachten seine Person und sein Verhalten durch unsere ganz persönliche Brille und können deshalb nicht nachvollziehen, wie er sich fühlt und verhält. Meist kommt auch noch unsere persönliche Wertung hinzu: „Wie kann man nur so dämlich sein!“ oder „So was kann man doch nicht machen!“

Wie andere besser verstehen?

Den anderen verstehen, bedeutet, dass Sie seine verbalen und nonverbalen Signale richtig deuten können. Grundbedingung hierfür ist Ihre Bereitschaft, ihm zuhören und sich auf ihn einlassen zu wollen. Dieses Einfühlungsvermögen bzw. Empathie können Sie ganz gezielt trainieren. Das macht Sinn, denn sie ist eine wichtige Grundlage für eine gute Beziehung zu anderen Menschen. Wenn andere Menschen sich von Ihnen verstanden fühlen, dann fühlen diese sich in Ihrer Nähe wohl.

1. Seien Sie neugierig auf Ihr Gegenüber.

Hören Sie Ihrem Gegenüber aufmerksam zu. Lassen Sie ihn ausreden und unterbrechen Sie nicht. Sie wollen seine Geschichte erfassen. Suchen Sie nach dem Schlüssel, den anderen zu verstehen. Das Verhalten und die Gefühle Ihres Gegenübers sind absolut logisch, wenn Sie seine Gedanken und Vorstellungen kennen.

2. Achten Sie auf seine Körpersprache.

Wenn Sie möchten, können Sie dieselbe Körperhaltung einnehmen. So können Sie sich besser in ihn einfühlen.

3. Fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstehen oder nachvollziehen können.

Fragen Sie ihn: Wie genau meinst du das? Was verstehst du unter ....? Ziel ist es, dass Sie in seine Gedankenwelt eintauchen. Erinnern Sie sich daran, dass es nicht darum geht, ob Sie es für richtig halten, was der andere denkt und sagt, sondern nur darum, es zu verstehen.

 

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