Abnehmen, ohne auf etwas zu verzichten - geht das?

Abnehmen ohne Diäten. Warum Diäten dick machen. Abnehmen ohne Diät und Verzicht mit dem Erfolgsgeheimnis schlanker Menschen. Achtsam essen lernen.

Abnehmen, ohne auf etwas zu verzichten - geht das?
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Kann man mit Diäten abnehmen? Nein, Diäten sind nicht geeignet, auf Dauer sein Wunsch- und Wohlfühlgewicht zu erreichen und zu halten. Warum das so ist, das verrate ich Ihnen in diesem Beitrag. Haben Sie schon eine oder mehrere Diäten hinter sich? Haben Sie nach jeder Diät wieder zugenommen?

Dann wissen Sie, dass Diäten kein geeigneter Weg sind, um abzunehmen und sein Gewicht zu halten. Im Gegenteil: Diäten sind ein Garant dafür, dass Sie übergewichtig bleiben. Und Diäten bringen schlechte Laune. Dauerhaft abnehmen und Ihr Gewicht halten können Sie nur ohne Diäten, indem Sie Ihr Essverhalten und Ihre Ernährungsgewohnheiten umstellen.

Abnehmen und Diät - ein Widerspruch

Alle Jahre wieder im Frühjahr steigt der Verkaufserfolg von Frauenzeitschriften an. Dies wird nicht unwesentlich davon beeinflusst, dass wieder eine neue Diät auf den Markt geworfen wird. Jedes Jahr gibt es neue "Wunderdiäten", was wir dieses Mal weglassen oder zu uns nehmen sollen, um unser Gewicht auf das Idealgewicht oder Wunschgewicht zu trimmen.

Um es deutlich zu sagen: Ich halte von Diäten absolut nichts.

Jemand, der sich seit Jahren mit Gewichtsproblemen herumschlägt, kann sich zwar bei entsprechender Härte und Konsequenz jedesmal aufs Neue beweisen, dass er abnehmen kann, aber sein Gewicht wird meist genauso schnell oder gar noch schneller wieder zulegen.

Das hängt damit zusammen, dass der Körper bei einer Diät auf Sparflamme schaltet. Der Stoffwechsel wird gedrosselt und er versucht, mit weniger Nahrung auszukommen. So kommt der Stoffwechsel nach zwei bis drei Wochen Diät mit beispielsweise 1000 Kalorien aus, auch wenn er vor der Diät 2000 Kalorien verbrauchte. Nach der Diät arbeitet der Stoffwechsel weiter auf Sparflamme, zum Teil noch viele Wochen und Monate!

Will man nach der Diät das Gewicht halten, muss man die Kalorienzufuhr nach der Diät senken, sprich weniger essen.

Je mehr Diäten man macht, um so mehr fährt der Stoffwechsel herunter und es werden immer weniger Kalorien verbraucht! Wenn man nicht mehr als 20% über dem Normalgewicht liegt und keine Risikofaktoren vorhanden sind, ist es viel vernünftiger, keine Diät zu machen und sich mit seinem Körpergewicht anzunehmen.

Sich und seinen Körper annehmen ist gesünder als abnehmen.

Neben den körperlichen Argumenten gegen eine Diät gibt es auch psychologische Argumente.

Immer dann, wenn wir uns etwas verbieten, kreist in unserem Kopf der Gedanke "Ich darf ... nicht".

Stellen Sie sich einmal vor, Sie stehen morgens mit dem Gedanken auf: "Ich darf heute auf keinen Fall Schokolade essen". Was wird passieren? Sie werden sehr häufig an Schokolade denken und Ihnen werden tausend Reklametafeln mit Schokolade ins Auge stechen.

Jedesmal, wenn Sie an Ihre Lieblingsschokolade denken, wird Ihnen das Wasser im Mund zusammenlaufen. Und jedesmal müssen Sie hart gegen sich selbst sein und dem Verlangen signalisieren, dass es vergebens auf die Schokolade wartet.

Was uns gedanklich beschäftigt, wird uns zum Handeln verleiten. So kommt es dann zur "Henkersmahlzeit", dem zügellosen Verschlingen von Schokolade und dem Grundsatz: "Ab morgen wird alles anders".

Wenn wir mit dem Gedanken "Jetzt mache ich so lange Diät, bis ich 10 kg abgenommen habe", eine Diät beginnen, dann programmieren wir uns darauf, nach der Diät wieder "normal" zu essen oder sogar nachzuholen, was wir uns verboten haben.

Wenn wir Diät halten, kommen wir uns vor, als ob uns etwas entgeht. Wir bedauern uns und rebellieren mit einem Fressanfall gegen die Diät. Es kommt zum tückischen Kreislauf: Diät-Fressanfall-Schuldgefühle-Zunahme-neue Diät. Wir fühlen uns wie Verlierer und Versager. Nahrungsmittel werden in "Du darfst" und "Du darfst nicht", also in gute und schlechte Nahrungsmittel eingeteilt.

Diäten machen nur schlechte Laune, sonst bringen sie nichts.

Diät kann dazu führen, dass wir erst die "gesunden & guten" Nahrungsmittel essen, pausieren und uns dann in einer Nacht- und Nebelaktion die verbotenen Leckereien einverleiben. Schließlich haben wir uns ja sonst nichts Gutes zu gönnen.

Dauerhaft abnehmen und sein Gewicht halten geht nur ohne Diät.

Ohne Diäten abnehmen - geht das?

Ja, das geht. So gehen Sie vor:

1. Geben Sie Ihr Diätdenken auf.

Setzen Sie sich zum Ziel, ein Essverhalten zu entwickeln, das Sie auf Dauer einhalten können und das Ihnen das Gefühl gibt, das zu bekommen, was Sie wollen, und es auch genießen zu dürfen. Diäten sind kein geeigneter Weg zum Abnehmen.

2. Lernen Sie zu essen wie natürlich schlanke Menschen.

Menschen, die natürlich schlank sind, d.h. ohne Diät, Erbrechen oder zwanghaftes Kontrollieren der Ernährung ihr Wunschgewicht halten, unterscheiden sich in 4 Punkten:

1) Sie essen nur, wenn sie wirklich Hunger haben. Sie unterscheiden zwischen Körperhunger und Frusthunger.
Wut, Langeweile, Unruhe, Belohnung nach geleisteter Arbeit sind für sie keine Gründe zu essen!

2) Sie essen alles, worauf sie Lust haben. Sie essen nicht zuerst kalorienarme Lebensmittel und danach heimlich Süßigkeiten oder Salzstangen.
Sie teilen ihr Essen nicht in "Du darfst ..." und "Du darfst ... nicht"-Speisen ein.

3) Sie genießen ihr Essen - jeden einzelnen Bissen. Sie essen bewusst und achtsam, genießen das Essen und achten auf innere Sättigungssignale.

4) Sie hören mit dem Essen auf, wenn ihr Körper sagt: "Es reicht. Du kannst aufhören".
Sie wissen, dass sie die Tüte Chips nicht fertig essen müssen, weil sie jederzeit wieder zugreifen können. Sie müssen nicht die ganze Schokoladentafel aufessen, weil sie morgen mit einer Diät beginnen.

Das ist das Geheimnis natürlich schlanker Menschen, die das Essen genießen, das essen, was ihnen Spaß macht und ihren Körper in der Form halten, die sie haben möchten. Wenn Sie sich an diese Regeln natürlich schlanker Menschen halten, werden Sie auf Dauer abnehmen und Ihr Gewicht halten.

Wie Sie Ihr Essverhalten verändern

TIPP 1: 
Beginnen Sie damit, sich immer die Frage zu stellen: Wie würde sich ein natürlich dünner Mensch in meiner Situation verhalten? Ahmen Sie sein Verhalten nach. Sie müssen zunächst so denken und handeln wie ein natürlich-schlanker Mensch, um ein natürlich-schlanker Mensch zu werden.

TIPP 2:
Lernen Sie, auf die Weisheit Ihres Körpers zu hören. Er weiß, was und wieviel er benötigt, um satt zu sein. Fragen Sie sich: "was möchte mein Körper? Wieviel braucht er? Worauf habe ich Lust?" Wenn Sie ein Hungergefühl wahrnehmen, fragen Sie sich: "Bin ich wirklich körperlich hungrig oder habe ich Frusthunger?"

Wenn Sie hungrig sind, dann fragen Sie sich, worauf Sie Lust haben:

  • Will ich essen oder trinken?
  • Will ich etwas Heißes oder Kaltes?
  • Will ich etwas Knuspriges, Weiches, Knackiges?
  • Will ich etwas Salziges, Süßes, Saures oder Herzhaftes?

Dann geben Sie Ihrem Körper genau das, was er haben möchte, und genießen (!) es Bissen für Bissen oder Schluck für Schluck, bis Ihr Körper meldet: "Jetzt kannst du aufhören".

Dieses achtsame Essen muss trainiert werden, da wir

  • verlernt haben, auf unseren Körper zu hören und
  • wir oftmals aus anderen Gründen als Körperhunger, etwa Frust, ein Hungergefühl verspüren.

TIPP 3:
Wenn Sie keinen körperlichen Hunger haben, sondern andere Bedürfnisse, dann überlegen Sie, wie Sie diese anders als durch Essen befriedigen können.

Wirklichen Hunger haben Sie, wenn Sie auch etwas essen würden, das Sie nicht so gerne essen.

Suchen Sie nach der im Augenblick zweitbesten Möglichkeit, Bedürfnisse zu befriedigen. Für Sie ist es im Augenblick immer noch leichter, sich etwas in den Mund zu schieben, als eine Entspannungsübung zu machen, radzufahren, Ärger auszudrücken, ein Wohlfühlbad zu nehmen, etc.

TIPP 4:
Erwarten Sie, dass Ihr Körper Ihnen weismachen will, dass er jetzt sofort etwas zu essen braucht. Sie haben es ihm so lange antrainiert, dass er jetzt auf sein Recht pocht.

Während der Zeit des Umlernens und der Umstellung Ihrer Ernährungsgewohnheiten spielt sich Folgendes in Ihnen ab: In den Situationen, in denen Sie bis jetzt gegessen haben (bei Langeweile, nach der Arbeit, bei Ärger, bei Enttäuschung, bei Anspannung) wird Ihr Körper Ihnen signalisieren: "Jetzt brauche ich etwas. Jetzt muss ich mir etwas Gutes tun".

Es wird Ihnen vorkommen, als ob tausende kleiner Männchen in Ihnen Amok laufen und etwas zu essen haben wollen. Es gibt heiße Diskussionen in Ihrem Kopf. Eine Stimme wird sagen: "Aber da steht doch die Schachtel Pralinen, mmhhh, lecker". Die andere Stimme wird dagegenhalten: "Du hast jetzt keinen Hunger, nur Gelüste. Schau, was du dir sonst Gutes tun kannst".

Mal wird die eine Stimme siegen, mal die andere. Wichtig ist, dass die Stimme, die Ihnen alles zu essen erlaubt, wenn Sie wirklich Hunger haben, siegt. Es ist auch ein Sieg, wenn Sie weniger in sich hineinstopfen wie früher, wenn Sie bewusster essen und das Essen mehr genießen.

Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn Sie in alte Ernährungsgewohnheiten zurückfallen.

Jede Situation, in der Sie anders denken und sich anders verhalten, zählt - auch wenn von 10 Situationen 5 Rückfälle sind.

TIPP 5:
Entwickeln Sie neue und positive Lebenseinstellungen zu sich und den Situationen, so dass Sie sich selbst mehr annehmen können, und sich mehr trauen, Ihre Wünsche zu äußern sowie Grenzen zu ziehen.

TIPP 6:
Machen Sie es sich zur Gewohnheit, körperlich aktiver zu sein. Dies muss kein Jogging sein. Es genügt, dass Sie sich angewöhnen, Treppen zu gehen, statt den Lift zu nehmen, zum Brötchenholen das Fahrrad statt das Auto zu nehmen, Ihr Auto weiter entfernt zu parken oder täglich einen 15-minütigen Spaziergang zu machen.

TIPP 7:
Essen Sie achtsam. Das bedeutet: Essen Sie nicht im Gehen, Stehen und so nebenbei während Sie lesen, arbeiten oder fernsehen. Nur bewusstes essen schafft Genuss und Genuss macht satt.

 

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Natalina schreibt am 03.06.2020

Funktioniert das auch in den Wechseljahren ?

Jessica schreibt am 29.01.2020

Dieser Artikel beschreibt wonach mich schon mein halbes Leben lang sehne! Essen mit Genuss und ohne Reue, Mengen-/Lebensmittel Vorgaben ohne Fressattacken, Scham -/ Schuldgefühlen, Verzweiflung und letztendlich Aufgeben! Mal abgesehen vom Gefühl mal wieder komplett versagt zu haben... Leider ist dies nach einer jahrelangen "Diätkariere" sehr schwer umzusetzen: 1. der Kopf, sofort kommen verurteilende Gedanken sobald ich ein "schlechtes Lebensmittel" gegessen habe, 2. Die große Angst noch mehr zu zunehmen und 3. Meine Familie/Umfeld die mit gut gemeinten Ratschlägen, Kommentaren oder Blicken noch mehr verunsichern und Punkt 1 & 2 nur bestärken.. diesem standzuhalten macht es noch schwerer als es sowieso schon ist... ich habe es so satt dick und unglücklich zu sein und gleichzeitig rebelliere ich gegen Diäten...

Sonja schreibt am 04.12.2019

Endlich mal eine "offizielle" Stimme die bestätigt was ich schon immer sage! Ich lebe genau so, schon immer und es klappt meistens hervorragend. Ab und an schaff ich es nicht zum Sport und manchmal (grade zu Weihnachten) gibt es zu viel gutes, mehr als reichhaltiges und süßes an dem ich mich zu gerne verköstige. Dann zeigt die Waage halt mal zwischenzeitlich was mehr an, aber was solls. Geht nach diesen Phasen immer von selbst wieder weg. Sogar die 28kg die ich in der Schwangerschaft zugelegt habe sind danach innerhalb von 2 Jahren einfach verschwunden. Einfach dem Körper vertrauen und allen Diäten und Diätverrückten nen Vogel zeigen ;-)

Hamza schreibt am 27.07.2019

Ich finde es genial!Ich hab jetzt dadurch in 2 Wochen 5 Kg abgenommen!Ich genieße das Essen, und ich mache auch Ausdauer Sport.Danke für diese genialen Tipps und danke für die Motivation!Probiert es alle ruhig aus!Ist wirklich fantastisch.Mfg

Micc schreibt am 24.04.2019

Danke für den genialen Artikel. Mir sind Freudentränen gekommen als ich ihn gelesen habe. Es war für mich eine wahre Befreiung von diesem zwanghaften, sturen Gedanken unbedingt und so schnell wie möglich abnehmen zu wollen. Danke!

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 Abnehmen und Diät - ein Widerspruch
 Will man nach der Diät das Gewicht halten, muss man die Kalorienzufuhr nach der Diät senken, sprich weniger essen.
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