Ohne Ehrgeiz kein Erfolg – wann er gesund und krankhaft ist

Hältst du dich für ehrgeizig? Fühlt sich dein Ehrgeiz gesund an oder erlebst du durch ihn persönliche und gesundheitliche Nachteile? In diesem Beitrag findest du Erklärungen, Hilfstellungen und Tipps.

Ohne Ehrgeiz kein Erfolg – wann er gesund und krankhaft ist
© Christoph Deinet, unsplash.com

Ohne Ehrgeiz haben wir Menschen nicht ausreichend innere Motivation, Energie und Durchhaltevermögen, um etwas zu erreichen. Das gilt besonders in unserer heutigen Leistungsgesellschaft. Gleichzeitig ist krankhafter und zu ambitionierter Ehrgeiz ungesund für uns und schadet unserem Umfeld. Und Ehrgeiz ist oftmals verpönt. Oft schon in der Schulzeit werden Kinder und Jugendliche als als Streberin oder Schleimer beschimpft und von ganzen Gruppen ausgeschlossen, wenn sie offen ihren Ehrgeiz und ihre Ambitionen zeigen.

Dabei muss ein gesunder Ehrgeiz nicht als negativ angesehen werden. Denn ohne Ehrgeiz, Zielstrebigkeit und Leistungswillen hätten es erfolgreiche Menschen weder beruflich noch persönlich so weit gebracht. Du kannst also stolz auf dich sein, wenn du mit einer ordentlichen Portion Eifer und Ehrgeiz deine Ziele verfolgt hast und das auch weiterhin tun wirst.

Was verstehen wir unter Ehrgeiz?

Unter Ehrgeiz verstehen wir das Streben, persönliche Ziele wie Ruhm, Macht, Anerkennung, persönliche Weiterentwicklung oder beruflichen und sportlichen Erfolg mit großer Energie, Fleiß, Engagement und Entschlossenheit zu verfolgen. Ohne Ehrgeiz haben wir keine ausreichende Motivation zu Höchstleistungen und damit auch keinen Erfolg. Wir Menschen können viele Talente haben, ohne Ehrgeiz werden wir sie nicht entwickeln und nicht weit kommen. Ehrgeiz spornt uns an und ist wichtig für unsere Persönlichkeitsentwicklung!

Andererseits schadet blinder, verbissener und krankhafter Ehrgeiz, weil wir dann wichtige Bereiche des Lebens vernachlässigen: Partnerschaft, Familie, Gesundheit und den Freundeskreis. Und wir können aus übertriebenem Ehrgeiz beruflich auch scheitern. Etwa, weil wir für die Firma und uns selbst unrealistische Ziele und Erwartungen gesteckt und diese verfehlt haben.

Wenn wir übertrieben ehrgeizig und von Ehrgeiz zerfressen sind, dann sind wir für Depressionen oder einen Burnout anfällig, entwickeln Stresssymptome wie Kopfschmerzen und Rückenbeschwerden, oder psychosomatische Beschwerden, bekommen Schlafstörungen. Wir sind oft gereizt und unzufrieden. Das wirkt sich negativ auf unseren Freundes- und Kollegenkreis und die Partnerschaft aus. Sie leidet, weil unser krankhafter Ehrgeiz keinen Raum für gemeinsame Aktionen lässt. Die lagfristige Folge: Unsere Partnerin oder unser Partner entfernt sich von uns – vielleicht innerlich, vielleicht trennt sie oder er sich aber auch.

Wie entsteht (ungesunder) Ehrgeiz?

Wenn wir Ehrgeiz als Wunsch verstehen, zu lernen und über sich hinauszuwachsen, dann ist er Kindern bereits angeboren. Unsere Eltern und nahe Bezugspersonen entscheiden mit ihrem Verhalten jedoch darüber, wie sich unser Ehrgeiz entwickelt. Fordern Eltern von ihren Kindern immer Überdurchschnittliches und machen ihre Zuwendung und Wertschätzung von der Leistung abhängig, dann kann das dazu führen, dass Kinder übertrieben ehrgeizig werden. Sie fühlen sich dann nur als liebenswert und wertvoll, wenn sie perfekt und die Besten sind – sonst leiden sie unter dem Gefühl der Minderwertigkeit und fühlen sich, als ob sie versagt hätten.

Als Erwachsene sind sie dann ständig damit beschäftigt, ihre Selbstzweifel und Minderwertigkeitsgefühle zu überwinden. Sie streben danach,

  • immer perfekt zu sein,
  • Reichtum anzuhäufen,
  • die oder der Beste zu sein,
  • andere zu übertrumpfen,
  • Rekorde zu brechen und
  • Macht zu besitzen.

Warum Erfolg und Misserfolg einen großen Einfluss auf unser Selbstwertgefühl haben

Häufig steht und fällt unser Selbstwertgefühl mit unseren Erfolgen bzw. Erfolgserlebnissen!

Ein Misserfolg führt zwangsläufig zur Schwächung unseres Selbstvertrauens und verstärkt unsere Minderwertigkeitsgefühle. Zu hohe Erwartungen der Eltern können auch dazu führen, dass Kinder zu Leistungsverweigerern werden, nach dem Motto: "Wenn ich den Eltern nichts gut genug machen kann, warum soll ich mich dann anstrengen?"

Andererseits können Eltern aber auch den Ehrgeiz ersticken, indem sie Kindern alles abnehmen, ihnen nichts zutrauen und an sie keine Anforderungen stellen. Sie nehmen ihnen dadurch die Chance, zu erleben, wie gut es sich anfühlt, eine Herausforderung gemeistert zu haben. Die Kinder haben keine Erfolgserlebnisse, die ihr Selbstvertrauen stärken. Die richtig Balance zwischen Unterforderung und Überforderung der Kinder zu finden, ist nicht einfach. Mehr darüber erfährst du im Beitrag Selbstvertrauen bei Kindern stärken.

Welche Einstellungen verbergen sich hinter krankhaftem Ehrgeiz?

Charakteristisch für krankhaften Ehrgeiz sind Einstellungen wie:

  • Ich muss unbedingt ... erreichen, sonst bin ich ein Nichts.
  • Ich brauche die Anerkennung anderer. Nur wenn ich von anderen anerkannt und bewundert werde, bin ich in Ordnung.
  • Entweder ich bin ein/e Sieger:in oder ein/e Versager:in. Mittelmaß zählt nicht.
  • Ich muss und werde anderen beweisen, dass ich wer bin.
  • Ich muss besser sein als andere.

Gemeinsam ist diesen Einstellungen der Druck, den wir uns durch Gedanken wie "Ich muss …" oder "Ich brauche unbedingt …" erzeugen. Mit diesen Einstellungen lassen wir uns keine Wahlmöglichkeiten. Wir glauben, nur durch das Erreichen des Ziels (z.B. Besitz, Macht oder Ruhm), glücklich und zufrieden werden zu können. Wir haben ein unbändiges Geltungsbedürfnis, sind vielleicht machthungrig oder gar machtbesessen, sind rastlos und verbissen auf der Suche nach Bestätigung und Erfolg. Bleibt der Erfolg aus, können wir uns nicht annehmen und für wertvoll halten.

Wofür ist Ehrgeiz gut?

Ein gute Portion Ehrgeiz und Zielstrebigkeit sind wichtig. Nur so schaffen wir es etwa bis zum Abitur und eine Berufsausbildung abzuschließen. Nur wenn wir den Drang haben, Dinge verändern zu wollen, kommt es zu neuen Erfindungen und Entdeckungen. Nur wenn wir ehrgeizig sind, haben wir Durchhaltevermögen, eine genügend hohe Frustrationstoleranz und sind bereit, Hürden zu überwinden, und schaffen es so von der Idee bis zur deren erfolgreicher Verwirklichung.

Jeder Wettkampfsport basiert darauf, dass die Teilnehmenden den Ehrgeiz haben, die Besten zu sein, sich weiterzuentwickeln, besser zu werden, voranzukommen, Hindernisse zu überwinden, ihre Ziele zu erreichen. Ehrgeiz in diesem Sinne ist gesund und angemessen!

Entscheidend dafür, ob Ehrgeiz gesund oder schädlich ist, ist, wie stark unser Ehrgeiz ausgeprägt ist und welche Motive sich hinter ihm verbergen!

Wie groß ist dein Ehrgeiz? Fragen zum Selbstcoaching

Mach zunächst den Psychotest: Wie ehrgeizig bin ich? und finde so heraus, ob dein Ehrgeiz in einem gesunden Maß ist oder dir psychisch und körperlich schadet. Wenn herauskommt, dass du krankhaft ehrgeizig bist, dann stell dir die folgenden Fragen.

Damit dir die Beantwortung der Fragen leichter fällt, sind unter jeder Frage anschauliche Beispiele der Auswirkung deines Ehrgeizes aufgelistet:

Frage 1: Schade ich mir selbst mit meinem Ehrgeiz?

Wenn du das tust, könnte sich dein übertrieben oder sogar krankhaft ehrgeiziges Verhalten beispielsweise so zeigen:

  • Ein Misserfolg ist für dich eine absolute Katastrophe.
  • Du vertuschst deine Fehler vor anderen.
  • Du machst anderen etwas vor, stellst dich kompetenter dar, als du bist.
  • Du überforderst dich permanent, hörst nicht auf die Alarmsignale deines Körpers.
  • Du vernachlässigst für deine ehrgeizigen Ziele deine Partnerschaft, deine Familie deine Hobbys etc.
  • Du nimmst leistungssteigernde Medikamente oder Präparate, um das erreichen zu können, was du von dir erwartest.
  • Du trinkst regelmäßig übermäßig Alkohol, um abends entspannen und abschalten zu können.
  • Deine größte Belohnung ist es, von anderen bewundert zu werden.
  • Du tust Dinge, bei denen dir regelmäßig moralische Bedenken kommen.
  • Du hast Angst davor, eines Tages bedeutungslos zu sein.
  • Du erwartest von dir, immer am besten zu sein. Mittelmaß ist für dich gleichbedeutend mit Versagen.
  • Wenn du deine Erwartungen an dich nicht erfüllst, dann spielst du mit dem Gedanken, ganz aus der Aufgabe auszusteigen oder vielleicht sogar dir das Leben zu nehmen.
  • Du wirst von anderen als Workaholic bezeichnet.
  • Du setzt dir unrealistisch hohe Ziele und stehst deshalb ständig unter Druck.
  • Du leidest unter einem Burnout.

Frage 2: Schade ich anderen mit meinem Ehrgeiz?

Dein übertrieben oder sogar krankhaft ehrgeiziges Verhalten anderen gegenüber könnte sich beispielsweise so zeigen:

  • Du täuschst Leistung vor – indem du deine Abschlussarbeit von einem Ghostwriter oder der KI schreiben lässt oder fremde Texte als deine eigenen ausgibst.
  • Du hältst der Kollegenschaft wichtige Informationen vor und behältst dein Wissen für dich, um möglicher Konkurrenz vorzubeugen.
  • Du vergleichst dich permanent mit anderen und siehst jede Situation als Kampf um den besten Platz an.
  • Du missgönnst anderen ihren Erfolg.
  • Du schwärzt Kolleginnen und Kollegen bei deinen Vorgesetzten an.
  • Du initiierst Intrigen, um jemand anderes aus dem Rennen zu werfen.
  • Du verschiebst mutwillig den Maßstab, damit andere an dir gemessen werden und sich an dir abarbeiten.
  • Du siehst deine Familie und deinen Freundeskreis nur selten, weil du lieber die Zeit nutzen willst, um in deiner Karriere voranzukommen.
  • Du lässt anderen keine Chance, mit dir mithalten zu können.

Ursachen für ein übersteigert ehrgeiziges Verhalten

Hast du in den aufgelisteten Beispielen auch deine eigenen Einstellungen und Verhaltensweisen wiederentdecken können, mit denen du dir und/oder anderen schadest? Dann ist es sinnvoll, nach den Ursachen zu suchen, die zu deinem verbissen-ehrgeizigen Verhalten führen.

  • Was treibt dich an? Was glaubst du durch dein ehrgeiziges Verhalten zu gewinnen? Ist es Anerkennung, Reichtum, Macht, Erfolg, Selbstvertrauen, Ruhm, Freundinnen und Freunde?
  • Hast du diese Ziele durch deinen Ehrgeiz erreichen können? Ist es dir kurzfristig oder auch langfristig gelungen?
  • Welchen Preis hast du für deinen Ehrgeiz zahlen müssen – kurzfristig und langfristig?
  • Was sind deine wichtigsten Ziele im Leben? Woran möchtest du dich erinnern, wenn du einmal auf dem Sterbebett liegst? Welche Spuren möchtest du in der Welt hinterlassen? Woran sollen sich andere erinnern, wenn du gestorben bist?

Es liegt an dir, abzuwägen, ob du deine ehrgeizigen Ziele verändern möchtest. Wie wäre es, wenn du dich in Zukunft bei allen Tätigkeiten häufiger fragen würdest:

  • Macht mir Spaß, was ich tue?
  • Macht es mich glücklich?
  • Tut es mir gut?
  • Hilft es anderen?

Könnten deine Antworten dein Leben und Ihre Zufriedenheit positiv beeinflussen?

Inspirierende Gedanken zu diesem Thema findest du auch in den beiden folgenden Beiträgen: Liebe das Leben, nicht die Dinge und Wege zum Glück.

5 Tipps, um eine Balance im Umgang mit deinem Ehrgeiz zu finden

Tipp 1: Schau hinter deinen Ehrgeiz

Sei ehrlich zu dir und frage dich: Wofür kämpfe ich gerade wirklich? Für Anerkennung, Sicherheit, Zugehörigkeit? Wenn du deinen wahren Antreiber hinter deinem Ehrgeiz erkennst, lässt der innere Druck nach und du kannst bewusster entscheiden, wie viel Energie du in welche Tätigkeit stecken willst.

Tipp 2: Trenne deinen Wert von deiner Leistung

Du bist nicht deine To-do- oder Bucket-Liste. Deshalb liegt dein (Selbst-)Wert auch nicht darin, dass du sie bis zum letzten Punkt erledigt hast. Mach dir klar: Wie viel du als Mensch wert bist, hängt bei Weitem nicht davon ab, wie viel du erreichst bzw. erreicht hast. Also sei nachsichtig, wenn du etwas nicht erledigt bekommst oder dir etwas daneben gelingt. Begegne dir selbst wie guten Freuden – mit wohlwollender Unterstützung statt ständigem Antreiben.

Tipp 3: Nimm deinen inneren Antreiber wahr

Wenn du dich dabei ertappst, dich ständig zu hetzen und dir selbst Druck zu machen, dann halte kurz inne und hör in dich hinein: Welche Stimme treibt dich an? Prüfe, ob sie dir gerade hilft oder dich überfordert. Du darfst ihr Grenzen setzen – gerade, wenn es sich um den inneren Kritiker handelt.

Tipp 4: Plane bewusst einen Ausgleich zu deinem Ehrgeiz in dein Tun mit ein

Um innerlich in Balance zu bleiben, braucht dein Ehrgeiz ein Gegengewicht. Plane daher in dein Tun immer wieder feste Pausen ein, in denen du dir eine Auszeit von deinem inneren Antreiber nimmst. Mach dir bewusst: Erholung ist kein Luxus, sondern Voraussetzung dafür, langfristig stabil und motiviert zu bleiben. Gönne dir also Momente, in denen du nichts "leisten" musst.

Tipp 5: Definiere deinen Erfolg nach eigenen Maßstäben

Orientiere dich nicht nur am Vergleich mit anderen oder an äußeren Maßstäben wie "Man macht das so oder so!". Frag dich stattdessen: "Was fühlt sich für mich stimmig an? Wann habe ich das Gefühl, etwas nur für mich erreicht zu haben." Erst, wenn deine Ziele zu dir passen, entsteht Motivation aus innerer Überzeugung (intrinsisch) statt aus Druck von außen (extrinsisch).

Wie hilfreich war der Beitrag für dich?
4.5 Sterne (235 Leserurteile)

Haben Sie Probleme, nach der Arbeit abzuschalten? Es gibt viele Gründe dafür, dass wir nicht entspannen, abschalten und einschlafen können. In diesem Beitrag erhalten Sie konkrete Tipps für die Entspannung am Abend.

Der Psychotest Perfektionismus gibt Auskunft: Bist du ein perfektionistisch veranlagter Mensch und machst dir deshalb das Leben häufig schwer?

Überforderst du dich, weil du von dir verlangst, alles perfekt machen zu müssen und niemanden enttäuschen möchtest? Dieser Test gibt dir Auskunft, ob du zur Zeit überfordert bist.

Passend zum Thema
Dein Kommentar/Erfahrungsbericht

Hast du ähnliche Erfahrungen gemacht, dann berichte davon und hilf so auch anderen auf dem Weg in ein zufriedenes Leben. Bitte beachte dabei unsere PAL- Nettiquette, die sich an der allgemeinen Internet-Nettiquette orientiert: Alle Inhalte, auch Kommentare und Beiträge von Leserinnen und Lesern, sollten in respektvollem und wertschätzendem Ton verfasst sein und dem Zweck dienen, andere weiterzubringen. Wir lehnen es ab, dass Menschen vorsätzlich verbal verletzt sowie Falschaussagen oder versteckte Werbungen verbreitet werden. Deshalb werden wir dahingehende Beiträge streichen.

Bitte die zwei gleichen Bilder auswählen:

Captcha 1
Captcha 1 Overlay
Captcha 2
Captcha 2 Overlay
Captcha 3
Captcha 3 Overlay
Captcha 4
Captcha 4 Overlay
Rebekka schreibt am 12.07.2021

Guten Tag,
wie sieht die Evidenz für die Aussagen in Ihrem Beitrag aus? Ich würde gerne mehr dazu in den Originalquellen lesen, können Sie diese nennen?
MfG

PAL Verlagsgesellschaft schreibt am 12.07.2021

Hallo Rebekka,
alle unsere Texte sind entstanden aus der Expertise der Autor*innen und ihrer Erfahrungen als Therapeut*innen und Coaches. Wir verzichten seit jeher bewusst auf Quellverzeichnisse, weil wir uns nicht in einen wissenschaftlichen Diskurs begeben, sondern Menschen praktisch anwendbare Lebenshilfen geben wollen.
Ihnen alles Gute und viele Grüße
Ihre PAL Redaktion


Froggy schreibt am 05.10.2019

Ehr-Geiz ist eigentlich ein hässliches Wort. Warum sollte man geizig sein mit der Ehre? Dies beschreibt am ehesten einen Menschen, der anderen keine Chance gibt, mit ihm mithalten zu können und auch ein wenig Ehre zu erlangen. Der will alle Ehre für sich selber und teilt sie nicht mit anderen.


Wera Ulrich schreibt am 24.08.2019

Wir haben eine Freundin, deren ge-samtes Leben und das ihres Mannes durch ihren Ehrgeiz bestimmt wird. Es zeigt sich vor allem in der Art des Alltagslebens. Beise hetzen förmlich durchs Leben und das jenseits der siebzig.Mal ist man in Brandenburg, mal in NRW, dann wieder auf Radtour in Holland, Nur ja nichts verpassen. Ich finde das schrecklich. Das käme für mich nicht infrage (ich bin siebzig). Schöne Grüsse, Dr.Merkle W. Ulrich, Herdecke


Ana schreibt am 07.08.2019

Leider steht in diesem Artikel nichts über die, die überhaupt keinen Ehrgeiz besitzen. Ich habe den Test gemacht, habe 16 von 66 Punkten. Ich bin nicht zufrieden mit diesem Mangel. Ich habe Talente und Interessen, die ausbaufähig sind - nur fehlt mir die Motivation und der Ehrgeiz, was daraus zu machen. Es wurde mir einfach nicht in die Wiege gelegt. Ich habe keine Lust mehr, Halbe sachen zu machen. Aber sobald ich mich an etwas ranwage, merke ich, wie innerlich etwas kommt und es mir zunichte machen will. Dann gebe ich einfach auf.


Steffi schreibt am 14.10.2018

Ich bin extrem ehrgeizig und habe auch im Test die volle Punktzahl erhalten. Mir ist das auch bewusst nur mir macht mein Verhalten gar nichts aus. Wenn ich wieder einmal die Beste bin oder Prüfungen mit Höchstpunktzahl abgeschlossen habe, dann erfüllt das mich mit berauschenden Glücksgefühlen. Und wenn es mal nicht so gut geht bin ich halt kurz enttäuscht, fasse mich aber schnell und sage mir: jetzt hast du von deinem Fehler gelernt, das nächste mal wird es besser.Klar, es gibt auch bei mir Momente in denen ich denke es geht nicht mehr und ich fast verzweifle. Ich bin aber ein Mensch, der fängt sich wieder und steht immer wieder auf.Ich denke nicht dass mein Ehrgeiz als krankhaft eingestuft werden kann. Ich habe einen breiten Freundeskreis und pflege meine Hobbys so oft es möglich ist. Außerdem setze ich auch manchmal Pausen, um mich zu "regenerieren".Meine Lebenseinstellung ist, dass man alles erreichen kann. Ich sage oft: Wenn ich die Beste sein kann, warum nicht?


Newsletter: Vitamine für die Seele

Lust auf mehr positive Impulse und Inspirationen in Beiträgen, Podcasts, Videos? Dann bestelle unseren kostenlosen redaktionellen PAL-Newsletter.

  
Inhalt des Beitrags 
 Was verstehen wir unter Ehrgeiz?  
 Wie entsteht (ungesunder) Ehrgeiz?  
 Warum Erfolg und Misserfolg einen großen Einfluss auf unser Selbstwertgefühl haben  
 Welche Einstellungen verbergen sich hinter krankhaftem Ehrgeiz?  
 Wofür ist Ehrgeiz gut?  
 Wie groß ist dein Ehrgeiz? Fragen zum Selbstcoaching  
 Ursachen für ein übersteigert ehrgeiziges Verhalten  
 5 Tipps, um eine Balance im Umgang mit deinem Ehrgeiz zu finden  
Weitere Beiträge
 Psychotest Perfektionismus: Bin ich perfektionistisch?
 Psychotest: Überfordern mich Beruf, Partnerschaft und Familie?
 Abschalten und entspannen nach der Arbeit
Lust auf mehr Themen zu mentaler Gesundheit?
Der PAL-Newsletter