Burnout Syndrom

Ursachen und Symptome von Burnout

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Burnout Syndrom - Ursachen und Symtome

Dr. Rolf Merkle Dr. Rolf Merkle - Diplom Psychologe, Psychotherapeut

Burnout - ein Wort, das in den letzten Jahren immer häufiger Schlagzeilen macht. Was ist das? Übersetzt bedeutet es so viel wie Ausgebranntsein. Besonders Menschen in sozialen Berufen, Führungskräfte und Lehrer sind in starkem Maße betroffen, an Burnout zu erkranken.

Burnout Symptome

Lustlosigkeit, Gereiztheit,
Gefühle des Versagens,
Angst, nicht mehr den Anforderungen gewachsen zu sein,
mangelndes Interesse am Beruf oder Aufgabenbereich,
permanente Müdigkeit,
Schlafstörungen,
Konzentrationsstörungen,
Verzweiflung bis hin zu Hoffnungslosigkeit,
Depressionen,
chronische Motivationslosigkeit,
Stimmungsschwankungen und
körperliche Beschwerden wie Kopf- und Rückenschmerzen, Magen-, Darm-Beschwerden.

Typisch für Burnout ist der Rückzug von Kollegen, Kunden, Freunden und Bekannten.

Burnout ist ein geistiger, körperlicher und seelischer Erschöpfungszustand, der sich über ein paar Wochen, bisweilen auch über Jahre hinziehen kann. Etwas salopp ausgedrückt können wir sagen: Die Batterie ist leer. Es fehlt die Kraft zum leben. Der Wille, zu arbeiten, ist vielleicht noch da, Körper und Geist versagen jedoch ihre Dienste.

Nach harter geistiger oder körperlicher Arbeit erschöpft zu sein, ist ein ganz normaler Zustand. Entspannung oder Urlaub schaffen hier Abhilfe. Wer ausgebrannt ist, dem hilft auch ein Urlaub nicht, der kann keinen Gang zurückschalten.

Bevor wir uns mit den Ursachen des Ausgebranntseins befassen, möchten Sie vielleicht wissen, ob Sie burnout-gefährdet sind oder bereits unter Burnout leiden. Machen Sie die folgenden Tests.

Burnout Risiko Test
Burnout Test
Stress Test

Wie kommt es zu einem Burnout-Syndrom?

Das Burnout-Syndrom schleicht sich langsam ein.

Zunächst haben wir den Eindruck, zu wenig Zeit für uns zu haben und immer am Ball bleiben zu müssen. Man lädt sich eine Arbeit und Verpflichtung nach der anderen auf. Man mutet sich mehr zu, als man körperlich und seelisch geben kann. Die Energie- und Kraftreserven gehen mehr und mehr ihrem Ende entgegen, da sie nicht aufgefüllt werden, etwa durch ausgleichende Freizeitaktivitäten.

Dann kommen chronische Müdigkeit, Stimmungsschwankungen, Ärger, Angstgefühle, Schlafstörungen und Erschöpfungszustände hinzu. Das Engagement lässt nach, Reizbarkeit bis hin zu Aggression kommen auf, man hat das Gefühl, ausgeliefert zu sein und nichts mehr auf die Reihe zu bekommen.

Wir fühlen uns unverstanden von Freunden und Kollegen und ziehen uns immer weiter zurück. Selbstzweifel tauchen auf sowie körperliche Beschwerden. Hobbys werden aufgegeben und oft kommt Alkohol ins Spiel, um abschalten zu können oder es werden Aufputschmittel genommen, um geistig und körperlich den beruflichen Anforderungen gewachsen zu sein. Dem Gefühl der inneren Leere versuchen Burnout-Betroffene nicht selten dadurch zu begegnen, dass sie exzessiv einkaufen gehen.

Burnout Ursachen

Zu den äußeren Faktoren zählen, bedingt durch Entlassungen und Einsparungen, immer höhere Anforderungen und Belastungen in Form von immer mehr Arbeit am Arbeitsplatz, denen sich die Betroffenen nicht mehr gewachsen fühlen.

Weitaus mehr sind jedoch die persönlichen Faktoren an der Entstehung des Ausgebranntseins beteiligt, etwa die folgenden Persönlichkeitsmerkmale:

Perfektionismus
Menschen, die sehr hohe Anforderungen an sich stellen, alles perfekt machen wollen und sich (übertrieben) hohe Ziele setzen, egal ob im Beruf, im Privaten, im Hobby oder in der Liebe. Sie wollen die Welt umkrempeln, Märtyrer spielen und stellen unrealistisch hohe Anforderungen an sich und ihr Umfeld. Sie wollen stets Höchstleistungen vollbringen und erlauben sich nicht, Fehler machen zu dürfen.

Wenn sie bemerken, dass von anderen keine Anerkennung zurückkommt oder dass sie ihre Ziele nicht immer und überall erreichen können, sind sie (von sich) enttäuscht, strengen sich vielleicht noch mehr an und ihr Akku läuft langsam leer. Je mehr ihr Akku leerläuft, umso mehr strengen sie sich an und umso wahrscheinlicher kommt es zu einem Burnout. Irgendwann ist der Leistungswille noch da, aber Körper und Geist verweigern die Mitarbeit.

Ehrgeiz
Menschen mit sehr großem Ehrgeiz sind insbesondere dann gefährdet, an Burnout zu erkranken, wenn der Motor für ihren Ehrgeiz das Gefühl ist, nicht gut genug zu sein, d.h. sie unter einem geringen Selbstwertgefühl leiden. Sie müssen sich und anderen dann durch ihre Leistung immer wieder aufs Neue beweisen, dass sie "wer" sind und können keine Rücksicht nehmen auf ihren Körper. Da aber kein noch so großer Erfolg ihr Selbstwertgefühl auf Dauer ernähren kann, hetzen sie von einer Herausforderung zur nächsten, kommen nicht zur Ruhe, fühlen sich ständig gehetzt und sind voller Unruhe.

Helfersyndrom
Menschen mit einem ausgeprägten Helfersyndrom verschleißen sich, da sie für alle und jeden ein offenes Ohr haben, für andere immer da sind und so sich mehr zumuten, als es ihre Kräfte erlauben. Menschen mit einem Helfersyndrom findet man oft in sozialen Bereichen und im Gesundheitswesen. Ihre scheinbare Aufopferung rührt daher, dass sie durch ihr Helfen ihr Selbstwertgefühl nähren wollen. Wenn sie anderen helfen, fühlen sie sich wichtig und gebraucht.

Nicht Nein sagen können
Menschen, die sich schwertun, anderen etwas abzuschlagen, denen es an Selbstbewusstsein mangelt, Grenzen zu setzen, die es allen immer recht machen will, die Angst haben vor Konflikten, sind burnout-gefährdet. Sie erleben sich als Spielball ihrer Mitmenschen und fühlen sich ausgenutzt. Und sie fühlen sich leicht überfordert, da sie es allen Recht machen wollen, was ihnen natürlich nicht gelingt. Frauen sind besonders gefährdet, weil sie - mehr als Männer - dazu neigen, nach Harmonie zu streben und es anderen Recht zu machen.

Mangelnde Stressbewältigungsstrategien
Druck aushalten kann nur, wer innerlich stark ist und über entsprechende Strategien verfügt, damit umzugehn. Hierzu gehören z.B. eine gute Organisationsfähigkeit, ein gutes Zeitmanagement, die Fähigkeit, delegieren zu können, die Fähigkeit, zwischendurch und vor allem am Abend abschalten und loslassen zu können, die Fähigkeit, sich nicht alles zu Herzen zu nehmen, vor allem aber das Gefühl, selbstbestimmt zu arbeiten, d.h. das Gefühl, die Kontrolle über das zu haben, was man tut.

Angestellte, die das Gefühl haben, für die Vorgesetzten nur noch Spielball zu sein, die den Eindruck haben, der Arbeit ausgeliefert zu sein und sich wie ein Hamster im Rad zu drehen, ohne dass sich etwas ändern lässt, sind in hohem Maße gefährdet, an Burnout zu erkranken.

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