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Wie sich auf den Ruhestand und die Rente vorbereiten?

Vorsorge Ruhestand

Die gefährlichsten Momente im Leben eines Menschen sind seine Geburt und der Tag, an dem er in Rente geht. Warum?

Weil bei der Geburt viel schief gehen kann und man mit der Rente einen Sinn und eine Aufgabe verliert. Studien zeigen nämlich: Einen Grund zu haben, morgens aufzuwachen, ist wichtig, um alt zu werden.

Um deshalb den wohlverdienten Ruhestand lange genießen zu können, muss man sich auf ihn vorbereiten. Sonst endet die lang ersehnte Pensionierung schnell in Depressionen, Langeweile und einem frühen Tod. Bild © N-Media-Images - Fotolia

, Psychotherapeutin

Viele von uns erwarten ihren Ruhestand sehnsüchtig. Endlich müssen wir keinen Wecker mehr stellen, uns nicht mehr durch den morgentlichen Stau quälen, nicht mehr mit sinnlosen Arbeiten beschäftigen, keine Zeit mehr in endlosen Besprechungen verbringen, uns nicht mehr mit den Kollegen oder dem Chef herumärgern ...

Und doch kann es passieren, dass wir uns nach der Verabschiedung in den Ruhestand nach unserer geregelten Arbeit sehnen.

Bevor wir uns also damit beschäftigen, wie wir uns auf unseren Ruhestand und die Rente vorbereiten bzw. unseren Ruhestand genießen können, lassen Sie uns einen Blick auf das Arbeitsleben werfen.

Wie die Arbeit unser Leben bestimmen kann

Gehen wir einmal davon aus, dass wir bei einem Arbeitgeber angestellt sind oder waren. Bei Selbständigen kann es sein, dass manche der folgenden Punkte nicht oder nur eingeschränkt zutreffen.

Als Angestellter oder Angestellte ist unsere Arbeit, wenn alles glatt läuft, für lange Jahre die bestimmende Größe in unserem Leben.

Unsere Arbeit beeinflusst uns also sehr stark. Dies bedeutet, dass uns im Ruhestand, wenn die Arbeit wegfällt, eine Menge neuer Aufgaben erwartet.

Veränderungen im Ruhestand

Über die finanziellen Veränderungen und mögliche Einbußen im Ruhestand möchte ich hier nicht sprechen.

Dennoch können diese natürlich ganz stark auch unser Leben nach der Berentung beeinflussen.

Auch der Zeitpunkt der Berentung, ob wir freiwillig gegangen sind oder entlassen wurden und in welcher gesundheitlichen Verfassung wir uns befinden, spielen eine Rolle.

Hier soll unser Augenmerk auf den psychologischen und sozialen Veränderungen liegen, wenn wir mit Erreichen der Altersgrenze in Rente gehen.

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Im Ruhestand müssen wir

Natürlich fallen uns die Veränderungen leichter, wenn wir uns bereits während der letzten Jahre unserer Berufstätigkeit schon damit beschäftigt haben - aber es ist nie zu spät, damit zu beginnen.

Spätestens dann, wenn wir depressiv oder total unausgeglichen werden, ist es an der Zeit, aktiv zu analysieren, was wir benötigen, um zufrieden zu sein.

Ruhestandplanung - wie den Ruhestand genießen?

Beantworten Sie die folgenden Fragen und werden Sie aktiv:

Welche Aufgaben und Tätigkeiten am Arbeitsplatz geben oder gaben mir Befriedigung oder machen mir Spaß?

Der Ruhestand muss nicht unbedingt bedeuten, dass Sie nun nie mehr an den Computer sitzen oder ein Geschäftsgespräch führen.

Was Ihnen Spaß macht, können Sie ruhig weitermachen.

Fragen Sie sich deshalb:

Möchte ich bestimmte Tätigkeiten, die mir Spaß machen, in irgendeiner Form weiterführen?

Wenn ja, könnte ich in meiner Firma noch Urlaubsvertretung machen oder als Springer in Teilzeit arbeiten?

Wenn nicht in der alten Firma, in welchem Bereich oder in welcher Organisation könnte ich meine Fähigkeiten und mein Wissen einsetzen? Bezahlt oder ehrenamtlich?

Will ich z.B. als Senior-Experte oder als Wirtschafts-Senior arbeiten?

Ehrenamtlich kann man beispielsweise im Sportverein, bei den Kirchen oder Wohlfahrtsverbänden arbeiten.

Auch die Stadt oder Gemeinde hat ehrenamtliche Aufgaben zu vergeben wie z.B., dass man die Beleuchtung in den Stadtteilen überprüft.

Heutzutage gibt es in den großen Städten und im Internet auch Kontaktstellen, die die Ehrenamtsarbeit organisieren.

Welche Hobbys wollte ich schon immer einmal machen oder habe ich in den letzten Jahren vernachlässigt?

Ihr Ruhestand bietet Ihnen die Chance, mehr in sich hineinzuhören und nach dem Lustprinzip zu leben.

Als Rentner dürfen Sie nun nach Ihren Vorlieben und Wünschen gehen - vorausgesetzt Ihre Partnerschaft wird dadurch nicht gefährdet.

Fragen Sie sich deshalb:

Was hat mich schon immer interessiert? Welches Hobby würde mich ausfüllen?

Möglicherweise müssen Sie auch erst verschiedene Aktivitäten ausprobieren, weil Sie nicht wissen, was Ihnen Spaß machen könnte.

Beispielsweise bieten hier die Volkshochschulen die unterschiedlichsten Kurse an, auch die Seniorenuniversität ist eine Möglichkeit für Sie, tiefer in ein Thema einzusteigen.

Wie möchte ich im Ruhestand meinen Tagesablauf gestalten?

Ihr Ruhestand bietet Ihnen die Möglichkeit, ein Leben ohne Wecker und Zeitplan zu leben. Doch müssen Sie für sich ausprobieren, ob Ihnen auf Dauer Tage ohne irgendeine Struktur gut tun.

Fragen Sie sich:

Möchte ich z.B. immer zu einer bestimmten Zeit aufstehen, morgens nach dem Aufstehen regelmäßig Gymnastik machen, ausführlich die Zeitung lesen, usw.?

Zu welchen Zeiten möchte ich essen, fernsehen und wann schlafen gehen? Tut es mir gut, wenn ich mir bestimmte Ziele setze und sie erfülle?

Rituale sind für die meisten Menschen hilfreich.

Welche Kontakte zu Freunden will ich wieder beleben oder intensivieren? Wo kann ich neue Kontakte knüpfen?

Neben Aktivitäten und Aufgaben, die uns ausfüllen, gehört der Kontakt zu anderen Menschen, Zugehörigkeit zu einer Gruppe und gemeinsamer Spaß zu den Faktoren, die uns helfen, uns im Ruhestand wohlzufühlen.

Nehmen Sie also Ihr Adressbuch zur Hand und forsten Sie es einmal durch. Höchstwahrscheinlich finden Sie dort Adressen von Menschen, von denen Sie schon ewig nichts mehr gehört haben. Rufen Sie an oder streichen Sie diese aus dem Verteiler.

Sollte niemand zu finden sein, mit dem Sie noch etwas zu tun haben möchten, stellen Sie sich die Frage: Wo finde ich Menschen, die ähnliche Interessen wie ich haben?

Am einfachsten findet man nämlich zu Menschen über ein bestimmte Aktivität oder ein Hobby Kontakt.

Wie stellt sich mein Partner die Zeit vor, wenn ich im Ruhestand bin?

Im Laufe der Jahre haben Sie und Ihr Partner viele Rituale entwickelt, wer welche Familienaufgaben übernimmt, wie häufig man sich Zeit füreinander nimmt und sich unterhält, wer über das Fernsehprogramm bestimmt, den Kontakt zu Freunden hält, für die Finanzen zuständig ist, kocht, wäscht, usw. 

Der Ruhestand bietet die Möglichkeit, neue „Reviere“ festzulegen.

Sprechen Sie also mit Ihrem Partner darüber: Wer übernimmt welche Aufgaben und Pflichten? Welche Aktivitäten macht jeder für sich alleine? Welche Wünsche von jedem Einzelnen können nun erfüllt werden?


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Was möchte ich für meine Gesundheit tun?

Im Ruhestand können Sie Ihr körperliches Wohlbefinden stärker in den Mittelpunkt stellen. Sie haben mehr Zeit, in sich hineinzuhören, und können sich mehr Zeit nehmen, den Körper zu pflegen.

Fragen Sie sich: Wie viel Bewegung oder Sport möchte ich in meinen Alltag einbauen? Möchte ich meine Ernährung umstellen? Was möchte ich tun, um mich mit mir wohl zu fühlen?

Beispielsweise könnten Sie ein Entspannungsverfahren oder meditieren lernen. Sie könnten auch eine Lachyoga-Gruppe besuchen.

Jetzt habe ich Ihnen eine ganze Liste von Fragen vorgeschlagen und Sie denken vielleicht, so viel Arbeit will ich mir nicht machen.

Nun, dies ist Arbeit, aber auch eine Chance: Sie können Ihr Leben nun mehr nach Ihren Vorstellungen gestalten und neue Seiten von sich kennenlernen.

Ebenso wie Sie wahrscheinlich viel Zeit und Energie in Ihre Ausbildung gesteckt haben, geht es nun darum, Ihr Leben nach der Berentung zu gestalten.

Ein erfülltes Leben besteht aus 5 Säulen

Achten Sie darauf, dass diese 5 wichtigen Säulen vorhanden sind und pflegen Sie diese. Sie sind die Basis für einen genussreichen Ruhestand.

In Rente gehen ist eine wunderbare Sache, wenn man etwas mit der Zeit und den Möglichkeiten des Ruhestandes anfangen kann.

BUCHTIPP: Ein vergnügliches, scharfsinniges und inspirierendes Buch über das Alter, das mir sehr gefallen hat: Altern wie ein Gentleman

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Dr. Doris Wolf
Dr. Doris Wolf

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Schon immer hatte ich ein offenes Ohr für die Sorgen anderer. Deshalb war es mein Herzenswunsch, als Psychotherapeutin zu arbeiten. Einen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich im Nordic Walking, dem Jin Shin Jyutsu und der Kuchenbäckerei.

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  1. Leserkommentar caro schreibt am 12.09.2017

    ich als noch 11 Jahre Berufstätige werde in 3 Wochen mit Vorruheständler konfrontiert. Wir leben in eheähnlicher, wirklich gleichberechtigter Gemeinschaft (seit 33 Jahren) Das ist ja schon was, sollte man / ich glauben. Diese Situation wird selten o. garnicht erwähnt. Wie gehe ich damit um, wo liegen da die Hürden, wenn ER anfängt zu die hier in Detushcland kalte nasse Jahreszeit für 2-3 Monate in der Sonne zu verbringen usw. - ob das gut geht - alles sträubt sich innerlich in mir gegen diese Aussicht. Was nützt in so einem da Gleichberechtigung in der Partnerschaft.

  2. Leserkommentar Sonja Dengler schreibt am 28.07.2017

    Ich bin Frauenbeauftragte und stehe selbst kurz vor dem Ruhestand (2-4 Jahre noch). Ich und auch viele andere Frauen in meiner Situation und meinem Generation habe mich/haben sich von dem meist noch mütterlichen Vorbild der hausfraulichen Geschlechterrolle emanzipiert und habe mich/ haben sich voll mit ihrer beruflichen Karriere identifiziert als moderne Frau mit einem anderen Wertegefüge im Kopf. Nun fällt das demnächst ja alles weg (das gleicht wirklich einem Fall in's Bodenlose). Was bleibt ist, dass die Umgebung meint, nachdem man nun zuhause sei, sei ja nun alles wieder i. O. und man sei wie sie alle (es erfolgt keine Differenzierung der Persönlichkeit mehr) - (ich wohne z.B. auf einem kleinen Dorf, wo rundherum Frauen wohnen, die in Minijobs beispielsweise nebenher arbeiten und sich hauptsächlich über die hergebrachte alte Frauenrolle definieren, gleichzeitig jedoch meinen es sei so auch alles i. O. - etwas , dass für mich niemals infrage gekommen wäre, obwohl ich auch Haus u. Garten und drei Kinder sowie Ehemann habe). Ich bin der Meinung , dass diese Thematik dringend als Frauenthema bearbeitet gehört - finde aber praktisch direkt hierzu keine Angebote. - Vielleicht ist dies auch für Sie eine Anregung, sich damit zu beschäftigen - evtl. können Sie mir Tipps für meine Bearbeitung dieses Themenfeldes geben? Mit freundlichen Grüßen Sonja Dengler

  3. Leserkommentar Ruth Seeler schreibt am 20.07.2017

    Ab 1.9.17 gehe ich in Rente.Freue mich.Meine Arbeit als Zahntechnikerin war zuletzt sehr anstrengend.Auf das Alter im Beruf wird keine Rücksicht genommen.Man muss Leistung bringen bis zuletzt. Ich möchte erstmal Ruhe haben.Daraus wird nichts.Meine Kinder haben mich als Babysitter eingeplant. Schon aus beruflichen Gründen.Aber will ich das wirklich? Hart gesagt bin ich wieder fremdbestimmt.Ich werde sehen. Mein Mann hat seinen Rythmus als Rentner seit 2 Jahre gefunden.Ich beneide ihn.

  4. Leserkommentar Silke Maier schreibt am 11.07.2017

    Es ist ein absoluter Neubeginn. Ab 1.8. bin ich Rentnerin. Hab ein wenig Angst davor bin aber dennoch zuversichtlich.

  5. Leserkommentar Birgit schreibt am 24.06.2017

    Prima ,fast genau nach diesen Fragestellungen habe ich 1 Jahr vor meiner Rente meine Ziele & Aufgaben schriftlich festgehalten.Ich studiere nun wieder und habe die irische Sprache und Geschichte lieben gelernt.Einer Iranerin gebe ich 2x die Nachhilfe in Deutsch .Meinen Freundeskreis habe ich in Gruppen aufgeteilt ,die ich häufig oder seltener sehen möchte.Ich habe auch zu manchen den Kontakt einschlafen lassen,weil es heute keinen Spaß mehr macht ,aus Gewohnheit meine Zeit mit Menschen zu verbringen,nur weil ich sie lange kenne.An den Punkten Wohnort und Aufteilung der Hausarbeit muß ich noch dringend arbeiten.....Da ich aber immer wieder kleine Ausflüge,auch alleine ,mache gerät das oft in den Hintergrund.Danke für diesen"Leitfaden"

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Leserstimme Luciana schreibt am 8.11.2015

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Diplom Psychologin, Wiesbaden

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