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Habe Angst vorm Autofahren

Leserfrage von Susanne P.

Mit 23 habe ich meinen Führerschein gemacht. Jetzt bin ich 45 Jahre alt und bin seitdem nie mehr am Steuer gesessen.

Meine Freunde sagen, ich sollte unbedingt Auto fahren lernen. Das würde ich ja auch gerne, aber ich habe große Angst, mich hinters Steuer zu setzen.

Alleine bei dem Gedanken ans Autofahren kriege ich weiche Knie und mein Herz schlägt wie wild. Wie kann ich meine Angst vorm Autofahren überwinden?

© Autorin: Dr. Doris Wolf Psychotherapeutin

Hallo Susanne

Vielen Frauen geht es wie Ihnen. Die einen haben sich nach der Fahrprüfung überhaupt nicht mehr ans Steuer gesetzt.

Andere begannen nach einigen nervenaufreibenden Erfahrungen oder ständiger Kritik vom Partner das Autofahren zu meiden.

Sicherheit beim Fahren lässt sich nur durch Training erreichen.

Je länger Sie sich nicht mehr ans Steuer setzen, umso größer wird Ihre Angst.

Sie können Ihre Angst langsam wieder abbauen.

Nehmen Sie nochmals ein paar Fahrstunden. In vielen Städten gibt es Fahrschulen, die sich auf Wiedereinsteiger spezialisiert haben.

Machen Sie Vorstellungsübungen. Setzen Sie sich auf einem Parkplatz ans Steuer und wiederholen Sie in Gedanken die Bewegungsabläufe des Schaltens und Steuerns im stehenden Auto.

Malen Sie sich in Ihrer Phantasie so oft wie möglich aus, wie es Ihnen gelingt, eine kleine Strecke ruhig und gelassen zu fahren. Dann fahren Sie die kleine Strecke zusammen mit einem Menschen, dem Sie vertrauen.

In vielen Städten gibt es Übungsplätze, auf denen Sie ohne Gefahr für andere üben können.

Am Anfang müssen Sie sich mit Ihrer Angst in den Wagen setzen. Mit zunehmender mentaler und praktischer Übung wird Ihre Angst dann langsam weniger.

Sabine K. hat ebenfalls Angst vorm Autofahren, allerdings aus anderen Gründen als Susanne. Sabine K. sagt:

Ich habe seit einem Autounfall vor 3 Jahren panische Angst, wieder ins Auto zu steigen. Mein Mann und ich haben deshalb oft Streit. Er wirft mir vor, dass ich mich nur anstelle. Mit etwas Willenskraft würde ich es schon schaffen, wieder Auto zu fahren. Was kann ich tun?

Ratgeber Gefühle verstehen

Ich habe Sabine K. geantwortet:

Wann immer wir eine traumatische Erfahrung machen, sind die Chancen groß, dass wir in Zukunft die Situation meiden, in der es passiert ist. Und diese Einrichtung der Natur ist auch ganz sinnvoll, denn durch die Angst soll unser Leben geschützt werden.

Wenn die Wahrscheinlichkeit allerdings relativ gering ist, dass uns in dieser Situation überhaupt jemals noch etwas zustößt oder etwas wirklich Schlimmes passiert, dann hilft uns unsere Angst nicht weiter.

Ihre Angst infolge Ihres Unfalls ist also gut nachvollziehbar, aber nicht hilfreich.

Der erste Schritt besteht darin, dass Sie sich erst einmal mit Ihrer Angst akzeptieren. Sie sind weder verrückt, noch haben Sie zu wenig Willenskraft.

Sie haben lediglich seit dem Unfall die Bewertung „Lebensgefahr“ mit dem Auto verknüpft.

In einem zweiten Schritt ist es für Sie wichtig, wieder ins Auto zu steigen. Anfangs werden Sie dies nur mit Angst und Anspannung tun können.

Sagen Sie sich dabei innerlich: „Es ist in Ordnung, dass ich Angst habe. Doch ich werde das Auto nicht meiden. Ich bin viele Jahre sicher im Auto gefahren und tue dies auch jetzt wieder.“ Atmen Sie tief und langsam ein und aus.

Am leichtesten ist es, wenn Sie den Aufenthalt im Auto langsam steigern.

Beginnen Sie z.B. als Beifahrerin über eine kurze Strecke, dann über eine längere Strecke. Dann beginnen Sie, wieder selbst zu fahren. Auch hier sollten Sie erst kurze und dann längere Strecken fahren.

Ein Zwischenschritt könnte auch sein, dass Sie sich einen Beifahrer nehmen, der Sie unterstützt.

Wenden Sie sich am besten an einen Psychotherapeuten, der Ihnen dabei hilft, die Angst zu überwinden. Z.B. kommt die Psychologin A. Bärike zu Ihnen nach Hause.

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Dr. Doris Wolf
Doris Wolf (Autorin)

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Schon immer hatte ich ein offenes Ohr für die Sorgen anderer. Deshalb war es mein Herzenswunsch, als Psychotherapeutin zu arbeiten. Einen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich im Nordic Walking, dem Jin Shin Jyutsu und der Kuchenbäckerei.

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Facharzt für Psychosomatische Medizin, Wiesbaden

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