Stressbewältigung - was hilft?

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Strategien der Stressbewältigung


Dr. Rolf Merkle, Experte für Stress und Burnout Dr. Rolf Merkle, Diplom Psychologe, Psychotherapeut

Wir können bei der Stressbewältigung an drei Punkten ansetzen:

1. an der Umwelt, indem wir die Faktoren, die die Stressreaktion auslösen, vermindern. Beispielsweise können wir uns einen anderen Bürostuhl zulegen, den lärmenden Kopierer aus dem Büro entfernen, die Termine nicht so eng legen, dass man in Zeitdruck gerät, wenn ein Termin länger dauert, klärende Gespräche mit Mitarbeitern und dem Chef führen oder Arbeit delegieren.

2. an uns selbst, indem wir stresserzeugende Einstellungen korrigieren.

Wenn wir die Welt, die Menschen und die Probleme nicht verändern können, dann können wir immer noch unsere Bewertungen und unseren Blickwinkel ändern. Viele Probleme haben etwas mit schlechtem Wetter gemeinsam: wir haben keinen Einfluss auf das Wetter. Wir haben jedoch einen Einfluss darauf, wie wir mit schlechtem Wetter umgehen. Wir können uns darüber beklagen, schimpfen und uns bemitleiden und uns so miese Gefühle machen. Oder wir können uns mit dem schlechten Wetter arrangieren, indem wir uns entsprechend kleiden und darauf achten, dass wir uns vom miesen Wetter nicht unsere gute Laune verderben lassen.

Wenn wir uns suggerieren: "Das muss ich unbedingt heute noch erledigen, komme, was wolle. Ich muss alles erledigen, was andere an mich herantragen. Ich ertrage diese Hetzerei nicht mehr", dann hilft es, sich selbst gut zuzureden und uns innerlich aufzubauen: "Eins, nach dem anderen", "erst mal tief durchatmen", "ich werd das schon hinkriegen", "Ruhe bewahren", usw.

Das Erlernen positiver, aufbauender und stärkender Selbstgespräche ist enorm wichtig und hilfreich für die Stressbewältigung.

Denken Sie daran: Stress entsteht, wenn wir den Eindruck haben, keine oder mangelnde Kontrolle zu haben, etwas bewirken zu können und uns deshalb fremdbestimmt fühlen. Positive und aufbauende Selbstgespräche sind sehr oft das einzige Mittel der Stressbewältigung, das uns zu Verfügung steht - und es wirkt.

Wie bei allem, was man neu lernen will, gilt jedoch auch hier: Lernen, sich selbst den Rücken zu stärken und sich selbst aufzubauen braucht Zeit und Training. Aber Zeit, das haben wir doch gerade nicht, oder? Nun, für unsere Gesundheit sollten wir uns die Zeit nehmen, sonst nimmt sich unser Körper irgendwann mal eine Auszeit, indem er krank wird und uns zwingt, einen Gang zurück zu schalten.

Neue Denk- und Verhaltensgewohnheiten zum Stressabbau zielen z.B. darauf ab,

lieber mal einen Konflikt oder eine Ablehnung zu riskieren, als sich innerlich unter Druck zu setzen. "Mir ist es wichtig, meine Meinung zu sagen. Der andere darf ruhig auch mal ärgerlich sein. Ich kann es aushalten".

lieber Arbeit zu delegieren oder eines nach dem anderen zu erledigen, als sich unter den Druck zu setzen, unbedingt etwas selbst und sofort erledigen zu müssen. "Ich mache es, so schnell und so gut es geht. Eines nach dem anderen".

genießen lernen. Wann haben Sie sich das letzte Mal dem Genuss eines schönen Essens oder eines Spaziergangs hingegeben? Genuss vertreibt Verdruss und lädt Ihre Batterie wieder auf. Wenn Sie nicht genießen können, dann sind Sie für Ihre Mitmenschen ungenießbar. Oder meinen Sie, es macht Spaß, mit jemandem zusammenzuarbeiten, der sich ständig gehetzt, gereizt und überlastet fühlt?

sich zu fragen, was einem wirklich (!) wichtig ist. Hat das, was ich für so enorm wichtig halte, wirklich oberste Priorität? Kann ich nicht problemlos einen Gang zurückschalten und mehr für mein seelisches Wohlergehen tun? Muss ich das wirklich heute noch erledigen? Hat das nicht noch Zeit bis morgen? Muss ich es überhaupt erledigen?

3. an unseren stressbedingten körperlichen Reaktionen, indem wir z.B. unsere Anspannung durch regelmäßige (!) körperliche Bewegung (Walken, Schwimmen, usw.) abbauen oder durch Meditation, Atem- oder Entspannungsübungen.

Es gibt zwei Arten der Entspannung: die passive und die aktive Entspannung.

Unter passiver Entspannnung versteht man das Sich-hängen-lassen, indem man sich z.B. abends auf die Couch legt und sich vom Fernseher berieseln lässt. Diese Art der Entspannung ist zur Stressbewältigung nicht geeignet.

Sehr viel wirksamer ist die aktive Entspannung mit Hilfe eines Entspannungsprogramms wie der Muskelentspannung nach Jacobson oder indem man sich bewegt, etwa in Form von Walking oder Sport.

Vorteil der Progressiven Muskelentspannung nach Jacobson gegenüber dem Autogenen Training ist, dass sie sehr leicht und sehr schnell erlernt werden kann und dass man ihre wohltuende Wirkung schon nach kurzer Zeit verspürt.

Die Muskelentspannung nach Jacobson kann man bequem mit Hilfe einer Entspannungskassette bzw. CD erlernen. Man legt die Kassette/CD ein und folgt den Anweisungen des Sprechers. Informationen zum Stressabbau durch Entspannung durch eine Entspannungs-CD.

Weitere Entspannungsmethoden zum Stressabbau sind Yoga, Meditation, Qigong oder Atemtherapie, die den Kopf wieder frei machen. Und dann natürlich Lachen. Lachen eignet sich hervorragend für die Stressbewältigung und entspannt. Schauen Sie mal auf unseren Humorseiten vorbei. Lachen ist gesund.

Das 1-Sekunden-Programm zur Stressbewältigung

1. Regen Sie sich nicht über Kleinigkeiten auf.
2. Denken Sie daran: Es gibt nur Kleinigkeiten.

Nehmen Sie sich Zeit für die Stressbewältigung - Ihnen und Ihren Mitmenschen zuliebe. Dann geht es Ihnen besser und Ihre Mitmenschen haben weniger unter Ihnen zu leiden.

Enorm wichtig bei der Stressbewältigung ist

dass Sie (wieder) das Gefühl haben, Ihr Leben und Ihre Probleme im Griff zu haben. Das geht aber nur, wenn Sie Ihr Leben auch in die Hand nehmen, d.h. sich nicht mehr fremdbestimmen lassen.

Schädlich ist Stress nur, wenn wir uns getrieben und als Opfer der Umstände ansehen. Je mehr Sie das Gefühl haben, die Kontrolle über das, was Sie tun, zu haben, je mehr Sie den Eindruck haben, etwas bewirken zu können, umso weniger erleben Sie die Anforderungen als belastend.

Das bedeutet aber auch, dass Sie sich für den Stress verantwortlich fühlen, den Sie erleben und nicht anderen oder der Firma die Schuld dafür geben!

Sie sind es, der sich stresst, indem Sie Ansprüche haben wie etwa, alles perfekt machen zu müssen, allen gerecht werden zu müssen, alles alleine bewältigen zu müssen, alles 110-prozentig machen zu müssen, alles sofort erledigen zu müssen - oder indem Sie anderen erlauben, solche Ansprüche an Sie zu stellen!

Stress Ursachen

© 1999-2010 PAL Verlag - Stressabbau und Stressbewältigung - Anti Stresstechniken
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