Abnehmen, ohne auf etwas zu verzichten - geht das?

zwei frauen essen genüsslich Kuchen

Diäten sind nicht geeignet, auf Dauer sein Wunschgewcht zu erreichen und zu halten. Warum das so ist, das verrate ich Ihnen in diesem Beitrag. Bild © Monkey Business - Fotolia.com

© Autorin: Dr. Doris Wolf Psychotherapeutin

Haben Sie schon eine oder mehrere Diäten hinter sich? Haben Sie nach jeder Diät wieder zugenommen?

Dann wissen Sie, dass Diäten kein geeigneter Weg sind, um abzunehmen und sein Gewicht zu halten. Im Gegenteil: Diäten sind ein Garant dafür, dass Sie übergewichtig bleiben. Und Diäten bringen schlechte Laune.

Dauerhaft abnehmen und Ihr Gewicht halten können Sie nur ohne Diäten, indem Sie Ihr Essverhalten und Ihre Ernährungsgewohnheiten umstellen.

Abnehmen und Diät - ein Widerspruch

Alle Jahre wieder im Frühjahr steigt der Verkaufserfolg von Frauenzeitschriften an. Dies wird nicht unwesentlich davon beeinflusst, dass wieder eine neue Diät auf den Markt geworfen wird.

Jedes Jahr gibt es neue "Wunderdiäten", was wir dieses Mal weglassen oder zu uns nehmen sollen, um unser Gewicht auf das Idealgewicht oder Wunschgewicht zu trimmen.

Um es deutlich zu sagen: Ich halte von Diäten absolut nichts.

Jemand, der sich seit Jahren mit Gewichtsproblemen herumschlägt, kann sich zwar bei entsprechender Härte und Konsequenz jedesmal aufs Neue beweisen, dass er abnehmen kann, aber sein Gewicht wird meist genauso schnell oder gar noch schneller wieder zulegen.

Das hängt damit zusammen, dass der Körper bei einer Diät auf Sparflamme schaltet. Der Stoffwechsel wird gedrosselt und er versucht, mit weniger Nahrung auszukommen.

So kommt der Stoffwechsel nach zwei bis drei Wochen Diät mit beispielsweise 1000 Kalorien aus, obwohl er vor der Diät 2000 Kalorien benötigte.

Nach der Diät arbeitet der Stoffwechsel weiter auf Sparflamme, zum Teil noch viele Wochen und Monate!

Will man nach der Diät das Gewicht halten, muss man die Kalorienzufuhr nach der Diät senken, sprich weniger essen.

Je mehr Diäten man macht, um so mehr fährt der Stoffwechsel herunter und es werden immer weniger Kalorien verbraucht!

Wenn man nicht mehr als 20% über dem Normalgewicht liegt und keine Risiko-Faktoren vorhanden sind, ist es viel vernünftiger, keine Diät zu machen und sich mit seinem Körpergewicht anzunehmen.

Neben den körperlichen Argumenten gegen eine Diät gibt es auch psychologische Argumente.

Immer dann, wenn wir uns etwas verbieten, kreist in unserem Kopf der Gedanke "Ich darf ... nicht".

Stellen Sie sich einmal vor, Sie stehen morgens mit dem Gedanken auf: "Ich darf heute auf keinen Fall Schokolade essen". Was wird passieren?

Sie werden sehr häufig an Schokolade denken und Ihnen werden tausend Reklametafeln mit Schokolade ins Auge stechen.

Jedesmal, wenn Sie an Ihre Lieblingsschokolade denken, wird Ihnen das Wasser im Mund zusammenlaufen. Und jedesmal müssen Sie hart gegen sich selbst sein und dem Verlangen signalisieren, dass es vergebens auf die Schokolade wartet.

Was uns gedanklich beschäftigt, wird uns zum Handeln verleiten. So kommt es dann zur "Henkersmahlzeit", dem zügellosen Verschlingen von Schokolade und dem Grundsatz: "Ab morgen wird alles anders".

Wenn wir mit dem Gedanken "Jetzt mache ich so lange Diät, bis ich 10 kg abgenommen habe", eine Diät beginnen, dann programmieren wir uns darauf, nach der Diät wieder "normal" zu essen oder sogar nachzuholen, was wir uns verboten haben.

Wenn wir Diät halten, kommen wir uns vor, als ob uns etwas entgeht. Wir bedauern uns und rebellieren mit einem Fressanfall gegen die Diät.

Es kommt zum tückischen Kreislauf: Diät-Fressanfall-Schuldgefühle-Zunahme-neue Diät.

Wir fühlen uns wie Verlierer und Versager. Nahrungsmittel werden in "Du darfst" und "Du darfst nicht", also in gute und schlechte Nahrungsmittel eingeteilt.

Diäten machen nur schlechte Laune, sonst bringen sie nichts.

Diät kann dazu führen, dass wir erst die "guten" Nahrungsmittel essen, pausieren und uns dann in einer Nacht- und Nebelaktion die verbotenen Leckereien einverleiben. Schließlich haben wir uns ja sonst nichts Gutes zu gönnen.

Dauerhaft abnehmen und sein Gewicht halten geht nur ohne Diät.

Ohne Diäten abnehmen - geht das?

Ja, das geht. So gehen Sie vor:

1. Geben Sie Ihr Diätdenken auf.

Setzen Sie sich zum Ziel, ein Essverhalten zu entwickeln, das Sie auf Dauer einhalten können und das Ihnen das Gefühl gibt, das zu bekommen, was Sie wollen, und es auch genießen zu dürfen. Diäten sind kein geeigneter Weg zum Abnehmen.

2. Lernen Sie zu essen wie natürlich schlanke Menschen.

Menschen, die natürlich schlank sind, d.h. ohne Diät, Erbrechen oder zwanghaftes Kontrollieren der Ernährung ihr Wunschgewicht halten, unterscheiden sich in 4 Punkten:

1) Sie essen nur, wenn sie wirklich Hunger haben. Sie unterscheiden zwischen Hunger und Frustessen.

Wut, Langeweile, Unruhe, Belohnung nach geleisteter Arbeit sind für sie keine Gründe zu essen!

2) Sie essen alles, worauf sie Lust haben. Sie essen nicht zuerst kalorienarme Lebensmittel und danach heimlich Süßigkeiten oder Salzstangen.

Sie teilen ihr Essen nicht in "Du darfst ..." und "Du darfst ... nicht"-Speisen ein.

3) Sie genießen ihr Essen - jeden einzelnen Bissen. Sie essen bewusst, genießen das Essen und achten auf innere Sättigungssignale.

4) Sie hören mit dem Essen auf, wenn ihr Körper sagt: "Es reicht. Du kannst aufhören". Sie wissen, dass sie die Tüte Chips nicht fertig essen müssen, weil sie jederzeit wieder zugreifen können.

Sie müssen nicht den ganzen Vorrat an Schokolade aufessen, weil sie morgen mit einer Diät beginnen.

Das ist das Geheimnis natürlich schlanker Menschen, die das Essen genießen, das essen, was ihnen Spaß macht und ihren Körper in der Form halten, die sie haben möchten.

Wenn Sie sich an diese Regeln natürlich schlanker Menschen halten, werden Sie auf Dauer abnehmen und Ihr Gewicht halten.

Wie Sie Ihr Essverhalten verändern

TIPP 1. Beginnen Sie damit, sich immer die Frage zu stellen: Wie würde sich ein natürlich dünner Mensch in meiner Situation verhalten? Ahmen Sie sein Verhalten nach. Sie müssen zunächst so denken und handeln wie ein natürlich-schlanker Mensch, um ein natürlich-schlanker Mensch zu werden.

TIPP 2. Lernen Sie, auf den Körper zu hören: was möchte er, wieviel? Braucht er etwas anderes als Essen?

Wenn Sie ein Hungergefühl wahrnehmen, fragen Sie sich:
"Bin ich wirklich körperlich hungrig oder habe ich Frusthunger?"

Wenn Sie hungrig sind, dann fragen Sie sich, worauf Sie Lust haben:
Will ich essen oder trinken?
Will ich etwas Heißes oder Kaltes?
Will ich etwas Knuspriges, Weiches, Knackiges?
Will ich etwas Salziges, Süßes, Saures oder Herzhaftes?

Dann geben Sie Ihrem Körper genau das, was er haben möchte, und genießen es Bissen für Bissen oder Schluck für Schluck, bis der Körper meldet: "Jetzt kannst du aufhören".

TIPP 3. Wenn Sie keinen körperlichen Hunger haben, sondern andere Bedürfnisse, dann überlegen Sie, wie Sie diese anders als durch Essen befriedigen können.

Wirklichen Hunger haben Sie, wenn Sie auch etwas essen würden, das Sie nicht so gerne essen.

Suchen Sie nach der im Augenblick zweitbesten Möglichkeit, Bedürfnisse zu befriedigen. Für Sie ist es im Augenblick immer noch leichter, sich etwas in den Mund zu schieben, als eine Entspannungsübung zu machen, radzufahren, Ärger auszudrücken, ein Wohlfühlbad zu nehmen, etc.

TIPP 4. Erwarten Sie, dass Ihr Körper Ihnen weismachen will, dass er jetzt sofort etwas zu essen braucht. Sie haben es ihm so lange antrainiert, dass er jetzt auf sein Recht pocht.

Während der Zeit des Umlernens und der Umstellung Ihrer Ernährungsgewohnheiten spielt sich Folgendes in Ihnen ab: In den Situationen, in denen Sie bis jetzt gegessen haben (bei Langeweile, nach der Arbeit, bei Ärger, bei Enttäuschung, bei Anspannung) wird Ihr Körper Ihnen signalisieren: "Jetzt brauche ich etwas. Jetzt muss ich mir etwas Gutes tun".

Es wird Ihnen vorkommen, als ob tausende kleiner Männchen in Ihnen Amok laufen und etwas zu essen haben wollen.

Es gibt heiße Diskussionen in Ihrem Kopf. Eine Stimme wird sagen: "Aber da steht doch die Schachtel Pralinen, mmhhh, lecker".

Die andere Stimme wird dagegenhalten: "Du hast jetzt keinen Hunger, nur Gelüste. Schau, was du sonst Gutes für dich tun kannst".

Mal wird die eine Stimme siegen, mal die andere. Wichtig ist, dass die Stimme, die Ihnen alles zu essen erlaubt, wenn Sie wirklich Hunger haben, siegt.

Es ist auch ein Sieg, wenn Sie weniger in sich hineinstopfen wie früher, wenn Sie bewusster essen und das Essen mehr genießen.


diaet-abnehmen.html

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Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn Sie in alte Ernährungsgewohnheiten zurückfallen.

Jede Situation, in der Sie anders denken und sich anders verhalten, zählt - auch wenn von 10 Situationen 5 Rückfälle sind.

TIPP 5. Entwickeln Sie neue und positive Lebenseinstellungen zu sich und den Situationen, so dass Sie sich selbst mehr annehmen können, und sich mehr trauen, Ihre Wünsche zu äußern sowie Grenzen zu ziehen.

TIPP 6. Machen Sie es sich zur Gewohnheit, körperlich aktiver zu sein. Dies muss kein Marathonlauf sein. Es genügt, dass Sie sich angewöhnen, Treppen zu gehen, statt den Lift zu nehmen, zum Brötchenholen das Fahrrad statt das Auto zu nehmen, Ihr Auto weiter entfernt zu parken oder täglich einen 15-minütigen Spaziergang zu machen.


Dr. Doris Wolf
Doris Wolf (Autorin)

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Schon immer hatte ich ein offenes Ohr für die Sorgen anderer. Deshalb war es mein Herzenswunsch, als Psychotherapeutin zu arbeiten. Einen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich im Nordic Walking, dem Jin Shin Jyutsu und der Kuchenbäckerei.

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  1. Leserkommentar Annett Shulz schreibt am 24.08.2016, 14.35 Uhr

    Hallo! Mein Name ist Annet ! Ich verlor Gewicht der Kapseln Lida! Ich nehme Kapseln "Lida" seit zwei Wochen. Seitdem hat sich der Appetit verringert und ich habe 3 Kilo abgenommen. Die Kapseln "Lida" sind echt Klasse! Heutzutage gibt es aber zu viele Fälschungen, deshalb muss man Tabletten guter Qualität finden. Ich habe 4 Kilo abgenommen, habe aber zusätzlich Sport (Fitness) getrieben und viel Wasser getrunken

  2. Leserkommentar Resi schreibt am 22.08.2016, 06.03 Uhr

    Ich habe mit Weight Watchers abgenommen habe mich in allem einschränkt schön 26 kg weg und jetzt geht es wieder aufwärts 10 kg sind wieder drauf ich verzweifel einfach . Ich versuche es aber es schränkt mein Leben so sehr ein

  3. Leserkommentar Konni schreibt am 10.08.2016, 15.13 Uhr

    Super geschrieben. Ich quäle mich auch schon Ewigkeiten mit Diäten ab. Und es stimmt: Nur wenn man wirklich Hunger hat, isst man auch das, was einem nicht so gut schmeckt. Sonst ist es was andres.

  4. Leserkommentar mimi schreibt am 09.08.2016, 17.16 Uhr

    Sehr gut geschrieben,habe nach schwerer krankheit 40 kilo zugenommen 10 sind weg momentahn hänge ich durch

  5. Leserkommentar Brigide schreibt am 31.05.2016, 01.12 Uhr

    Karl du muss sie im Netz finden. Ich hab eine Sonderangebot gefunden und habe mich auch Piperine Forte gekauft. Nach 3 Monaten habe ich insgesamt 16 Kilo verloren !

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Dr. Hohler

Dr. Reinhold Hohler
Diplom Psychologe, Wiesbaden

Ich empfehle die Bücher von Frau Wolf, weil sie verständlich geschrieben sind, sich an aktuellen Forschungen orientieren & einen konkreten Alltagsbezug haben.

Sprechblase Lesermeinung Lesermeinung

Als ich mit dem Buch angefangen habe, habe ich mich sehr viel damit beschäftigt was ich esse, wieviel ich davon esse, wann ich es esse etc. Ich bin seit über 20 Jahren auf Diät gewesen und dabei eigentlich immer dicker geworden. Ich hatte schon das Gefühl, dass ich überhaupt keine Verdauung mehr habe.

Ich hatte sehr oft schlechte Laune, weil die Waage wieder einige 100 g mehr angezeigt hat. Ich habe sehr viel Geld für Diäten, Diätmittel, Diätzeitschriften, etc. ausgegeben und wusste am Schluss überhaupt nicht mehr, was ich noch essen soll.

Nach einer Woche fühlte ich mich himmlisch. Kein schlechtes Gewissen mehr, viel bessere Laune, viel mehr Zeit für mich und meine Familie. Die Verdauung klappt jetzt wie durch ein Wunder. Ich habe auch schon 1 Kg abgenommen, obwohl ich alles gegessen habe, worauf ich Lust hatte.

Es sind in dieser Woche ganz seltsame Dinge passiert: Das erste Mal in meinem Leben konnte ich eine Tafel Schokolade weglegen, ohne sie ganz aufgegessen zu haben, denn ich wußte, ich kann jederzeit wieder welche haben.

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