Eigenschaften, die Sie unsympathisch machen

mann zeigt mit daumen nach unten

Mangelt es Ihnen an engen Beziehungen und Freunden? Haben Sie den Eindruck, Menschen meiden Sie bzw. sind nicht gerne mit Ihnen zusammen? Werden Sie selten zu geselligen Treffen eingeladen? Bild © Kaesler Media - Fotolia

Wenn Ja, könnte das daran liegen, dass Sie Eigenschaften haben, die Sie unsympathisch machen.

Wenn dem so ist, dann ist Ihnen vermutlich nicht bewusst, dass Sie Eigenschaften haben, die andere abturnen.

Schauen Sie die folgenden 5 Eigenschaften an und überlegen, ob Sie welche davon haben.

Autor: Dr. Rolf Merkle, Psychotherapeut

1. Sie interessieren sich nicht für andere

Seit etlichen Jahren beobachte ich einen Trend: Immer mehr Menschen reden nur noch über sich und von sich.

Sie reden unaufhörlich darüber, was sie machen, warum sie etwas machen, womit sie sich beschäftigen, wie es ihnen geht.

Es interessiert sie offensichtlich nicht die Bohne, was andere machen, womit sich diese beschäftigen. Sonst würden sie diese fragen. Tun sie aber nicht.

Ich höre gerne zu, wenn jemand über tolle Unternehmungen und Erfahrungen berichtet.

Wenn der andere aber unaufhörlich über sich redet und mich nicht fragt, was ich so mache und wie es mir geht, dann fühle ich mich missachtet und nicht wichtig genommen. Das turnt mich und viele andere ab.

Kennen Sie solches Verhalten auch von sich? Dann machen Sie sich damit unbeliebt.

Was Sie tun können, wenn Sie diese Eigenschaft haben.

Lernen Sie, sich mehr für andere zu interessieren. Wissen Sie, wodurch Sie für andere interessant sind und sich bei diesen beliebt machen?

Indem Sie sich für diese interessieren - und nicht, indem Sie pausenlos von sich erzählen.

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2. Sie sind ständig im Wettstreit mit anderen

Eine Bekannte von mir ist Mitte 50. Sie treibt gerne Sport, insbesondere Fahrradfahren. 60 Kilometer Fahrradfahren mit 100 und mehr Meter Höhenunterschieden, das artet stets in einen Wettkampf aus, eine Tour de France.

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Kommen andere nicht mit, macht sie sich lustig über diese. Jeder der schwächelt und Pausen machen will, dem gibt sie zu verstehen, dass er ein Waschlappen ist.

Sie braucht das Gefühl, besser als andere zu sein, anderen überlegen zu sein.

Das hat damit zu tun, dass sie Probleme mit dem Älterwerden und dem Nachlassen der körperlichen Fitness hat.

Sie hat Angst vorm Alter und Älterwerden und versucht deshalb krampfhaft, körperlich jung zu bleiben.

Durch dieses Verhalten macht sie sich keine Freunde. Im Gegenteil.

Die wenigen, die noch mit ihr Fahrradfahren machen sich ihrerseits über ihren Ehrgeiz lustig.

Viele ihrer Freunde und Bekannten unternehmen nichts mehr mit ihr, weil diese die Hänseleien und Spötteleien leid sind.

Haben Sie auch Bereiche, in denen Sie vor anderen besser dastehen wollen?

Empfinden Sie Vieles als Wettbewerb, aus dem Sie als Sieger hervorgehen wollen?

Dann machen Sie sich bei anderen unbeliebt und sich selbst machen Sie sich das Leben schwer.

Was Sie tun können, wenn Sie diese Eigenschaft haben.

Überlegen Sie, woher Ihr Drang kommt, sich ständig beweisen zu müssen.

Vermutlich daher, weil Sie Ihr Selbstwertgefühl von Ihrer Leistung abhängig machen. Ohne besser zu sein, als andere, fühlen Sie sich klein und vielleicht minderwertig.

Ziel ist also, Ihr Selbstwertgefühl zu stärken. Tipps hierzu weiter unten.

3. Sie sind ständig mies drauf und negativ eingestellt

Sagt man Ihnen manchmal, Sie seien eine Spaßbremse und ein Miesepeter, Sie hätten keinen Humor, würden immer alles schwarz sehen, alles schlecht reden und in allem ein Haar in der Suppe finden?

Solches Verhalten macht Sie unsympathisch. Niemand ist gerne mit jemandem zusammen, der an allem etwas auszusetzen hat, der ständig nörgelt, kritisiert und unzufrieden ist.

Was Sie tun können, wenn Sie diese Eigenschaft haben.

Woher kommt es, dass Sie Ihren Blick ständig auf die Nachteile und negativen Seiten richten? Was hat Sie ein Pessimist werden lassen?

Forschen Sie nach den Ursachen und üben sich darin, den Dingen mehr Positives abzugewinnen.

Vielleicht ist Ihnen dabei das Optimismus Training eine Hilfe.

Was Sie gewinnen, wenn Sie positiver eingestellt sind? Sie sammeln Pluspunkte bei anderen. Viel wichtiger aber ist, dass Sie selbst mehr Freude und Spaß im Leben haben.

Zum Weiterlesen: Was passiert, wenn man immer ein Haar in der Suppe findet.

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4. Es stört Sie ständig etwas an anderen

Mal ist der andere zu wenig verständnis- und rücksichtsvoll, zu dick, zu langweilig, zu emotional, zu dominant, zu redselig, zu schweigsam, zu lebhaft, ...

Es gibt Vieles, das einen an anderen stören kann. Wenn man das die anderen spüren lässt, dann macht man sich damit keine Freunde.

Es geht nicht darum, alle Eigenschaften und Verhaltensweisen anderer mögen zu müssen. Es geht auch nicht darum, alles gutzuheißen, was andere tun und wie sie es tun.

Wenn Ihnen jedoch bei anderen zuerst immer nur die Dinge auffallen, die Sie stören, dann kommunizieren Sie das - wenn auch nur durch Ihre Körpersprache - und vergraulen dadurch andere.

Besonders schädlich ist ein solches Verhalten in einer Partnerschaft. Durch ständiges Nörgeln und Kritisieren sammeln wir bei unserem Partner keine Pluspunkte.

Was Sie tun können, wenn Sie diese Eigenschaft haben.

Überlegen Sie, wie Sie toleranter werden können, wie Sie mehr über die Schwächen und Fehler anderer hinwegsehen können.

Bemühen Sie sich bewusst, an anderen positive Seiten zu entdecken. Suchen Sie bewusst nach Liebenswertem bei anderen.

Jeder Mensch hat seine guten und schlechten Seiten, so wie jede Medaille zwei Seiten hat.

Zum Weiterlesen:

Den Partner annehmen ist wichtig

Antipathie - Sympathie: wie entstehen sie?

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5. Sie wissen alles besser.

Tun Sie so, als wüssten Sie Vieles, könnten bei allem mitreden, wüssten über alles Bescheid - und tun das bei jeder Gelegenheit kund?

Sind Sie rechthaberisch und belehren andere wie ein Oberlehrer, geben diesen das Gefühl, Sie seien der Einzige, der Bescheid weiß, wie der Hase läuft?

Prahlen Sie vielleicht mit Ihrem Erfahrungsschatz und Ihrem Wissen? Wollen Sie bei allem mitreden?

Das nervt und Sie machen Sie sich damit garantiert unbeliebt. Nicht nur das. Sie sind unglaubwürdig und blamieren sich oft - und merken das noch nicht einmal. Warum?

Weil Sie bei vielem nur glauben, Bescheid zu wissen, tatsächlich aber nur ein Halbwissen haben.

Wenn jemand in meiner Gegenwart über ein Thema redet, über das ich sehr gut Bescheid weiß und ich merke, dass er nur so tut, als habe er Ahnung, dann lächle ich innerlich.

Auch wenn Sie über Vieles tatsächlich gut Bescheid wissen, machen Sie sich keine Freunde, wenn Sie das permanent raushängen.

Lehrer haben diese Eigenschaft sehr oft. Ist ja auch kein Wunder. Schließlich müssen sie im Unterricht besser Bescheid wissen als die Schüler. Sonst wären sie als Lehrer ungeeignet.

Doch leider können sie dieses schulmeisterliche Verhalten im Privatleben nicht einfach ablegen. Bzw., es ist ihnen gar nicht bewusst, dass sie auch im Privatleben Lehrer sind.

Was Sie tun können, wenn Sie diese Eigenschaft haben.

Fragen Sie Ihren Partner oder einen guten Freund, ob diesen ein solches Verhalten an Ihnen auffällt.

Wenn Sie über eine gute Selbstbeobachtungsgabe verfügen, können Sie vielleicht auch selbst erkennen, ob Sie zu einem solchen Verhalten neigen.

Wenn Ja, üben Sie sich darin, sich in Gesprächen zurückzunehmen, d.h. hören Sie öfter bewusst mehr zu, als zu sprechen.

Das fällt gewiss nicht leicht, schließlich ist es Ihre Art, sich so zu verhalten.

Woher kommen diese negativen Eigenschaften?

Gemeinsam ist diesen Eigenschaften: Menschen mit diesen Eigenschaften haben oft ein schwach ausgeprägtes Selbstwertgefühl.

Besser sein wollen als andere, alles besser wissen, ständig etwas an anderen auszusetzen haben, mies drauf sein und nur über sich reden verfolgen in der Regel nur ein Ziel: sein Ego zu stärken, sich aufzuwerten.

Wenn Sie Ihr Selbstwertgefühl stärken, schwächen Sie die obigen unsympathisch machenden Eigenschaften und kommen besser bei anderen an. Und Sie fühlen sich in Ihrer Haut wohler.

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Dr. Rolf Merkle
Rolf Merkle (Autor)

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Als Psychotherapeut helfe ich seit 35 Jahren Menschen, besser mit dem Leben und ihren Problemen klarzukommen. In meiner Freizeit koche ich leidenschaftlich gerne, spiele Squash und interessiere mich für Kunst.

Was ich für das Wichtigste im Leben halte? Sein Leben so erfüllt zu leben, wie nur möglich. Denn nur wer mit sich zufrieden ist, kann mit anderen Menschen positive Beziehungen haben.

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Wie gehen Sie mit diesen um? Teilen Ihre Erfahrung mit anderen.

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  1. Leserkommentar Jana schreibt am 06.06.2017

    Mich nervt es auch, wenn Leute ständig über sich reden. Davon gibt es tatsächlich immer mehr. Wie kann man denen Einhalt gebieten?

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Claudia Frey, Heidelberg
Diplom Psychologin

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