SELBSTHILFE RATGEBER BÜCHER PSYCHOLOGIE

RATGEBER

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Ängste verstehen und überwinden

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SELBSTHILFE BEI DEPRESSIONEN

Selbsthilfe Ratgeber des Psychotherapeuten Dr. Rolf Merkle zur Überwindung von Depressionen

Ratgeber Depressionen

INFORMATIONEN ZU SELBSTMORD + DEPRESSIONEN

Selbstmorddrohung eines Angehörigen

Wie mit dem Selbstmord eines Angehörigen umgehen?

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Trauerhilfe - Ratgeber zur Bewältigung der Trauer

Selbstmord - Suizid

Dr. Doris Wolf, Expertin für Trauer und Trauerbegleitung Dr. Doris Wolf - Diplom Psychologin, Psychotherapeutin

Immer wenn ein Prominenter sich das Leben nimmt, nimmt das Thema Selbstmord oder Suizid in den Medien einen breiten Raum ein. Es hat dann den Anschein, als ob dies ein Einzelfall wäre. Vielleicht geht es Ihnen aber auch so wie mir: Wenn ich mich in meinem Bekanntenkreis umschaue, dann finde ich nicht wenige Menschen, die Selbstmord begangen haben. Zum Selbstmord gibt es viele Unsicherheiten und falsche Vorstellungen, die wir uns zunächst näher betrachten sollten.

Falsche Vorstellungen über den Selbstmord

Wer über Selbstmord spricht, wird ihn nicht verüben.

Diese Aussage trifft nicht zu. Viele Menschen sprechen direkt oder verdeckt über ihre Absichten, bevor sie ihren Vorsatz in die Tat umsetzen. Eine indirekte Botschaft könnte z.B. sein, dass keiner ihn vermissen würde oder es anderen ohne ihn besser gehen würde. Jede Andeutung sollte ernst genommen werden, denn dahinter verbirgt sich ein Problem des Betroffenen.

Wer an Selbstmord denkt, den kann man nicht davon abhalten.

Diese Aussage trifft nicht zu. Wer an Selbstmord denkt, der sieht gewöhnlich keine Lösung für seine Probleme. Dabei haben Betroffene häufig einen Tunnelblick, durch den sie Lösungsmöglichkeiten übersehen. Eine vertraute oder auch neutrale Person könnte ihnen helfen, sich neue Perspektiven zu eröffnen.

Wenn ich eine Person frage, ob sie an Selbstmord denkt, dann bringe ich sie nur auf die Idee, dies zu tun.

Denkt ein Mensch nicht oder nur vorübergehend an Selbstmord, dann wird er auch nicht auf dieses Thema anspringen, wenn andere Menschen ihn danach fragen. Beschäftigt er sich jedoch intensiv mit Selbstmordgedanken, kann eine solche Frage ihm die Chance geben, über seine Probleme zu sprechen. Außerdem zeigt ihm die Frage, dass man sich um ihn sorgt und sich in seine Lage hineinversetzt.

Selbstmord verüben nur Menschen, die Aufmerksamkeit haben wollen. An Selbstmord denken nur geisteskranke Menschen.

Es gibt viele unterschiedliche Gründe, weshalb ein Mensch sich das Leben nimmt. Das Bedürfnis nach Zuwendung und Aufmerksamkeit ist nur ein Motiv. Häufig sehen Menschen keinen Ausweg aus einer finanziellen Lage, aus Konflikten mit der Umwelt oder aus einer chronischen körperlichen oder seelischen Erkrankung. Sie fühlen sich überfordert, den Problemen standzuhalten bzw. glauben, nie mehr eine Verbesserung bewirken zu können. Der Selbstmord ist also keine Erkrankung sondern der Versuch der Lösung einer scheinbar ausweglosen Situation.

Wer schon einen Selbstmordversuch unternommen hat, der meint es auch beim nächsten Mal nicht ernst.

Diese Aussage trifft nicht zu. Selbst wenn sich hinter dem ersten Selbstmordversuch lediglich das Bedürfnis nach Zuwendung verborgen hat, kann man nicht davon ausgehen, dass es dieses Mal auch wieder so ist. Außerdem zeigt der Suizidversuch, dass der Betroffene unglücklich mit seinem Leben ist und keinen anderen Weg sieht, sein Bedürfnis nach Liebe zu erfüllen, als mit seinem Leben zu drohen. Er hat also ein großes Problem, das wir ernst nehmen müssen.

Gibt es sichere Anzeichen für einen bevorstehenden Selbstmord?

Wer einen Menschen durch Selbsttötung verloren hat, der geht meist in Gedanken immer wieder alle Situationen mit dem Betroffenen auf der Suche nach Hinweisen auf die Tat durch. Es quält ihn die Frage: „Woran und wann hätte ich erkennen können und müssen, dass der Betroffene Selbstmord begehen will?“

Auch als Psychotherapeut steht man oft vor der Frage, ob ein Klient so stark selbstmordgefährdet ist, dass eine Klinikeinweisung erforderlich ist. Wann handelt es sich nur um vorübergehende Gedanken, wann sind es anhaltende Gedanken, die in konkrete Pläne münden, und wann werden diese Pläne in die Tat umgesetzt?

Dies sind Fragen, die man als Außenstehender nie mit Sicherheit beantworten kann. Selbstmordgedanken kennen viele Menschen. Wenn uns eine Situation als sehr schwierig oder ausweglos erscheint, wenn wir uns überfordert fühlen, vom Schicksal bestraft sehen oder kaum noch einen Sinn in unserem Leben erkennen können, dann können sich Gedanken an Selbstmord einschleichen. Gewöhnlich tauchen diese Gedanken nur für kurze Zeit auf und dann können wir uns wieder zum Weiterleben motivieren. Es gibt jedoch einige Hinweise. Schauen wir uns diese an.

Hinweise für einen möglichen bevorstehenden Selbstmord

Wir haben gesagt, dass es keine hundert Prozent sicheren Anzeichen dafür gibt, dass ein Mensch sich töten möchte. Folgende Denk- und Verhaltensweisen können Hinweise für einen möglichen Suizid sein:

Wenn Sie über Selbstmord nachdenken

Wenn Sie schon längere Zeit Selbstmordgedanken haben, dann ist es eine ganze besondere Leistung, dass Sie sich nun mit diesem Text befassen. Es deutet darauf hin, dass noch ein kleines Fünkchen Hoffnung in Ihnen lebt. Sie zweifeln noch, ob Ihr Vorsatz, sich das Leben zu nehmen, wirklich die einzige Möglichkeit ist.

Vorweg möchte ich Ihnen zunächst einmal versichern, dass kein Mensch Ihnen verbieten kann, sich das Leben zu nehmen. Es wäre nur schade, wenn Sie sich für einen Selbstmord entscheiden würden, ohne vorab geklärt zu haben, ob es für Sie und Ihre Situation keinen besseren Weg gibt.

Im Augenblick sind Sie in einer Lage, in der Ihre Vorstellungen von einem lebenswerten Leben für Sie nicht erfüllt sind. Möglicherweise fehlt es Ihnen an Menschen, die Sie lieben, an einem Arbeitsplatz, der Sie befriedigt, an finanzieller oder materieller Sicherheit, Gesundheit und/oder Sie sehen generell keinen Sinn im Weiterleben. Vielleicht haben Sie auch einen inneren Konflikt, wissen nicht, wie Sie sich entscheiden sollen, ohne großen Schaden für sich oder andere anzurichten. Oder aber Sie glauben, eine schwere Schuld auf sich geladen zu haben, die Sie nur durch Ihren Tod sühnen können. Vielleicht sehen Sie nur in Ihrem Freitod die Möglichkeit, andere Menschen nicht mehr zur Last zu fallen oder die Ungerechtigkeiten der Welt nicht mehr ertragen zu müssen. Möglicherweise zweifeln Sie auch schon Ihr ganzes Leben daran, ein Recht auf Leben und Liebe zu haben.

Wahrscheinlich haben Sie schon lange Zeit versucht, den „Wagen herumzureißen“. Nun haben Sie den Eindruck, am Ende Ihres Lateins zu sein. Sie sind am Ende Ihrer Kräfte, sehen keinen Ausweg mehr und wollen anderen vielleicht auch nicht mehr zur Last fallen. In der Selbsttötung sehen Sie den einzigen Weg, endlich Ruhe und inneren Frieden zu finden.

Es wäre anmaßend von mir, wenn ich Ihnen, wo ich Sie gar nicht kenne, hier eine Lösung für Ihre Probleme vorschlagen würde. Ich habe sie nicht parat und kann Ihnen auch nicht mit hundertprozentiger Sicherheit versprechen, dass es eine für Sie zufriedenstellende Lösung für Ihre Lage gibt. Doch eines weiß ich gewiss: Jeder, der sich in einer Krise befindet, tut sich schwer, ALLE Lösungswege zu erkennen. Es ist, wie wenn man auf einer Blumenwiese nach vierblättrigen Kleeblättern Ausschau hält und dabei alle anderen Blumen nicht wahrnimmt.

Wenn man verzweifelt ist, sich ungeliebt und hilflos fühlt, dann macht man sich quasi immun gegen alles, was den eigenen Gefühlen und Gedanken widerspricht. Man begegnet allen Vorschlägen mit „Ja, aber das geht bei mir nicht ...., Ja, aber das kann ich nicht ...“ – so als ob man anderen beweisen wolle, dass das Leben nicht mehr lebenswert ist. Je mehr man sich mit der Lösung Selbstmord beschäftigt, desto mehr verschwinden alle anderen Wege aus der Wahrnehmung.

Mein Vorschlag für Sie ist deshalb: Geben Sie sich nochmals die Chance, Ihre Lage möglichst objektiv zu prüfen. Nutzen Sie die Möglichkeit, zusammen mit einem Psychotherapeuten oder Berater alle möglichen Wege ins Auge zu fassen. Ihre Entscheidung für den Tod sollte ganz eindeutig und sicher sein, denn Sie können diese nicht rückgängig machen. Ihre Lösung, sich das Leben zu nehmen, bleibt Ihnen immer noch. Es geht in einer Therapie nicht darum, dass der Psychotherapeut Ihnen den Selbstmord „ausreden“ möchte. Erstens kann er dies nicht und zweitens ist es auch nicht sein Ziel. Er möchte mit Ihnen zusammen lediglich alle Möglichkeiten nochmals betrachten.

Schlimmstenfalls dauert Ihre Leidenszeit noch etwas länger und Sie verlieren Zeit bis zur Umsetzung Ihres Vorsatzes, wenn Sie sich auf therapeutische Gespräche einlassen. Bestenfalls gewinnen Sie ein Leben zurück oder neu, das (wieder) Ihren Vorstellungen entspricht.

Beratung und Hilfe für Selbstmordgefährdete und Angehörige

Wenn Sie sich dafür entscheiden, ganz sicher gehen zu wollen, den richtigen Schritt zu wählen, dann finden Sie auf den folgenden Seiten Ansprechpartner. Auch wenn Sie vielleicht schon einmal eine Therapie gemacht haben oder sich ohne Erfolg haben beraten lassen, geben Sie sich nochmals eine Chance. Es ist menschlich, dass man nicht jedem Therapeuten vertrauen kann. Und Therapeuten geben aufgrund ihrer persönlichen Erfahrung und ihres therapeutischen Hintergrunds auch unterschiedliche Hilfestellungen.

Die Tatsache, dass Sie sich jetzt eine Unterstützung holen, bedeutet nicht, dass Sie in irgendeiner Form versagt haben oder zu schwach sind. Sie überprüfen lediglich noch einmal Ihren Blickwinkel.

Auf folgenden Seiten finden Sie Hilfe, wenn Sie an Selbstmord denken:

Telefon Seelsorge - 24 Stunden anonym und kostenlos

http://www.telefonseelsorge.de/

Online Beratung für Menschen unter 25 Jahren:

http://www.u25-freiburg.de/

Krisendienste und Beratungsstellen:

http://www.krisen-intervention.de/suizikrs.html

Psychotherapeuten in Deutschland, Österreich, Schweiz:

Psychotherapeutensuche in Deutschland

Österreichische Gesellschaft für Verhaltenstherapie

Schweizerische Gesellschaft für Verhaltens- und Kognitive Therapie

Über folgende Seiten finden Sie Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe vor Ort oder im Internet

Wenn Sie sich lieber mit anderen Betroffenen austauchen möchten und von ihnen erfahren möchten, wie sie ihr Schicksal meistern, dann suchen Sie Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe in Ihrer Nähe:

http://www.nakos.de/site/datenbanken/rot/

http://www.selbstmordforum.de/wbboard/

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