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Weshalb wir nicht ohne Lügen und Notlügen auskommen

Mann steht vor der Wahl: lügen oder die Wahrheit sagen?

Angeblich lügen wir 200 Mal am Tag. Ist ein Zusammenleben mit anderen ohne Lügen, Ausreden, Schwindeln oder Notlügen überhaupt möglich? Bild © GiZGRAPHICS - Fotolia.com

Autorin: , Diplom Psychologin

<Ehrlich währt am längsten>, <Lügen haben kurze Beine>, <Du sollst nicht lügen (achtes Gebot)> - mit diesen Sprichwörtern und Geboten sind die meisten von uns groß geworden.

Die großen Philosophen, von Aristoteles über Augustinus bis hin zu Immanuel Kant, werten die Lüge als unmoralisch und verwerflich.

Und doch machen wir alle täglich Ausnahmen: Wir gestatten uns Notlügen, gebrauchen Ausreden, um nicht die Wahrheit sagen zu müssen.

Manchmal verspüren wir dabei ein schlechtes Gewissen. Häufig haben wir ein gutes Gefühl beim Lügen, weil wir in der besten Absicht lügen, etwa um einen anderen nicht zu verletzen.

Was sich hinter Notlügen verbirgt und welche Aufgabe sie in unserem Leben haben, das soll unser Thema sein.

Die Wahrheit übers Lügen

Britische Experten ermittelten, dass der Mensch durchschnittlich rund 200 mal pro Tag lügt. Amerikanische Experten kamen in ihrer Statistik nur auf 50 mal pro Tag.

Die Zahl ist aber eher unwichtig. Es geht darum, dass wir tatsächlich häufig lügen. Das können Sie nicht glauben?

Dann überlegen Sie einmal, ob Sie heute dem Nachbarn höflich "Guten Tag" gewünscht haben, obwohl Sie ihm am liebsten einen schlechten Tag gegönnt hätten.

Oder haben Sie auf die Frage "Wie geht’s?" mit "gut" geantwortet, obwohl Ihnen heute viele Sorgen durch den Kopf gehen und das Rheuma schmerzt?

Haben Sie schon einmal auf ein Geschenk freudig reagiert, obwohl Sie es scheußlich fanden?

Wie häufig wir Notlügen einsetzen, ist uns oft nicht bewusst. Beispielsweise ist nur bei einem von 10 Geschenken die Freude echt.

Warum lügen wir - welche Motive stecken hinter Lügen?

Laut einiger Untersuchungen soll es geschlechtsspezifische Unterschiede geben:

Frauen lügen vorwiegend, um zu motivieren, zu trösten und nicht zu verletzen. Männer lügen, weil sie gut dastehen wollen.

Am leichtesten fallen uns Lügen und Notlügen, wenn wir unser Gegenüber nicht so gut kennen oder mit ihm am Telefon sprechen.

Kann man erkennen, wenn jemand lügt?

Ja, ein Blick auf die Körpersprache verrät, ob jemand lügt. Für unseren Körper bedeutet jede Schwindelei Stress, der sich im vegetativen Nervensystem bzw. Körper niederschlägt. Deshalb kann man die meisten Lügner mit einem Lügendetektor entlarven.

Wenn unser Gegenüber lügt, gefriert sein Lächeln, die Lippen werden aufeinander gepresst. Seine Pupillen erweitern sich, er blinzelt häufiger. Seine Stimme wird beim Lügen höher und enger. Seine Redeweise wirkt übertrieben, zu schnell, zu viel, zu sehr in Einzelheiten verzettelt. Er gestikuliert vielleicht mehr als sonst.

Allerdings steuern routinierte Lügner diesen Körperreaktionen entgegen. Gute Pokerspieler setzen ein Pokerface auf und verstehen es, überzeugend zu bluffen.

Wann sind Lügen und Notlügen erlaubt?

73 Prozent aller Deutschen sind der Meinung, dass es Situationen gibt, in denen man lügen muss - aus Höflichkeit, Rücksicht, Mitleid, Liebe und um andere zu schützen.

Im Widerspruch dazu steht, daß 74 Prozent tief verletzt und enttäuscht sind, wenn sie herausfinden, dass sie belogen wurden.

Dies trifft besonders auf Partnerschaften zu. Einerseits erwarten wir, dass der Partner ehrlich ist und uns nicht belügt, andererseits sind wir gekränkt und verletzt, wenn er ehrlich seine Meinung sagt.

In Partnerschaften wird viel gelogen, sei es, weil man Konflikte und Streit vermeiden will, sei es, weil man dem anderen schmeicheln will, weil man vermeiden möchte, dass der Partner gekränkt ist.

Wenn die Wahrheit nur verletzen und entmutigen würde, ist man zum Lügen verpflichtet, so die Überzeugung des Wiener Sozialwissenschaftlers Peter Stiegnitz.

Er ist der Ansicht, dass alle Menschen lügen und die Lüge die Basis unserer Existenz sei. Würden alle Menschen die Wahrheit sagen, bräche das soziale Gefüge zusammen.

Ich persönlich vertrete die Ansicht, dass wir uns bewusst machen sollen, wann wir lügen. Wenn die Lügen weitere Konsequenzen für unser Zusammenleben haben, machen wir es uns unnötig schwer, wenn wir lügen. Es kostet nämlich viel Kraft, das Lügengebäude aufrechtzuerhalten.

Wenn wir aufgrund mangelndem Selbstbewusstsein häufig zu Notlügen greifen, dann besteht die Gefahr, dass wir uns nicht mehr im Spiegel anschauen können.

Wir verlieren unsere Selbstachtung, weil wir uns für unsere Feigheit verurteilen. Und wir sind dann nicht mehr frei, zu entscheiden, ob wir die Wahrheit sagen oder nicht.

Aus Angst, den anderen zu verletzen und dafür vom anderen abgelehnt zu werden, belügen wir die anderen.

Ganz ohne Notlügen werden wir nicht auskommen, denn kaum jemand will, dass Freunde, der Partner, die Kinder, Bekannte, Arbeitskollegen und Nachbarn ständig verletzt, gekränkt und beleidigt sind.

Die positive Seite an Notlügen und Lügen ist, dass sie das Zusammenleben erträglicher machen. Notlügen können das Gute im Menschen wecken, seine Kreativität und Hilfsbereitschaft fördern und dazu beitragen, dass wir alle netter miteinander umgehen.

Wenn wir Notlügen nicht einsetzen, um Vorteile daraus zu ziehen und dem anderen zu schaden, sind sie wie Öl im Getriebe. im Übrigen ist einfach den Mund zu halten und etwas zu verschweigen auch nicht besser als Lügen.


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Abschließen möchte ich mit einem Zitat von David Nyberg, Professor an der State University in New York: "Die körperliche und seelische Unversehrtheit unserer Mitmenschen, ihr Wohlergehen und ihre Würde sind höhere Werte als die Wahrheit".

Wir sollten von uns nicht fordern, immer die Wahrheit sagen zu müssen, jedoch ganz bewusst aus der jeweiligen Lebenssituation heraus entscheiden, wie wir einen anderen, worüber und wie lange wir ihn täuschen.

Liebe Leserin, lieber Leser, wir haben uns mit einem schwierigen Thema befasst. Ich wünsche Ihnen, dass Sie den für Sie richtigen Maßstab finden zwischen Wahrheit und Notlüge, so dass Sie immer wieder neu Frieden in Ihrem Innern und in Verbindung mit anderen verspüren können.

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Leserkommentare
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  1. Leserkommentar franz schreibt am 17.06.2014

    Ich sehe es wie Eva es unten beschrieben hat. Enge persönliche Beziehungen wie Freundschaft und Partnerschaft müssen für mich ein Fundament der Wahrheit haben. Das verlangt der Respekt vor dem Anderen. Die Meinung, ach ich bin fremd gegangen und sage nichts, weil ich meinen Mann nicht verletzen will, ist m.E. so: Verletzt wurde bereits auch wenn er es (noch) nicht weiß. Was ist das Motiv zu lügen? Wirklich nicht zu verletzen? Den Partner und die Familie zu verlieren? Oder??? So kann es vieles sein, egoistisch oder/und den Anderen zu schützen. So bleibt für mich, es muß jeder für sich entscheiden und damit leben ob er lügt bzw. angelogen werden will, weil es einfach bequemer ist.

  2. Leserkommentar Zak schreibt am 27.05.2014

    Persönlich finde ich, jede Lüge ist schlecht und ein Armutszeugnis. Jemanden anzulügen, weil man ihn nicht verletzen will, Harmonie bewahren will usw, ist ebenso schädlich sowie lügen damit wir nicht schlecht zum eigenschutz. Der Schaden tritt auf, falls der Gegenüber die Lüge entdeckt, meiner Meinung nach. Egal ob mit Frieden, Harmonie, Höfflichkeitabsichten gelogen wird, der Angelogene wirds einem sehr übel nehmen und wir alle wissen, wie schwer es ist jemals wieder die selbe Beziehung zum Lügner zu haben, wie davor. Vertrauen und Respekt zu erlangen ist bekanntlich sehr, sehr schwer. Ich persönlich bin sehr sehr oft angelogen worden, mit guten Absichten, weil man mich nicht verletzen wollte. Das alles ist mir bewusst, hat aber auch dazu geführt, dass ich sehr mistrauisch gegenüber Frauen geworden bin und ein "Ich Liebe dich" auch nicht mehr ernst nehme - es liegt aber auch an mir aus diesem Misstrauen herauszukommen - keine Ahnung wie, aber ich will es, weil ich nicht deprimiert durch das Leben gehen will. Dasselbe und noch gefährlicher sehe ich die Selbstlüge, sich selbst etwas vormachen und in einer Blase leben, was heute sehr oft der Fall ist, wegen Medien, Druck zur Perfektion usw. Wiederum, verstehe ich, dass der Mensch lügen muss. Wir alle lügen aus Angst und meistens ohne es absichtlich zu wollen. Wer den Film "Lügen macht erfinderisch" schon geschaut hat, sieht jedoch auch die Konsequenzen einer ehrlichen Welt - zwar lustig anzusehen, jedoch ist das eine sehr deprimierende Welt. Die Ehrlichkeit kann uns eben auch viele "Feinde" bescherren, weil wir uns sehr schnell angegriffen füllen in unserer Existenz, falls uns die "harte" Wahrheit ins Gesicht gesagt wird. Dementsprechend, müssen wir uns halt das Leben eben auch schön reden lassen, damit wir die Motivation zum Leben auch haben. Die Lüge ist halt eine Drahseilakt, wie das Leben an sich auch...

  3. Leserkommentar biketrailler schreibt am 24.02.2014

    Lügen kann manchmal notwendig sein, wenn es darum geht, Frieden und Harmonie zu bewahren. Es gibt sehr viele Situationen, in denen Lügen unumgänglich sind, um bestimmte Ziele zu erreichen.

  4. Leserkommentar Levin schreibt am 29.10.2013

    es stimmt alles aber! es kommt immer auf die situation an wie man lügt ob man lügt .

  5. Leserkommentar Eva schreibt am 04.10.2013

    Es kommt auf die Lüge an sich an. Viele Lügen sind "gut". Wenn ich z.B. im Beruf freundlich zu einem Kunden oder einem Kollegen bin, den ich einfach nicht mag, so ist das auch eine Lüge. Es kann aber gut sein, dass ich ihn dadurch dass ich freundlich bin, irgendwann anders / besser kennen lerne und im Endeffekt beide mehr davon haben, als hätte ich der ursprünglichen Wahrheit entsprechend gehandelt. Auf die Frage: wie geht es Dir, hat wohl jeder schonmal gelogen. Mit dieser Lüge schadet man niemandem, aber schützt seine eigene Privatsphäre. Auch wenn jemand sein Weihnachtsgeschenk errät, gebe ich nicht zu, dass das Richtige in der Aufzählung dabei ist ... und Lügen bei ungewollten Geschenken kennt sicher auch jeder. Aber hier geht es ja nicht um das was man bekommt, sonder darum, dass jemand daran gedacht und sich Mühe gegeben hat. Das sind Lügen, die meiner Meinung nach ok sind. Sie tun niemandem weh. Aber sie ermöglichen ein positives miteinander. Dementgegen stehen aber Lügen, für die komplizierte Geschichten aufgebaut, erfunden und gemerkt werden müssen. Beispielsweise bewusst falsche Erzählungen über die Vergangenheit, einen selbst, usw. Das Leben ist so einfach, wenn man bei der Wahrheit bleibt ... Gerade in persönlichen Beziehungen wie Freundschaften und Partnerschaften sind Lügen oft der Anfang vom Ende. Wer vertraut, will das einem auch Vertrauen entgegen gebracht wird und will nicht aufeinmal feststellen, dass Freundschaft oder Partnerschaft auf einer Lüge aufgebaut ist.

  6. Leserkommentar sporch schreibt am 10.07.2013

    Ohne Lüge gibt es keine Wahrheit und ohne Wahrheit keine Lüge. Ich beziehe mich hier auf dem Dualismus dem der Mensch in vielen Fällen unterworfen ist (Heiß-Kalt, Hell-Dunkel, Licht-Schatten, Richtig-Falsch usw.). Der Mensch muß lernen Lüge und Wahrheit ausgewogen zu leben. Ich bevorzuge den Weg der goldenen Mitte. Denn bewege ich mich zu sehr in Richtung eines Extremes, mach ich mir und Anderen das Leben schwer, egal ob Lüge oder Wahrheit. Lüge und Wahrheit sind für mich auch soziale Werkzeuge. Mit beiden kann ich zerstören und auch aufbauen.

  7. Leserkommentar Bol schreibt am 09.06.2013

    lol schreibt am 27.04.2013 lügen ist einfach leichter als die wahrheit aber trotzdem ist es falsch... (der Name Lol ist eigentlich auch eine Notlüge...) Bol

  8. Leserkommentar Christian schreibt am 30.04.2013

    Ich sehe es wie demet - es hängt immer davon ab, WIE ich die Wahrheit sage! Natürlich kommt unterm Strich dabei in den meisten Fällen etwas Unangenehmes für mein Gegenüber heraus, jedoch liegt es dann an ihm/ihr wie er/sie das Gesagte annimmt! Ich persönlich bin stets bestrebt die Wahrheit zu sagen - ist auch viel einfacher, denn dann muss man sich nicht so viele "Geschichten" merken :-)

  9. Leserkommentar lol schreibt am 27.04.2013

    lügen ist einfach leichter als die wahrheit aber trotzdem ist es falsch

  10. Leserkommentar demet schreibt am 21.03.2013

    ob lüge oder NOTLÜGE, ICH FINDE ÜBERHAUPT LÜGEN SEHR UNGERECHT. ich muss die wahrheit vielleicht auf milde weise aber auf jedenfall sagen, damit der andere auch die chance hat, darüber selbst enscheidet wie er damit umgeht. Sonst nehmen die Menschen einfach das RECHT ZU WISSEN WIE ES UM DEN IN WIRKLICHKEIT STEHT UND DAZU HAT KEIN MENSCH DAS RECHT.

  11. Leserkommentar Wilfried schreibt am 11.03.2013

    Wir werden pausenlos belogen. Sei es von der Werbung, die uns verspricht, wenn wir ein bestimmtes Produkt kaufen, wären wir schlanker, jünger, gesünder. Oder von Prominenten, Sportlern und Politikern wie dem Ex-Bundespräsidenten, die alles so lange abstreiten, bis es offensichtlich ist, dass sie etwas Unrechtes getan haben. Viele Menschen haben kein Unrechtsbewusstsein mehr und schämen sich nicht einmal mehr für ihr Fehlverhalten.

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