Angst vorm Rotwerden & Erröten - wie damit umgehen?

erröten im gesicht

Viele Menschen, insbesondere Frauen, die zum Erröten neigen, finden dies peinlich. Sie schämen sich dafür und wollen das Rotwerden unter allen Umständen vermeiden.

Das Rotwerden lässt sich nicht immer vermeiden, aber man kann lernen, nicht mehr darunter zu leiden. Dadurch errötet man weniger. Bild © Nejron-Photo - Fotolia

Autorin: Dr. Doris Wolf Psychotherapeutin

Was passiert beim Erröten im Körper?

Rein medizinisch gesehen kommt das Erröten dadurch zustande, dass unser Gehirn Hormone aussendet, unser Blutdruck steigt und sich die Gefäße erweitern.

Die Erweiterung der Gefäße führt dazu, dass wir uns abkühlen und im Körper immer eine konstante Temperatur erhalten bleibt.

Das Erröten ist eine normale gesunde Reaktion. Wenn wir von Erröten sprechen, dann meinen wir damit nicht das Rotwerden der Haut in der Sauna, sondern das unvermittelte Rotwerden im Beisein anderer.

Wir meinen den roten Kopf, der unsere Unsicherheit, Verlegenheit, Scham oder Betroffenheit nach außen sichtbar macht und das ist uns peinlich.

Wir meinen "die rote Birne" oder die "hektischen Flecken", die plötzlich ohne unser Zutun auftreten.

newsletter

Wie kommt es zum Erröten im Gesicht?

Ganz einfach: wann immer wir ein Ereignis als gefährlich, peinlich oder beschämend für uns ansehen, erzeugen wir blitzschnell eine Anspannung in unserem Körper.

Bei manchen Menschen äußert sich diese Anspannung darin, dass sie sich im Gesicht durch Rotwerden niederschlägt.

Da wir es nicht gerne haben, wenn andere Menschen uns unsere Gefühle im Gesicht ablesen können, beginnen wir uns für das Rotwerden zu schämen und zu verurteilen.

Wir beginnen, uns darum zu sorgen, dass wir rot werden. Hoffentlich werde ich nicht rot. Das wäre schrecklich peinlich.

Schließlich sind wir in einem Kreislauf gefangen:

Je mehr wir uns besorgt beobachten und uns das Rotwerden verbieten, desto häufiger werden wir rot.

Und desto empfindlicher reagieren wir, wenn andere uns auf unser Rotwerden ansprechen.

Wir beginnen, die Situationen zu meiden, in denen wir rot werden könnten, und erröten in immer mehr Situationen.

Menschen, die von jedem Menschen gemocht werden und fehlerlos sein wollen, erröten leicht und leiden besonders stark unter dem Erröten.

Video (Operative) Behandlung des Errötens

Risiken von Medikamenten und operativen Eingriffen beim Erröten

Was hilft gegen Erröten? Tipps, um die Angst vorm Rotwerden zu überwinden

Ein hundertprozentig sicheres Mittel gegen das Erröten gibt es nicht. Sie können jedoch lernen, weniger häufig zu erröten und die Angst vor dem Erröten abzubauen.

Wie erreicht man, weniger häufig rot zu werden?

Dieses Ziel erreichen Sie, wenn Sie lernen,

Bereits 40.000 Leser vertrauten meinem Ratgeber Erröten >> mehr erfahren

TIPP 1. Erlauben Sie sich zu erröten.

Der Gedanke "Jetzt bloß nicht rot werden" führt erst recht zum Erröten, weil Sie dadurch bei sich Panik erzeugen.

Statt sich das Erröten zu verbieten und es verstecken zu wollen, laden Sie es zu sich ein! Sie haben richtig gelesen.

Gewöhnen Sie sich an, auf Ihr Erröten mit dem Gedanken zu reagieren: "Es ist in Ordnung, dass du rot wirst. Das geht vorbei."

Wiederholen Sie die Worte mehrmals, wenn Sie befürchten, rot zu werden.

Am Anfang haben Sie den Eindruck, sich zu belügen. Mit der Zeit verschwindet dieses Gefühl - und Ihr Erröten wird seltener. Versprochen.

Je selbstbewusster Sie mit dem Erröten umgehen können, umso gelassener können Sie darauf reagieren.

TIPP 2. Geben Sie anderen Menschen die Erlaubnis, Ihr Rotwerden zu sehen.

Je mehr Sie das Erröten verstecken und unterdrücken wollen, desto mehr Anspannung erzeugen Sie und desto länger wird die Röte bestehenbleiben.

Sagen Sie sich: "Andere Menschen dürfen meine Röte sehen. Es ist meine Art zu reagieren. Sie können daraus nicht meine Gedanken und Gefühle ablesen. Röte kann Freude, Angst, Erregung, Scham, Wut und viele andere Gefühle bedeuten. Viele Menschen sehen das Rotwerden nicht als Schwäche, sondern als eine sehr sympathische Reaktion."

TIPP 3. Stärken Sie Ihr Selbstvertrauen. Lernen Sie, sich mit Ihren Schwächen anzunehmen.

Je weniger Sie sich für das Erröten verurteilen und schämen, umso seltener erröten Sie.

Deshalb ist es wichtig, dass Sie Ihr Selbstwertgefühl stärken, d.h., lernen, sich mit Ihren Fehlern und Schwächen anzunehmen.

Je weniger Sie sich für Fehler und Schwächen schämen und verurteilen, je mehr Sie sich (und das Rotwerden) annehmen

Das zu lernen erfordert etwas Zeit und Übung, aber der Erfolg ist Ihnen sicher.

Eine gesunde Selbstachtung ist der beste Schutz gegen das Erröten!

Videoberatung Erröten und Rotwerden im Gesicht

In 6 Videoclips geht der Psychologe Dr. Rolf Merkle auf die Ursachen, Symptome und die Behandlung der Erythrophobie ein.

Betroffene berichten über das Rotwerden, welche Probleme sie haben und wie sie diese Angst überwunden haben.

Psychologische Videoberatung zur Angst vorm Rotwerden

angst rotwerden

Einstellung einer Klientin, die ihr Rotwerden nicht mehr als Katastrophe ansieht.

Erröten, lass es geschehen auch wenns die anderen sehen,
sie werden dir nicht ans Leben gehen.
Mögen sie lachen und reden, es sei dir egal.
Es sind alles Menschen, und jeder ist fehlbar.

Wenn Sie soweit sind wie diese Klientin, dann können Sie auf Bemerkungen Ihrer Mitmenschen wie "Du brauchst doch nicht rot zu werden", so reagieren: Stimmt! - das mache ich freiwillig. oder Nein, ich muss nicht rotwerden, aber dadurch kommen meine blauen Augen besser zur Geltung, und dabei ein entwaffnendes Lächeln auf Ihre Lippen setzen.

Oder Sie können auf Fragen wie "Warum wirst du denn rot?" mit "Wenn Du willst, kann ich das auch in Blau" antworten.

Wenn Sie gelernt haben, mit dem Rotwerden umzugehen, dann brauchen Sie keine Medikamente, Cremes und kein Make-up mehr, um Ihren roten Kopf zu verstecken oder das Erröten zu unterdrücken.

Die Angst vorm Rotwerden und das Erröten selbst haben aufgehört, Ihr ständiger Begleiter zu sein.


erroeten-vermeiden.html

Wie finden Sie diesen Artikel?

star rating4 stars 4 Sterne (304 Leserurteile)





Ihnen gefällt mein Beitrag? Dann teilen Sie ihn auf teilen auf facebook Facebook. Danke!


Dr. Doris Wolf
Dr. Doris Wolf

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Schon immer hatte ich ein offenes Ohr für die Sorgen anderer. Deshalb war es mein Herzenswunsch, als Psychotherapeutin zu arbeiten. Einen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich im Nordic Walking, dem Jin Shin Jyutsu und der Kuchenbäckerei.

Lust auf mehr positive Impulse? Dann holen Sie sich meinen kostenlosen Newsletter.

newsletter abonnieren


Wie erleben Sie Ihr Erröten? Was hilft Ihnen?

Hinterlassen Sie einen Kommentar und teilen Ihre Erfahrung mit anderen.

Ihr Name
Ihr Kommentar
maximal 1500
Zeichen!
Zur Spam-
vermeidung Zahl
eingeben
captcha

  1. Leserkommentar Natalie Bacciarini schreibt am 23.04.2017, 07.51 Uhr

    Obwohl ich sage dass es meine Art ist zu reagieren und Rotwerden zu mir gehört, leide ich sehr darunter. Es ist immer da, in allen Situationen kommt es immer unverhofft. Es ist deprimierend und ich schäme mich sehr dafür.

  2. Leserkommentar Eleina Petrova schreibt am 07.11.2016, 18.37 Uhr

    Ich leide auch schon seid Jahren unter das Rot werden. Ich meide total viele Situationen und bin unter meinen Freunden und in der Öffentlichkeit garnicht ich selbst. Nur weil ich Angst habe Rot zu werden. Ich würde auch total gerne zu einem Psychologen gehen. Aber entweder Sie haben nur alle 2 Monate Zeit, sind ausgebucht oder kosten ein Vermögen. Und das finde ich echt schade. D. Mimt man sich allen Mut und will eine Therapie dagegen machen und dann will einem nicht mal jemand helfen....

  3. Leserkommentar Isa schreibt am 26.04.2016, 10.32 Uhr

    Auch wenn ich 17 bin und es in diesem Alter vielleicht normal ist mal zu erröten, habe ich das Gefühl dass es bei mir nicht normal ist. Weil ich eben diese Angst vor der Angst habe. Ich stelle mir manchmal gewisse Situationen vor und denke "Da würde ich bestimmt rot werden". Das Schlimmste ist für mich die Schule. Bei Arbeitsblättern gucke ich zuerst auf die letzte Aufgabe um zu schauen, ob dort etwas vom Präsentieren kommt. Das ist doch nicht normal!? Innerhalb meiner Familie/Freunde bin ich auch total anders. Ich bin offen, lustig, ehrgeizig, sehr stur und eigentlich auch diskutierfreudig, was ich in der Schule allerdings nicht nutze, da ich eben diese Angst davor habe rot zu werden wenn ich jetzt etwas sage. Ich rede mir auch jedes Mal ein, dass ich jemand bin! Und dass ich jetzt keinen Grund hätte rot zu werden, aber es kostet mich totaler Überwindung mich zu melden. Jedes Mal fängt mein Herz an uu rasen, bevor ich mich überhaupt melde. Meiner Mutter habe ich das alles auch schon anvertraut und sie meinte wir sollten mit meinem Vater auch mal darüber reden. Diese seelische Belastung, die ich jeden Tag mit mir herumtrage habe ich jetzt wenigstens abgelegt. Es ist wenigstens eine Erleichterung das zu teilen.

  4. Leserkommentar Max Teupler schreibt am 13.04.2016, 20.16 Uhr

    Ich suchte hier nach einer Medizinischen Lösung aber doch keine selbstbewusstseins lehre

  5. Leserkommentar CR schreibt am 11.04.2016, 14.20 Uhr

    Es endet niemals. Aber es gibt eine alte Zen-Weisheit, die auch auf dieses Thema zutrifft: Jedes Mal, wenn Du versuchst, Dein Ziel zu erreichen, drehst Du ihm den Rücken zu.

  6. Seite:

newsletter abonnieren

Die Angst vorm Erröten verlieren & nicht mehr unter dem Rotwerden leiden

Ratgeber Angst vor dem Rotwerden im Gesicht überwinden

Auflage 43.000 Exemplare

ratgeber angst vorm Rotwerden bestellen

Expertenempfehlung

Frey

Claudia Frey, Heidelberg
Diplom Psychologin

Ich empfehle meinen Patienten die PAL Ratgeber, weil sie wichtige Informationen in einer die Therapie unterstützenden Weise vermitteln. In der Wartezeit auf einen Therapieplatz sind die Bücher eine große Hilfe.

facebook teilen

Ratgeber Angst vorm
Rotwerden

Ratgeber Angst vor dem Rotwerden im Gesicht überwinden

Auflage 43.000 Exemplare

ratgeber angst vorm Rotwerden bestellen

selbstvertrauen