Es heißt das Gewissen solle dem Glück dienen. Wenn dem so ist dann ist ein schlechtes Gewissen überflüssig.
In unserem Gewissen sind die Regeln gespeichert, nach denen wir glauben, handeln zu müssen, um ein guter und moralischer Mensch zu sein. Diese Regeln erlernen wir gewöhnlich im Laufe unseres Lebens, insbesondere in unserer Kindheit durch unsere Eltern, die Lehrer und kirchlichen Vertreter.
Handeln wir den Regeln zuwider, empfinden wir ein schlechtes Gewissen oder haben Gewissensbisse. Das schlechte Gewissen ist eine Art Selbst-Bestrafung dafür, dass wir gegen Regeln verstoßen haben. Es hindert uns aber nicht unbedingt daran, dieses den Regeln widersprechende Verhalten in Zukunft zu vermeiden.
Innerlich können wir uns Ausnahmen gestatten, indem wir uns Gründe geben, warum es in dieser Situation richtig ist, gegen bestimmte Regeln zu verstoßen. Manchmal nutzen wir das schlechte Gewissen auch als Alibi: „Wenigstens habe ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich mich falsch verhalte. Dies beweist, dass ich ein moralischer Mensch bin.“
Die Regeln, anhand derer wir bestimmen, ob wir uns richtig oder falsch verhalten, können sich von einem Menschen zum anderen unterscheiden. Sie sind z.B. abhängig von unserer religiösen Orientierung und von unserem Umfeld. Außerdem können wir die Regeln im Laufe unseres Lebens auch verändern oder ergänzen.
Ja, wir können sogar entscheiden, kein schlechtes Gewissen zu haben und dennoch kein schlechter Mensch zu sein. Im Grunde genommen ist nämlich ein schlechtes Gewissen völlig unnötig. Entweder ich tue bewusst etwas "Falsches", dann trage ich dafür die Verantwortung und das schlechte Gewissen ist überflüssig. Oder ich tue unbeabsichtigt oder unverschuldet etwas "Falsches", dann ist das schlechte Gewissen ebenfalls unnötig.
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