Videoinspiration: Geteiltes Glück ist doppeltes Glück

Wir Menschen haben die Fähigkeit, uns in unsere Mitmenschen hineinzuversetzen. So können wir mit dem Schmerz eines anderen mitfühlen und ihn teilen – oder andere mit unserer Freude anstecken und sie so vermehren. Davon handelt die berührende Geschichte über zwei Männer im Krankenhaus.

Wir Menschen besitzen die Fähigkeit, zu empfinden, wie es einem anderen Menschen geht. Wir schwingen sozusagen mit ihm mit. Umgekehrt empfangen andere Menschen auch unsere Signale.

Geht es uns schlecht, kann diese Gabe zur Belastung für den anderen werden. Versetzt er sich zu stark in uns hinein, dann wird er sich z. B. ebenso verzweifelt, hilflos oder ärgerlich wie wir fühlen.

Er erlebt dann unsere schmerzlichen Gefühle, ohne aktiv etwas an unserer Situation ändern zu können. Seine Erfahrung beschreibt er dann mit Worten wie: "Du ziehst mich mit hinunter."

Andererseits können wir auch Glücksimpulse aussenden und unser Gegenüber mitreißen. Wir können ihn oder sie mit unserer guten Laune und Lebensfreude anstecken.

Inhalt des Videos

Zwei Männer teilen sich ein Zimmer im Krankenhaus. Sie sind beide schwer erkrankt. Einer der beiden Männer hat das Glück, in einem Bett direkt am Fenster liegen zu dürfen.

Beide Männer verbringen die nicht enden wollende Zeit des Tages damit, über ihr Leben, ihre Familien, berufliche Erfolge und ihre Interessen zu sprechen. So vergessen sie ein wenig ihren Schmerz.

Einer der beiden Männer muss die ganze Zeit auf seinem Rücken still liegen. Der andere, dessen Bett am Fenster steht, darf sich nachmittags für eine Stunde im Bett aufsetzen.

Das ist eine willkommende Abwechslung für beide Männer. So nutzt der Mann am Fenster diese Stunde am Nachmittag dazu, seinem Leidensgenossen all das zu beschreiben, was er durch das Fenster sieht. Er beschreibt ihm ganz lebendig und wortreich, was draußen passiert, und lässt ihn so am Gesehenen teilhaben.

Er spricht über die Enten und blütenweißen Schwäne, die im Teich ihre Runden ziehen, und von den wunderschönen alten Bäumen, deren Blätter sich sanft im Wind wiegen. Er schildert, wie verliebte Paare Arm in Arm im Park flanieren und Mütter ihre weinenden Kinder tröstend in den Arm nehmen.

Der Mann mit dem Bett im hinteren Teil des Zimmers sehnt sich richtig nach dieser einen Stunde, in der sich die Welt für ihn ein kleines Stückchen mit ihrer Lebendigkeit und ihren Farben auftut: Er schließt dann seine Augen und versinkt in den Bildern, die vor seinem inneren Auge entsteht.

So vergehen die Tage und Wochen.

Eines Morgens kommt die Krankenschwester in das Zimmer der beiden Männer und findet den Mann am Fenster leblos daliegen. Er war in der Nacht friedlich gestorben.

Der andere Mann ist sehr traurig über den Verlust seines Freundes. Doch bevor ein neuer Zimmernachbar in sein Zimmer geschoben werden soll, fasst er Mut und fragt die Schwester, ob er nun am Fenster liegen dürfte.

So wird sein Bett ans Fenster geschoben. Ganz langsam und unter vielen Schmerzen erhebt er sich ganz vorsichtig und riskiert endlich seinen ersten Blick seit langer Zeit aus dem Fenster.

Sein Blick trifft auf eine hohe Mauer!

Er versteht die Welt nicht mehr. Wo sind der Teich, der Park und die Menschen, von denen sein Zimmernachbar ihm die ganze Zeit erzählt hatte?
Enttäuscht fragt er die Krankenschwester, weshalb dieser ihm wohl solche Märchen aufgetischt habe.

Die Krankenschwester erzählt ihm, dass der Mann vollkommen blind gewesen sei und nicht einmal die Mauer hatte sehen können. "Vielleicht", so vermutete sie, "wollte er Ihnen nur Mut machen und Ihnen etwas Freude schenken".

Geteiltes Leid ist halbes Leid. Geteiltes Glück ist nicht halbes, sondern doppeltes Glück.

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Brehm Brigitta schreibt am 06.09.2022

Diese Geschichte hat mich sehr berührt und mich auch an das Kinderbuch "Frederick" von Leo Lionni / Beltz-Verlag erinnert.
Die Geschichte der "faulen" Maus, die anstatt Nüsse und Körner "nur" Sonnenstrahlen und Eindrücke sammelte. Trotzdem durfte sie im Winter mitessen. Als dann die Vorräte aufgebraucht waren, hat Frederick allen die Leidenszeit des Hungerns mit seinen wunderschönen Erinnerungsbildern erzählend verkürzt.
mfg B.Brehm


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