Medikamente bei Schlafstörungen: Risiken und Nebenwirkungen

Die regelmäßige Einnahme von Schlafmitteln führt zu Schlafstörungen. Die Einahme von Schlaftabletten hat mehr Nachteile als Vorteile. Deshalb Hände weg.

Medikamente bei Schlafstörungen: Risiken und Nebenwirkungen
© Myriam Zilles, unsplash.com

Die dauerhafte Einnahme von Schlaftabletten führt zu einer körperlichen und psychischen Abhängigkeit und verstärkten Schlafstörungen. Deshalb: Hände weg von Schlafmedikamenten.

Wenn es Ihnen wie den meisten Menschen geht, die unter Schlafstörungen leiden, dann greifen Sie regelmäßig zu Schlafmedikamenten und/oder Alkohol, um Ihre Schlafprobleme in den Griff zu bekommen. Damit tun Sie aber weder sich noch Ihrem Körper einen Gefallen, ganz zu schweigen davon, dass Sie Ihre Schlafstörungen dadurch nicht beseitigen, sondern im Gegenteil vergrößern!

Schlafmittel führen keinen natürlichen Schlaf herbei!

Die meisten chemischen Schlafmittel haben 5 große Nachteile, wegen derer Sie auf die Einnahme von Schlafmitteln verzichten sollten. Diese sind:

  1. Psychische Abhängigkeit
  2. Körperliche Gewöhnung und damit Dosissteigerung
  3. Körperliche Abhängigkeit
  4. Negative Veränderung des Schlafes
  5. Nebenwirkungen

Psychische Abhängigkeit

Die psychische Abhängigkeit kann schon nach wenigen Tagen eintreten. Sie ist daran zu erkennen, dass Sie glauben, Ihr Medikament zu brauchen und ohne es nicht schlafen zu können. Bei dem Gedanken, das Schlafmittel nicht zu nehmen, werden Sie nervös und bekommen Angst. Sie können sich nicht vorstellen, auf diese Einschlafhilfe zu verzichten.

Körperliche Gewöhnung

Nach wenigen Tagen der Einnahme gewöhnt sich Ihr Körper an die Dosis und die Wirkung des Medikaments lässt nach. Sie müssen nun eine höhere Dosis einnehmen, um den gewünschten Effekt zu erzielen.

Körperliche Abhängigkeit

Die allermeisten der zum Ein- und Durchschlafen eingenommenen Schlafmittel führen über kurz oder lang zu einer körperlichen Abhängigkeit. Dies kann schon nach einer Woche oder erst nach vier Wochen der Fall sein.

Wenn Sie dann das Schlafmittel absetzen, verspüren Sie eine Reihe unangenehmer Entzugserscheinungen. Sie schwitzen, zittern, bekommen Angstzustände, Kopfschmerzen, haben Konzentrationsschwierigkeiten und haben den Eindruck, überhaupt nicht mehr schlafen zu können.

Negative Veränderung des Schlafes durch Schlafmittel

Fast jedes Schlafmittel hat einen negativen Einfluss auf Ihr Schlafverhalten.

So hat die Einnahme von Barbituraten zur Folge, dass die Tiefschlafphasen wegfallen und Sie nur noch wenig träumen. Barbiturate erzwingen den Schlaf, so als ob Sie jemand betäubt oder Sie gleichsam durch einen Schlag auf den Kopf ins Reich der Träume geschickt werden.

Kein Schlafmittel kann - auch wenn es noch so lange eingenommen wird, einen natürlichen Schlaf erzeugen, der dem eines Nicht-Schlafgestörten entspricht.

So führen Alkohol und Schlafmittel dazu, dass Sie weniger träumen, der für Ihre körperliche Erholung wichtige Tiefschlaf ist reduziert und Sie wachen morgens früher auf. Nur die Phasen des weniger wichtigen leichten Schlafes sind etwas verlängert. Kurz gesagt:

Je häufiger Sie zu Schlafmitteln greifen, um so weniger und schlechter schlafen Sie.

Nebenwirkungen von Schlafmitteln

Es gibt keine Medikamente ohne Nebenwirkungen! Alle Medikamente führen, je nach Dauer der Einnahme, zu körperlichen Veränderungen oder gar Schädigungen der Organe. Insbesondere Barbiturate (Bellergal, Medinox, Neodorm, Norkotral u.a.) und Benzodiazepine (Lexotanil, Librium, Valium, Tranxilium, Nobrium, Adumbran, Tavor Diazepam u.a.) greifen sehr stark in die Körpervorgänge ein.

Stoffwechselstörungen, Verminderung der Blutgerinnungsfähigkeit und Magen-Darm-Störungen sind nur einige der möglichen Folgen. Hinzu kommen können noch Depressionen, eine Verminderung der Reaktionsfähigkeit, Benommenheit, Konzentrationsschwierigkeiten, und, und ...

Da Schlafmittel meist nur langsam im Körper abgebaut werden, wirken sie auch am nächsten Tag noch, und so fühlen Sie sich auch unter Tag schlapp, müde und benommen und haben Konzentrationsschwierigkeiten.

Je älter Sie sind, um so länger bleibt das Medikament in Ihrem Körper. Während bei einem 20-jährigen ein Barbiturat nach 6 Stunden im Körper nicht mehr nachzuweisen ist, ist es bei einem 60-jährigen bis zu 48 Stunden nach der Einnahme noch nachweisbar.

Sie sehen: Schlafmittel - hierzu gehört auch der Alkohol - sind keine harmlosen Helfer, zu denen Sie bedenkenlos greifen können. Die Einnahme von Schlafmitteln hat negative Folgen für Sie und Ihre Gesundheit. Ganz abgesehen davon lösen diese Mittel nicht Ihre Probleme, die Ihnen den Schlaf rauben!

Schlafmittel beseitigen nicht die Ursachen Ihrer Schlafstörung. Also Hände weg davon.

Eine kurzfristige Einnahme dieser Mittel mag bei vorübergehenden seelischen Belastungen hilfreich sein, aber auch hier sind andere Mittel, etwa auf pflanzlicher Basis vorzuziehen. Auch ist eine gute Beratung durch einen ärztlichen oder psychologischen Psychotherapeuten die bessere Wahl.

Es gibt ausgezeichnete Kräuter, die auf natürliche Weise schlaffördernd wirken: Hopfen, Baldrian, Johanniskraut, usw.

Diese und andere Mittel können nachgewiesenermaßen die Einschlafzeit verkürzen und die Schlafqualität verbessern.

Was tun, wenn Sie glauben, auf Ihre Schlaftabletten nicht verzichten zu können?

Wenn Sie schon seit 4 und mehr Wochen regelmäßig zu Schlaftabletten greifen, dann empfehle ich Ihnen dringend, diese abzusetzen. Sie sollten dies aber auf gar keinen Fall auf eigene Faust tun!

Wegen der Entzugserscheinungen sollten Sie die Schlafmittel nur unter Aufsicht eines Arztes absetzen.

Je nach dem Grad Ihrer körperlichen Abhängigkeit kann es auch sinnvoll sein, Ihren Entzug stationär durchzuführen. Sie können im Krankenhaus der Versuchung, aufgrund der Entzugserscheinungen wieder zu den Medikamenten zu greifen, am besten widerstehen.

Das Absetzen eines Schlafmittels geschieht in der Regel so, dass man über einen gewissen Zeitraum eine immer geringere Dosis nimmt. Durch dieses Ausschleichen lassen sich die Entzugserscheinungen mindern. Nach und während dem Absetzen der Medikamente werden Sie die ersten Tage oder auch Wochen den Eindruck haben, dass Sie viel schlechter schlafen und Ihre Schlafprobleme größer sind.

Man konnte jedoch nachweisen, dass dem nicht so ist! Sie schlafen vielleicht weniger, dafür aber sind die Phasen des Tief- und Traumschlafes viel länger als zu der Zeit, als Sie noch Medikamente genommen haben.

Die Qualität Ihres Schlafes ist also besser und das allein zählt!

Lassen Sie sich nicht durch Ihren subjektiven Eindruck täuschen. Sie schlafen ohne Medikamente besser als mit, auch wenn Sie das Gefühl haben, überhaupt nicht oder schlechter zu schlafen!

Ursache der meisten Schlafstörungen sind Konflikte, persönliche, berufliche, familiäre und zwischenmenschliche Probleme und Belastungen.

Diese Probleme gilt es zu bewältigen - und zwar ohne Medikamente.

Denken Sie bitte daran: Schlafprobleme sind ein Symptom für eine zugrundeliegende Störung, die sehr oft psychischer Natur (Stress, Burnout, persönliche Probleme, Sorgen, usw.) ist.

Eine Therapie sollte deshalb immer in der Beseitigung der (psychischen) Ursachen liegen und nicht in der Beseitigung des Symptoms "Schlafstörung" durch Schlafmittel.

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