Selbstmanagement – Gefühle beeinflussen lernen

Selbstmanagement beinhaltet die Steuerung und Kontrolle unserer Gefühle. Im folgenden Beitrag erfahren Sie mehr zum Umgang mit emotionalen Problemen und negativen Gefühlen.

Selbstmanagement – Gefühle beeinflussen lernen
© Andrew Neel, unsplash.com

Fühlen Sie sich Ihren Gefühlen oft ausgeliefert? Glauben Sie, sich in bestimmten Situationen schlecht fühlen zu müssen?

Fast alle Menschen haben persönliche, berufliche oder partnerschaftliche Probleme. Alle Menschen erleiden Verluste. Alle Menschen sind Kritik ausgesetzt, alle Menschen erleiden Fehlschläge und müssen Niederlagen verarbeiten. Alle Menschen werden älter und müssen sterben. Alle Menschen stoßen immer wieder auf Ablehnung. Warum sind dann nicht alle Menschen depressiv, verängstigt und hoffnungslos?

Was haben Elvis Presley, Roy Black und Ernest Hemingway gemeinsam?

Zunächst einmal weilen sie nicht mehr unter uns. Sie sind tot. Sie sind nicht an Altersschwäche gestorben. Sie haben ihrem Leben selbst ein Ende bereitet. Roy Black und Ernest Hemingway haben sich bewusst das Leben genommen, während Elvis Presley durch jahrelange Einnahme von Aufputschmitteln und Beruhigungsmitteln seinen Körper systematisch zerstört hat.

Diese drei Menschen hatten alles, wovon viele von uns träumen: Sie hatten besondere Talente und Fähigkeiten, sie waren reich, sie hatten Erfolg, sie wurden von Millionen bewundert und verehrt. Trotzdem haben sie sich das Leben genommen. Warum? Wieso nehmen sich Menschen das Leben, die alles besitzen, wonach viele von uns streben?

Was haben Errol Marklein, Erik Weihenmayer und Wolfgang Schäuble gemeinsam?

Alle drei sind behindert. Alle drei führen ein erfülltes, erfolgreiches und befriedigendes Leben. Errol Marklein ist auf einen Rollstuhl angewiesen. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, anderen Behinderten das Leben zu erleichtern. Er hat deshalb eine Rollstuhlfabrik aufgebaut. Wolfgang Schäuble sitzt ebenfalls im Rollstuhl. Er geht weiter seiner Arbeit in der Politik nach. Erik Weihenmayer ist blind, was ihn nicht daran hindert, die höchsten Berge der Welt zu besteigen.

Warum sind Menschen, deren Lebensumstände traumhaft sind, unglücklich und nehmen sich das Leben? Wie können Menschen, die behindert sind, ein erfülltes und zufriedenes Leben führen?

Auf diese Fragen gibt es nur eine Antwort:

Es sind nicht die Lebensbedingungen, die unsere Gefühle bestimmen, sondern wie wir mit den Bedingungen umgehen.

Genauer gesagt: Es sind unsere Gedanken, Einstellungen und Überzeugungen, die über unser Glücklichsein und Unglücklichsein entscheiden. Wenn wir uns frustrierende, ängstliche, ärgerliche, deprimierende und hoffnungslose Gedanken machen, dann müssen wir uns frustriert, ängstlich, verärgert, deprimiert und hoffnungslos fühlen - gleichgültig wie optimal unsere Lebensbedingungen sind!

Elvis Presley, Roy Black und Ernest Hemmingway haben das Paradies, in dem sie gelebt haben, als Hölle empfunden und litten deshalb unter so großen Seelenqualen, dass sie sich das Leben genommen haben.

Durch unsere Gedanken können wir ein Paradies zur Hölle machen und die Hölle zum Paradies.

Wie und warum machen Sie sich das Leben so schwer? Sicherlich nicht, weil Sie Gefallen daran finden. Sie machen sich nicht absichtlich frustrierende, deprimierende oder ängstliche Gedanken. Warum kommen Ihnen diese negativen Gedanken und Bilder immer wieder in den Sinn?

Alles, was Sie wissen und können, haben Sie von anderen Menschen - insbesondere von denjenigen, von denen Sie emotional stark abhängig waren, im Laufe Ihres Lebens übernommen.  Sie haben sich deren Art zu denken, emotional zu reagieren und zu handeln angeeignet.

Deshalb ist Ihr mentaler Computer, Ihr Gehirn, darauf programmiert, in bestimmten Situationen bestimmte Hörspiele und Filme ablaufen zu lassen, die Sie emotional leiden lassen.

Vieles, das Sie gelernt haben, ist emotional nicht hilfreich für Sie. Deshalb müssen Sie lernen, anders zu denken und emotional zu reagieren. Hierzu müssen Sie ein neues Programm - ein up-date - auf der Festplatte Ihres Gehirns installieren. Sie müssen Ihre schädliche Gedanken-Software, d.h. Ihre von Kindheit antrainierten und erworbenen negativen Gedanken- und Gefühls-Programme durch ein neues Gedanken- und Gefühls-Programm ersetzen.

Was über dein Lebensglück entscheidet, sind nicht deine Probleme, sondern wie du mit diesen umgehst. 
Dr. Rolf Merkle

Erst mit einer neuen Software kann Ihr Computer Ihnen andere Gedanken-Programme und damit bessere Bewältigungsstrategien anbieten. Im Moment wird Ihr gesamtes Denken, Fühlen und Handeln in erster Linie durch ein Programm bestimmt, das von Ihren Eltern, Lehrern und Erziehern geschrieben wurde.  In diesem Programm steht etwas über Sie und Ihren Selbstwert, über andere Menschen, über die Welt, über Ihre Chancen und Möglichkeiten, die Sie zu haben glauben.

Dieses Programm entscheidet, 

  • ob das Glas halb voll oder halb leer ist, 
  • was gut und schlecht ist,
  • schön oder hässlich ist,
  • richtig oder falsch ist,
  • möglich oder unmöglich ist,
  • wichtig oder unwichtig ist,
  • nützlich oder überflüssig ist,
  • toll oder beschissen ist, 
  • ob Sie glücklich oder unglücklich sind,
  • motiviert oder lustlos sind,
  • frustriert oder fasziniert sind,
  • sich geliebt oder ungeliebt fühlen,
  • begeistert oder gelangweilt sind,
  • sich entschlossen oder zögerlich fühlen,
  • was Sie tun und wie Sie sich verhalten.

Kurzum: Ihr (altes) Gedanken-Programm bestimmt Ihr momentanes Leben, Verhalten und Empfinden.

Und Ihr Gedankenprogramm wird auch Ihre Zukunft gestalten, wenn Sie es nicht ändern.  Wenn Sie mit Ihrem Leben unzufrieden sind, wenn Sie besser drauf sein wollen als Gestern und Heute, wenn Sie nicht länger der Sklave negativer Gedanken und Gefühle sein möchten, dann müssen Sie jetzt eine Entscheidung treffen. Sie müssen sich dafür entscheiden, Ihr altes Gedanken-Programm durch ein neues zu ersetzen. 

Wie bei einem Computer müssen Sie das alte Programm überspielen, indem Sie ein up-date der Software auf Ihre Festplatte, das Gehirn, spielen.

Der Gefühlskompass

Der Gefühlskompass hilft Ihnen herauszufinden, was Sie denken, wenn Sie bestimmte Gefühle verspüren. Umgekehrt zeigt er Ihnen, wie Sie sich fühlen, wenn Sie bestimmte Gedanken haben. Sie können den Gefühlskompass herunterladen und ausdrucken. Mit dem Online Training Gefühle lernen Sie, welche Gedanken welche Gefühle erzeugen.

Video: Gefühle verstehen und steuern lernen

YouTube Video  

Solange Ihr altes Programm aktiv ist, bestimmt dies Ihre Gefühle und Ihr Verhalten. Wie Sie Ihr altes Gedankenprogramm durch ein neues ersetzen können, dass erfahren Sie in dem Ratgeber Gefühle verstehen, Probleme bewältigen.

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Anne schreibt am 12.09.2019

Ich bin ja nicht gern der Schwarzseher, aber wenn ich mir den Gefühlskompass so ansehe, dann erkenne ich 11 negative Gefühle und nur ein einziges positives. Kein Wunder, dass mich die negativen Gefühle oft so überwältigen. Wie soll man denn das in den Griff kriegen?

michi schreibt am 11.05.2019

Es ist schwer was zu akzeptieren ,was einen so belastet,wenn man sich schlecht fühlt und negative gedanken kommen.

Eva schreibt am 29.04.2019

Danke für eure Hilfestellungen, Bücher sind bestellt :)

Fritz schreibt am 23.04.2019

Hallo Zusammen,Ich errinere mich ganz genau an die Botschaften meiner Mutter „ blamiere uns nicht “ , „ schau mal die anderen Kinder “ich habe früh gelernt die Meinung anderer Menschen und deren Urteil über mich definiert mich. Wenn andere mich toll finden ich also ein Kompliment bekomme bin ich super sobald ich etwas schlecht mache bin ich ein Versager. Ich errinere mich auch an Mitschüler die gehänselt wurden sodass ich auch da gelernt habe ich dürfe nicht anders sein um gemocht zu werden. Mein altes Programm meine alte Software sagt mir du nusst gewisse Dinge tun oder haben sonst bist du nicht liebenswert. So wie du bist bist du nicht in Ordnung du musst es dur verdienen geliebt und akzeptiert zu werden. Alle meine Schwächen müsste ich verbergen, ich habe mich oft geschämt in der Schule wenn ich aufgerufen wurde und ich etwas nicht wusste. Selbst heute ist es mir unangenehm wenn ich bekannte im Fitnesstudio oder Schwimmbad sehe an Cafes vorbei laufe in denen viele Menschen sitzen die ich kenne ich habe das Gefühl sie beobachten verspotten oder bewerten mich. Es ist die alte Platte du bist nicht genug du darfst keine Fehler machen andere Nutzen deine Fehler aus ubd verspotten dich. Zum Glück werden mir diese Gedanken immer öfter bewusst

Viktor schreibt am 14.09.2018

Es ist schon richtig, dass Gedanken oder Meinungen, die Gefühle beeinflussen und das ich drauf die Kontrolle haben sollte, theoretisch...Praktisch sieht die Sache aber ganz anders aus. Man stelle sich nur mal die Situation vor, wo man sich in einer grossen Gruppe befindet, in der ein Narzisst anwesend ist und einen erniedrigt und blosstellt vor allen Leuten, nur damit er selbst gut da steht.Man kann in solch einer Situation nicht gelassen bleiben, sofern man nicht sehr schlagfertig ist, denn ansonsten verlieren auch die anderen Gruppenteilnehmer die Achtung vor einem. Selbst wenn ich gelassen bleibe.Wie man an diesem Beispiel sehen kann, kommt es immer darauf an, wo die Kontrolle der Gedanken und Gefühle angebracht ist und das ist meiner Meinung nach das eigentlich Schwierigste an der ganzen Sache.Mobbing ist nicht umsonst strafbar, weil durch diese negativen Gefühle auch Krankheiten wie Depressionen entstehen können. Gerade am Arbeitsplatz.

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 Durch unsere Gedanken können wir ein Paradies zur Hölle machen und die Hölle zum Paradies.
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