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WeyrauchMonica Weyrauch
Diplom Psychologin, Speyer

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Angst vor Wochenenden und Feiertagen nach dem Tod des Partners

frau schaut verängstigt aus dem fenster

Wochenenden und Feiertage sind für Hinterbliebene besonders schlimm, da sie an diesen Tagen meist alleine sind. Sie spüren dann die innere Leere und den Schmerz besonders stark. Bild © Petro Feketa - Fotolia.com

Autorin: Dr. Doris Wolf, Diplom Psychologin

Wer seinen Partner durch Tod verloren hat, hat in den ersten Monaten, in dem ersten Jahr oder sogar in den folgenden Jahren meist große Angst vor Wochenenden und Feiertagen.

Es ist die Zeit, die traditionell für die Familie, für gemeinsame Aktivitäten mit dem Partner reserviert ist.

Am Wochenende kommt der Alltag zum Erliegen, die Geschäfte und Firmen haben geschlossen. Es gibt weniger Möglichkeiten, sich abzulenken.

Schauen wir aus dem Fenster oder gehen nach draußen, scheinen uns nur glückliche Familien und Paare zu begegnen.

Dieser Anblick erinnert uns schmerzhaft an unseren Verlust, an das, was wir nie mehr mit unserem Partner oder Angehörigen erleben dürfen.

Vielleicht entscheiden wir deshalb, uns in der Wohnung hinter geschlossenen Jalousien zu verstecken, und nur die Hoffnung hält uns aufrecht, dass irgendwann dass Wochenende vorbei sein wird.

Eine Steigerung stellen dann noch Feiertage wie Ostern, Weihnachten und Neujahr sowie Geburtstage, Todestage und Hochzeitstage dar.

Unsere mit dem Partner verbundenen Rituale erscheinen uns jetzt, nach seinem Tod, sinnlos. Wir fühlen uns einsam und aussortiert.

Alle um uns scheinen glücklich und genießen die Festtage. Wie sollen wir deren Gesellschaft ertragen - mit den Bildern unserer glücklichen Vergangenheit vor Augen?

Wie mit Wochenenden und Feiertagen umgehen?

Jeder von uns hat seine ganz eigene Art, mit der Trauer umzugehen. Auch für die Wochenenden und Feiertage muss jeder seinen eigenen Weg finden.

Beide Extreme, so zu tun, als ob sich nichts verändert hätte, oder sich so zu verhalten, als ob es kein Weiterleben mehr ohne den verstorbenen Menschen gäbe, sind nicht hilfreich.

Hilfreich ist, dass wir ehrlich zu uns und anderen sind und dazu stehen, wie wir uns fühlen.

Wir benötigen keine Ausflüchte, weshalb wir eine Einladung nicht annehmen oder erst kurz zuvor entscheiden können, ob wir kommen oder nicht.

Wir sind in einer Ausnahmesituation, in der andere Regeln gelten!

Für manche Menschen ist es hilfreich, neue Rituale zu entwickeln, um den Schmerz lindern - z.B. bescheren sie an Weihnachten Kinder im Waisenhaus oder buchen über ihren Geburtstag eine Reise. 

Andere bitten die Familienmitglieder, die Festtagsaktivitäten anders zu gestalten, sodass die Erinnerung weniger stark auftaucht.

Wieder andere laden ihre Freunde zum Geburtstag ein, um zu spüren, dass sie nicht alleine sind.

Es gibt auch Menschen, die entscheiden, überhaupt keine Festtage mehr feiern zu wollen. Dieser Vorsatz hat nur ein Problem: Um sie herum feiern die anderen Menschen, vor Weihnachten sind die Geschäfte dekoriert und dies bleibt nicht ohne Auswirkungen auf sie. Die Erinnerung an vergangene Zeiten mit dem Partner taucht dennoch auf.

Es gibt aber auch Menschen, die Wochenenden und Festtage für die Erinnerung an den verlorenen Menschen reservieren. Sie nehmen sich ein Fotoalbum oder alte Liebesbriefe und tauchen ein in die schmerzlichen Gefühle.

Manche schreiben Tagebuch über ihre Erinnerungen und Gefühle. Wenn dies eine bewusste Entscheidung ist, dann ist das gut - allerdings sollte nicht jedes Wochenende nur auf Erinnerungen basieren.

Eine andere Möglichkeit ist, sich einer örtlichen Trauerbewältigungsgruppe anzuschließen und zusammen mit anderen Betroffenen einen Teil der Festtage oder der Wochenenden zu verbringen.

Auch das Internet - etwa ein Trauerforum - bietet Möglichkeiten, sich dann, wenn einem die Decke auf den Kopf fällt, mit anderen Betroffenen auszutauschen.

Viele Menschen suchen sich eine Aufgabe, durch die sie wieder einen Sinn in ihrem Leben sehen.

Sie arbeiten ehrenamtlich, begleiten z.B. neue Patienten im Krankenhaus, besuchen Kranke oder machen Babysitting.


angst-vor-wochenenden.html

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Eine neue Aufgabe verschafft Ablenkung, lenkt den Blick auf Menschen, denen es auch schlecht oder noch schlechter geht, und gibt uns eine neue Erfüllung.

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Kommentare
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  1. Leserkommentar Steffi schreibt am 06.03.2015

    Vielleicht hilft es euch ein bisschen zu lesen Wenn morgen ohne mich beginnt von Dr. Alexander."

  2. Leserkommentar Marte schreibt am 04.03.2015

    Danke fürs Drücken, liebe Uli. Ja, du weißt aus eigener Erfahrung, dass Liebe stärker ist als der Tod. Und eine wahrhaftige, eine große Liebe ist ein Geschenk und eine Gnade. Besser jetzt traurig und verzweifelt sein, als solch ein Glück nie gehabt zu haben. Aber es ist so schwer, die "Überlebende" zu sein, so schwer....

  3. Leserkommentar Uli schreibt am 03.03.2015

    Ach Marte, das sind die Tage, die noch schwerer sind. Drücke Dich ganz fest.

  4. Leserkommentar Marte schreibt am 03.03.2015

    Heute ist unser Hochzeitstag. Der zweite Hochzeitstag ohne ihn. Ich kaufte Blumen und versuchte, wenigstens beim Autofahren nicht zu weinen. Jetzt scheint nach trübem, stürmischem Mittag die Sonne. Die Hunde warten auf ihren Spaziergang. Wir werden zu Dritt durch die schöne Landschaft laufen und wünschen, er wäre bei uns. Aber es gibt kein zurück. Das Leben ist eine kaum zu ertragende Einbahnstraße.

  5. Leserkommentar Uli schreibt am 01.03.2015

    Ihr alle hier:leier erst nach langer Zeit wieder hier gelesen, wie Fred schreibt.Mein mann ist jetzt genau 87 Wochem 3 Tage und 6 Stunden und 40 Minuten tot. Der Schmerz bleibt, die Trauer wächst sogar noch, aber man gewöhnt sich daran als einen Teil des Lebens und gleichzeitig wächst die unendliche Dankbarkeit für die Erinnerungen an das Liebste, für die Liebe, die ich erleben durfte mit meinem Mann! Und ich schliesse mich Stephchen an: So eine grosse Liebe, die auch den Tod überdauert,ist eine Gnade, die -wenn überhaupt- man nur einmal im Leben erfahren darf. Daher ist eine weitere Partnerschaft (schon i.d.Krankheitszeit m.Mannes beschlossen) für mich nie mehr möglich - es kann nie mehr so sein und wäre für mich ein untragbarerer Kompromiss und unfair einem neuen Partner gegenüber. Ich wünsche euch allen hier die Kraft, einen Tag nach dem anderen anzugehen und zu bewältigen, auch in dem Wissen, dass unsere Liebsten nicht sterben wollten und so gerne noch etwas Zeit hier gehabt hätten.

  6. Leserkommentar Heidi schreibt am 28.02.2015

    Ja Stefan, heute ist es wieder einmal besonders schlimm.Ich muss immer wieder an ihn denken ,an seine letzten Stunden, die Angst die wir beide hatten.Aber man kann mit niemanden darüber reden,vielleicht weil es "schon "22 Monate her ist.Für alle ist man die taffe Frau ,die das alles gut verarbeitet hat,aber keiner ahnt wie es im inneren aussieht,nämlich total beschissen.Ich vermisse ihn so sehr,würde alles dafür geben ihn einfach noch einmal zu umarmen,einmal noch zu küssen,ihn einfach noch mal zu spüren.Ach, das ganze Leben ist beschissen.Entschuldigt meine Wortwahl, aber im Moment ist mir einfach so.

  7. Leserkommentar Stefan schreibt am 28.02.2015

    Hallo Heidi Ich kann Dich sehr gut verstehen,mir geht es ebenso.

  8. Leserkommentar Heidi schreibt am 28.02.2015

    Wieder ein Wochenende allein.Es ist einfach nur traurig was ein Mensch aushalten muss, das Liebste ist weg, keiner mehr da ,der einen auffängt, der einfach bedingungslos mit dir ist .Nach einer gewissen Zeit bist du für die anderen nur diejenige ,deren Mann gestorben ist und hast einfach nur noch zu funktionieren.Aber das kann ich einfach nicht mehr,mein Mann ,mein Leben fehlt und das immer mehr ,auch noch nach erst nach 22 Monaten.

  9. Leserkommentar Stephchen schreibt am 23.02.2015

    liebe Nidia... wir sind alle auch sehr zahlreich auf der Seite "vom schmerzlichen Umgang mit der Trauer", der Austausch ist dort einfach etwas reger... Mein herzliches Beileid, Liebes. es ist einfach scheisse, nenne es ruhig beim Namen.. ich habe leider keine Kinder mit meinem Schatz, ich weiss es braucht sicher aus so viel Kraft.. aber Stefan hat recht, ein Teil von ihm ist somit noch hier, einer den du sehen und fühlen kannst. und der andere Teil von ihm, ist auch bei dir, da bin ich sicher.. nur sehen wir sie nicht.. lass dich mal umarmen

  10. Leserkommentar Stefan schreibt am 20.02.2015

    Liebe Nidia: Ich kann dich nur zu gut verstehen - meine Freundin ist am 06.12.2013 verstorben. Es gibt leider keine tröstenden Worte und Sprüche, wie: Die Zeit heilt die Wunden - sorry - sind in diesem Falle einfach unangebracht. Bei mir ist es so, dass je mehr Zeit vergeht, ich immer trauriger werde, weil immer mehr klar wird, dass der geliebte Partner/in nie mehr zurückkommt.Es ist diese verdammte Ohnmacht, dieses Endgültige, dieses verdammte Alleinsein, diese psychische Obdachlosigkeit, dieses ständige Dunkel der Seele, auch und gerade, wenn die Sonne scheint - diese ganzen Pärchen - auch sehr alte Leute dabei. Man fragt sich - warum? Auf diese Frage werden wir leider nie eine Antwort bekommen und das lässt uns nicht zur Ruhe kommen. Du hast 2 Kinder - das ist sehr schön.So lebt ein Teil deines Mannes in ihnen weiter. Vielleicht ist Dir das ein zumindest kleiner Trost, wenngleich ich deinen grausamen Schmerz absolut nachvollziehen kann. Ich wünsche Dir alles erdenklich Gute und die notwendige Kraft, dies alles zu überstehen. Herzliche Grüße Stefan

  11. Leserkommentar Nidia schreibt am 19.02.2015

    Mein Mann ist am 23.12.2013. Wir haben 2 Kleine kinder 5 Jahre und 4 Jahre alt. Dass ist so ....... Er fehlt mir so SEHR !!!Ich kann nicht weiter schreiben.....

  12. Leserkommentar Silvia schreibt am 07.02.2015

    Du hast recht Marte,die Liebe zu unserem Partner war ein Geschenk,ich glaube so etwas bekommt man auch nur einmal im Leben geschenkt.Mir fehlt vor allem diese Vertrautheit ,dieses Wissen da ist jemand der einen liebt,der sich sorgt,für den man auch bedingungslos da ist.Seit dem er nicht mehr da ist bin ich durch die Hölle gegangen und Du weisst aus eigener Erfahrung Marte,das ist nicht nur eine Floskel.Es ist wirklich wahr,der Tot unseres Partner hat uns halbiert.LG Silvia

  13. Leserkommentar Fred schreibt am 06.02.2015

    Hallo Barbara,habe Deine Zeilen jetzt erst gelesen,bin auch meistens auf der anderen Seite,wie ich an Marte geschrieben habe.Ja,es ist so deprimierend daß auch aus der eigenen Familie so gefühllose Reaktionen kommen,wie nicht drüber reden,oder womöglich:jetzt muß es aber schon wieder besser sein usw. Das tut am meisten weh.Als wenn es unsere Partner nie gegeben hätte!Man muß mit anderen Menschen sprechen,weil einem die eigenen nicht verstehen und nicht zuhören.Das kommt zu unserer Trauer noch dazu. Aber wir werden es schon schaffen,es dauert nur sehr lange. LG Fred

  14. Leserkommentar Fred schreibt am 06.02.2015

    Hallo Marte,schön daß Du hier Deine Sorgen,Dein Leid mitteilst.Wir machen alle das mehr oder weniger gleiche durch wie Du.Da sind viele liebe Menschen in diesem Forum die sich gegenseitig wirklich trösten und vor allem die sich und ihre Probleme verstehen,weil sie die selbe Trauer erleben. Marte, die meisten schreiben auf der anderen Seite ,,Vom schmerzlichen Umgang mit der Trauer '' siehst Du in der rechten Spalte,einfach rüber klicken. LG Fred

  15. Leserkommentar Marte schreibt am 03.02.2015

    O ja, das Schweigen ist schrecklich. Mein Liebster starb am 22. November 13. Die "Festtage" waren eine Qual. Ich konnte das "Fröhliche -Weihnacht-Gerufe" kaum noch ertragen. Aber die Anderen stecken in ihren Leben, haben ihre Aufgaben. Ich versagte auch oft wenn Andere trauerten, aus Unwissenheit, aus Unbeholfenheit oder aus falscher Rücksichtnahme. Es ist schwer, Trauernden wirtklich zur Seiten zu stehen - denn es gibt keinen Trost. Das spürte ich damals als ich nicht betroffen war. Und heute, als Trauernde, weiß ich es, erfahre es jeden Tag, jede Nacht: Es gibt keinen Trost - außer er wächst in der eigenen Seele heran. Trotzdem tut es gut, mit lieben Menschen über den, der gestorben ist, zu reden. Es tut auch gut, hier einige Zeilen zu schreiben. Ich grüße euch herzlich.

  16. Leserkommentar mike schreibt am 02.02.2015

    liebe barbara, deine zeilen vom 27.12. berühren, ich weiß nicht, ob du das noch liest, aber auch, wenn es nichts hilft in dem moment, wo wir das erleben, möchte ich dir sagen, dass es mir oft genauso geht wie dir. das schlimmste ist, das totschweigen, ganz so, als hätte der tod alles ausgelöscht, was ein mensch in und mit uns gewesen ist - ich habe das selbst auch so zu weihnachten mit der "familie" erlebt. und das unverständnis darüber, dass da noch immer liebe sein kann, sein darf, ist. auch die einsamkeit kenne ich zu gut. lange stunden, in denen ich mit niemandem spreche, weil mein kern- und angelpunkt im leben nicht mehr da ist und nach einer kurzen zeit der unterstützung durch andere und des scheinbaren verständnisses kehren alle in ihre leben zurück und ich bin alleine mit meiner trauer über geblieben. wortlos. manchmal spreche ich mit meiner verstorbenen. in gedanken oder auch in echt, wenn die gefühle zu stark sind. und es hilft und macht traurig gleichzeitig. aber barbara, was ich dir schreiben wollte, ist, das bild von dir im gespräch mit dem tankwart... du bist nicht alleine. woanders auf dieser welt habe ich ziemlich zeitgleich etwas ganz ähnliches erlebt. das nächste mal, wenn ich wieder so empfinde und mich unendlich alleine damit fühle, werde ich daran denken, dass du das erlebt hast und daran, dass es dir hoffentlich etwas besser geht als damals und dass wir im alleine sein doch nicht so ganz alleine sind. ich wünsche dir alles gute und trost und fühle mich ein wenig getröstet, dank dir und deinen zeilen.

  17. Leserkommentar Marte schreibt am 02.02.2015

    Liebe Silvia, nein, es geht nicht so weiter. Das alte Leben ist zerbrochen.Gekommen sind Ängste und Einsamkeit. Ich gehte täglich durch diese kleine Hölle. Und doch! Wir sind Beschenkte. Wir hatten etwas, das Viele niemals kennenlernen: einen Menschen, auf den Verlass ist und echte Liebe.

  18. Leserkommentar Silvia schreibt am 31.01.2015

    Marte, auch ich bin dankbar für 35 Jahre , die wir gemeinsam hatten ,für mich war und ist das mein Leben.Was noch kommt ist ungewiss , aber es wird nie mehr so sein wie es mal war.Auch habe ich Angst davor was noch kommt , denn ohne ihn kann ich einfach nicht so weitermachen.In meinen Augen ist das Leben einfach nicht fair ,wir hatten doch nur uns.

  19. Leserkommentar Marte schreibt am 26.01.2015

    Der Tod: unverständlich, endgültig. Aber die Liebe, geboren im Leben, überwindet den Tod. Das erfahre ich täglich nach dem plötzlichen Tod meines geliebten Mannes. Er ist fort. Es ist fast unerträglich ohne ihn. Sehnsucht schmerzt. Tröstlich ist, dass ich von ihm träume. Ich spüre die Liebe zu ihm intensiv und Dankbarkeit ist in mir für 37 gute Jahre.

  20. Leserkommentar Anke schreibt am 24.01.2015

    Hallo Stephan, schreibe sonst auf der Seite"vom schmerzlichen Umgang..". Das ist nach meiner Meinung das Ziel, dass wir unsere Liebsten so in uns tragen, dass sie ständig, wie früher, um uns sind und wir ihre Liebe spüren. Ich finde das sehr schön, wie Du das schilderst. Ich sehe meinen Liebsten in den Blaumeisen, die zum Futterplatz im Garten kommen, er hat sie besonders geliebt. An ein Wiedersehen glaube ich nicht, aber ich will mich mit diesem Gedanken mehr beschäftigen. Ich erlebe meinen Mann eher hier in der Wohnung, zu seinem Platz im Ruheforst muss ich 35 km fahren, das mache ich nur zum Todesdatum in jedem Monat.

  21. Leserkommentar Stefan schreibt am 24.01.2015

    Hallo ihr Lieben: Mir ist danach, alle 2-3 Tage meine Freundin auf dem Friedhof zu besuchen und dann rede ich sehr gerne mit ihr .Habe das Gefühl, sie versteht mich, wie so oft, als sie noch lebte. Manchmal ertappe ich mich einfach dabei, dass ich ein Stück Bonbonpapier wegwerfen möchte, dann höre ich innerlich ihre Stimme, die sagt, dass man das nicht tun darf und dann werfe ich es in einen Papierkorb. Sie hat immer sehr gerne Enten und Möwen gefüttert.Das habe ich heute - auch - in Gedanken an Traute gemacht, als ich vom Friedhof kam. Ich habe dann zu den Möwen gesagt, dass sie meine Traute doch grüßen mögen, wenn sie hoch oben über uns kreisen und dem Himmel so nahe sind. Dabei kam mir ein kleines Lächeln über die Lippen und zugleich ein paar Tränen aus den Augen.Ich denke oft an Sie - sehr oft sogar - und trage sie ständig in meinem Herzen und in meinen Gedanken. Sie war ein so liebenswürdiger Mensch, der sich an den Kleinigkeiten des Lebens sehr erfreuen konnte. Ich vermisse sie so sehr und vor dem Einschlafen sage ich immer: Traute - wir werden uns wiedersehen oder du kommst einfach zurück zu mir. Ich weiß aber, dass sie, auch wenn sie physisch leider nicht mehr bei mir ist, sie mich dennoch ständig umgibt und das ist schön. Es ist schön, das Glück gehabt zu haben, überhaupt mit einem derart wertvollen Menschen einen großen Teil seines Lebens teilen gedurft zu haben. Ich wünsche Euch viel Kraft für euer weiteres Leben.

  22. Leserkommentar Nicole schreibt am 15.01.2015

    Herzlichen Dank Stefan.Man hat schon so viel verloren,dass man an manchen Menschen festhalten möchte,obwohl man weiss,dass es einem nicht gut tun.Da ist es für mich wichtig,mir eine neutrale Meinung einzuholen.Wichtig auch,dass ich einen Mann fragen kann,denn Frauen denken meist anders.Und die meisten Männer trauern anders und sprechen nicht oder nur oberflächlich über ihre Gefühle.Ich leide so sehr unter dieser seelischen Vereinsamung,sich nur mal kurz mitteilen,damit der Gegenüber einen wieder gerade rückt.Sei es mit einem Zuspruch oder einem kleinen Tritt in den Hintern.Wobei das Letztere ausschliesslich mein Mann dufte.Dir auch ganz viel Kraft und viele liebe verständnisvolle Menschen an deiner Seite

  23. Leserkommentar Stefan schreibt am 15.01.2015

    Nachtrag: Nicole - dann unterhalte Dich in erster Linie mit deinem Bruder erst einmal nur noch über die Dinge, die deinen Vater betreffen und versucht diesbezüglich, gemeinsam eine Lösung zu finden. Ansonsten so, wie im Beitrag zuvor beschrieben.

  24. Leserkommentar Stefan schreibt am 15.01.2015

    Es geht mir ähnlich mit meiner Schwester, die mir ebenfalls immer sagen möchte, wo der Weg langgeht. Ich sage ihr immer: Jeder so, wie er kann und will. Du bist ja nicht gezwungen, mit mir zu kommunizieren. Dann gibt sie Ruhe. Ich sehe sie schon lange nur zu den Geburtstagen meiner Eltern.Wenn Menschen zu verschieden sind, bringen Diskussionen meist nichts, sondern sind eher kontraproduktiv - es führt dann leicht zum Streit. Wir in unserer Lage können Streit aber absolut nicht gebrauchen und deshalb ziehe ich mich, wie auch schon geschrieben, ganz einfach von Leuten zurück, die mir nicht guttun. Egal, ob es nun Bekannte oder Verwandte sind. Es ist leider bei den meisten Menschen der Fall, dass sie erst dann den Ernst der Lage begreifen, wenn sie selbst betroffen sind. Vorher kann jeder "gute Ratschläge" geben. Wenn sie dann selber die traurige Wahrheit in ihrem Leben kennenlernen, erfolgt zumindest meist ein Umdenken. Wir müssen uns in unserer Situation aber nun wirklich nicht auch noch den Oberflächlichkeiten und dem mangelnden Einfühlungsvermögen aussetzen, weil wir das erstens nicht nötig haben und zweitens: Es uns absolut nicht bekommt. Wer das nicht versteht, auf den kann man wirklich und ruhigen Gesissens verzichten. Liebe Grüsse und viel Kraft auf deinen Wegen Stefan

  25. Leserkommentar Nicole schreibt am 15.01.2015

    Ich habe einen Bruder,der,als ES passiert ist,ein paar Tage hier war und mir in den ersten Tagen beistand.Seither nicht mehr.Setzt mich unter Druck,macht mir Vorwürfe,bschimpft mich.Ich habe mich sehr schnell von ihm zurück gezogen,aber immer wieder schreibt er mir und tut mir weh mit seinen Worten.Ich habe versucht ihm zu erklären,wie meine Trauer aussieht und was sie aus mir macht.Er versteht das einfach nicht und akzeptiert,respektiert mich nicht,so wie ich jetzt bin.Das tut mir jedesmal so weh und belastet mich noch zusätzlich.Den Kontakt kann ich nicht komplett abbrechen,da wir uns wegen unserem kranken Vater austauschen müssen.Ein Beispiel:habe ihn mehrfach gebeten zu mir zu kommen,damit ich nicht so einsam bin,oder mir beim Bäume schneiden hilft.Antwort:Warum soll ich denn kommen und dir helfen,du brauchst Beschäftigung.Wie kann ich es schaffen,dass es mir nicht mehr so an die Nieren geht?

  26. Leserkommentar Stefan schreibt am 14.01.2015

    Hallo Nicole Dass müßtest du schon ein wenig genauer ausführen. Prinzipell aber halte ich es so, dass ich mich von Leuten, die mir nicht gut tun, fern halte.

  27. Leserkommentar Nicole schreibt am 14.01.2015

    Noch eine Frage an dich,Stefan.Wie würdest du reagieren,wenn dir ein Familienmitglied nicht gut tut?Sorry für meine Fragen,aber irgendwie tust du mir gut.Ich weiss nichts von dir,aber die Zeilen die du schreibst beruhigen mich.

  28. Leserkommentar Nicole schreibt am 14.01.2015

    Stefan,Hatte Fr.Doris Wolf schon darüber kontaktiert,aber die Foren-Software gibt es hierfür nicht.Die einzigste Möglichkeit besteht darin,dass man sich in einem anderem Forum für Trauernde anmeldet.

  29. Leserkommentar Trauer schreibt am 13.01.2015

    Nicole, das freut mich, dass ich dir ein wenig helfen kann, weil du dich ein wenig in deinen Ansichten bestärkt fühlst. Mir geht es dadurch ebenso - deshalb auch zurück an dich herzlichen Dank. Schade, dass man hier nicht per Privatnachricht kommunizieren kann.Es wäre sehr zu hoffen, dass sich dieses ändert.

  30. Leserkommentar Nicole schreibt am 13.01.2015

    Danke Stefan für deine Ehrlichkeit.Das Alles(Vereine usw.) in deiner Beschreibung hilft mir auch nicht und lag mir noch nie.Einzig was mir etwas mit auf den "Weg" gibt ist meine Psychologin,die mich darin bestätigt,dass ich an Stärke gegenüber mir selbst gewinne.Dass ich alles Richtig mache,indem ich an mich denke.Ich habe sonst niemandem,dem ich vertraue,ausser ihr.Ich habe ihr gesagt,dass ich ein Märchen gelebt habe und sie hat mir geantwortet,dass ich 50% von diesem Märchen bin.Diese 50% leiden aber jeden Tag und sind nur noch da.Für deine Antwort bin ich dir sehr dankbar,"schön"dass ich dich das fragen durfte.Auch durch deine Antwort fühle ich mich in meinem Handeln bestätigt.

  31. Leserkommentar Stefan schreibt am 13.01.2015

    Liebe Nicole: Die größten Alltagsprobleme sind inm Grunde unsere/meine Probleme mit der derzeitigen, psychischen Verfassung und natürlich mit dem plötzlichen Alleinsein.Mir helfen zum Beispiel keine Vereine oder irgendwelche Trauerbücher usw, wo irendwie nach Schema F Zweckoptimismus propagiert wird. Ich möchte dies nun nicht abwerten, denn der Mensch an sich ist jeder ein vollkommen eigenständiges Individuum und deshalb kann es auch gar nicht einen Schema F Plan geben, der in dieser Situation als Allheilmittel gilt. Es mag Menschen geben, denen ein Psychologe helfen kann, der Besuch von Trauergruppen, Bücher zur Trauerbewältigung, Kirchenbesuche (Gottesdienste) usw. Dies alles kommt für mich nicht in Frage. Ich mache auch keine Pläne, sondern lebe jeden Tag so, wie er kommt. Mindestens eine Hälfte von uns existiert in meinen Augen nicht mehr, seitdem der Partner, mit dem wir unser Leben teilten, verstorben ist. Somit ist natürlich viel an Lebensfreude verlorengegangen und auch an Kraft, die uns bisher angetrieben hat. Ungefähr wie bei einem Auto, was kein Benzin mehr hat. Ich weiß deshalb auch keine Lösung - nicht für Euch und auch nicht für mich.Ob es noch einmal wieder anders werden wird, steht in den Sternen.Aber ich denke, man soll und muss sich die Zeit nehmen, die man braucht - egal wie lange und schlimmstenfalls bis zu unserem eigenen Tod. Wir sollten uns diese nehmen und die schnelllebige, heutige Zeit innerlich für uns abschreiben.Egal, was andere denken oder auch nicht. Das sollte uns wirklich am Allerwertesten vorbeigehen. Ich wünsche Dir und auch allen anderen hier viel Kraft und Zeit, die nötig ist, um auch nur halbwegs wieder auf die Beine zu kommen. Dem einen gelingt es, dem anderen nicht. Wie gesagt - es steht in den Sternen und es ist gut, dass wir nicht wissen, was die Zukunft noch für uns bereithalten mag. Herzliche Grüße Stefan

  32. Leserkommentar Nicole schreibt am 13.01.2015

    Stefan,die Art und Weise,wie du deine Gefühle beschreibst sind so beeindruckend identisch mit meinen.Man erfährt viel ,wie Mann oder Frau die Trauer durchlebt und dabei würde ich gerne von dir wissen,wo im Alltagsdasein,deine größten Probleme ohne deine Frau liegen?Ich möchte dir mit meiner Frage nicht zu nahe treten.Vielleicht kann ich so etwas mitnehmen um ein Stückweit besser mit den Menschen in meinem Umfeld umzugehen.Um ganz ehrlich zu sein,mir fehlt die Sichtweise eines Mannes,dessen Meinung ich annehmen kann.

  33. Leserkommentar Stefan schreibt am 13.01.2015

    Nicole, du hast vollkommen recht mit deiner Meinung. Wer die Wahrheit nicht abkann, auf den kann man gut und gerne verzichten.

  34. Leserkommentar Nicole schreibt am 13.01.2015

    Stefan,ich höre bei diesen Zeilen dein Herz schreien,denn ich empfinde GENAU SO.Auch ich habe mich sehr verändert und wenn mir jemand die Frage stellt wie es mir geht,dann antworte ich ganz ehrlich.Ich würde mich selbst in mir verlieren,wenn ich nicht ehrlich wär.Wenn mein Gegenüber nicht sensibel bei seiner Frage ist,warum sollte ich dann sensibel bei meiner Antwort sein?Es ist mir auch egal was andere von mir denken,denn den meisten bin ich ja auch egal.....

  35. Leserkommentar Stefan schreibt am 13.01.2015

    Hallo Uli: Ich könnte mir vorstellen, dass wir uns durch den Tod und somit einen unschätzbar großen Verlust, den wir dadurch erlitten haben, sehr verändern. Oberflächlichkeiten oder Smaltalk geben uns nichts mehr. Wenn wir über diesen Verlust reden möchten, wissen viele anscheinend nicht, wie sie darauf reagieren sollen und ziehen sich zurück. Außerdem ist das Thema -Tod- immer eine Sache, die gerne verdrängt wir.Damit will kaum einer konfrontiert werden. Von daher sind wir in unserer Denkensweise in vielen Punkten ganz anders gepolt, als diejenigen, die dies noch nicht kennengelernt haben. Das Wichtigste ist uns genommen worden und alles, was danach kommt, ist mehr oder weniger für uns unwichtig oder sinnlos geworden.Selbst der Sinn unseres eigenen Lebens. Ausflüge, die wir nun alleine machen, stimmen uns eher traurig, denn in unserer Umgebung waren wir an vielen Orten vormals mit unseren Partnern dort.Dann kommen auch dort, wie fast überall, immer die Erinnerungen durch, wie schön es doch mit unseren Partnern war.Man möchte nur noch schreien und es tut so verdammt weh.Die Gespräche fehlen uns so sehr, das Verständnis, die Geborgenheit, die Wärme, das liebe und so vertraute Gesicht - alles wurde uns von jetzt auf gleich genommen. Ich persönlich fühle mich, wie ein seelischer Obdachloser und ich habe nicht den Eindruck, dass sich dies noch einmal ändern wird. Man kriecht wirklich nur noch von Tag zu Tag so dahin und quält sich durchs Leben.

  36. Leserkommentar Uli schreibt am 13.01.2015

    Hallo Stefan - ist o.k., aber Du kannst Deinen Beitrag auch in 2 Teilen unterbringen... Aber du hast recht, wir kommen uns vor wie fremde auf dieser erde und vorher waren wir doch auch dabei? Was macht uns zu solchen Aussenseitern? Trauer ist doch nicht ekelig oder ansteckend. Schliess. muss jeder auf dieser Welt da mal durch, leider.

  37. Leserkommentar Stefan schreibt am 12.01.2015

    Hallo Uli: Der andere Thread erkaubt nur bis zu 1000 Zeichen, deshalb bleibe ich lieber hier - sorry.

  38. Leserkommentar Joelleschen schreibt am 10.01.2015

    Hallo alle zusammen ich habe in einem Buch gelesen wenn man was schlimmes erlebt hat also ein Teaumatisches Erlebnis also Tod des partnes oder einem dem man nahe stand man soll das was einem geschehen ist immer wieder in einem Brief aufschreiben das soll helfen bei der Trauerbewaeltigung und wenn jemand schuld hat am tod also wie bei mir wo jemand schuldig ist das mein Lebensgefaehrte tod ist also ich soll dann einen Brief aufsetzen an die Person und schreiben was ich von ihm halte und fühle ohne ihn abzusenden das soll helfen!!!

  39. Leserkommentar Uli schreibt am 10.01.2015

    Stefan, babs, Anke - eine Bitte: könnten wir im anderen Forum "Trauerbewältigung" bleiben??

  40. Leserkommentar babs schreibt am 10.01.2015

    Danke Anke, freue mich schon auf Barcelona, hoffe auf Ablenkung und schöne Stunden. Klar können wir uns in Wiesbaden treffen, kernhansb@gmail.com. Gruss Babs

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