Altersdepressionen

Wie eine Altersdepression erkennen? Informationen über die Ursachen Symptome Vorbeugung und Behandlung einer Depression im Alter.

Altersdepressionen
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Depressionen bei älteren Menschen werden von den Angehörigen oft nicht erkannt. Was tun gegen Depressionen im Alter? Wie Depressionen im Alter vorbeugen?

Informationen dazu in diesem Beitrag zur Altersdepression.

Fast 40 Prozent aller Selbstmorde werden von über 60-jährigen Männern begangen, bei Frauen ist die Zahl noch höher.

Ursache dieser Selbstmorde ist in vielen Fällen eine Altersdepression, die von den Ärzten und Angehörigen nicht erkannt und behandelt wurde, weil die depressiven Symptome von körperlichen Symptomen verdeckt werden.

Dies führt dazu, dass die vordergündigen körperlichen Beschwerden von den Hausärzten behandelt werden. Die Depression bleibt unbehandelt.

Häufige körperliche Symptome bei Altersdepressionen sind:

  • Kopf- und Rückenschmerzen
  • Magen-Darm-Probleme
  • Konzentrationsstörungen

Hinzu kommt, dass Angehörige die Anzeichen und Symptome von Depressionen wie etwa Schlafstörungen, Erschöpftsein und Antriebslosigkeit des depressiven Familienmitglieds als normale Alterserscheinung ansehen und nicht als Anzeichen einer Depression.

Ursachen von Depressionen im Alter

Die Ursachen von Altersdepressionen sind vielfältig. Meist entsteht eine Altersdepression als psychische Reaktion auf Begleiterscheinungen des Alters.

Depressionen im Alter sind häufig eine Reaktion auf Verluste, wie etwa

  • nachlassende geistige und körperliche Leistungsfähigkeit,
  • nachlassendes Gedächtnis,
  • Zunahme körperlicher Beschwerden wie Arthose, Rheuma, Herz-Kreislauf-Probleme,
  • Wegfall des sozialen Status durch Berentung,
  • Tod des Partners,
  • Einsamkeit,
  • mangelnde Bestätigung,
  • das Gefühl, nicht mehr wichtig zu sein und nicht mehr gebraucht zu werden,
  • der Wegfall von Anerkennung und Bestätigung im Beruf durch Entlassung, in Rente gehen oder durch einen unfreiwilligen vorzeitigen Ruhestand kann als großer Verlust erlebt werden, auf den Betroffene mit einer Depression reagieren.

D.h. wenn ältere Menschen unter Depressionen leiden, dann meist deshalb, weil sie nicht mit den körperlichen, geistigen und beruflichen Veränderungen und Einschränkungen, die das Alter und Älterwerden mit sich bringen kann, umgehen können.

Es fehlen den Betroffenen angemessene psychische Bewältigungsstrategien für den Umgang mit den altersbedingten Veränderungen und Einschränkungen.

Dieser Mangel an Bewältigungsstrategien führt oft dazu, dass Betroffene sich als Opfer fühlen, glauben, sie seien machtlos und es gäbe nichts, was sie tun können, um ihre Lage zu verbessern.

Dies führt dann häufig zu Selbstmitleid und starkem Leidensdruck.

Hinzu kommen meist Ängste,

  • die um den Erhalt der Gesundheit kreisen,
  • Angst zu verarmen oder nicht genügend Geld im Alter zu haben,
  • Angst, ein Pflegefall zu werden,
  • Angst auf fremde Hilfe und Pflegedienste angewiesen zu sein.

Wie Depressionen im Alter vorbeugen?

Vorbeugende Maßnahmen gegen Altersdepressionen sind:

  • Angemessene Vorbereitung auf den Ruhestand und die damit verbundenen Änderungen im persönlichen und familiären Bereich
  • Regelmäßige sportliche Betätigung in Form von Ausdauersportarten wie Radfahren, Schwimmen, Walken, usw.
  • Aufbau von Hobbies und Interessen
  • Aufbau guter sozialer Beziehungen, die gepflegt werden
  • ehrenamtliche Tätigkeiten

Behandlung von Depressionen im Alter

Die Behandlung einer Altersdepression unterscheidet sich nicht von der Behandlung von Depressionen in jungen und mittleren Jahren.

Die beste Therapiemethode ist die kognitive Verhaltenstherapie, in der Betroffene angemessene Bewältigungsstrategien für den Umgang mit den privaten, gesundheitlichen und beruflichen Veränderungen und Einschränkungen lernen, die das Alter mit sich bringt.

Angehörige können den Betroffenen ermutigen, sich einer psychotherapeutischen Behandlung zu unterziehen und ihn beim Gang zum Psychotherapeuten begleiten.

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Eine Depression im reiferen Alter ist ebenso überwindbar wie eine Depression in jungen und mittleren Jahren.

Soll man ältere Menschen auf Selbstmorgedanken ansprechen?

Auf jeden Fall. Depressive ältere Menschen trauen sich oftmals nicht, von selbst über ihre Selbstmordgedanken zu sprechen.

Je nach Persönlichkeit, halten es Betroffene für eine Schwäche, nicht mehr wie früher zu funktionieren oder aber sie halten sich für verrückt.

Sie darauf anzusprechen, kann für die Betroffenen eine große Erleichterung sein.

Wenn Selbstmordgedanken geäußert werden, sollte man den Betroffenen mit sanftem Druck ermutigen, sich fachlichen Rat bei einem psychologischen Psychotherapeuten zu holen.

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Aufklärer schreibt am 18.12.2019

Die Saat für Altersdeprressionen wird oftmals schon Jahrzehnte früher gesetzt. Bereits bei Menschen im mittleren Alter lässt sich meist schon recht gut feststellen, wer ein Kandidat für Altersdepressionen ist. Ergo: Jahrzehnte früher ansetzen. Im Alter von 90+ ist da oftmals nicht mehr viel zu machen, außer vielleicht mit ein paar Happy-Pillen.

Klaus Wolf schreibt am 30.07.2019

Gen..Depression.Leider zu spät erkannt.Nicht einzu-ordnende Symptome traten auf.Einige Krankenhausaufenthalte.Gesprächstherapie und Medikamentehaben etwas geholfen. Freiräumepositiv nutzen, Lektüre, Komunikationsuchen, Artikel für eine Zeitung schreiben. An Sport Wassergymnatik,Walken. 1mal die Woche.

S. schreibt am 21.07.2019

Mein Vater ist definitiv depressiv. Er will aber keine Hilfe annehmen "Was soll das denn bringen? Es ist nun mal so. Mein Leben ist vorbei. Da kommt doch nichts mehr." Jetzt hatte meine Mutter einen Schlaganfall und er ist bis sie wieder nach Hause kommt alleine. Er ist oft tagsüber bei uns, aber spätestens Abends "fällt er in sein Loch" und tröstet sich mit Alkohol. Ich weiß nicht mehr weiter. Die Tips sind ja schön und gut. Aber soziale Kontakte werden altersbedingt nun mal immer weniger. Einer nach dem anderen stirbt. Die Mobilität lässt mit Ü75 auch nach. Die Familie (mütterlicherseits) und Freunde wohnen alle mind. 60 km entfernt. Da fährt mein Vater nicht alleine hin. Ich weiß nicht was ich ihm noch raten könnte, wie ich ihn aufbauen kann, dass das Leben noch lebenswert ist

Petra schreibt am 13.06.2019

Mein Mann ist seit ca. 1 Jahr depressiv, hat zu nichts mehr Lust. Ich flüchte mich in meinen Garten und lasse mich kreativ aus, was meinem Mann mißfällt. Er meckert mich ständig an, wieso ich dies und jenes mache. Egal was ich tue, er stellt alles in Frage und macht mir das Leben schwer. Ich habe keine Lust, mich den ganzen Tag vor den Fernseher zu setzen. Er sieht nur fern oder spielt am Computer Puzzle. wenn die Enkelkinder da sind, nimmt er an nichts Teil. Ich bin langsam am Ende und will mich auch nicht runter ziehen lassen. ich mache alles im Haushalt und auch draußen, weil er keine Lust hat. Er will mit mir auch nicht spazieren gehen und bringt unseren Hund alleine raus. Nachmittags bin ich dann für unseren Hund zuständig und er ist dann auch Mittag imFersehmodus.

Waltraut schreibt am 21.05.2019

Das sind alles gute Tipps für Menschen die mobil sind. Ich leide seit Jahren an Epilepsie, Fibromyalgie, Erschöpfung, Frühverrentung, kein Auto fahren usw.Da leidet man schon sehr, Taxi fahren kann man auch nicht ständig, zu teuer. Also habe ich keine Tipps, außer, versuchen, sich da irgendwie selber herauszuholen, Anzeigen in Zeitung oder Ebay Kleinanzeigen, mehr fällt mir da nicht ein, weil alles zu weit weg ist, um es mit Bus zu erreichen, Rad fahren geht auch nicht immer wegen Schwindel.

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 Behandlung von Depressionen im Alter
 Soll man ältere Menschen auf Selbstmorgedanken ansprechen?
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