Denkfehler

Die häufigsten Denkfehler die zu seelischen und zwischenmenschlichen Problemen führen werden vorgestellt.

Denkfehler

Unter einem Denkfehler verstehen wir in der Psychologie eine Fehleinschätzung, einen Irrtum oder eine falsche Schlussfolgerung. Wir alle sind nicht vor Denkfehlern gefeit. Unsere Erfahrungen im Alltag interpretieren wir nämlich nicht wie ein Wissenschaftler oder Rechtsanwalt, der unbedingt die Wahrheit erfahren will und nach den Tatsachen sucht.

Stattdessen bewerten wir die Ereignisse aufgrund unserer ganz persönlichen Erfahrungen und Sichtweisen. Wie durch eine getönte Brille schauen wir uns unsere Erfahrungen an und kommen immer wieder zu denselben, manchmal leider fehlerhaften Ergebnissen.

Die typischen Denkfehler von depressiven Menschen sind besonders gut erforscht. Hier sind einige ihrer Denkfehler:

  • Depressive Menschen übertreiben und sehen einen unüberwindlichen Berg, wo nur eine kleine Hürde vor ihnen steht.
  • Sie unterschätzen ihre Fähigkeiten und sehen nur noch, was sie nicht bewältigen können.
  • Sie verallgemeinern und schlussfolgern z.B. aus einem einzigen negativen Kommentar eines bestimmten Menschen, dass alle Menschen sie ablehnen.
  • Sie übersehen positive Erfahrungen und übertreiben negative Ereignisse.
  • Sie sehen sich, ihre momentane Situation und ihre Zukunft als negativ und aussichtlos.

Weitere Denkfehler, die alle von uns ab und zu machen:

  • Schwarz-Weiß-Denken(Alles-oder-Nichts-Denken) : Für uns gibt es nur zwei Kategorien: Wir sehen uns als Gewinner oder als Verlierer und Versager. Grautöne existieren nicht für uns bei dieser Denkweise.
  • Gedankenlesen: Wir glauben z.B. zu wissen, wie andere reagieren oder sich uns gegenüber verhalten.
  • Gefühlsdenken: Wir nehmen unsere Gefühle als Beweis, dass eine bestimmte Sichtweise wahr sein muss. Beispielsweise fühlen wir uns minderwertig und sehen unsere Minderwertigkeitsgefühle als Beweis dafür an, dass wir minderwertig sind. Tatsächlich fühlen wir uns jedoch minderwertig, weil wir denken, wir seien minderwertig.
  • Personalisieren: Äußere Ereignisse beziehen wir auf uns, obwohl sie nichts mit uns zu tun haben.
  • Katastrophieren: Wir prognostizieren, dass etwas Schlimmes passieren wird, wofür wir keinen Anhaltspunkt haben.
  • Willkürliche Schlussfolgerung: Wir ziehen eine Schlussfolgerung, für die wir keinen Beweis haben.

Unsere Denkfehler bleiben nicht ohne Folgen. Sie führen dazu, dass wir psychische Probleme bekommen und emotional und im Verhalten heftiger reagieren, als es für die Situation angemessen ist und uns gut tut. Insbesondere die Rational-Emotive Verhaltenstherapie (REVT) von Ellis und die Kognitive Therapie nach Beck haben sich darauf spezialisiert, Klienten zu helfen, ihre Denkfehler und ihr irrationales Denken zu erkennen und zu korrigieren.

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