Generalisierten Angststörung 2: Ursachen

Eine generalisierte Angststörung entwickelt sich meist aufgrund von Erfahrungen im Kindes- und Jugendalter. Welche das sein können erfahren Sie hier.

Inhalte im Überblick

Zur generalisierten Angststörung können unterschiedliche Ursachen beitragen. Welche Erfahrungen mitverantwortlich sein können und welchen Sinn Sorgen haben, sind die Themen dieses Videos.

Sich Sorgen machen ist eine menschliche Angewohnheit. Wohl jeder sorgt sich gelegentlich um etwas. Warum aber entwickeln manche Menschen eine generalisierte Angststörung? Jeder Mensch wird mit einer gewissen Grundängstlichkeit geboren. Bei Kleinkindern kann man beobachten, dass diese unterschiedlich forsch und selbstsicher der Welt begegnen.

Manche sind schneller verschüchtert und eingeschüchtert, haben schneller Angst vor Unbekanntem als andere. Und manche Kinder reagieren auf Unbekanntes schneller mit körperlicher Erregung, als andere. Diese Grundängstlichkeit wird nach der Geburt verstärkt, wenn wir entsprechende Erfahrungen machen.

Erinnern Sie sich noch, wie gefährlich Ihren Eltern die Welt schien? Machte man sich bei Ihnen zuhause ständig Sorgen, einem Familienmitglied könne etwas passieren? War Ihre Mutter häufig ängstlich und besorgt um Sie oder andere Familienmitglieder? Mussten Ihre Eltern finanziell, beruflich oder persönlich eine schwere Zeit durchmachen und haben sich oft hilflos und deprimiert gefühlt? Wie wurden Probleme gelöst? War Ihre Mutter vielleicht überbehütend oder hat Ihnen vermittelt, dass Sie schwach und anfällig sind, und Sie konnten so kein Selbstvertrauen in sich und Ihre Fähigkeiten entwickeln?

Was auch immer die Erfahrungen waren, die Sie gemacht haben, diese haben eines bewirkt: Sie haben gegenüber dem Leben die Einstellung entwickelt: Das Leben ist unberechenbar und gefährlich und ich bin unfähig, diese Gefahren zu meistern. Haben wir eine solche Einstellung gegenüber dem Leben entwickelt, dann ist es verständlich, dass wir Vieles im Leben als gefährlich ansehen und uns deshalb schützen wollen. Und hier kommen die Sorgen ins Spiel.

Welchen Sinn haben Sorgen?

Wir allen kennen den Begriff "Vorsorge". Mit ihm verbinden wir meist etwas Positives. So sorgen wir uns vielleicht darum, ob wir im Alter genügend Geld zum Leben haben und treffen Vorsorge, indem wir eine Lebensversicherung oder einen Sparplan abschließen. D.h. unsere Sorge mündet in eine Handlung, die zu einer Lösung führt. Wir können die Sorge abhaken und so beruhigt der Zukunft entgegen sehen.

Anders verhält es sich mit den Sorgen bei einer generalisierten Angststörung. Hier kreisen die Sorgen ständig um Ereignisse, die zwar eintreffen könnten, aber eher unwahrscheinlich sind. Und wir kommen meist gar nicht an den Punkt, nach einer Lösung zu suchen, da sich die Sorgen wie die Perlen einer Kette aneinanderreihen, ohne dass die Inhalte der einzelnen Sorgen einer genauen Prüfung unterzogen werden.

Jede Sorge und die damit verbundenen Konsequenzen für unser Leben bleiben auf diese Weise verschwommen. Würden wir jede Sorge zu Ende denken, hieße das, der vermeintlichen oder echten Gefahr und deren Konsequenzen ins Auge zu schauen.

Das aber wollen wir vermeiden, da wir dann einerseits starke Angst verspüren würden, und andererseits nicht wüssten, wie wir damit umgehen sollen. Schließlich fühlen wir uns hilflos und haben kein Vertrauen, das Leben zu meistern. D.h. sich ständig Sorgen zu machen ist ein Vermeidungsverhalten: wir vermeiden es, der Gefahr ins Auge zu schauen und uns hilflos zu fühlen.

Wenn wir uns Sorgen machen, dann so glauben wir, wenn auch meist nur unbewusst, dass uns die Sorgen helfen, Gefahren abzuwenden, Enttäuschungen zu vermeiden und uns zu schützen.  Durch die Sorgen würden wir nicht vom Unheil überrascht werden und wären so vorbereitet. D.h. Sorgen geben uns letztlich ein bisschen das Gefühl, doch nicht hilflos zu sein, doch die Kontrolle zu haben.

Unsere Sorgen sind also so hartnäckig, weil sie uns helfen, starke Angst zu vermeiden, und wir das Gefühl haben, durch sie wenigstens ein wenig Kontrolle auszuüben. Dennoch verspüren wir auch deutliche Nachteile: Unsere Befürchtungen lösen wiederum starke Angst und körperliche Beschwerden bei uns aus.

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