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Progressive Muskelentspannung - die Nr. 1 unter den Entspannungsverfahren

Muskelentspannung nach Jacobson
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Behandlung von Schlafstörungen - Teil 1
Behandlung von Schlafstörungen - Teil 2
Behandlung von Schlafstörungen - Teil 3
Dr. Rolf Merkle - Diplom Psychologe, Psychotherapeut
Je älter wir werden, um so mehr verändert sich die Schlafdauer und die Art des Schlafes.
Die Zeit des Schlafbedarfs wird im Verlauf des Lebens kontinuierlich weniger. Während Säuglinge bis zu 16 Stunden am Tag schlafen, brauchen Menschen jenseits des sechzigsten Lebensjahres im Durchschnitt nur noch etwa sechs Stunden.
Mit zunehmendem Alter ändert sich auch der Anteil und die Dauer der einzelnen Schlafphasen.
So träumen Babys bis zu acht Stunden, während Erwachsene nur etwa eine bis eineinhalb Stunden pro Nacht träumen. Der ältere Mensch benötigt also weniger Traumschlaf und dadurch verkürzt sich die Gesamtschlafdauer pro Nacht.
Ferner ist der Schlaf älterer Menschen weniger tief, d.h. die Tiefschlafphasen nehmen ab.
Durch den flacheren Schlaf ist die Weckschwelle gesenkt, d.h. der ältere Mensch ist für Geräusche störanfälliger und wird leichter wach. Der Schlaf wird auf die 24 Stunden des Tages verteilt, d.h. in Form von kleinen Nickerchen wird der Schlafbedarf gedeckt. Einen Teil in der Nacht, einen Teil am Mittag, einen Teil am Nachmittag.
So beträgt die durchschnittliche nächtliche Schlafzeit 60 bis 80jähriger Menschen nur noch 6,5 Stunden. Da Menschen mittleren und höheren Alters meist auch früher ins Bett gehen, wachen sie morgens natürlich schon sehr früh auf. Sehr oft haben sie dann das Gefühl, noch müde zu sein, und interpretieren diese Müdigkeit als ein Indiz für einen mangelnden Schlaf.
Dem ist jedoch nicht so. Da ältere Menschen kaum noch Tiefschlaf-phasen aufweisen, ist die Qualität des Schlafes nicht mehr so gut und der ältere Mensch fühlt sich morgens nicht mehr so ausgeruht. Dies ist jedoch kein Anzeichen für eine Schlafstörung, sondern Teil einer ganz normalen biologischen Veränderung.
Mit zunehmendem Alter verändert sich auch das Einschlafverhalten.
Die Einschlafzeiten variieren im normalen Bereich zwischen einigen Minuten und etwa einer Stunde!
Vom Jugendalter bis etwa in die Mitte der Vierziger ist die Anzahl derer, die länger zum Einschlafen brauchen, etwa gleichbleibend bei 10 Prozent. Diese Zahl erhöht sich dann im Alter ab Mitte Vierzig auf etwa 20 Prozent und erreicht im Rentenalter Werte um die 35 Prozent. Während Kinder sich hinlegen können und sofort schlafen, benötigen junge Erwachsene (bis 30 Jahre) ca. 20 bis 30 Minuten und 60- bis 70jährige sogar bis zu einer Stunde, bis sie einschlafen!
Die längeren Einschlafzeiten hängen oft aber auch damit zusammen, dass ältere Menschen zu früh ins Bett gehen, d.h. wenn sie bzw. ihr Körper noch nicht müde genug sind. Dieses Früh-Zubettgehen liegt nicht selten daran, dass sie nichts mit ihrer Zeit anzufangen wissen. Sie haben vielleicht keine Hobbys, wenig soziale Kontakte, keine Aufgaben, für die es lohnen würde, länger aufzubleiben. So wird das Zubettgehen als eine Strategie benutzt, um der Langeweile bzw. dem Alltag zu entfliehen.
Beachten Sie also bitte
Wenn Sie also 40 und mehr Jahre alt sind und länger als eine halbe Stunde wach liegen, ehe Sie einschlafen, dann leiden Sie nicht unter einer Einschlafstörung. Die verlängerte Einschlafzeit kann Teil eines natürlichen biologischen Prozesses sein, auf den Sie sich einstellen müssen.
Es ist gerade bei älteren Menschen mit einem Schlafbedarf von 4 bis 5 Stunden verständlich, dass sie „versuchen“, länger zu schlafen als nötig, vor allem dann, wenn sie Probleme haben, die späten Abend- oder die frühen Morgenstunden sinnvoll und befriedigend zu nutzen.
Doch gerade in diesen Fällen besteht die Ursache des Problems genau in diesem Punkt und nicht in einer vermeintlichen Schlafstörung.
Es ist wichtig, genau festzustellen, ob eine Schlafstörung wirklich vorliegt. Falls nicht, stellt sich die Frage: Wie gestalte ich meinen Alltag anders und interessanter, so wie es mein Körper mit diesem verringerten Schlafbedarf benötigt?
© 2009-2010 PAL Verlag - Schlafverhalten im Alter - Schlafbedarf im Alter
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