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Wie Kränkungen entstehen & sich seltener gekränkt fühlen?

gekränkte frau weint

Wenn wir Worte anderer persönlich nehmen, dann fühlen wir uns schnell gekränkt und gedemütigt.

Wir spielen dann die beleidigte Leberwurst, sind eingeschnappt oder sinnen nach Rache.

Wie mit Kränkungen umgehen? Was tun, wenn man sich ständig kritisiert fühlt? Wie mit Erniedrigung umgehen? Wie sich nicht als ganze Person abgewertet fühlen? Bild © Chepko Danil - Fotolia.com

Autorin: Dr. Doris Wolf Psychotherapeutin

Kränkungen, Geringschätzung, seelische Verletzungen und Demütigungen können sehr schmerzhaft sein.

Wenn Menschen sich sehr oft gekränkt, verletzt und zurückgewiesen fühlen, dann kann dies zu psychosomatischen Beschwerden bis hin zu einer Verbitterungsstörung führen.

Häufige Kränkungen und lang andauernde seelische Verletzungen machen körperlich krank!

Schauen wir uns an, was uns leicht verwundbar und empfindlich macht.

Wovon hängt es ab, ob wir uns gekränkt fühlen und beleidigt sind?

von der Stärke unseres Selbstwertgefühls
Je geringer unser Selbstwertgefühl ist, umso schneller fühlen wir uns durch Kritik, Nichtbeachtung und Ablehnung durch andere verletzt, gekränkt und entwertet.

Ist unser Selbstwertgefühl gering, dann sehen wir eine Kritik, Entwertung oder Ablehnung, wo gar keine ist.

Die Kritik der anderen hat mich so tief getroffen, weil sie meinen eigenen Zweifeln entsprachen. Max Schmeling

von unserer körperlichen und seelischen Verfassung
Je stärker wir körperlich geschwächt oder emotional angeschlagen sind, umso weniger haben wir z.B. den negativen Kommentaren anderer etwas entgegenzusetzen.

vom Ort und Zeitpunkt des Geschehens
Meist verstärkt die Gegenwart anderer uns wichtiger Menschen das Ausmaß unserer Kränkung.

von unseren Erfahrungen in ähnlichen Situationen
Haben wie bereits wunde Punkte, dann sind wir gefährdet, Kommentare zu diesem Punkt als besonders verletzend zu erleben.

von unserem Geschlecht
Frauen fühlen sich gewöhnlich schneller verletzt als Männer.

von den Gründen, die wir hinter dem Verhalten des Gegenübers vermuten
Vermuten wir einen gezielten Angriff auf unsere Würde, dann fühlen wir uns stärker verletzt, als wenn wir überzeugt sind, der andere wisse oder könne es nicht besser.

von unseren Erwartungen an den anderen
Je höher unsere Erwartungen an andere sind, umso mehr geben wir ihnen die Chance, uns dadurch zu verletzen, dass sie unsere Erwartungen nicht erfüllen.

Videoberatung zum Thema Sich verletzt und gekränkt fühlen

Was tun, um sich weniger gekränkt zu fühlen?

Kränkungsgefühle entstehen, wenn ein anderer etwas tut oder sagt und wir sein Verhalten oder seine Worte als Demütigung oder Ablehnung bewerten, uns persönlich angegriffen, ignoriert und in unserer Ehre verletzt fühlen.

Wir sehen uns also unmittelbar bedroht und benötigen Strategien, diese Bedrohung abzubauen.

1. Bringen Sie Ihren Körper in die Entspannung

2. Korrigieren Sie Ihre Gedanken

Erinnern Sie sich daran: Was der andere sagt oder tut, ist nur seine persönliche Meinung. Diese hat nichts mit Ihnen zu tun.

Wie er reagiert ist abhängig von seiner momentanen Stimmung, seinen persönlichen Problemen und seiner Lebensgeschichte.

3. Stärken Sie Ihr Selbstwertgefühl

Der beste Schutz gegen Kränkungen und seelische Verletzungen sind ein positives Selbstwertgefühl und ein gesundes Selbstvertrauen.

Je stärker unser Selbstwertgefühl ist, umso weniger nehmen wir die Worte anderer persönlich, umso weniger fühlen wir uns verletzt, zurückgewiesen und gekränkt.

Mit einem guten Selbstwertgefühl können Sie souverän so reagieren: Deine Worte mögen den guten Geschmack verletzen, nicht aber mich.

Wenn Sie überzeugt sind, liebenswert zu sein, beziehen Sie Worte und Verhalten anderer nicht auf Ihre Person: Sie fühlen sich nicht angesprochen und damit auch nicht verletzt.

Verwundbar sind Sie nur, wenn Sie gering von sich denken!

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Leserfrage zum Thema Kränkung

Seit 15 Jahren sind meine Freundin und ich ein Herz und eine Seele. Nun hat sie mich zu meinem 50. Geburtstag sehr verletzt. Ich habe eine große Feier veranstaltet und sie natürlich auch schriftlich dazu eingeladen. Sie blieb ohne Absage fern.

Jeder hat mich nach ihr gefragt und die Situation war mir sehr peinlich. Wie kann sie mir nur so etwas antun? Soll ich ihr das verzeihen?

Ich habe geantwortet:
Ich kann verstehen, dass Sie sich verletzt und gekränkt fühlen.

Sie hatten sich gewünscht, Ihren runden Festtag mit ihr zu feiern. Außerdem haben Ihre Freunde voll in die Wunde gestoßen, als diese Sie nach der Freundin fragten und Sie ihr Verhalten nicht erklären konnten.

Wenn Ihre Freundschaft schon so lange besteht und aus Ihrer Sicht vor Ihrem Geburtstag auch noch gut funktioniert hat, dann wäre es gut, wenn sie beide sich aussprechen.

Für mich stellt sich die Frage, ob es bereits vor dem Geburtstag etwas gab, was zwischen ihnen beiden stand. Könnte Ihre Freundin ärgerlich, enttäuscht oder neidisch auf Sie sein?

Machen Sie den ersten Schritt und schlagen Sie einen Gesprächstermin vor. Betonen Sie, dass Sie um die Freundschaft kämpfen möchten.

Lehnt die Freundin ein Treffen ab, dann können Sie immer noch in einem Brief über Ihre Enttäuschung und Ihr Nicht-Verstehen-Können schreiben.

Versuchen Sie auch, Ihren Ärger auf sie abzubauen. Das Verhalten Ihrer Freundin spricht dafür, dass sie sich von Ihnen in irgendeiner Form bedroht und angegriffen gefühlt hat, und nicht, dass sie Sie angegriffen hat.


kraenkung-verletzung.html

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Sie hat sich selbst um ein schönes Fest gebracht. Verzeihen sollten Sie ihr auf jeden Fall, denn die Wut auf sie schadet nur Ihnen - nicht Ihrer Freundin.

Das Verzeihen muss nicht dazu führen, dass Sie die Freundschaft zu ihr aufrechterhalten!

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Dr. Doris Wolf
Dr. Doris Wolf

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Schon immer hatte ich ein offenes Ohr für die Sorgen anderer. Deshalb war es mein Herzenswunsch, als Psychotherapeutin zu arbeiten. Einen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich im Nordic Walking, dem Jin Shin Jyutsu und der Kuchenbäckerei.

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Was tun Sie, wenn Sie sich gekränkt fühlen?

Können Sie verzeihen? Tragen Sie die Kränkung lange mit sich herum?

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  1. Leserkommentar Gisi schreibt am 24.03.2017, 20.23 Uhr

    Ich bin jemand, der ist immer für alle da, hat ein offenes Ohr und verurteit nicht. Für alles gibt es einen Grund und alles hat irgendwie seinen Sinn- manchmal nicht in diesem Moment, aber irgendwann macht (fast) alles Sinn. ...ich gehe immer von mir aus, wie ich reagiere und reagieren würde und bin enttäuscht, wenn Menschen mich "anpampen", laut werden in Situationen, die es gar nicht Wert sind. Meist bin ich gar nicht auf DIESEN Menschen sauer, sondern auf mich selbst, weil ich nichts gesagt habe, um mich zu wehren. Der Ton macht die Musik und ich erwarte, dass man mit mir ordentlich umgeht. Schreit man mich an, hab ich keinen Mut mich zu wehren und sage nichts. Ich fange an zu grübeln, suche (irgendwelche) Fehler bei mir und frage mich "wieso redet man so mit mir?" "Hab ich das verdient?" ... ich bin gerade dabei zu lernen, dass ICH weiß, wer ICH bin (mit 38!!) und es ist gar nicht so einfach....

  2. Leserkommentar M schreibt am 22.03.2017, 07.23 Uhr

    Ich schäme mich, wenn mir vor anderen mein angebliches Unwissenheit unter die Nase gerieben wird. Ich fühle mich dann gedemütigt und denke dann, dass der andere denkt: schaut her wie dumm sie ist! Es passiert völlig ohne Vorwarnung. Ich habe nichts dummes gesagt. Ihm fällt es selber ein, er wird hoch aggressiv und schlägt mit seinen Worten um sich. Und wenn ich mich wehre, meint er ich wäre ein Pflaenzchen und müsste mich ja nicht mit ihm abgeben.

  3. Leserkommentar Chläus schreibt am 21.03.2017, 20.29 Uhr

    Manche Menschen wünschen sich Anerkennung von anderen Menschen. Da wir (leider) in einer Zivilisation leben, in der fast jeder nur auf sich schaut, kann man dies realistischerweise nicht erwarten. Ich habe erlebt, dass heute sehr selten ein Lob ausgesprochen wird um einem anderen eine Freude zu machen. Und so hofft eine ganze Generation vergebens auf Anerkennung!

  4. Leserkommentar L schreibt am 10.03.2017, 08.25 Uhr

    Leider sind ihr Tipps sehr oberflächlich. Ach so, ich muss einfach mein Selbstbewusstsein stärken - na, wenn's weiter nichts ist... Seit Jahren bin ich einer unerträglichen Mobbingsituation ausgesetzt. Zudem ist meine Partnerschaft ist kaputt gegangen. Ich bin am Ende. Wo soll ich da noch Selbstbewusstsein herholen. Tief Luft holen hilft da leider auch nicht mehr. Der Gedanke von Rache tritt immer häufiger auf. Auch wenn das eigentlich nicht mein Ding war...

  5. Leserkommentar Diona schreibt am 09.03.2017, 13.36 Uhr

    Ich hatte vor zwei Wochen eine Operation vor der ich grosse Angst hatte. Mein Partner wusste dies und ging den Abend zuvor mit seinen Freunden raus, statt bei mir zu sein. Auch nach der Op hatte ich unsägliche Schmerzen und er war nicht da. Er rief später an und ich war etwas gereizt und dann sagte er wenn ich so negativ bin, will er erst recht ned reden. Die Tage danach hätte ich seine Hilfe gebraucht aber er war nicht da. Ich fühlte mich miserabel und im Stich gelassen. Zwei Wochen danach war unser Jahrestag und ich entschied den Konflikt aufzuschieben, bis ich körperlich in besserer Verfassung war. Nun gab es grossen Streit über etwas belangloses und jetzt weiss ich nicht was ich machen soll. Alle Alarmglocken läuten! Jemand der nicht da ist für dich wenn du hilflos bist - egal wie mies drauf du bist jeder geht mit Schmerz anders um- was soll ich diesem Mensch noch vertrauen? Ich liebe ihn so sehr aber das bringt mich zur Verzweiflung! Er sagt immer nur sorry aber du warst selber schuld dass ich ned gekommen bin.. Soll ich ihn verlassen trotz liebe? Oder soll ich mit ihm zusammen bleiben trotz absolut fehlendem Vertrauen und Hoffnung? Ps bin eine borderlinerin.. Danke

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Diplom Psychologe, Wiesbaden

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