Die Macht deiner Fantasie

zitronen

Was du dir in deiner Fantasie ausmalst, beeinflusst deinen Körper und seine Organe. Diese Tatsache will das folgende Experiment eindrucksvoll verdeutlichen. Bild © Malyshchyts Viktar - Fotolia.com

, Psychotherapeut

So führst du das Experiment durch:

Stelle dir vor, du hast vor dir eine wunderschöne gelbe und saftige Zitrone liegen.

Stelle dir weiter vor, du nimmst diese in die Hand und riechst daran. Du kannst durch die Schale hindurch das Säuerliche riechen.

Nun schneidest du in deiner Vorstellung die Zitrone in zwei Hälften. Der Zitronensaft quillt heraus.

Du nimmst die eine Hälfte in die Hand und riechst wieder daran. Nun kannst du schon sehr viel deutlicher die Säure riechen.

Und nun stellst du dir vor, du beißt herzhaft in die Zitrone.

Mache nun bitte diese Vorstellungsübung. Schließe die Augen und stelle dir das oben Beschriebene vor.

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Welche Selbsterkenntnis hast du gewonnen?

Wenn du dir dies in deiner Vorstellung bildhaft ausgemalt hast, dann hast du bei dir zwei Dinge festgestellt:

1. dein Mund hat vermehrt Speichel produziert und

2. du hast dein Gesicht verzogen.

Dieses Experiment zeigt dir zweierlei:

1. Deine Gedanken und Phantasien sind Kräfte, die deinen Körper veranlassen, zu reagieren. Dein Körper und deine Gesichtsmuskulatur haben so reagiert, als hättest du tatsächlich in die Zitrone gebissen.

Du hast dich so gefühlt, als hättest du das getan, was du dir in Wahrheit nur eingebildet hast!

Merke: Jeder Gedanke, jede Vorstellung, ob positiv oder negativ, hat einen Einfluss auf dein seelisches und körperliches Befinden.

2. Du kannst ferner sehen, dass dein Gehirn nicht unterscheiden kann, ob du tatsächlich etwas erlebst oder ob du dir nur einbildest, etwas zu erleben!

Obwohl du ganz genau weißt, dass du dir das Ganze nur eingebildet hast, für dein Gehirn war deine Einbildung Realität.

Daran kannst du erkennen:

Dein Gehirn kann nicht feststellen, ob du dir etwas einbildest oder ob etwas Realität ist.

Wichtig zu wissen: Dein Gehirn verrichtet stumpfsinnig seine Arbeit wie ein Computer.

Es kümmert sich nicht darum, ob etwas Realität oder Einbildung ist. Es verarbeitet jede Information so, als sei sie real.

In der Computersprache sagt man: garbage in, garbage out - was so viel heißt wie: wenn du Müll eingibst, kann nichts Sinnvolles dabei herauskommen.

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Welche Bedeutung hat diese Selbsterkenntnis für den Alltag?

Achte auf deine Gedanken und Vorstellungen.

Da dein Gehirn sich nicht darum kümmert, ob etwas Realität oder Einbildung ist, musst du diese Aufgabe übernehmen.

Du musst überprüfen, ob deine Gedanken und Vorstellungen der Realität entsprechen.

Du fühlst seelisch und körperlich, was du denkst und dir einbildest.

Entweder du kontrollierst deine Gedanken oder deine Gedanken kontrollieren dich.

Wenn du Angst hast, dann deshalb, weil du dir vorstellst und einredest, in Gefahr zu sein.

Dein Gehirn verarbeitet deine ängstlichen Gedanken und Vorstellungen, als seist du tatsächlich in Gefahr, wo du dir vermutlich nur einbildest oder einredest, in Gefahr zu sein.

Da dein Gehirn also nicht entscheiden kann, ob du in Gefahr bist oder ob du dir nur einbildest in Gefahr zu sein, musst du ihm Entwarnung geben, indem du ihm z.B. sagst: "Ich bin sicher. Es ist alles gut."

Dein Gehirn ist ein zuverlässiger Diener, aber ein miserabler Herr.

D.h.: du musst ihm klarmachen, was Realität und was Einbildung ist.

Achte also gut auf deine Gedanken und Vorstellungen. Du kannst nicht vermeiden, dass dir negative Gedanken durch den Kopf gehen, aber du kannst verhindern, dass sie sich bei dir einnisten und dir dauerhaft negative Gefühle machen.

Du kannst diese Selbsterkenntnis aber auch zu deinem Wohl nutzen.

Wenn du dich an schöne Momente erinnerst, die du zusammen mit deinem Partner erlebt hast, dann löst die Erinnerung an diese Momente dieselben positiven Körperreaktionen aus wie damals.

Es werden Glückshormone ausgeschüttet und du fühlst dich mit deinem Partner verbunden.

Schau dir den Beitrag über den Placebo Effekt an. Dort findest du weitere Informationen und ein Video zum Thema Einfluss des Denkens auf den Körper.

Video: Die Macht der Gedanken

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Dr. Rolf Merkle
Dr. Rolf Merkle Psychotherapeut

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Seit 35 Jahren helfe ich Menschen, besser mit sich und dem Leben klarzukommen. In meiner Freizeit koche ich leidenschaftlich gerne und spiele Squash.

Was ich für das Wichtigste im Leben halte? Sein Leben selbstbestimmt & erfüllt zu leben. Denn nur wer mit sich im Reinen ist, kann mit anderen positive Beziehungen haben.

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  1. Leserkommentar Joggipuppe schreibt am 20.05.2018

    Ich hatte mir vor wenigen Tagen bis gestern glaubig eingebildet schwanger zu sein da ich an Übelkeit und Müdigkeit gelitten hatte die mir mal Freude und Angst verbrachten. Seit heute ohne den Anzeichen denke ich schon nicht mehr schwanger zu sein und das das Einbildung war sonst würde ich die Symptome noch immer spüren. Bin 40 Jahre alt und hatte einen schwangerschaftswunsch den ich lieber nicht mehr haben möchte da es viele Ecken und Kanten geben wird.

  2. Leserkommentar Sterni schreibt am 19.04.2018

    Was tut man frage ich mich, wenn man nicht mehr unterscheiden kann, ob es Realität oder nur Eigeninterpretation ist. Weil sonst stellt man sein komplettes Leben auf den Kopf nur weil man sich was einbildet, was der andere aber gar nicht meint?

  3. Leserkommentar Nadine B. schreibt am 15.03.2018

    Vielen Dank für diesen Text. Ich habe ihn hilfesuchend in einer schlimmen Panikattacke gelesen und er hat mir sehr weitergeholfen, ich habe mir vieles Notiert. Das Video ist ebenfalls sehr empfehlenswert. Vielen Dank Herr Merkle

  4. Leserkommentar Bernie D. schreibt am 20.02.2018

    Vielen Dank für Ihren Artikel. Obwohl ich doch schon etwas in der Materie drinnen bin, ist es wieder eine nette Anregung! Einen Optimierungsvorschlag habe ich: ein paar Seiten weiter sprechen Sie davon, dass man alles positiv formulieren und das Wort "nicht" vermeiden soll. Hier wird sehr oft "nicht" verwendet, wo man auch andere Worte finden könnte... Z.B.: "Du kannst nicht vermeiden, dass dir negative Gedanken durch den Kopf gehen." oder "Es kümmert sich nicht darum, ob etwas Realität oder Einbildung ist" Vielen dank jedenfalls für Ihre Mühen!

  5. Leserkommentar Irmgard schreibt am 14.01.2018

    Ihre Beiträge sind für mich sehr hilfreich. Meine Gedanken und mein Verhalten zu verändern ist sehr schwierig. Alleine für mich nicht möglich. Das die Gedanken einen großen Einfluss haben kann man wohl immer wieder feststellen. Vielen Dank

  6. Seite:

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