Hospitalismus - Hospitalismus-Syndrom

Als Hospitalismus bezeichnet man die negativen seelischen und körperlichen Folgen die auf einen länger anhaltenden Entzug von emotionaler und körperlicher Zuwendung zurückzuführen sind.

Hospitalismus - Hospitalismus-Syndrom

Mit Hospitalismus bezeichnen wir die negativen seelischen und körperlichen Folgen, die auf einen länger anhaltenden Entzug von Reizen durch eine eintönige Umgebung und auf das Fehlen emotionaler Zuwendung zurückzuführen sind.

Zu einem Mangel an Anregung kann es z.B. durch Isolationshaft, durch einen Klinik- oder Heimaufenthalt kommen. Auch lieblose Betreuung durch überforderte oder bindungsunfähige Eltern kann zu einem Hospitalismus-Syndrom führen. Die schwerste Form des Hospitalismus wird als Kaspar-Hauser-Syndrom bezeichnet. In einem solchen Fall führen ein vollständiger Reizentzug und Misshandlungen zu einer erheblichen Einschränkung der körperlichen und geistigen Entwicklung sowie zu extremer Ängstlichkeit.

Hospitalismus kann sich in vielen körperlichen, seelischen und Verhaltensauffälligkeiten zeigen. Beispielsweise im

  • Gefühlsbereich
    in Ängsten, Depressionen, Minderwertigkeitsgefühlen, fehlendem Urvertrauen, Apathie, Wutanfällen, Reizbarkeit
  • körperlichen Bereich
    in einer erhöhten Infektionsanfälligkeit, Unruhe, geringer Belastbarkeit, Konzentrationsproblemen
  • Verhalten
    in einem gestörten Essverhalten, Kontaktstörungen, auffälligem Sozialverhalten, selbstverletzendem Verhalten, Daumenlutschen, monotonen Bewegungen, Bettnässen
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