Liebe das Leben – nicht die Dinge

Materieller Besitz macht nicht glücklich. Dennoch suchen wir oft innere Befriedigung im Shopping und Sammeln von Dingen. Zufriedener werden wir dadurch nicht. Wie du deine Aufmerksamkeit auf die wesentlichen Dinge im Leben richten kannst und mehr schöne Erlebnisse sammelst, erfährst du in diesem Beitrag.

Liebe das Leben – nicht die Dinge
© Kevin Delvecchio, unsplash.com

Die meisten von uns gehen oft und gerne shoppen – ob im Internet oder in der Fußgängerzone. Das schier unendliche Angebot an Waren ist auch zu verlockend. Wir häufen immer mehr Besitz an und wissen oft gar nicht mehr, wohin mit dem ganzen Zeug. Wenn wir Langeweile oder Probleme haben, eine innere Leere verspüren, deprimiert sind, uns etwas gönnen oder uns verwöhnen wollen, dann gehen wir einkaufen. So häufen wir immer mehr an – oftmals auch Schulden.

Wir brauchen immer mehr Platz für all die Dinge, die wir kaufen. Und je mehr wir anhäufen und je mehr die Dinge gekostet haben, desto mehr Angst haben wir, diese zu verlieren. Das schränkt uns ein und je mehr wir besitzen, desto weniger frei fühlen wir uns. 
Wir sind nie nachhaltig zufrieden, denn Besitz kann nie echte, immaterielle Erlebnisse ersetzen.

Liebe das Leben und die Menschen - nicht die Dinge.

Glück und Zufriedenheit sind keine Frage von materiellem Besitz

Studien der Glücksforschung haben ergeben, dass materieller Besitz nicht zu mehr Zufriedenheit und Glück führt, wenn unsere Grundbedürfnisse finanziell abgedeckt sind. Ab circa 60.000 € Jahresgehalt gibt es kein Mehr an Glück, auch wenn wir besser verdienen. Das hängt damit zusammen, dass wir von einem höheren Einkommen auch mehr Wohlstand, einen gehobenen Lebensstil etc. erwarten – und enttäuscht sind, wenn sich dieser in der Realität dann nicht so umsetzen lässt, wie wir es uns vorstellen. 

Außerdem werden Dinge, die wir uns früher nur zu besonderen Anlässen geleistet haben, schnell gewöhnlich und verlieren ihren Reiz, wenn sie immer verfügbar sind. Wenn wir ständig Champagner trinken, verwandelt sich das exklusive Getränk in unserem Empfinden auch nur in einen gewöhnlichen Sekt.

Weniger Konsum, dafür mehr erleben: 5 Tipps für mehr schöne Erlebnisse

Wenn du weniger konsumieren möchtest und Alternativen suchst, um mehr schöne Erlebnisse in deinen Alltag zu lassen und wahres Glück zu finden, dann sind die folgenden Tipps für dich bestimmt hilfreich. 

TIPP 1: Verschenke Erlebnisse statt Dinge

Verschenke zu Geburtstagen, dem Valentinstag oder Weihnachten persönliche Erlebnisse. Überlege dir, mit was du dem Menschen, den du beschenken möchtest, eine Freude machen könntest. Du könntest für die Person etwas kochen, für sie etwas basteln (zum Beispiel selbstgemachten Schmuck), mit ihr etwas unternehmen, einen Spieleabend organisieren oder mit ihr spazierengehen. Klar: Das kostet vielleicht mehr Zeit als der Kauf eines Geschenkes, ist aber persönlicher und wertvoller für die oder den Beschenkte:n. Denn ihr teilt dann einen besonderen Moment zusammen. 

TIPP 2: Begeistere dich für die Natur

Gehe raus, schätze und genieße die Schönheit der Natur. Betätige dich im Freien sportlich, gärtnere, gehe Fahrradfahren, wandern ... Es gibt so viel Wunderbares und Einmaliges in der Natur zu entdecken, das dir mehr Befriedigung geben kann als all die Dinge, die du kaufen kannst.

TIPP 3: Verbringe mehr Zeit mit Menschen, die dir etwas bedeuten

Triff dich häufiger mit Bekannten, Freunden und Verwandten. Unternimm etwas mit deiner Partnerin oder deinem Partner und den Kindern. Hör genau zu, was deine Lieblingsmenschen bewegt und sei an ihren Themen und Sorgen interessiert. Das bereichert dein Leben und das der anderen.

Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen.

Guy de Maupassant

TIPP 4: Höre auf deine Gefühle

Wenn du aufgrund unguter Gefühle den Drang haben solltest, shoppen zu gehen, dann frage dich:

  • Woher kommt dieses ungute Gefühl?
  • Warum fühle ich mich einsam?
  • Warum bin ich deprimiert?
  • Warum bin ich unzufrieden?
  • Und dann frage dich: Was könnte ich anstatt einkaufen tun, um mich besser zu fühlen? 

TIPP 5: Befreie dich von materiellen Dingen

"Simplify your life!", wie Tiki Küstenmacher so schön sagt. Überlege dir, welche Dinge bei dir zuhause (ungenutzt) rumstehen, verstauben und den Blick für das Wesentliche versperren. Entrümpele deine Wohnung und dein Leben. Wie viele Dinge (Möbel, Kleider, Bilder, Schuhe, Schmuck, Bücher, Vasen usw.) besitzt du? Was davon nutzt du regelmäßig? Brauchst du all das wirklich? Wenn du Ja sagst, dann überlege dir, wie du dich fühlen würdest, wenn du diese Dinge verlieren würdest.

Alle Dinge, an denen du emotional hängst und die du besitzt, besitzen dich! Wenn du emotional abhängig von Dingen bist, dann bist du verwundbar. Lass die Dinge los – und werde frei und unverwundbar!

Am Ende des Lebens zählen unsere Begegnungen mit Menschen und die Momente, in denen wir das Leben gespürt haben.

Materielles ist nichts wirklich Wertvolles – auch wenn es viel Geld gekostet hat. Wenn Dinge verlorengehen, zerstört oder gestohlen werden, dann ist das kein großer Verlust. Deshalb hänge nicht an den Dingen, die du besitzt. 

Am Ende unseres Erdendaseins werden wir uns an die Menschen erinnern, die wir geliebt haben und die uns geliebt haben. Wir werden uns an die schönen Dinge und Momente erinnern, die wir erleben, genießen, erschaffen und tun durften. Wir werden uns sicherlich nicht an die Dinge erinnern, die wir gekauft haben, weil wir Langeweile hatten.

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Katrin Siemon schreibt am 03.01.2023

Sehr schöne emotionale Sprüche……fand ich echt gut….werde den Kalender bestellen…..


Uschi schreibt am 27.08.2019

Zeit heilt keine Wunden, aber Menschen. Das Leben schenkte mir einen wunderbaren Mann. Er brachte Sonne in mein Leben. Durch ihn kann ich wieder genießen und lieben.


Wallau schreibt am 21.08.2019

Mir gefallen die Artikel von Dr. Doris Wolf und Dr. Rolf Merkle alle gut. Und ich schaue täglich in eines von den Büchern und auf den Lebensfreudekalender. Ich habe dadurch viele interessante und hilfreiche Gedanken in mein Leben aufgenommen. Ich danke ganz, ganz herzlich dafür.


Julia schreibt am 26.04.2019

Es ist nicht so, dass an dieser Sichtweise nicht was Sinnvolles dran ist, aber sie ist sehr das, was ich als typisch männlich bezeichnen würde. Nicht alle Menschen sind gleich, und nicht alle macht Natur allein glücklich. Das ist typabhängig und nicht pauschal eine Lösung. Mich erinnert das dann zu sehr an Glückskeksesprüche. Es wird die Komplexität immer zu sehr außer Acht gelassen (gerade in der Verhaltenstherapie). Zum Beispiel "umgeben sie sich mit Menschen, die ihnen guttun und Ihnen wichtig sind", was ist wenn man keine Menschen als wirklich guttuend empfindet, besonders die eigene Familie nicht, weil man mit ihr Probleme hat? Mir ist das zu pauschal. Wenn es so einfach wäre, dann wüssten wir alle was zu tun ist. Oder vielleicht sammelt man etwas, ich denke man sollte sich fragen, was sagt das über mich, warum sammle ich das? Und dass es in Ordnung ist, wenn man das unbedingt grad möchte, es ist ok. Es ist nicht die Aufgabe, das Gesammelte los zu werden und sich zu zwingen, damit aufzuhören, weil andere sagen, dass man dann ein glücklicherer Mensch ist. Vielleicht hat man in der Kindheit ständig verzichtet und muss das jetzt einfach mal nachholen und sich Wünsche erfüllen. Das hört meist von selbst wieder auf, wenn man diese Erfahrung sich selbst geben konnte. Es geht eben darum, nicht etwas zu machen oder so zu sein, wie es empfohlen wird, weil es angeblich alle/oder den Autor glücklicher macht. Eine Hausratversicherung hat man, denke ich, auch eher, da man falls was passiert und wenig Geld besitzt, nicht in einer leeren Wohnung leben möchte. Ein bestimmter Standard gehört zum glücklich sein auch dazu, dass man nicht ständig verzichten, sondern auch mal essen gehen oder auf einer Couch sitzen möchte. Nicht jeder schläft gern in einem Zelt.Ich finde solche Pauschaltipps einfach schwierig und zu einfach, es ist viel wichtiger, in sich selbst reinzuhören und zu erkenne, was gut für einen ist und was einen glücklich macht.


Olga schreibt am 02.07.2018

Vielen Dank für den Artikel.Ich war sehr leistungsorientiert. Sehr gute Noten während der Schule und des Studiums stand im Vordergrund. Das gleiche galt für die Arbeit. Ich wollte alles perfekt machen um bloß keine Kritik zu erleben. Damit alles perfekt läuft, habe ich auf viele Dinge verzichtet, die mir Freude machten.Jetzt bin ich ausgebrannt. Ich will nicht mehr mein Beruf weiter ausüben, da ich keine Kraft mehr besitze. Ich will mehr Zeit mit meinen Kindern und Freunden verbringen.


Inhalt des Beitrags   
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 Glück und Zufriedenheit sind keine Frage von materiellem Besitz
 Weniger Konsum, dafür mehr erleben: 5 Tipps für mehr schöne Erlebnisse
 Am Ende des Lebens zählen unsere Begegnungen mit Menschen und die Momente, in denen wir das Leben gespürt haben.
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