Ehrenamtlich helfen

Anderen helfen hält jung und gesund

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Dr. Doris Wolf
Expertin für Frustessen und Abnehmen in der Stern Diät Serie vom Januar 2009.

Sie sagt: Wer sein Gewicht in den Griff bekommen will, muss lernen, seinen seelischen Hunger auf andere Weise als durch Essen zu stillen.

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Ehrenamtlich tätig sein und anderen etwas Gutes tun hilft nicht nur anderen, sondern auch uns.

Dr. Doris Wolf Dr. Doris Wolf, Diplom Psychologin, Psychotherapeutin

"Täglich eine gute Tat" - so lautet ein Leitspruch der Pfadfinder. Aber nicht nur Pfadfinder sollten nach dieser Devise leben. Anderen Menschen zu helfen ist nämlich nicht nur für die anderen sondern auch für uns selbst eine gute Tat.

Welche Motive verbergen sich hinter unserer Hilfsbereitschaft?

10 bis 20 Millionen Menschen sollen in Deutschland ehrenamtlich im sozialen Bereich tätig sein. Die Motive für das ehrenamtliche Helfen sind ganz unterschiedlich.

Was kann uns die Hilfsbereitschaft bringen?

Gleichgültig, welche Motive sich hinter unserer Hilfsbereitschaft verbergen, sie hat vielfältige positive Auswirkungen auf unser seelisches und körperliches Befinden. Ja, anderen zu helfen, wirkt sogar lebensverlängernd, und wenn wir uns für andere einsetzen, dann sind wir zufriedener. Man könnte sogar sagen: Helfen macht glücklich.

Lebensverlängernd wirkt das Helfen,

Eine amerikanische Studie an 1700 Frauen ergab: Wer anderen hilft, wird ruhiger, ausgeglichener und erlebt im Augenblick der Hilfeleistung ein Stimmungshoch. Dieses Hochgefühl kommt dadurch zustande, dass in unserem Körper sog. Endorphine, körpereigene Schmerzkiller und Stimmungsmacher freigesetzt werden. Bei einem Drittel der Frauen, die sich regelmäßig um das Wohl anderer Menschen kümmerten, gingen streßbedingte Magen- und Kopfschmerzen zurück. Das Selbstwertgefühl stieg an und Einsamkeitsgefühle sowie Depressionen nahmen ab.

Selbst die Erinnerung an eine gute Tat führt dazu, dass man sich besser fühlt. Das Hochgefühl entsteht allerdings nicht, wenn man nur Geld spendet oder anonym Hilfe leistet. Das mit der guten Tat verknüpfte gute Gefühl trägt auch dazu bei, dass unsere Abwehrkräfte steigen und wir eine zufriedene Ausstrahlung bekommen.

Was hindert uns daran, anderen zu helfen?

Bereits als kleine Kinder lernen wir, wie wichtig andere Menschen für uns sind und ob wir uns für andere Menschen einsetzen. Wir lernen, Ziele im Leben zu setzen und sie zu verfolgen. Krisen und Erfahrungen in unserem Leben können unser Verhalten jedoch ver-ändern. Manche Menschen fühlen sich von anderen Menschen so enttäuscht, dass sie entscheiden, nur noch an sich selbst zu denken. Sie haben Angst, ausgenutzt zu werden und wieder den Kürzeren zu ziehen. Andere wiederum erleben beispielsweise durch eine schwere Erkrankung, wie wichtig und hilfreich die Umwelt ist, sodass sie sich von nun an für andere einsetzen.

Auch die Ängste, sich zu überfordern, den Anforderungen nicht gewachsen zu sein oder für immer verpflichtet zu sein, wenn man einmal beginnt, hemmen unsere Hilfsbereitschaft.

Wir sollten diese Gefühle ernst nehmen, aber auch überprüfen, ob es wirklich so ist. Wir sollten uns bei unseren Hilfeleistungen nicht überfordern, sondern unsere eigenen Kräfte berücksichtigen. Doch geht es nicht um ein Alles-oder-Nichts-Prinzip. Schon mit einer Stunde in der Woche oder im Monat ist vielen Menschen geholfen. Manche Hilfeleistungen müssen gar nicht regelmäßig sein, sondern beispielsweise nur dann, wenn die Nachbarin mal krank ist oder der Babysitter ausfällt. Jede kleine Hilfeleistung zählt, jeder Beitrag ist wichtig - auch wenn wir vielleicht nicht dafür garantieren können, jede Woche gesund und aktiv zur Verfügung zu stehen.

Wo können Sie sich engagieren und andere unterstützen?

Überlegen Sie sich zunächst einmal, was Sie anzubieten haben und was Sie gerne beitragen würden. Was würde Ihnen Spaß machen? Sind Sie gut bei Fuß und können für einen behinderten Menschen in Ihrer Nachbarschaft einkaufen? Verstehen Sie viel von der Bürokratie und können einem ausländischen Nachbarn bei den Behördengängen und dem Ausfüllen der Formulare helfen? Können Sie gut zuhören und wollen sich einer Bekannten annehmen, die gerade ihren Partner verloren hat? Könnten Sie den Hund der kranken Nachbarin Gassi führen oder für diese Einkäufe tätigen?

Wenn wir uns um das Wohl
anderer kümmern, dann tun wir
zwei Menschen etwas Gutes:
dem anderen und uns.
Helfen und Gutes tun ist also
eine win-win-Situation -
Gebender und Nehmender profitieren.

Alle Wohlfahrtsverbände (Arbeiterwohlfahrt, Deutscher Caritasverband, Dt. Paritätischer Wohlfahrtsverband, Dt. Rotes Kreuz, Diakonisches Werk) brauchen ehrenamtliche Helfer. Die Telefonnummern finden Sie in Ihrem örtlichen Telefonverzeichnis. In vielen Städten gibt es auch Seniorengenossenschaften, in denen Sie sich für andere engagieren können und dafür auch Hilfe bekommen, wenn Sie selbst mal Hilfe benötigen. Sie können sich auch an Ihre Kirchengemeinde, die Nachbarschaftshilfe oder an eine der vielen Selbsthilfegruppen wenden. Auch die Krankenhäuser und Sozialbehörden suchen ehrenamtliche Mitarbeiter.

In der Dachorganisation "Alt hilft jung" haben sich gemeinnützige Vereine zusammengeschlossen. Senioren bringen hier ihre spezielle Berufs- und Lebenserfahrung ein, beispielsweise bieten sie von Oma- und Opa-Diensten über handwerkliche Tätigkeiten bis hin zur Unternehmensberatung alles an. (Informationen dazu erhalten Sie im Internet, wenn Sie den Begriff "Alt hilft jung" eingeben.) Schauen Sie auch mal beim Bundesverband für Freiwilligenagenturen vorbei.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie den für Sie passenden Weg finden, um sich sinnerfüllt, akzeptiert und zufrieden zu fühlen. Mögen Sie möglichst oft das erhebende positive Gefühl erleben, sich mit einem anderen Menschen verbunden und ihm nahe zu fühlen.

© 1999-2012 PAL Verlag - Ehrenamtliches Helfen - anderen etwas Gutes tun
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