Wie sich der Schlaf im Alter
verändert

frau liegt wach im bett

Je älter wir werden, um so mehr verändern sich das Schlafverhalten, die Schlafphasen und die Art des Schlafes. Bild © Dan Race - Fotolia.com

© Autor: Dr. Rolf Merkle, Psychotherapeut

Schlafbedarf

Der Schlafbedarf verändert sich im Verlauf des Lebens. Während Säuglinge bis zu 16 Stunden am Tag schlafen, schlafen Menschen jenseits des sechzigsten Lebensjahres und vor allem im Rentenalter in der Nacht weniger.

Das heißt nicht, dass ältere Menschen weniger schlafen oder weniger Schlaf benötigen. Der Schlaf wird vielmehr auf die 24 Stunden des Tages verteilt.

In Form von kleinen Nickerchen unter Tage wird der Schlafbedarf in der Nacht gedeckt und der Schlafdruck sinkt.

Ältere Menschen gehen meist auch sehr viel früher ins Bett und wachen deshalb morgens früher auf.

Das hat damit zu tun, dass sie vielleicht unter Hör- und/oder Sehproblemen leiden und deshalb am Abend nichts mit der Zeit anzufangen wissen.

Und durch das häufigere nächtliche Wasserlassen leidet die Schlafqualität.

Mit zunehmendem Alter ändern sich der Anteil und die Dauer der Schlafphasen.

So träumen Babys bis zu acht Stunden, während Erwachsene nur etwa eine bis eineinhalb Stunden pro Nacht träumen. Der ältere Mensch benötigt also weniger Traumschlaf und dadurch verkürzt sich die Gesamtschlafdauer pro Nacht, d.h. das Schlafbedürfnis nimmt ab.

Ferner ist der Schlaf älterer Menschen weniger tief, d.h. die Tiefschlafphasen nehmen ab.

Durch den flacheren Schlaf ist die Weckschwelle gesenkt, d.h. der ältere Mensch ist für Geräusche störanfälliger und wird leichter wach.

Sehr oft haben sie dann das Gefühl, noch müde zu sein, und interpretieren die Müdigkeit als Schlafmangel. 

Dem ist jedoch nicht so. Da ältere Menschen kaum noch Tiefschlafphasen aufweisen, ist die Qualität des Schlafes nicht mehr so gut und der ältere Mensch fühlt sich morgens nicht mehr so ausgeruht.

Dies ist jedoch kein Anzeichen für eine Schlafstörung, sondern Teil einer ganz normalen biologischen Veränderung!

Mit zunehmendem Alter verändert sich das Einschlafverhalten.

Die Einschlafzeiten variieren im normalen Bereich zwischen einigen Minuten und etwa einer Stunde!

Vom Jugendalter bis etwa in die Mitte der Vierziger ist die Anzahl derer, die länger zum Einschlafen brauchen, etwa gleichbleibend bei 10 Prozent. Diese Zahl erhöht sich dann im Alter ab Mitte Vierzig auf etwa 20 Prozent und erreicht im Rentenalter Werte um die 35 Prozent.

Während Kinder sich hinlegen und sofort schlafen, benötigen ältere Menschen 30 Minuten bis zu einer Stunde, bis sie einschlafen!

Die längeren Einschlafzeiten hängen oft damit zusammen, dass ältere Menschen zu früh ins Bett gehen, d.h. wenn sie bzw. ihr Körper noch nicht müde genug sind.

Dieses Früh-Zubettgehen liegt nicht selten daran, dass sie nichts mit ihrer Zeit anzufangen wissen. Sie haben vielleicht keine Hobbys, wenig soziale Kontakte, keine Aufgaben, für die es lohnen würde, länger aufzubleiben.

So wird das Zubettgehen als Strategie benutzt, um der Langeweile bzw. dem Alltag zu entfliehen.

Beachten Sie also bitte:

Wenn Sie 60 und mehr Jahre alt sind und länger als eine halbe Stunde wach liegen, ehe Sie einschlafen, dann leiden Sie nicht unter einer Einschlafstörung.

Die verlängerte Einschlafzeit kann Teil eines natürlichen biologischen Prozesses sein, auf den Sie sich einstellen müssen.

Wenn ältere Menschen Probleme haben, die späten Abend- und die frühen Morgenstunden sinnvoll und befriedigend zu nutzen, dann ist die kürzere Schlafdauer lästig.

Ratgeber Gefühle verstehen

Die Versuchung zu Medikamenten zu greifen, ist groß. Schlafmittel beheben jedoch keine altersbedingten Veränderungen des Schlafes.

Im Gegenteil: Der Schlaf wird durch Medikamente gestört und es kommt zu einer medikamentenbedingten Schlafstörung!

Doch gerade in diesen Fällen besteht die Ursache des Problems genau in diesem Punkt und nicht in einer vermeintlichen Schlafstörung.

Es ist wichtig, genau festzustellen, ob eine Schlafstörung wirklich vorliegt! Schlafstörung Test.

Falls nicht, stellt sich die Frage: Wie gestalte ich meinen Alltag anders und interessanter, so wie es mein Körper mit diesem verringerten Schlafbedarf benötigt?

Schlafhygiene im Alter entwickeln

Wichtig ist die Entwicklung einer Schlafhygiene im Alter. Unter Schlafhygiene versteht man Verhaltensweisen, die einen gesunden Schlaf ermöglichen und/oder fördern.

Zur Schlafhygiene gehören:

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Dr. Rolf Merkle
Rolf Merkle (Autor)

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Als Psychotherapeut helfe ich seit 35 Jahren Menschen, besser mit dem Leben und ihren Problemen klarzukommen. In meiner Freizeit koche ich leidenschaftlich gerne, spiele Squash und interessiere mich für Kunst.

Was ich für das Wichtigste im Leben halte? Sein Leben so erfüllt zu leben, wie nur möglich. Denn nur wer mit sich zufrieden ist, kann mit anderen Menschen positive Beziehungen haben.

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