Die Macht deiner Fantasie

zitronen

Was du dir in deiner Fantasie ausmalst, beeinflusst deinen Körper und seine Organe. Diese Tatsache will das folgende Experiment eindrucksvoll verdeutlichen. Bild © Malyshchyts Viktar - Fotolia.com

Autor: Dr. Rolf Merkle, Psychotherapeut

So führst du das Experiment durch:

Stelle dir vor, du hast vor dir eine wunderschöne gelbe und saftige Zitrone liegen.

Stelle dir weiter vor, du nimmst diese in die Hand und riechst daran. Du kannst durch die Schale hindurch das Säuerliche riechen.

Nun schneidest du in deiner Vorstellung die Zitrone in zwei Hälften. Der Zitronensaft quillt heraus.

Du nimmst die eine Hälfte in die Hand und riechst wieder daran. Nun kannst du schon sehr viel deutlicher die Säure riechen.

Und nun stellst du dir vor, du beißt herzhaft in die Zitrone.

Mache nun bitte diese Vorstellungsübung. Schließe die Augen und stelle dir das oben Beschriebene vor.

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Welche Selbsterkenntnis hast du gewonnen?

Wenn du dir dies in deiner Vorstellung bildhaft ausgemalt hast, dann hast du bei dir zwei Dinge festgestellt:

1. dein Mund hat vermehrt Speichel produziert und

2. du hast dein Gesicht verzogen.

Dieses Experiment zeigt dir zweierlei:

1. Deine Gedanken und Phantasien sind Kräfte, die deinen Körper veranlassen, zu reagieren. Dein Körper und deine Gesichtsmuskulatur haben so reagiert, als hättest du tatsächlich in die Zitrone gebissen.

Du hast dich so gefühlt, als hättest du das getan, was du dir in Wahrheit nur eingebildet hast!

Merke: Jeder Gedanke, jede Vorstellung, ob positiv oder negativ, hat einen Einfluss auf dein seelisches und körperliches Befinden.

2. Du kannst ferner sehen, dass dein Gehirn nicht unterscheiden kann, ob du tatsächlich etwas erlebst oder ob du dir nur einbildest, etwas zu erleben!

Obwohl du ganz genau weißt, dass du dir das Ganze nur eingebildet hast, für dein Gehirn war deine Einbildung Realität.

Daran kannst du erkennen:

Dein Gehirn kann nicht feststellen, ob du dir etwas einbildest oder ob etwas Realität ist.

Wichtig zu wissen: Dein Gehirn verrichtet stumpfsinnig seine Arbeit wie ein Computer.

Es kümmert sich nicht darum, ob etwas Realität oder Einbildung ist. Es verarbeitet jede Information so, als sei sie real.

In der Computersprache sagt man: garbage in, garbage out - was so viel heißt wie: wenn du Müll eingibst, kann nichts Sinnvolles dabei herauskommen.

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Welche Bedeutung hat diese Selbsterkenntnis für den Alltag?

Achte auf deine Gedanken und Vorstellungen.

Da dein Gehirn sich nicht darum kümmert, ob etwas Realität oder Einbildung ist, musst du diese Aufgabe übernehmen.

Du musst überprüfen, ob deine Gedanken und Vorstellungen der Realität entsprechen.

Du fühlst seelisch und körperlich, was du denkst und dir einbildest.

Entweder du kontrollierst deine Gedanken oder deine Gedanken kontrollieren dich.

Wenn du Angst hast, dann deshalb, weil du dir vorstellst und einredest, in Gefahr zu sein.

Dein Gehirn verarbeitet deine ängstlichen Gedanken und Vorstellungen, als seist du tatsächlich in Gefahr, wo du dir vermutlich nur einbildest oder einredest, in Gefahr zu sein.

Da dein Gehirn also nicht entscheiden kann, ob du in Gefahr bist oder ob du dir nur einbildest in Gefahr zu sein, musst du ihm Entwarnung geben, indem du ihm z.B. sagst: "Ich bin sicher. Es ist alles gut."

Dein Gehirn ist ein zuverlässiger Diener, aber ein miserabler Herr.

D.h.: du musst ihm klarmachen, was Realität und was Einbildung ist.

Achte also gut auf deine Gedanken und Vorstellungen. Du kannst nicht vermeiden, dass dir negative Gedanken durch den Kopf gehen, aber du kannst verhindern, dass sie sich bei dir einnisten und dir dauerhaft negative Gefühle machen.

Du kannst diese Selbsterkenntnis aber auch zu deinem Wohl nutzen.

Wenn du dich an schöne Momente erinnerst, die du zusammen mit deinem Partner erlebt hast, dann löst die Erinnerung an diese Momente dieselben positiven Körperreaktionen aus wie damals.

Es werden Glückshormone ausgeschüttet und du fühlst dich mit deinem Partner verbunden.

Schau dir den Beitrag über den Placebo Effekt an. Dort findest du weitere Informationen und ein Video zum Thema Einfluss des Denkens auf den Körper.

Video: Die Macht der Gedanken

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Dr. Rolf Merkle
Rolf Merkle (Autor)

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Als Psychotherapeut helfe ich seit 35 Jahren Menschen, besser mit dem Leben und ihren Problemen klarzukommen. In meiner Freizeit koche ich leidenschaftlich gerne, spiele Squash und interessiere mich für Kunst.

Was ich für das Wichtigste im Leben halte? Sein Leben so erfüllt zu leben, wie nur möglich. Denn nur wer mit sich zufrieden ist, kann mit anderen Menschen positive Beziehungen haben.

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Wie spürst du die Macht deiner Gedanken?

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  1. Leserkommentar Tobi schreibt am 13.05.2017

    Danke für den Text! Ich habe mir den Gedanken gemacht, ein Reverat über Vorstellungskraft zu machen, welches hoffentlich gut bei meinen Mitschülern ankommen wird :D Danke für die hergegebene Zeit und Mühe diesen Text zu schreiben :)

  2. Leserkommentar Maria schreibt am 07.05.2017

    Lieber Herr Doktor Merkle; Lieben Dank für Ihre Gedanken! - Wenn man ein intensives Leben gehabt hat, kommt der Moment der Erkennt- nis, sich auf einen andern neuen Weg zu begeben, um den kleinen Glücksmoment mpfinden + erfassen zu können/dürfen; man muss sich einfach Zeit für Gedanken nehmen! Herzliche Grüsse aus der Schweiz

  3. Leserkommentar Steffi schreibt am 16.03.2017

    Die Macht meiner (positiven) Gedanken spüre ich immer dann am stärksten wenn ich voll und ganz von einer Sache überzeugt bin. Es fühlt sich an wie ein warmer Luftstoß der von meiner Herzgegend bis in den Kopf fließt! (anders kann ich es nicht beschreiben) ;-)

  4. Leserkommentar Michael O. schreibt am 13.03.2017

    Die Macht meiner Gedanken ist durch Selbstbeobachtung möglich. Erst dadurch kann ich mit einer gewissen Zeitverzögerung feststellen, zu was mein Organ ( Gehirn ) fähig ist. Der sogenannte freie Wille und das sogenannte ICH, sind zumindest meiner Meinung nach die größten Illusion die uns eine Ganzheit vorgaukeln die nur im Gehirn entsteht. Die Macht der Autonomie der Gedanken, lässt sich auch gut durch ein kleines Experiment beweisen. Wir nehmen uns eine analoge Uhr und beobachten den Sekundenzeiger. Genau fünf Minuten lang. Dann werden wir sehen, dass wir zwischendurch uns ein paarmal im "Kopfkino" befunden haben. Das Ergebnis lautet: "Ohne Übung sind wir ziemlich "Machtlos" und auf Gedeih und Verderb, unseren Gedanken ausgeliefert". Genauso ist es mit dem sogenannten freien Willen.

  5. Leserkommentar Hänk schreibt am 16.02.2017

    Es ist kein Fehler Menschen an sich heran zu lassen. Bleib mutig. Bleib herzlich. Bleib liebevoll und interessiert. Lass Dich Nicht Unterkriegen ! Nimm die Herausforderung an und finde die richtigen Menschen. Und wenn du keine hast, träum davon und mal sie dir aus. Herzlich, sozial, gütig, zuvorkommend! Nicht jeder hatte kompetente Eltern. Aber jeder Erwachsene Mensch hat die Pflicht gegenüber seiner Famile seinen Mist wegzuschaufeln und an sich zu arbeiten. Das muss dein Mann auch tun. Klammer nicht, es macht es nur schlimmer. Sei autonom und unabhängig, Vorallem mach dich nicht emotional abhängig von ihm und seiner Laune. Er kann nicht änders. Er ist schwach. Er leidet auch. Ist er böse, gib ihn auf! Liebt er dich, und liebst du ihn noch, bleib dran und werde aktiv. Lass die Traurigkeit niemals gewinnen!!!!!!

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