Nach dem Tod seines Partners eine neue Partnerschaft beginnen

zwei menschen gehen Hand in Hand

Sich nach dem Tod des Partners auf eine neue Partnerschaft einzulassen, ist für viele nicht einfach. Dr. Doris Wolf gibt Hilfestellungen für die Partnersuche nach der Trauer. Bild © Light Impression - Fotolia.com

, Psychotherapeutin

Welche Gefühle und Gedanken haben Menschen, die einen Menschen verloren haben und an der Schwelle zu einer neuen Partnerschaft stehen? Was ein Mensch denkt und empfindet, hängt davon ab, wo er im Trauerprozess steht.

Wenn er sich nach dem Verlust seines Partners sofort in eine neue Partnerschaft stürzt, wird die Trauer noch sehr stark sein.

Ist er innerlich schon wieder offen für eine neue Partnerschaft, so wird es dennoch ab und zu Wehmut und Sehnsucht nach dem verlorenen Partner geben. Es kommen oft aber auch Schuldgefühle, einen anderen Partner zu lieben, hinzu.

Außerdem sind Betroffene oft unsicher, wie sie sich verhalten sollen. In der Sexualität kann es zu Schwierigkeiten kommen - aus Scham, weil Erinnerungen hochkommen oder aus einem Leistungsdruck heraus.

Vergleiche mit dem verstorbenen Partner können die Liebe ebenso erschweren wie häufiges darüber Sprechen und den neuen Partner schlecht machen.

Wie den verstorbenen Partner in die neue Partnerschaft integrieren?

Der verstorbene Partner muss in die Partnerschaft integriert werden. Der Betroffene sollte offen darüber sprechen können, auch Todestag und besondere Erinnerungstage integrieren können, auch darüber sprechen dürfen, wenn er gerade an den verstorbenen Partner denkt. Es ist wichtig, dem Verstorbenen in seinem Innern einen Platz einzuräumen.

Sind die Empfindungen anders als gegenüber dem verstorbenen Partner?

Meist haben Betroffene den Eindruck, nie mehr so richtig lieben zu können. Man kann die Liebe nicht vergleichen - sie ist einfach nur anders.

Wie reagieren die Kinder und die Umwelt auf die neue Beziehung?

Oftmals sind die Kinder gegen einen neuen Partner. Sie haben Angst ums Erbe, vor dem Verlust von Zuwendung und auch Angst, dass das Elternteil nochmals solche Schmerzen wie beim Verlust erleidet, dass das Elternteil sich verändert und von ihnen entfernt.

Manche wollen auch, dass das Elterteil trauert und nicht so schnell eine neue Beziehung eingeht - quasi als Beweis für die Liebe. Andererseits fühlen sich viele erleichtert, dass das Elternteil wieder versorgt ist und sie nicht eine so große Verantwortung tragen.

Auch die Umwelt kann sich schwer damit tun, zu akzeptieren, dass der Betroffene einen neuen Partner hat. Wir alle wollen Konstanz in unseren Beziehungen und uns nicht neu einstellen.

Es kommt möglicherweise die Angst hoch, dass sich der Betreffende von ihnen entfernt oder sie ihn ganz verlieren.

Manchmal fühlen sie sich auch wohl in der Rolle, vom Betroffenen gebraucht zu werden. Manchmal haben sie vielleicht selbst Interesse an dem Betroffenen gehabt.

Welche Ratschläge kann man Betroffenen geben?

Wer sich nach einer Verlusterfahrung für eine neue Partnerschaft öffnet,

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Leserfrage zum Thema neue Partnerschaft

Ich habe meinen Mann vor 7 Jahren durch Tod verloren und bin nun so weit, dass ich gerne wieder Kontakt zu einem anderen Mann hätte. Ich habe aber auch Angst davor. Außerdem bin ich völlig aus der Übung, wie man das anstellt. Können Sie mir einige Tipps hierfür geben?

Ich habe geantwortet:

Es ist ganz normal, dass Sie vor neuen Kontakten mit dem anderen Geschlecht ein wenig Bammel haben. Die meisten Menschen tun sich selbst in jungen Jahren schwer, auf andere zuzugehen. Sie starten hingegen von einer ganz anderen Position.

Vielleicht sind Sie unsicher, wie stark dabei die Erinnerung an Ihren Mann hochkommt und Sie blockiert. Sie fühlen sich vielleicht auch unsicher, wie Sie sich verhalten sollen, wenn der neue Mann Sex mit Ihnen haben möchte. Und natürlich könnten Sie sich auch dadurch verunsichern, dass Sie sich aufzählen, was alles an Ihnen nicht mehr ganz so taufrisch ist.

Starten Sie erst einmal damit, Ihr Selbstwertgefühl zu stärken. Sie haben sehr viel anzubieten, denn Sie wissen, wie man eine erfolgreiche Partnerschaft führt und auch wie man eine Krise überwindet.

Auch die Körper der möglichen Partner in Ihrem Alter zeigen Spuren der Veränderung, sodass Sie Ihren Blick auf die Körpermerkmale lenken sollten, die Sie besonders an sich mögen.

Überlegen Sie sich, wo Sie auf Männer mit ähnlichen Interessen treffen könnten. Dies könnten VHS-Kurse, eine Wandergruppe oder ein Chor sein.

Begnügen Sie sich erst einmal damit, einfach nach Männern zu suchen, mit denen Sie gerne zusammen sind. Ob sich daraus eine Partnerschaft entwickeln kann, sollten Sie offen lassen.


trauer-neue-partnerschaft.html

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Gehen Sie aktiv auf andere zu. Achten Sie dabei auch auf den nonverbalen Bereich: Wie kleide ich mich? Wie ist meine Körpersprache?

Ihre Kontaktaufnahme kann sich zunächst nur in einem Lächeln, Blickkontakt oder einem kurzen "Guten Tag" äußern.

Erwarten Sie im Gespräch keine hochgeistigen Themen und Diskussionen von sich. Es genügt Small Talk.

Wichtig ist es, sich für den anderen zu interessieren, anstatt sich selbst interessant zu machen. Weitere Gesprächsstrategien für Sie können sein: auf Gemeinsamkeiten abzuheben, offene Fragen zu stellen, etwas von sich preiszugeben und den anderen zu loben.

Wenn der andere nicht positiv auf Sie reagiert, dann sollten Sie daraus nicht gleich folgern, uninteressant zu sein.

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Dr. Doris Wolf
Dr. Doris Wolf

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Schon immer hatte ich ein offenes Ohr für die Sorgen anderer. Deshalb war es mein Herzenswunsch, als Psychotherapeutin zu arbeiten. Einen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich im Nordic Walking, der Meditation, dem Jin Shin Jyutsu und dem Backen von Kuchen & Gebäck.

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  1. Leserkommentar Sarah schreibt am 18.10.2017

    Ich habe meinen Lebensgefährten nach fast 11 Jahren Beziehung am 2.6.17 nach schwerer Krankheit verloren.Er wurde nur 39j alt.wir lebten mit seinem Sohn mit im Haus seiner Eltern, jetzt muss ich ausziehen. Ich kann es mir im Moment zwar noch nicht vorstellen, weiß aber das es irgendwann bestimmt wieder jemanden geben wird.

  2. Leserkommentar Di schreibt am 29.07.2017

    Mein Mann starb sehr plötzlich vor 5 Jahren und ich konnte mir nie vorstellen einen neuen Partner zu haben. Letztes Jahr lernte ich jemanden kennen und wir hatten unheimlich viele gemeinsame Interessen und verbrachten 3 tolle Monate miteinander. Da ich aber immer wieder unglaubliche Schuldgefühle meinem Mann gegenüber hatte und völlig überfordert war mit der neuen Situation beendeten wir das Ganze.Für mich war es wohl zu früh, ich war nicht bereit für eine neue Partnerschaft. Wann, und ob ich es überhaupt irgendwann bin.....das weiss ich nicht. Ich denke das wird die Zeit mit sich bringen und die ist wohl bei jedem unterschiedlich lang oder kurz. Im Moment fühle ich mich ganz gut und versuche weiterhin mit mir selbst und dem neuen Leben klar zu kommen.Es gibt doch immer wieder krasse Tiefpunkte.Ich war 27 Jahre mit meinem Mann zusammen, das ist sehr lange und ich denke es braucht dann auch eine lange Zeit des langsamen Loslassens. Wichtig ist-glaub ich-das man das tut, womit es einem gutgeht.

  3. Leserkommentar BG 7 schreibt am 17.07.2017

    Hallo habe auch vor 2 Jahren meinen Mann verloren. Nach knapp 1/2 Jahr als Witwe habe ich einen Mann kennengelernt wir waren wandern und allmählich würde es liebe. Wir müssen uns kennenlernen und und anpassen. Wir wollen noch ein paar Jahre glücklich Zusammensein. Aber der neue weg ist sehr steinig und dauert sehr lange bis man locker und leich das Leben genießen kann. Mein Freund ist auch seit 3 Jahren Witwer. Auch plagen mich Zweifel ob ich alles richtig mache. Ich bin 65. mein Freund 67. ich hoffe dass wir es schaffen noch ein paar Jahre das Leben zu genießen.

  4. Leserkommentar Meggy schreibt am 14.07.2017

    Ich würde eine neue Parnerschaft eingehen wenn dann der richtige kommt.mit 61 habe ich meinen Mann nach 42 jähriger Ehe plötzlich verloren--doch wir wurden nicht geboren um alleine zu sein!!

  5. Leserkommentar Luisa schreibt am 11.07.2017

    Hallo, Ich kann sehr gut nachvollziehen, was ihr über eure Gefühle schreibt. Ich habe meinen Liebsten trotz gemeinsamen Kampf vor fast 2 Jahren verloren. Er fehlt mir noch immer jeden Tag. Nach etwa einem Jahr hatte ich wieder langsam das Gefühl lebendig zu sein, ich wollte mit aller Macht leben. Ich spürte Sehnsucht nach Zweisamkeit. Inzwischen habe ich einen sehr lieben Mann kennengelernt, der leider auch weiß. Wie es ist seine Liebste zu verlieren. Es ist für uns beide nicht leicht, weil wir beide auch noch minderjährige Kinder haben. Wir tasten uns langsam an alles heran, haben immer wieder Zweifel und tun uns doch auch sehr gut. Never ever give up! Das Leben ist schön und alle, die uns lieben und liebten, wünschen sich, dass wir wieder glücklich werden...

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... habe vor drei Monaten meinen Mann durch einen tragischen Unfall verloren. Zu Ihrem Buch bin ich durch Freunde gekommen, die mir helfen wollten.

Dieses Buch ist für mich Alles. Ich bezeichne es immer als meine Bibel. Wann immer ich unten bin, und das ist noch sehr oft, greife ich zu diesem Buch und finde Trost und Verständnis.

Dieses Buch gibt mir das Gefühl, als ob Sie nur für mich geschrieben haben und wir uns schon ewig kennen. Wie eine gute Freundin eben.

Ilse Kaiser

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Heike Born

Heike Born
Diplom Psychologin, Wiesbaden

Ich empfehle meinen Patienten die Bücher aus dem PAL Verlag, weil sie die Selbstveränderung auf hervorragende Weise unterstützen. Viele Menschen finden leicht Zugang zu den Inhalten durch die gut verständliche Sprache.

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